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SPIEGEL: Notstrom aus Benzin: Opel Ampera

Opel Ampera D1JOI
Themenstarteram 18. August 2011 um 18:50

Opel und General Motors haben das erste praxistaugliche Elektroauto entwickelt. Die Technik ist allen bisherigen Konzepten überlegen.

 

Angenommen, Opel hätte das beste Auto der Welt. Würde die Marke aufblühen, nur durch dieses Produkt? Oder würde das Auto scheitern, nur weil es ein Opel ist? In diesem Herbst wird der Hertsteller mit dem Blitz im Emblem ein Modell auf den Marekt bringen, das Anlass gibt, diese Fragen zu stellen. Es wird in der Grundausstattung 42.900.-€ kosten, sehr viel für einen Opel; es wird aber auch sehr viel können.

Der Ampera ist das erste uneingeschränkte Elektroauto der Welt. Er ist kein Minimalauto, sondern eine viertürige Limousine mit Kofferaum. Er wird kein Verkehrshindernis sein, sondern mit 160 Kilometer pro Stunde erreichen. Und er wird kein Fall für den Abschleppdienst sein, wenn der Lithium-Akku leer ist. Geht der Strop zu Neige, springt ein Benzinmotor an. Die erste Studie zu diesem Elektromobil mit Reichweitenverlängerer - im Fachenglisch "Range Extender" gennant - stellten Opel und der Dachkonzern General Motors (GM) vor vier Jahren vor. Der Verbrennungsmotor sollte nicht mit den Rädern verbunden sein, sondern einen Generator antreiben.

 

Das Auto fährt so weiterhin elektrisch, produziert aber seinen eigenen Fahrstrom mit Kolbenkraft, womit das Problem der geringen Reichweite gelöst ist - das Kardinalproblem des Elektroautos.

 

Viele Hersteller arbeiten an ähnlichen Lösungen, folgen aber einem weniger radikalen Ansatz:

Sie wollen das Hybridauto "Plug-in-Hybrid" ausbauen. Der kann auch an der Steckdose tanken und kurze Strecken rein elektrisch fahrene, hat aber einen eher klein dimensionierten Elektromotor. Der Verbrenner dient als Hauptantriebsquelle und ist mit den Rädern über ein Getriebe verbunden. Beim Opel Ampera dagegen dominiert der Elektroantrieb, er erbring die volle Antriebsleistung von 150PS auch ohne Bentzinunterstützung. Der Wagen ist so konzipiert, dass er in erster Linie elektrisch fahren soll; eine Batterieladung (Ladezeit gut 3 Stunden) reicht, um mehr als 60 Kilometer zügig im Verkehr mitzuschwimmen.

 

Andere Produzenten, unter ihnen Hybridpionier Toyota, misstrauten dem Konzept. Sie befürchteten einen zu hohen Verbrauch, wenn mit Verbrennungsmotor gefahren werden muss. Vor allem bei höheren Geschwindigkeiten ist die Elektrofahrt mit bordeigener Notstromproduktion aus Benzinkraft unwirtschaftlich. Die GM-Entwickler sahen das Problem auch - und glauben, es gelöst zu haben.

Das Antriebskonzept des nun produktionsreifen Ampera ist komplexer als anfangs geplant.

Es verfügt über ein Aggregatekonsortium aus zwei Elektromotoren, einem Planetengetriebe und dem mechanischem Vortrieb produzieren und so weniger verlustreich genutzt werden können.

 

Angestrebt ist ein Praxisverbrauch von rund 7 Litern, etwa das Niveau gleichstarker konventioneller Autos. Elektrisch angetrieben soll der Wagen 16 Kilowattstunden pro 100 Kilometer konsumieren, was bei derzeitigen Strompreisen rund 3,50.-€ Kraftstoffkosten verursachen würde, weniger also als ein konventionelles Drei-Liter-Auto.

