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Unfallgegner will meine Haftpflicht nicht

Themenstarteram 18. Juli 2005 um 16:20

Bin vor ein paar Monaten mit meinem Wagen einem Reiskocher (Mitsubishi Carisma) hinten draufgebrummt.

Schuldfrage war unstreitig. Evtl. hätte man noch was draus konstruieren können, daß der Reistopffahrer vor der Ampel, die lange schon grün zeigte, erst noch Vollgas gab, um dann beim Umspringen derselben auf Gelb´doch noch ´nen Vollstop zu reißen, aber dafür gab´s keine brauchbaren Zeugen.

Am Unfallort sah mein "Interceptor" erst mal um einiges kaputter aus als der Reiskocher. Während der nur eine Delle am Kofferraumdeckel und ein paar Kratzer an der heckschürze hatte, sah bei meinem die Frontschürze total krumm aus, das Kennzeichen war nur noch Matsch und ein Scheinwerfer war geplatzt.

Die Reparaturkosten hielten sich dann aber doch in Grenzen. Fürs Scheinwerfergehäuse gab es Einzelteile, die Frontschürze war nur in ihren Halterungen verschoben und noch "lackierfähig" zerkratzt. Halber Tag beim Lacker (Kumpel), während die Frontschürze n derTrockenkammer war die anderen Teile gerichtet, Scheinwerfergehäuse instandgesetzt und gut. Fuffi fürs Material und für die Arbeit hat er bei mir was gut für PC-Service.

Die böse Überraschung kam gerade heute mit der Post:

Vom Unfallgegner kam die Kopie einer Reparaturrechnung für den Reistopf, es soll angeblich ein Schaden von über 9000 Euro entstanden sein, praktisch das komplette Heck wurde neu gemacht . Dazu 17(!) Tage Nutzungsausfall bzw.Mietwagenkosten.

Da ich den Schaden der Haftpflicht gemeldet und mich noch am Unfallort mit dem reistopffahrer entsprechend verständigt hatte, nahm ich eigentlich an, daß die Sache für mich damit erledigt sei.

Anruf bei der Versicherung brachte folgendes Ergebnis: die Vers. weigert sich bis heute, diese fette Reoaraturrechnung zu bezahlen, da sie bezweifeln, daß dabei ein Schaden in der genannten Höhe entstanden sein soll.

O-Ton Sachbearbeiter "wir prüfen das noch. Wir hatten ja Ihre Fotos, und auf denen sieht Ihr Fahrzeug ziemlich kaputt ausund an dem des Unfallgegners fast nichts".

Und da meine Haftpflicht vorerst nicht (bzw. zumindest nicht diesen enormen Betrag) zahlen will, versucht der Reistopffahrer jetzt, mich direkt zur Kasse zu bitten. Setzt mir eine Zahlungspflicht von 4 Wochen, andernfalls will er das Geld per Mahnbescheid und Gerichtsvollzieher von mir holen.

Darf der das?

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23 Antworten
am 19. Juli 2005 um 11:17

Zitat:

Original geschrieben von consumer

Hi, du bist doch sicher im ADAC oder ACE.

Ich würde den Rechtsschutz in Anspruch nehmen und einem Anwalt die Sache vortragen.

Das ist leider der falsche Weg - nur ums mal mit ins Spiel zu bringen.

Diese "Anwaltfunktion" übernimmt im Moment die eigene Haftpflicht - da ist ein eigens eingeschalteter Anwalt gar nicht nötig.

Ansprüche abwehren macht die Haftpflicht - Ansprüche durchsetzen u.U. eben ein guter Anwalt. - je nachdem auf welcher Seite man steht.

Grüße

Schreddi

PS: @Torian - also wir hatten das Thema auch schon - aber von eigenem Widerspruch war da nie die Rede. Ist dies tatsächlich notwendig? Ich kann doch nicht irgendwen mahnen? Wenn dann doch die Versicherung - denn die vrtritt den Gescädigten.

Bitte werklär das nochmal kurz - das wäre mir wirklich neu, aber man lernt ja gern dazu :) (keine Sorge, bin nicht wie Rippchen *gg*)

Torian sprach wohl von gerichtlichen Mahnbescheiden.

Legt man degegen keinen Widerspruch ein, so gilt die Forderung als erwiesen.

Es geht also nicht um private oder anwaltliche Mahnungen.

In jedem Fall immer alles an die Haftpflichtversicherung weiterleiten.

Und zwar unverzüglich.

Zitat:

Original geschrieben von madcruiser

Torian sprach wohl von gerichtlichen Mahnbescheiden.

Legt man degegen keinen Widerspruch ein, so gilt die Forderung als erwiesen.

Es geht also nicht um private oder anwaltliche Mahnungen.

In jedem Fall immer alles an die Haftpflichtversicherung weiterleiten.

Und zwar unverzüglich.

Genauso sieht es aus. Ich kann jeden gerichtlich mahnen lassen, wenn der dagegen keinen Widerspruch einlegt, hat man einen vollstreckbaren Titel, obwohl null Begründung dafür vorliegt!

Der Rest wurde ja schon gesagt, die Versicherung ist der Anführer! ;)

@Schredi: Meinen Vorrednern ist nichts hinzuzufügen. :)

Tatsächlich kann jeder gerichtlich mahnen, nur kommt er eben bei einem Widerspruch nicht weit. Verzichtet man aber auf den Widerspruch, kanns sehr ärgerlich werden...

am 19. Juli 2005 um 19:48

Aja danke - das war mir bekannt, aber ich hab auch jetzt erst das "über das Gericht mahnt" nochmal gelesen.

