Schutzbekleidung, nicht nur für Zweiradfahrer wichtig!
Jetzt möchte ich gern einmal die Fakultät der Zweiradfahrer zu Wort kommen lassen. Aber nicht nur diese, auch die Autofahrer sollten ihre Erfahrungen einbringen!
Gerade in den Sommermonaten kann man knapp bekleidete Motorradfahrer beobachten, die zwar einen Helm tragen, allerdings ihr Hemd flatternd zur Schau stellen. Ich muss zugeben, das sieht sehr schön aus. Ich mag mir allerdings nicht vorstellen, wie es ausschaut, wenn dieser "tolle Kerl" in dieser Montur bei vielleicht 80km/h, aus welchem Grund auch immer, absteigt.
In einem Artikel habe ich nachfolgenden Satz gelesen. Sicher hat seine gute Schutzbekleidung schlimmeres verhindert.
Dieses war Anlass genug für mich, diesen Thread zu öffnen.
Hoffentlich beteiligen sich auch die Zweiradfahrer an der Diskussion und berichten über Ihre Erfahrungen, die sie mit Schutzbekleidung und vielleicht auch, welche sie ohne Schutzbekleidung gemacht haben.
Welche Kleidung schützt in welcher Situation? Welche ist sinnvoll und welche Kleidung ist angenehm zu tragen?
Welche Kleidung wird von den Autofahrern gut erkannt, welche weniger gut oder vielleicht so gar „überhaupt“ nicht.
Alles Aspekte, um die Akzeptanz zu steigern und somit die Sicherheit zu erhöhen..
Gruß
Ulicruiser
Beste Antwort im Thema
Unvernünftiges Verhalten schädigt nur auf den ersten Blick ausschließlich den Kradfahrer.
Es hängt aber einiges mehr dran:
Das geht bei den Hilfskräften und Ersthelfern los, die die Reste möglichst am Leben halten sollen und auf den Anblick auch alle gerne verzichten würden.
Dann wirkt es sich natürlich auch finanziell für uns alle aus, da die Heilbehandlungskosten für ein paar Prellungen der Versichertengemeinschaft weniger Last bereiten als das Zusammenflicken des T-Shirt-Cowboys, der seine freigelegten Knochen gerne wieder mit Haut bedeckt hätte.
In die gleiche Richtung geht es bei fremdverschuldeten Unfällen:
Der Kradfahrer ohne Schutzbekleidung will in der Regel spätestens bei der Frage des Schmerzensgeldes nichts davon wissen, dass er weniger Aua gehabt hätte, wenn er nicht im T-Shirt gefahren wäre.
Da müssen dann wegen absoluter Selbstverständlichkeiten lange (und teure) Prozesse geführt werden, die letztlich wieder wir alle bezahlen.
Hafi
29 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von UliCruiser
Ich mag mir allerdings nicht vorstellen, wie es ausschaut, wenn dieser "tolle Kerl" in dieser Montur bei vielleicht 80km/h, aus welchem Grund auch immer, absteigt.
Da kann ich Dich, glaube ich, beruhigen. Der "tolle Kerl" wird sich seiner unzureichenden Schutzkleidung mit großer Sicherheit bewußt gewesen sein. Desshalb ist davon auszugehen, daß er sein Zweirad zuerst bis zum Stillstand verzögert, und dann erst das Absteigen in Angriff genommen hat...😉
Zu Beginn meiner Motorradzeiten bin ich bei großer Hitze auch gern mit Jeans, Nierengurt und Helm gefahren. Nachdem ich allerdings meine schöne TDM auf die Seite gelegt habe (mit anschließend ca. 10 m Rutschpartie auf dem Bauch, zum Glück in Lederkluft), bin ich zum konsequenten Schutzkleidungsträger geworden.
Gruß, Hannes
Zitat:
Original geschrieben von UliCruiser
Alles Aspekte, um die Akzeptanz zu steigern und somit die Sicherheit zu erhöhen..
Das kann man doch ganz einfach zusammenfassen: Wer keinen Bock auf Schutzkleidung hat, weil es nicht cool genug ist, soll doch von mir aus im Borat-String über die BAB jagen. Das schöne an dem Thema ist hier ja, dass man in diesem Fall nur sich selber schädigt.
Da Bedarf es keiner gesteigerten Akzeptanz gegenüber Schutzkleidung oder einer Steigerung der Sicherheit. Da braucht es nur ein wenig gesunden Menschenverstand. Wer den nicht besitzt, soll doch von mir aus Haut und Hirnmasse auf dem Asphalt verteilen.
Da hab ich null Verständnis für. Klingt hart ist aber so.
Mfg Zille
Zitat:
Original geschrieben von zille1976
Da hab ich null Verständnis für. Klingt hart ist aber so.
Es gibt viele Menschen, die viele Dinge nicht verstehen. Das ist aber nicht hart, das ist einfach nur die Konsequenz, wenn man von etwas keine Ahnung hat.
