Unfreundliche, herablassende Verkäufer bei Mercedes?!

Mercedes CLK 209 Coupé

Hallo zusammen,

wir waren heute beim Mercedes-Handler, um uns über die Leasingraten bei einem 240 bzw. 320er CLK zu informieren. Das ganze war leider wenig erfreulich.... Der Verkäufer war unsympathisch, hatte einen inakzeptablen "Tonfall" drauf und war zu allem Überfluss auch noch herablassend! Gut, wir waren in Freizeitkleidung dort - aber muss man bei Mercedes im dunklen Anzug erscheinen, um angemessen behandelt zu werden (mir reicht es schon, wenn ich die Woche über so herumlaufen muss)?

Die Leasing-Rate - die uns schließlich genannt wurde (nach zahlreich "oberlehrerhaften Belehrungen"😉 - war erheblich zu hoch. BMW hatte uns hier kurz vorher (bei gleichem Neupreis) einen wesentlich besseren Preis gemacht bzw. Leasing-Rate angeboten.

Nach diesem Negativ-Erlebnis haben wir uns entschieden (wieder) einen BMW zu kaufen / zu leasen. Ich kann eigentlich nur hoffen, dass dieser Mercedes-Händler eine Ausnahme ist... welche Erfahrungen wurden hier mit den Händlern gemacht?

MfG, Oliver

Beste Antwort im Thema

Mal ein kurzes Statement zum Thema:

Ich selbst arbeite im Automobilverkauf, wenn auch im Nutzfahrzeugbereich. Bitte bedenkt, dass es immer Individuen sind, die Euch
gegenübersitzen. Der eine ist von offener, angenehmer Wesensart, der andere ist eher introvertiert und kann unter Stress vielleicht
nicht die Nerven behalten. Klar, die Niederlassung sollte darauf achten, immer die besten und perfekten Mitarbeiter zu bekommen.
Jedoch ist das heute nicht mehr leicht. Bei Daimler konnte ein PKW-Verkäufer vor 15-20 Jahren locker 100.000 DM im Jahr verdienen
und das war mächtig viel Geld. Heute ist das Neufahrzeuggeschäft am Boden. Die Anforderungen an einen MB-Verkäufer sind sehr hoch,
es muss mehr als 50 Stunden geackert werden und das Provisionssystem übt einen mächtigen Druck auf die Leute aus. An einem A-Klasse
Verkauf bleiben oft nur ca. 150 Euro hängen und die Arbeitsintensität nimmt stetig zu. Da wird heute seitens der Kundschaft mehr verglichen,
probefahren, gefeilscht und diskutiert .. um das Fzg. dann doch woanders zu bestellen. Die Arbeit wurde dann umsonst gemacht...
Natürlich darf der Kunde nicht an seinem Äußeren bemessen werden, jedoch gebietet es schon der Anstand, einigermaßen gepflegt in
den Laden zu kommen. Wenn ich lese, dass jemand hier mit kurzen Shorts oder vielleicht sogar mit Badehose und Eis in der Hand
im SL Platz nehmen möchte ... erinnere ich mich an die Urlauber, die es nicht mal nötig haben mit langer Hose zum Abendessen zu kommen,
sondern mit Badelook und Schlappen. Da rege ich mich schon auf, obwohl ich nicht als Dienstleister unterwegs bin ;-) Kann verstehen, wenn
der ein oder andere Verkäufer da die Lust verliert.

Die Schulungen und Vorgaben verlangen auf jedenfall einen ordentlichen Umgang mit den Interessenten und Kunden. Die Kundendienlichkeit
steht heute im Vordergrund und das Ziel von Herrn Zetsche ist es, im Bereich Servicequalität im Verkauf und Service auf Platz 1 zu gelangen.
Es wird seit 2 Jahren akribisch verfolgt und umgesetzt. Dagegen steht das Problem, das Personal dafür zu finden. Die Fluktuation im Verkauf
ist so immens hoch, dass es kaum noch altgediente, erfahrene Verkäufer gibt. Bei MB gibt es mittlerweile eine solch große Modellauswahl,
dass ein Neuling tatsächlich schnell überfordert ist. Die Verkäufer müssen eigentlich hochqualifiziert sein, Abi und ggfs. Studium sind Voraussetzung,
das Auswahlverfahren richtig hart (Asessmentcenter, etc..) und bei gemeisterter Prüfung und Zertifizierung kommt man schnell auf den Boden
der Realität zurück.. Ich kann bestätigen, dass viele Verkäufer heute mit dem Gehalt eines "einfachen" kaufmännischen Angestellten leben müssen...
wobei der Arbeitseinsatz und die Arbeitszeit weit über den 38Std. Mitarbeitern liegt. Die Frage, ab wann wird man dadurch unmotivert ??

