Verkehrsberuhigter Bereich Merkblatt gesucht
Hallo,
wir haben bei uns in der Straße ein Problem. Obwohl es sich um einen verkehrsberuhigten Bereich (v-max 4-7 km/h) handelt rasen die Leute (zum Teil mit Handy am Ohr) durch die Straße. Zum Teil zwischen den Kindern hindurch.
Da die persönliche Ansprache relativ erfolglos ist, war mein Gedanke jetzt eine Art Merkblatt mit dem Hinweis auf die rechtliche Lage und der Bitte wegen der Kinder die Geschwindigkeit entsprechend anzupassen. Hat jemand von Euch so etwas oder weiß wor so etwas zu finden ist?
Beste Grüße
Matthias
77 Antworten
Ich habe Heute Standgas nach Anfahren getestet.
Ergebnis:
Pendelt sich in der Ebene bei Tempo 12 laut Tacho ein,
Geht es aufwärts sind 6 bis 8 km/h drin,
abwärts 16 bis 20 km/h.
Will ich also das Limit einhalten,
bin ich gezwungen permanent die Bremse zu bedienen.
Spritverbrauch dann um die 30 Liter auf 100 km/h,
Zum Vergleich:
Bei konstant 30 km/h sind es rund 13 liter,
bei konstant 50 km/h liege ich bei ca. 8 Litern
Die Kleinen bekommen zusätzlich zu den Abgasen
noch ordentlich Bremsstaub ab.
Vor allem wenn statt meinem Gasantrieb ein Diesel (jeder zweite Neuwagen ist ein Diesel) mit 6 km/h vorbeiraucht.
Dieselfahrzeuge verursachen pro Jahr bekanntlich rund 8.000 Lungenkrebserkrankungen - also mehr als direkte Tote auf den Straßen zu beklagen sind (Benziner nur rund 100).
Ein richtiger Luftkurort für die lieben Kleinen zum Spielen.
Hab da gestern auch mal bei unserem Automatikwagen drauf geachtet, unter 10 ging es nie, immer so zwischen 12 und 15 km/h...
Zitat:
Original geschrieben von Kwan
Hab da gestern auch mal bei unserem Automatikwagen drauf geachtet, unter 10 ging es nie, immer so zwischen 12 und 15 km/h...
da gibt es sicher bauartbedingte Unterschiede, aber ich bin gestern von einem Fußgänger mit Einkaufstaschen im Spazierschritt "rechts ohne Blinker 😁 " überholt worden, als ich mit dem 5er(Automatik) durch den beruhigten Bereich getuckert bin. Allerdings das Fahrzeug hinter mir (Twingo) konnte die niedrige Geschwindigkeit zwischen den ballspielenden Kindern durch wohl aber nicht so gut halten ... es hupte fortwährend hinter mir 😁
Re: Re: Stadtplanung vs. Einhaltung von Regeln
Sorry, aber ich finds lächerlich, auf dem Merkblatt zwei 4-7 km/h Urteile zu nennen und das 15 km/h Urteil wegzulassen.
Klar wollt ihr, dass max. 7 km/h gefahren wird, aber man kann sich nicht die Urteile aussuchen, die man persönlich im besten findet. Und bei Urteilen zu Geschwindigkeiten gilt ähnlich "in dubio pro reo" nunmal das mit der höchsten zu nennen. Alles andere ist für mich eine Lüge...
Ähnliche Themen
Und wenn schon dann die Urteile ganz zitieren. Waren das mit den 4-7km/h die gleichen Umstände wie bei dem 15km/h-Urteil? Waren Kinder in Sicht? War es ggf. nachts wo eh keine Kinderspiele zu erwarten sind? Übersichtlicher Bereich oder mit schwer einsehbaren Einmündungen?
Ein 15km/h-Urteil so pauschal zu zitieren führt meist dazu dass das als generelle Freigabe angesehen wird.
Bisschen flexibler sollten wir einfach sein. Nachts wenn kein Mensch weit und breit sind sicher auch noch 20km/h vertretbar, morgens um halb 8 wenn alle Kinder sich auf den Weg zur Schule oder Kindergarten machen kann das aber schon deutlich zu schnell sein.
Ach nee, Denken und Rücksicht bei Autofahrern ... 🙄
Das funktionier da leider genausowenig wie auf der Autobahn, in der Stadt oder sonstwo solange jeder die Regeln so auslegt wie es ihm am besten passt.