 

Kühle Rechner werden sich dadurch kaum motivieren lassen, einen Opel für knapp 43.000.-€ zu kaufen. Wohl aber geht von dem Fahrzeug ein technologischer Impuls aus, wie ihn General Motors und Opel in ihrer 82-jährigen Schicksalsgemeinschaft noch nicht hervorgebracht haben. Der deutsch-amerikanische Industrieverband findet in der öffentlichen Wahrnehmung nur noch als Tragödie stattt, in der Opel, wiederholt vom Rauswurf aus dem Krisenkonzern bedroht, in technischer Armut verwaltet wird. Dass diesem Gefüge ein Ampera zustande kam, erscheint ein Wunder.

 

Welchen Eindruck schon das Auto schon vor der Markteinführung auf Wettbewerber macht, mässt sich an einer Personalie ablesen, die den Wagen ebenso schmückt, wie sie für Hersteller betrüblich ist.

Der Architekt des Ampera war Frank Weber, ein Ingenieur der jüngeren Opel-Elite, der das komplexe Projekt bravourös im Zeitplan hielt. Auf der Zielgraden der Ampera-Entwicklung stieg er auf zum Leiter der Produktplanung - ein Sprungbrett in den Vorstand.

 

Oder aber der richtige Moment, zu gehen. Die unselige Abhängigkeit von General Motors, die Sorge, Opel könnte abgestoßen und nach China oder Korea verkauft werden, zerstetzt die Firmentreue gerade der Besten.

 

Weber (Architekt des Ampera) arbeitet inzwischen wieder für BMW

2011-07-02-co-sp-2011-027-0127-01-gr
Beste Antwort im Thema

Hallo Vectoura,

nach langer Zeit lese ich mal wieder einen Beitrag von Dir dem ich (zumindest größtenteils) zustimme.

Bei dem Ampera handelt es sich in der Tat um ein Instrument der Brückentechnologie. Als solche bietet er dem interessierten potenziellen Elektroautofahrer (von Morgen) die Möglichkeit, sich mit der Technik und den mit ihr einhergehenden Besonderheiten dieser Art des Fahrens, vertraut zu machen. In diesem Kontext ist übrigens auch die Zusammenarbeit mit Autovermietern zu verstehen.

Bekanntlich stoßen "neue" Technologien, respektive ihre Ausbreitung auf den Otto-Normalverbraucher (denn wirklich neu sind Elektroautos ja streng genommen nicht!) auf Vorurteile, Missverständnisse und Widerstände.

Viele standen bekanntlich der Einführung des Rades skeptisch gegenüber und auch die ersten Dampflokomotiven wurden nicht selten als Teufelszeug und vorübergehende Erscheinung diskreditiert (nun gut, einige ahnten möglicherweise bereits etwas von den späteren Zuständen bei der Deutschen Bahn:p), da wäre es nicht weiter verwunderlich wenn - ausgerechnet bei des Deutschen liebsten Kindes - gravierende Veränderungen die professionellen Bedenkenträger auf den Plan rufen würden.

 

Während es bei der Eisenbahn ihre immensen, geradezu unvorstellbaren Verspätungen Geschwindigkeiten waren, die dem Volke Sorgen bereiteten, so besteht die Angst des heutigen Reisenden bei einem Elektroauto vorrangig in dessen, im Vergleich zum "herkömmlichen" Automobil, deutlich eingeschränkten Reichweite.

Hier setzt Opel mit dem Ampera an, der diesbezüglich bekanntlich mittels seines Reichweitenverlängerers Abhilfe schafft. Ob jetzt Leute wie Du der Meinung sein müssen über die Frage "handelt sich bei dem Ampera um ein Elektroauto oder nicht?" Wortklauberei betreiben zu müssen ist mir persönlich übrigens völlig Banane.

Viel wichtiger und erfreulicher finde ich es, dass es GM/Opel (wer daran welche Aktien hat ist mir übrigens genauso Bums) gelungen ist, sich gegenüber der Konkurrenz einen Wettbewerbsvorteil bei dieser Brückentechnologie zu verschaffen, und das obwohl die Zeit, in der das Konzept des Ampera/Volt entwickelt wurde, sicherlich nicht zu der einfachsten in der langen Tradition beider Häuser zu zählen ist.