Nach der Fahrzeugübergabe wird der Kunde seitens MB Berlin zu den Erfahrungen befragt (übrigens auch der Servicekunde).
Die Antworten sind ausschlaggebend für die Marge des Autohauses und der Bewertung des Personals. Der Anspruch von MB ist heute
einen "vollkommen zufriedenen" Kunden zu haben. Wenn das Urteil auch nur auf "zufrieden" abfällt, brummt es im Nachhinein gewaltig..
Auch hier wird ein enormer Druck aufgebaut, weil nun mal nicht immer alles glatt laufen kann und auch oft der betreffende Mitarbeiter nicht
unbedingt eine Schuld daran hat (Lieferverzögerung, Qualitätsmängel, Vorgaben, etc..), trotzdem aber die volle Breitseite abbekommt.
Wer hält diesem Druck noch Stand, bei vielleicht dann 1.200 Euro netto ?

Ich denke hier trägt der Konzern eine Mitschuld.

Weiterhin bin ich der Meinung, dass man als Kunde selbst auch die Möglichkeit hat die Atmosphäre zu bestimmen. Sehe ich den Verkäufer
als Partner auf gleicher Augenhöhe, dann kann ich meist auch einen zuvorkommenden Verkäufer erwarten. Gehe ich als überheblicher und
vielleicht protzender Kunde auf den VK zu, im Hinterkopf das Gefühl aufgrund der Situation weit über ihm zu stehen oder erwarte förmlich
schon einen menschlichen oder fachlichen Faux-Pas, dann erfahre ich wohl auch genau das ... und erlebe es so. Ich habe sehr viele Kundenkontakte
und komme mit den meisten Kunden sehr gut aus. Jedoch begegnen mir immer wieder "menschliche A....löcher", die ich privat auch meiden würde.
Es ist und bleibt auf beiden Seiten eine Charaktersache!

Viele Grüße
J.

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Zitat:

Original geschrieben von AudiTurboDiesel


"das hat ein nachspiel" waren ihre worte, ich will nicht wissen was die mit dem machen!  
LG aus dem Audi-Land

Hallo AudiTurboDiesel,

wahrscheinlich war das Nachspiel, dass er für 1 Tag nur noch 15 statt 16 Tassen Kaffee trinken durfte!

Wir haben eine solche Beratung bei BMW bekommen! Grausam und obedrein teils wirklich unverschämt!

Gruß aus Niederbayern.

Anton

PS: Unsere Freunde von Audi sind doch keine Feinde, solange sie uns eine Chance in der DTM lassen ;-)

Erstmal nen schönen Gruß zurück!

aber gegen nen 63´er T-Modell haben wir auch keine Chance..aber die haben wahrscheinlich die wenigsten ;-)
Und was die DTM betrifft : Die machen noch richtigen Motorsport und nicht wie die Kollegen aus der F1!

Gruß Felix

Mal ein kurzes Statement zum Thema:

Ich selbst arbeite im Automobilverkauf, wenn auch im Nutzfahrzeugbereich. Bitte bedenkt, dass es immer Individuen sind, die Euch
gegenübersitzen. Der eine ist von offener, angenehmer Wesensart, der andere ist eher introvertiert und kann unter Stress vielleicht
nicht die Nerven behalten. Klar, die Niederlassung sollte darauf achten, immer die besten und perfekten Mitarbeiter zu bekommen.
Jedoch ist das heute nicht mehr leicht. Bei Daimler konnte ein PKW-Verkäufer vor 15-20 Jahren locker 100.000 DM im Jahr verdienen
und das war mächtig viel Geld. Heute ist das Neufahrzeuggeschäft am Boden. Die Anforderungen an einen MB-Verkäufer sind sehr hoch,
es muss mehr als 50 Stunden geackert werden und das Provisionssystem übt einen mächtigen Druck auf die Leute aus. An einem A-Klasse
Verkauf bleiben oft nur ca. 150 Euro hängen und die Arbeitsintensität nimmt stetig zu. Da wird heute seitens der Kundschaft mehr verglichen,
probefahren, gefeilscht und diskutiert .. um das Fzg. dann doch woanders zu bestellen. Die Arbeit wurde dann umsonst gemacht...
Natürlich darf der Kunde nicht an seinem Äußeren bemessen werden, jedoch gebietet es schon der Anstand, einigermaßen gepflegt in
den Laden zu kommen. Wenn ich lese, dass jemand hier mit kurzen Shorts oder vielleicht sogar mit Badehose und Eis in der Hand
im SL Platz nehmen möchte ... erinnere ich mich an die Urlauber, die es nicht mal nötig haben mit langer Hose zum Abendessen zu kommen,
sondern mit Badelook und Schlappen. Da rege ich mich schon auf, obwohl ich nicht als Dienstleister unterwegs bin ;-) Kann verstehen, wenn
der ein oder andere Verkäufer da die Lust verliert.

Die Schulungen und Vorgaben verlangen auf jedenfall einen ordentlichen Umgang mit den Interessenten und Kunden. Die Kundendienlichkeit
steht heute im Vordergrund und das Ziel von Herrn Zetsche ist es, im Bereich Servicequalität im Verkauf und Service auf Platz 1 zu gelangen.
Es wird seit 2 Jahren akribisch verfolgt und umgesetzt. Dagegen steht das Problem, das Personal dafür zu finden. Die Fluktuation im Verkauf
ist so immens hoch, dass es kaum noch altgediente, erfahrene Verkäufer gibt. Bei MB gibt es mittlerweile eine solch große Modellauswahl,
dass ein Neuling tatsächlich schnell überfordert ist. Die Verkäufer müssen eigentlich hochqualifiziert sein, Abi und ggfs. Studium sind Voraussetzung,
das Auswahlverfahren richtig hart (Asessmentcenter, etc..) und bei gemeisterter Prüfung und Zertifizierung kommt man schnell auf den Boden
der Realität zurück.. Ich kann bestätigen, dass viele Verkäufer heute mit dem Gehalt eines "einfachen" kaufmännischen Angestellten leben müssen...
wobei der Arbeitseinsatz und die Arbeitszeit weit über den 38Std. Mitarbeitern liegt. Die Frage, ab wann wird man dadurch unmotivert ??

Nach der Fahrzeugübergabe wird der Kunde seitens MB Berlin zu den Erfahrungen befragt (übrigens auch der Servicekunde).
Die Antworten sind ausschlaggebend für die Marge des Autohauses und der Bewertung des Personals. Der Anspruch von MB ist heute
einen "vollkommen zufriedenen" Kunden zu haben. Wenn das Urteil auch nur auf "zufrieden" abfällt, brummt es im Nachhinein gewaltig..
Auch hier wird ein enormer Druck aufgebaut, weil nun mal nicht immer alles glatt laufen kann und auch oft der betreffende Mitarbeiter nicht
unbedingt eine Schuld daran hat (Lieferverzögerung, Qualitätsmängel, Vorgaben, etc..), trotzdem aber die volle Breitseite abbekommt.
Wer hält diesem Druck noch Stand, bei vielleicht dann 1.200 Euro netto ?

Ich denke hier trägt der Konzern eine Mitschuld.

Weiterhin bin ich der Meinung, dass man als Kunde selbst auch die Möglichkeit hat die Atmosphäre zu bestimmen. Sehe ich den Verkäufer
als Partner auf gleicher Augenhöhe, dann kann ich meist auch einen zuvorkommenden Verkäufer erwarten. Gehe ich als überheblicher und
vielleicht protzender Kunde auf den VK zu, im Hinterkopf das Gefühl aufgrund der Situation weit über ihm zu stehen oder erwarte förmlich
schon einen menschlichen oder fachlichen Faux-Pas, dann erfahre ich wohl auch genau das ... und erlebe es so. Ich habe sehr viele Kundenkontakte
und komme mit den meisten Kunden sehr gut aus. Jedoch begegnen mir immer wieder "menschliche A....löcher", die ich privat auch meiden würde.
Es ist und bleibt auf beiden Seiten eine Charaktersache!

Viele Grüße
J.

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