Gruß Meik
Mein Vorschlag:
Das Urteil mit der niedrigsten Geschwindigkeit und das mit der höchsten komplett zitieren. Dann kennt man den rechtlichen Rahmen - der Rest ist Eigenverantwortung, wie so oft im Straßenverkehr.
Gibt zwar nur Urteile und keine Gesetze dazu, aber nach irgendeiner justitialen Instanz muss man sich ja schließlich richten.
Ich denke, dass es die falsche Herangehensweise an das Thema ist, darüber zu diskutieren, wie sinnvoll es ist, in einem VB Kinder spielen zu lassen. In einem VB ist dies nun einmal erlaubt, und daran hat sich der Kraftfahrzeugführer zu richten. Auch halte ich es für bedenklich, die Verantwortung, ob ein Kind nun im VB vor das Auto eines Kraftfahrzeugführers läuft, auf die Eltern abzuwälzen und somit eine dortige Geschwindigkeitsübertretung zu erklären.
Für den Führer eines Autos ist diese Verantwortung der Eltern in meinen Augen aber vollkommen irrelevant. Auch am Zebrastreifen ist es schließlich keine Ausrede zu sagen, dass die Mutter besser auf ihr Kind hätte aufpassen müssen. Der Kraftfahrzeugführer liegt in beiden Fällen in der Verantwortung, dem Fußgänger das sichere Überqueren der Straße zu ermöglichen.
Wenn dann einige Autofahrer dann behaupten, man könne in solchen Verkehrsberuhigten Bereichen auch bei einem Tempo von 30km/h noch sicher bremsen, wird die physikalische Realität anscheinend absolut ausgeblendet. Fährt man die mit jedem Auto im Standgas zu schaffenden 10km/h liegt der Bremsweg bei griffiger Fahrbahn bei ungefähr 2,5m. Betrachtet man jedoch den selben Fall mit 30km/h liegt der Bremsweg schon bei 11m. Das zeigt, dass man, solange Schritttempo im VB eingehalten wird, in der Regel keine Probleme hat, auch bei plötzlich auftauchenden Fußgängern zu bremsen. Fährt man jedoch die angepriesenen 30km/h, wird das keinesfalls mehr gelingen.
Dass sich die Vielfahrer dann auf das Urteil eines Amtsgericht beziehen halte ich für absolut lächerlich und jeglicher juristischer
Realität entbehrend. Für andere Gerichte hat der Beschluss eines Amtsgerichtes absolut keinen Stellenwert, da diese Urteile von jeder höheren Instanz revidiert werden können. Betrachtet man dann jedoch die Urteile der OLG, die ja nur eine Stufe unter dem BGH stehen, ist ein einheitlicher Trend zu erkennen, die Schrittgeschwindigkeit auf 7-10km/h festzusetzen.
Letztendlich finde ich es sehr schade, dass viele Autofahrer denken, in VB schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren zu können oder aus Zeitgründen zu müssen. Wenn aber dann ein Kind totgefahren wurde ist das Geschrei groß. Bei gewissen Fahrern, die noch schneller wie 30km/h durch einen VB fragen zweifle ich übrigens ganz klar an der geistigen Eignung, ein Kraftfahrzeug führen zu dürfen.
Zitat:
Original geschrieben von madcruiser
Ein richtiger Luftkurort für die lieben Kleinen zum Spielen.
Pseudokrupp und Krebs waren
neben "rasenden" Autos (Tempo 30-Zone) Gefahren,
denen ich meine Kinder nicht ausgesetzt habe.
Deswegen haben sie im Garten
und nicht auf der Straße gespielt.
Es geht also nicht um den Freibrief zum Rasen,
sondern um die Verantwortung von Eltern gegenüber Ihren Kindern. 😠
Zitat:
Pkw der Eltern birgt höchstes Unfallrisiko für Kinder
Die meisten Eltern sind laut einer ADAC-Umfrage der Ansicht, dass Kinder unter sechs Jahren als Fußgänger das größte Risiko haben, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden (54 Prozent) – gefolgt von der Gefahr, als Fahrradfahrer zu verunglücken (23 Prozent). Das Kind als Mitfahrer im Pkw wähnen viele Eltern laut ADAC fälschlicherweise in Sicherheit (20 Prozent).