Insofern erfüllt der Ampera bereits jetzt eindrucksvoll seine wahren Ziele: er verbessert Opels (GMs) Image und hilft darüberhinaus weitere Erkenntnisse auf dem Weg zu einem "reinen" Elektroauto mit einer Reduzierung der konzeptbedingten Nachteile zu sammeln.

In diesem Sinne

Das Bundesministerium für Verkehr

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Themenstarteram 18. August 2011 um 18:53

Denn Text habe ich aus dem Spiegel eingetippt.

am 18. August 2011 um 19:05

Der Volt ist nett aber durch die Randbedingungen nur begrenzt einzusetzten und für die Opel Version gilt dasselbe. Daher ist die Frage ob es ein gutes Angebot ist nicht zu Beantworten. Es ist ein Gadget für die Leute, die es für ihr Image benötigen und es Preislich unterbringen können. Da ist die Marke egal.

Zitat:

Original geschrieben von Ente Erpel

Der Volt ist nett aber durch die Randbedingungen nur begrenzt einzusetzten und für die Opel Version gilt dasselbe. Daher ist die Frage ob es ein gutes Angebot ist. Nicht zu Beantworten. Es ist ein Gadget für die Leute, die es für ihr Image benötigen und es Preislich unterbringen können. Da ist die Marke egal.

JEDES Elektroauto ist heute nur begrenzt einsetzbar. Wobei ich mich gerade wundere, warum er nur begrenzt einsetzbar sein sollte ? Ich glaube, Du hast das System mit dem Reichweitenverlängerer nicht ganz verstanden. Du im Golf links, rechts der Ampera - und Ihr fahrt und fahrt und fahrt. Irgendwann, nach 500km, muss mal einer tanken.

Aber das muss jeder mal.

Was meinst Du mit "Leute die es für ihr Image benötigen" ? Jemand der angeben will, sollte überlegen, ob er mit einem Elektroauto auch wirklich richtig beraten ist ;).

Für Unternehmen, die einen auf Going Green machen, und für Leute, denen er EINFACH NUR GEFÄLLT und die es preislich und auch sonst artgerecht unterbringen können.

So isses.

am 18. August 2011 um 21:37

Der Betrieb eines Elektroauto, sollte eigentlich hauptsächlich elektrisch passieren. Das ist beim Ampera und den anderen Konstruktionen aber nicht wirklich möglich. Es sein den man fährt ausschliesslich kurze Strecken und lädt jeden Tag zu Hause. Das schränkt aber den Einsatz ein. Ein herkömlicher Antrieb ist dem Konzept weit überlegen. Dein Beispiel genommen und das Zusatzgewicht der Elektrik berücksichtigt kommt der herkömmliche Antrieb weiter. Der Reichweitenverlängerer ist ja auch nur ein Marketingbegriff, den das Prinzip ist nicht neu. Jede Diesellok zB. fährt damit und in Bussen war es auch schon im Einsatz (DB Cito). Nur im PKW ist es neu. Alter Wein in neuen Schläuchen eben.

Zitat:

Original geschrieben von Ente Erpel

Der Betrieb eines Elektroauto, sollte eigentlich hauptsächlich elektrisch passieren. Das ist beim Ampera und den anderen Konstruktionen aber nicht wirklich möglich. Es sein den man fährt ausschliesslich kurze Strecken und lädt jeden Tag zu Hause. Das schränkt aber den Einsatz ein. Ein herkömlicher Antrieb ist dem Konzept weit überlegen. Der Reichweitenverlängerer ist ja auch nur ein Marketingbegriff, den das Prinzip ist nicht neu. Jede Diesellok zB. fährt damit und in Bussen war es auch schon im Einsatz (DB Cito). Nur im PKW ist es neu.

Allem neuen ist der herkömmliche Antrieb überlegen.

Aber das Ampera-Konzept ist eben den überlegen, die einfach nur elektrisch fahren und nach 20km stehen bleiben.

Niemand hat behauptet, der Range Extender wäre etwas revolutionäres.