Danke trotzdem - Wissen mal wieder aufgefrischt :)

Grüße

Schreddi

Für alle Interessierten:

Hier das entscheidende Kapitel aus der Zivilprozeßordnung (ZPO):

http://bundesrecht.juris.de/.../BJNR005330950BJNG075001301.html

Oh, oh, hier gibts ja ein paar interessante juristische Meinungen. Ganz allgemein: Zunächst sollte man bezüglich der 2 Fragen unterscheiden. Anspruchsgegner und Höhe des Schadens. Leider ist das mit der Haftpflichtversicherung nicht so einfach wie hier einige glauben. Zunächst gibt es mal 3 Anspruchsgegner, gegen die der Geschädigte sich bei einem Verkehrsunfall wenden kann: Fahrer, Halter und die Haftpflichtversicherung. Da alle 3 Gesamtschuldner nach § 426 BGB sind kann der Geschädigte von allen den Gesamtbetrag einfordern, und zwar nach seinem gutdünken. (Natürlich gibts den Betrag nur einmal, es erfolgt ein Ausgleich im Innenverhältnis). Es gibt also kein Vorrang oder eine alleinige Zuständigkeit der Haftpflicht (also nichts mit "Anführer"). Natürlich wendet man sich normalerweise an die Versicherung, da die solvent sind. Üblich ist es vor Gericht alle 3 zu verklagen. Vorteil: Der Fahrer und/oder der Halter können damit als Partei nicht als Zeuge auftreten. Insofern: Gerichtlichen Mahnbescheid ernst nehmen, Widerspruch einlegen. Nur an die Versicherung schicken reicht nicht aus!

Zum Schaden muß man sagen, dass ohne Gutachten in der Regel (außer bei Bagatellschäden) gar nichts läuft. Sollte der Wagen schon repariert sein und es liegt kein Gutachten vor ist die Chance für den Kläger vor Gericht ziemlich gering, da der Kläger den Schaden beweisen muß und Vorschäden nicht mehr nachvollziehbar sind. Die ganze Vorgehensweise des Klägers riecht natürlich nach "kleiner Schaden aber ich will mir mal das Auto von Grund auf restaurieren lassen". Aber Vorsicht, es gibt viele unbekannte hier: Gibts vielleicht doch ein Gutachten in dieser Höhe? Trotz eines geringen äußeren Schadens kann unter dem Blech estrem viel teures kaputt sein. Und natürlich: Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand :D

Viele Grüße

Celeste

Re: Unfallgegner will meine Haftpflicht nicht

 

Zitat:

Original geschrieben von dabrifa

Setzt mir eine Zahlungspflicht von 4 Wochen, andernfalls will er das Geld per Mahnbescheid und Gerichtsvollzieher von mir holen.

Darf der das?

Das ist der aktuelle Stand.

Daher auch der Hinweis direkt an die Versicherung weiterleiten.

Also noch kein Mahnbescheid.

Der Geschädigte, respektive dessen RA, wird sinnvoller Weise die Klage entsprechend Deinen Worten auf den Weg bringen.

Im Innenverhältnis hat jedoch der Versicherte Anspürche und Pflichten gegen seine Haftpflichtversicherung.

Dazu gehört die Obliegenheit die versicherung unverzüglich über alle Vorgänge zu informieren.

Einen Widerspruch würde ich z.B. immer nur nach Rücksprache mit der Versicherung einlegen.

Ohne Rücksprache und Genehmigung trägt der VN das Kostenrisiko!

am 20. Juli 2005 um 21:43

Zitat:

Original geschrieben von Celeste

Gibts vielleicht doch ein Gutachten in dieser Höhe? Trotz eines geringen äußeren Schadens kann unter dem Blech estrem viel teures kaputt sein.

oja, mir ist sowas ähnliches vor ein paar Jahren mal passiert. Übrigens auch mit einem Audi 100 (dabrifa fährt doch einen Diesel-100 im Batmobil-Look, oder?).

Eigener Schaden: Blinkerglas kaputt, Lackkratzer am Kotflügel im Bereich der Mulde für den Blinkereinsatz (somit nach Montae des neuen Blinkerglases unsichtbar, mußte nur vorher etwas mit lackstift ausgetupft werden)

Frontstoßfänger etwas verschoben (losegeschraubt, neu ausgerichtet, festgeschraubt, fertig), und eine Haltestrebe des Scheinwerfergehäuses mußte ich reparieren (geklebt).

Bei der Gelegenheit gleich auf helle Blinkergläser umgerüstet, die sowieso rein sollten, also Materialaufwand gering, und gerade mal eine Stunde Arbeitszeit.

Ein paar Lackspuren vom Unfallgegner an der Plasteleiste des Stoßfängers wurden bei der nächsten Rudumlackpflege wegpoliert.

Der gerammte Mazda hingegen: Schaden satt im vierstelligen Bereich, und das obwohl kaum was zu sehen war, der Audi sah hingegen direkt nach dem Crash vorne ziemlich böse aus.

Hm, "Interceptor", war das nicht dieser Film mit dem KnightRider-Clone, der sich nach jedem Crash wieder selber zusammengesetzt hat?

So weit ist man bei Audi leider noch nicht :), aber sie haben beim letzten 100 anscheinend sehr gutes Material verbaut, und sehr reparaturfreundlich ist die Konstruktion auch.

@dabrifa: gibt es irgendwo Bilder von Deiner Schleuder?

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