Diese Einschätzung der Eltern steht laut ADAC im krassen Gegensatz zur Realität: 59 Prozent der verunfallten Kinder unter sechs Jahren verunglücken im Pkw der Eltern, Verwandten oder Bekannten.
Als Fußgänger verunglücken 31 Prozent und als Radfahrer lediglich zehn Prozent.
Die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Kindern unter sechs Jahren spricht eine noch deutlichere Sprache:
Über 70 Prozent sterben als Mitfahrer im Auto.Fehlerhafte Handhabung der Kindersitze ist immer häufiger der Grund für Verletzungen von Kindern bei einem Unfall. Bei einer Feldstudie der Bundesanstalt für Straßenwesen wurde in 65 Prozent aller beobachteten Fällen so genannter misuse festgestellt. In 31,2 Prozent wurde der Sitz falsch eingebaut, in 68,8 Prozent war das Kind im Sitz nicht richtig gesichert.
Die seit Jahren unverändert erschreckend hohe „misuse“-Rate liegt zum einen daran, dass Kindersitze oftmals nicht mit kompetenter Beratung gekauft und somit der Einbau und die korrekte Handhabung nicht mehr unter Fachaufsicht geübt werden. Hinzu kommt, dass Kindersitze häufig von Nachbarn oder Bekannten übernommen werden und damit verbunden auch die falsche Bedienung weitergegeben wird.
Ein weiterer Grund für das hohe Verletzungsrisiko im Pkw ist, dass mit zunehmendem Alter des Nachwuchses die Anschnallfürsorge der Eltern drastisch abnimmt. Während Babys noch fast ausnahmslos in einer Babyschale im Auto gesichert sind, werden weniger als die Hälfte der Schulkinder vorschriftsmäßig in Rückhaltesystemen befördert. Besonders auf Kurzstrecken verzichten viele Eltern bewusst auf die gesetzlich vorgeschriebene Sicherung ihres Nachwuchses. (am)
AutoOldie,
der Richter, der die 15 km/h als angemessen ansieht, hat vernünftige Argumente dafür geliefert. 4-7 km/h sind technisch ein Problem und bei langen VB auch völlig realitätsfremd, vorallem wenn man kein einziges Kind zu Gesicht bekommt.
Dass man in dem Fall, das man doch mal einem begegnet, auch mal ganz anhält statt nach einem Richtwert mindestens x km/h zu fahren, sollte doch wirklich selbstverständlich sein.
Der Bremsweg bei 15 km/h beträgt inklusive Reaktionszeit ca. 4,5 Meter. Wozu also die schockierenden 11m bei Tempo 30 auflisten, wenn es um 15 geht? Niemand verlangt, 30 fahren zu dürfen.
Wer zu schnell fährt, wird schon heute ganz normal bestraft, wenn eine Kontrolle stattfindet. Selbst von 4 km/h ausgehend (was sehr mutige Beamte vorraussetzen würde), kommt man mit 24 km/h ohne Punkte und mit 34 km/h ohne Fahrverbot weg. Die ganz normalen Relationen also. Die richtigen Raser (deutlich über 30 km/h), sind also auch im VB nicht vor Fahrverboten sicher.
Den anderen kannst du jedenfalls nicht erzählen, dass 15 km/h beim Tode verboten sind, wenn es a) ein Urteil gibt und b) selbst nach den Schleichgeschwindigkeitsurteilen gerade mal 15 Euro Verwarngeld fällig wären.
Mein Fahrlehrer sagte immer: Es gibt auch Leute, die rennen durch den VB. 😉
Ja klar, aus 5 Autos pro Stunde in einer Verkehrsberuhigung ein Krebsrisiko ableiten - geht etwas an der Realität vorbei. Was machen die ganzen die in der nähe einer vielbefahrenen Strasse wohnen? Oder einen Kamin im Wohnzimmer haben? Oder auf Holzkohle grillen? Oder Eltern die Rauchen? ...
Rasenden Autos wurd ich genausowenig ausgesetzt, wir wohnten daher in einer Verkehrsberuhigung. Und in einer wo die Leute den Sinn verstanden haben. 😉
Gruß Meik
Zitat:
Original geschrieben von Meik´s 190er
Verkehrsberuhigerbereichkind
ist das das Gegenteil von Crashkid ? 😁