Und das ist der Punkt. Um den PKW geht es hier ;).

am 18. August 2011 um 21:42

Zitat:

Original geschrieben von TuningStylerMen

.... Niemand hat behauptet, der Range Extender wäre etwas revolutionäres.

Und das ist der Punkt. Um den PKW geht es hier ;).

Ein ipod auf Rädern eben.

Zitat:

Original geschrieben von Ente Erpel

Zitat:

Original geschrieben von TuningStylerMen

.... Niemand hat behauptet, der Range Extender wäre etwas revolutionäres.

Und das ist der Punkt. Um den PKW geht es hier ;).

Ein ipod auf Rädern eben.

(Ich nehme mal das iPad als Referenz, macht keinen Unterschied)

Nö, denn das iPad (bzw. auch der iPod) mag zwar schick und stylish sein, von der Bedienung und dem Betriebssystem aber noch lange nicht zwingend einem Android (oder jegweden anderen Smartphones o.ä.) vorzuziehen - der Ampera ist kein Schick verpackter Elektro-Schnick-Schnack, sondern der Versuch, die Elektromobilität zumindest teilweise in den Alltag zu integrieren.

 

Das eigentliche Ziel der sogenannten "Elektromobilität" ist es doch, sich OHNE Verbrennungsmotor fortzubewegen. Wo ordnet man da also den Volt/Ampera ein?

Der Volt/Ampera ist kein "Elektroauto", sondern er ist ein konventionelles Auto, dessen zusätzliche Ausrüstung mit einer Form des elektrischen Hybridantriebs zu einem stark eingeschränkten Nutzwert dieses automobilen Zwitters, bei jedoch gleichzeitig enorm hohen Preisen, führt. Wenn automobiler Fortschritt also derartige "Nebenwirkungen" hat, wozu braucht man dann diesen politisch motivierten Fortschritt? Um fiktiv (rechnerisch) auf den gefahrenen Kilometer dann 8,456 Gramm CO-2 einzsparen, während die Herstellung/Wartung und das abschließende Recycling und die "Verwertung" / Beseitigung/lagerung des anfallenden Sondermülls eines derartigen Fahrzeuges dann (fiktiv) 10 Tonnen mehr CO-2 verursachen als bei einem vergleichbaren konventionellen Fahrzeug?

Der Ampera ist ein versuchter, aus Konstrukteurssicht logischer, Zwischenschritt auf dem vermeintlich guten Weg zur 100%-igen Elektromobilität, letzlich ist meiner Meinung nach dieser Weg in die propagierte "allgemeine Elektromobilität" aber eine Sackgasse, massenhafte "E-Mobilität" wird sich auch in Zukunft auf den Stadtverkehr und auf den Sektor der "kleineren" PKW beschränken oder glaubt hier jemand ernsthaft an massenhafte Transporter, Busse, LKW und Baumaschinen mit Elektroantrieb? Ich nicht...

Und nicht nur die Erdölvorräte sind begrenzt, auch Lithiumerden sind nicht unendlich verfügbar und die Förderung und Verarbeitung sowie das Recycling dieser Rohstoffe ist auch energieintensiv und mit steigender Nachfrage werden auch da die Rohstoffpreise stark ansteigen, das wird den aktuell propagierten und zu Recht erwarteten Preisverfall bei "E-Atos" dann wieder bremsen.

Erst wenn die gesamte Produktionskette ihren Energiebedarf aus regenerativen Energien bezieht, wird sich das auch in einer "Umwelt-Energiebilanz" rechnen und ganz auf Erdöl kann man dann immer noch nicht verzichten, selbst die modernsten Akkus benötigen Kunststoffe, welche aus Erdöl hergestellt werden...aber das ist nur ein marginaler Aspekt.

Viele Grüße, vectoura

 

Hallo Vectoura,

nach langer Zeit lese ich mal wieder einen Beitrag von Dir dem ich (zumindest größtenteils) zustimme.

Bei dem Ampera handelt es sich in der Tat um ein Instrument der Brückentechnologie. Als solche bietet er dem interessierten potenziellen Elektroautofahrer (von Morgen) die Möglichkeit, sich mit der Technik und den mit ihr einhergehenden Besonderheiten dieser Art des Fahrens, vertraut zu machen. In diesem Kontext ist übrigens auch die Zusammenarbeit mit Autovermietern zu verstehen.

Bekanntlich stoßen "neue" Technologien, respektive ihre Ausbreitung auf den Otto-Normalverbraucher (denn wirklich neu sind Elektroautos ja streng genommen nicht!) auf Vorurteile, Missverständnisse und Widerstände.

Viele standen bekanntlich der Einführung des Rades skeptisch gegenüber und auch die ersten Dampflokomotiven wurden nicht selten als Teufelszeug und vorübergehende Erscheinung diskreditiert (nun gut, einige ahnten möglicherweise bereits etwas von den späteren Zuständen bei der Deutschen Bahn:p), da wäre es nicht weiter verwunderlich wenn - ausgerechnet bei des Deutschen liebsten Kindes - gravierende Veränderungen die professionellen Bedenkenträger auf den Plan rufen würden.

 

Während es bei der Eisenbahn ihre immensen, geradezu unvorstellbaren Verspätungen Geschwindigkeiten waren, die dem Volke Sorgen bereiteten, so besteht die Angst des heutigen Reisenden bei einem Elektroauto vorrangig in dessen, im Vergleich zum "herkömmlichen" Automobil, deutlich eingeschränkten Reichweite.

Hier setzt Opel mit dem Ampera an, der diesbezüglich bekanntlich mittels seines Reichweitenverlängerers Abhilfe schafft. Ob jetzt Leute wie Du der Meinung sein müssen über die Frage "handelt sich bei dem Ampera um ein Elektroauto oder nicht?" Wortklauberei betreiben zu müssen ist mir persönlich übrigens völlig Banane.

Viel wichtiger und erfreulicher finde ich es, dass es GM/Opel (wer daran welche Aktien hat ist mir übrigens genauso Bums) gelungen ist, sich gegenüber der Konkurrenz einen Wettbewerbsvorteil bei dieser Brückentechnologie zu verschaffen, und das obwohl die Zeit, in der das Konzept des Ampera/Volt entwickelt wurde, sicherlich nicht zu der einfachsten in der langen Tradition beider Häuser zu zählen ist.

Insofern erfüllt der Ampera bereits jetzt eindrucksvoll seine wahren Ziele: er verbessert Opels (GMs) Image und hilft darüberhinaus weitere Erkenntnisse auf dem Weg zu einem "reinen" Elektroauto mit einer Reduzierung der konzeptbedingten Nachteile zu sammeln.

In diesem Sinne

Das Bundesministerium für Verkehr

Ganz schönes "Bla Bla" für eine Antwort auf einen meiner Beiträge, welchen du eigentlich "größtenteils" zustimmst.

1. Das hier (Kernaussage fett hervorgehoben):

Zitat:

original geschrieben von Verkehrsminister:

...Viel wichtiger und erfreulicher finde ich es, dass es GM/Opel (wer daran welche Aktien hat ist mir übrigens genauso Bums) gelungen ist, sich gegenüber der Konkurrenz einen Wettbewerbsvorteil bei dieser Brückentechnologie zu verschaffen...

wird zwar gerne in den diversen Medien fabuliert, ist aber bisher gar nicht so abzusehen noch anderweitig "bewiesen". Bisher ist gar nicht klar, ob eine derartige "Brückentechnologie" vom Markt überhaupt angenommen wird oder ob das Projekt "Volt/Ampera" nicht sogar zum finanziellen Desaster wird und / oder zu Imageverlusten anstelle des erwarteten Imagewinnesführt. Hier also..."abwarten"...

Zitat:

original geschrieben von Verkehrsminister:

Bekanntlich stoßen "neue" Technologien, respektive ihre Ausbreitung auf den Otto-Normalverbraucher (denn wirklich neu sind Elektroautos ja streng genommen nicht!) auf Vorurteile, Missverständnisse und Widerstände.

Der Kardinalfehler bei solchen,wie o.g. Argumentationen ist, dass die Marktrealität zugunsten der im Gedächtnis gebliebenen, sich am Markt etablierten und positiv wirkenden "Erfindungen/Entwicklungen" subjektiv ausgeblendet wird.

Fakt ist jedoch, dass es eine Masse an "Technologien/Erfindungen/Entwicklungen" gab und gibt, welche sich aus den verschiedenen Gründen letzlich am Markt nicht durchsetzen konnten und zuerst wird von der "Verkäuferseite" (der Marktteilnehmer) her IMMER das jeweils neueste Produkt als "das Beste" usw. Bla,Bla angepriesen.

Das ist ein normaler Vorgang innerhalb des Marktgeschehens und es läßt keine Aussage darüber zu, wie "sinnvoll", "gut" oder "markttauglich" die jeweils angepriesene "Technologie" (was schon vom Begriff her meistens irreführend ist) dann tatsächlich ist, vor allem sollte "man" von einer allzu euphorischen Bewertung neuer "Entwicklungen" absehen, wenn diese nur mittels staatlicher Subventionen am Markt bestehen können.

Bei der Einführung des Wankelmotors, des Einarmscheibenwischers, der GDI-Einspritzung, der DCC-Digitakassette, der MiniDisc, des Transrapid, die LaserDisc, des Opel Signum...Mercedes Vaneo.. und und und wurden auch die jeweiligen "Technolgien"/ Produkte als das Non plus ultra beworben und was ist tatsächlich daraus geworden?

Die "Technolgien" ("Erfindungen" / Produkte), welche es entweder gar nicht bis zur Marktreife schafften oder welche nach einer mehr oder weniger kurzen Zeit wieder vom Markt verschwanden, haben doch innerhalb einer öffentlichen Diskussion über "Fortschritt" und "neue Technolgien" gar keinen Erinnerungswert, es läuft tendenziell immer auf Floskeln wie:

1. Die Zeit war noch nicht reif für eine derartige Technolgie"

oder...

2. Die Technolgie war ihrer zeit voraus.

oder...

3. Der Markt war noch nicht bereit dafür.

oder...

4. Neue Technolgien stoßen immer auf Vorurteile oder Widerstände.

etc. hinaus.

Dabei liegt der Fehler im Handlungssystem der Anbieterseite, dort wird "Marktforschung" meist in der Form betrieben, dass bereits vorangetriebene Forschung und Entwicklung dann innerhalb einer "Marktanalyse" positiv "verquickt" wird, dann soll mittels Medienarbeit/Öffentlichkeitsarbeit der Markt "vorbereitet" werden und wenn gar nix mehr hilft, dann wird der Ruf nach Subventionen laut.

 

Das Elektroauto an sich ist wie alt...? 120 Jahre...? oder älter...? Egal...

Der "Elektromobilitäts-Hype" der letzten 4-6 Jahre hat ja nur einen Grund: Die hysterische politische Diskussion um die "globale Erwärmung" (heißt allerdings seit einigen Jahren nur noch "Klimawandel"...ist weniger argumentativ angreifbar...) und die daraus resultierende CO-2 Debatte, welche isch dann die individuelle Mobilität zum Ziel auserkoren hat und das, obwohl weltweit der Anteil der PKW (also der individuellen Mobilität) am CO-2 Ausstoß unter 1% liegt.

Und weil die Debatte um CO-2 innerhalb der individuellen Mobilität wie oben angeführt eine rein politische Diskussion ohne sachlich relevante Bezugseben ist, ist in der Folge die Forcierung der diversen Hersteller auf die vielbeschworene "E-Mobilität" auch nur die Reaktion auf politische Willensbildungen und nicht auf Umwelt-und/oder Markterfordernisse.

Bislang ist immer noch bewiesen, dass die Umwelt-und Energiebilanz eines "E-Autos" signifikant besser ist als eines modernen, vergleichbaren konventionellen Fahrzeuges.

Und genau da "liegt der Hase im Pfeffer"...

 

Viele Grüße, vectoura

Vectoura, du hast vollkommen recht, aber im endeffekt können wir genauso an die Wall-Street gehen und spekulieren.. den mehr werden wir nicht tun können. Erst wenn wir wirkliche Ergebnisse sehen, können wir darüber urteilen und vorallem bin ich der Meinung..

Wenn man eine Technologie nicht bringt, dann wird sie auch nicht weiter entwickelt... Der Otto Motor wurde damals dann auch sehr schnell weiter entwickelt, weil man schneller sein wollte, und größere Reichweiten zurück legen will.. und jetzt muss es das ziel seinen, anders als früher, beides zu kombinieren, aber dafür die Umwelt möglichst wenig belasten. Dabei spielt der Wirtschftliche Faktor und die effiziente Umweltbilanz zumindest vorerst keine rolle, das haben sie bei den Entwicklungen des damaligen Otto Motors auch nicht.

Die Kostenreduzierung und verbesserung der Umweltbilanz ist dann ein "Folgeprodukt" der neuen Entwicklung. Denn je mehr E-Autos produziert werden, umso umweltfreundlicher und kostengünstiger und besser werden sie.. das ist wie mit den verbrennungsmotoren. Man wird es noch feststellen, dass sich die E-Autos immer schneller Amortisieren werden.. bis sie dann an der Spitze stehen.. oder eben z.B. die Brennstoff-Zelle..

Nicht zu guter letzt investieren selbst die Herren aus WOB 10 Milliarden Euro in die E-Auto Forschung. Das ein Wandel in der heutigen Zeit kommen muss, sollte uns klar sein.. und das man weg von den konventionellen Verbrennen muss, wird auch den meisten Menschen hier ganz langsam klar. Denn dieser Motor hat pysische Grenzen und man wird immer abgängig von dem lieben Öl sein und immer mehr verbrauchen.

btw. es gibt mittlerweile auch Bio Kunststoffe.. also wir könnten jetzt schon Kunststoffe gleicher Qualität ohne Öl produzieren.. aber es kostet halt zu viel... würde man ab morgen nur noch solche Kunststoffe verarbeiten und verkaufen, wären die Kosten wohl innerhalb kurzer Zeit deutlich weniger und irgendwann wieder auf dem Niveau von konventionellen, aus Öl hergestellten Kunststoffen.

Genau das gleiche Prinzip wie bei E-Autos.

Zitat:

Die Kostenreduzierung und verbesserung der Umweltbilanz ist dann ein "Folgeprodukt" der neuen Entwicklung. Denn je mehr E-Autos produziert werden, umso umweltfreundlicher und kostengünstiger und besser werden sie.. das ist wie mit den verbrennungsmotoren.

Ein Elektroauto wird NIE kostengünstiger in der Herstellung sein (können) als ein vergleichbares konventionelles (Verbrennungsmotor) Fahrzeug. Denn das einzige, was du an Konstruktion/Baugruppen/Teilen bei einem E-Auto gegenüber einem vergleichbaren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor einsparen kannst, sind der Verbrennungsmotor mit einiger Peripherie und die Abgasanlage. Alle anderen Baugruppen/Teil benötigt ein E-Auto auch, dazu kommt noch eine wesentlich komplexere Steuerung, mehr Leichtbauteile, Akkupack samt Peripherie, Ladegerät (integriert) samt Steuerung; E-Motoren samt Fahrsteuerung usw.usf. .

Der Materialeinsatz bei einem E-Auto wird immer mindestens gleich groß sein wie bei einem vergleichbaren konventionellen Fahrzeug und bei so einer "Brückentechnolgie" wie dem Volt/Ampera ist der Materialeinsatz samt Energiebilanz (zur Herstellung/Wartung/Recycling) gegenüber einem vergleichbaren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor sogar besonders schlecht, denn ein Ampera braucht letzlich zu über 90% alle teile/Materialien/Baugruppen, welches ein konventionelles Fahrzeug braucht plus dann noch zusätzlich die Baugruppen/Teile/Materialien für den Elektroantrieb samt Ladetechnik und Stuerung etc.

Deswegen wiegt ein Volt/Ampera dann auch mal eben ca. 500 Kg mehr als ein vergleichbares Auto mit Verbrennungsmotor und deswegen wird es bei Fahrzeugen wie dem Ampera IMMER (herstellungsseitig) deutlich höhere Kosten und damit (quer-oder rein subventionierte Preise ausgeschlossen) Endverbraucherpreise geben als bei vergleichbaren konventionellen Fahrzeugen.

 

Oder irre ich mich da argumentativ?

 

Viele Grüße, vectoura

Es geht doch im Prinzip garnicht um die Antriebsweise, oder konventionelle Motoren...

Woher willst du wissen, dass es dann in Zukunft E-Autos gibt die man für 3 Stunden am Strom steckt und aus eigener Kraft 800 KM schaffen... man weiss doch nicht, wohin die Technologie geht.. aber der E-Motor hat mehr potential als ein Verbrenner. Die Motoren werden so klein, dass man sie direkt an die Achse setzen kann.. bekommen größeres potential... und worauf ich eigentlich hinaus will, die Technologie musst du nur voran bringen... dann hast du ein reines E-Auto als Ende vom Lied.. und dazu ist der Ampera das beste Beispiel.. für Technologie voran bringen..

Und wieso soll reine E-Auto am Ende nicht günsitger sein können, als ein Verbrenner?

Vergleich doch mal die Entwicklungen der PC's mit damals und heute... und die Preise..

Ich kann doch nichts dafür, dass es den Verbrennungsmotor seit über 100 Jahren gibt und wir immer noch dazu neigen, mehr und mehr zu verbrauchen.. wo war denn das Thema Verbrauch ein wirklicher Fortschritt in den letzten 100 jahren?

Zitat:

Original geschrieben von vectoura

Das eigentliche Ziel der sogenannten "Elektromobilität" ist es doch, sich OHNE Verbrennungsmotor fortzubewegen. Wo ordnet man da also den Volt/Ampera ein?

Das Entscheidende an Range-Extendern ist, das der Verbrennungsmotor nur zwei oder drei Arbeitspunkte kennt auf die man ihn optimieren kann. Sprich: wo beim herkömmlichen Fahrzeug die Effizienz bei jeder Drehzahl und Strecke eine andere ist und diese ja je nach Fahrer prinzipbedingt eine andere sein wird, kann eigentlich nur marginal nachgebessert werden um fast jedem Käufer ein gutes Verhalten anzubieten. Erzeugt man aber damit Leistung und speichert sie wird man lediglich den optimalen Arbeitspunkt benötigen und kann so wesentlich mehr aus dem Kraftstoff holen (Stichwort dieselelektrische Erzeugung bei der Bahn). Die Energiedichte von Batterien war jedoch zu schlecht als das man damit rein elektrisch fahren konnte und eine nennenswerte Haltbarkeit anbieten konnte. Das hat sich in den letzten Jahren entscheidend geändert. Dazu hat das Wissen und die Effizienz von Frequenzumrichtern und DC/DC Wandlern stark zugenommen was eine solche Entwicklung begünstigt.

Klar gab es das vorher schon, aber das nützt einem nichts wenn die Randbedingungen nicht stimmen. Das wäre so als ob man Errungenschaften der heutigen Piezo-Technik im Jahr 1920 vorausgesetzt hätte weil es heute Massenmarkt-taugliche Bauteile gibt die sie nutzen. In der mechanischen Konstruktion hat sich evtl. das Preis/Leistungsverhältnis der verfügbaren Präzision über die Jahrzehnte verbessert, einige Werkstoffe kamen hinzu. Aber auch da setzt kaum einer auf Exoten solange man mit konventioneller Technik noch vorankommt, da ein kompletter Industriezweig nicht mal eben sämtliche Anlagen austauschen kann die für die Produktion notwendig sind.

Die derzeitige wirtschaftliche Situation um seltene Erden ist ein typischer Ausdruck für die Rohstoffsituation die man für effiziente Elektromotoren benötigt. Das könnte die nächste kritische Randbedingung sein.

MfG BlackTM

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