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Schon interessant... beachtet man die scheinbar nebenbei eingeflochtenen Titulierungen für jene welche anders denken/handeln... so keimt der Verdacht auf, es geht weniger ums Thema als denn darum, diesen Leuten mal so richtig zu sagen, was sie doch für xxxxxx sind? 😕
Mag ja mancher - von sich auf andere..? - nicht für möglich halten, aber es soll tatsächlich Menschen geben, welche das was sie tun deswegen tun, weil sie es eben tun wollen und sich dabei auch sämtlicher möglicher Aspekte im Klaren sind. Joa.. die wollen keinem was damit sagen... nicht cool sein oder was auch immer. 🙂
Übrigens - um noch einen solch gehaltvollen Aspekt einzuwerfen - wenn es regnet wird man nass. Wenn man sich in den Regen stellt. 😛
Unvernünftiges Verhalten schädigt nur auf den ersten Blick ausschließlich den Kradfahrer.
Es hängt aber einiges mehr dran:
Das geht bei den Hilfskräften und Ersthelfern los, die die Reste möglichst am Leben halten sollen und auf den Anblick auch alle gerne verzichten würden.
Dann wirkt es sich natürlich auch finanziell für uns alle aus, da die Heilbehandlungskosten für ein paar Prellungen der Versichertengemeinschaft weniger Last bereiten als das Zusammenflicken des T-Shirt-Cowboys, der seine freigelegten Knochen gerne wieder mit Haut bedeckt hätte.
In die gleiche Richtung geht es bei fremdverschuldeten Unfällen:
Der Kradfahrer ohne Schutzbekleidung will in der Regel spätestens bei der Frage des Schmerzensgeldes nichts davon wissen, dass er weniger Aua gehabt hätte, wenn er nicht im T-Shirt gefahren wäre.
Da müssen dann wegen absoluter Selbstverständlichkeiten lange (und teure) Prozesse geführt werden, die letztlich wieder wir alle bezahlen.
Hafi
Die Verletzungsgefahr ist für die Strassentenu-Zweiradfahrer natürlich viel grösser; mir ist mal die 750er mit 60km/h unter dem Hintern weggerutscht, dank dem Lederkombi hatte ich nicht die kleinste Schramme; ohne hätte ich wohl offene Beine und mehr gehabt. Seit diesem Tag hab ich mir geschworen: "auch bei grösster Hitze nie ohne."
Das ist aber meine Entscheidung, niemand zwingt mich dazu. Genau so müsste es mit allen "Selbstschutz"-Vorschriften sein, z.B. Sicherheitgurten.
Ob man von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen wird, hängt mehr von konstrastreichen Farben zur Umgebung als vom Material der Bekleidung ab.
@hafi545: Es ist der Job der Rettungskräfte, das zu tun, was du beschreibst, niemand zwingt sie, den Job zu wählen. Der finanzielle Aspekt ist durch Regress lösbar.
Ich finde es zwar unvernünftig, ohne Schutzbekleidung zu fahren, aber m.E. hat niemand das Recht, andere zu ihrem "Glück" zu zwingen. Genau dasselbe gilt auch bei Sicherheitsgurten im Auto, nur dass letzteres noch viel weniger sicherheitsrelevant ist als Motorradbekleidung, denn ein Unfall ohne Schutzbekleidung ist zwingend (zu 99%) mit körperlichen Verletzungen verbunden, ein Unfall ohne Gurten nur in schweren Fällen.
Zitat:
Original geschrieben von nix4free
@hafi545: Es ist der Job der Rettungskräfte, das zu tun, was du beschreibst, niemand zwingt sie, den Job zu wählen. Der finanzielle Aspekt ist durch Regress lösbar.Ich finde es zwar unvernünftig, ohne Schutzbekleidung zu fahren, aber m.E. hat niemand das Recht, andere zu ihrem "Glück" zu zwingen. Genau dasselbe gilt auch bei Sicherheitsgurten im Auto, nur dass letzteres noch viel weniger sicherheitsrelevant ist als Motorradbekleidung, denn ein Unfall ohne Schutzbekleidung ist zwingend (zu 99%) mit körperlichen Verletzungen verbunden, ein Unfall ohne Gurten nur in schweren Fällen.
Diese Einstellung stimmt, wenn man alleine auf einer Insel lebt.
Andernfalls gibt es innerhalb einer Gesellschaft eben kaum eine Entscheidung, die nur das Individuum betrifft. Es gibt nur Menschen, denen das egal ist.
Zudem stimmt es auch für die anderen Aspekte nicht:
Ersthelfer werden nicht bezahlt, sie sind halt dummerweise zur falschen Zeit am falschen Ort.
Und eine Regressmöglich gibt es auch nicht. Oder hat Deine Krankenkasse schon mal Geld von Dir verlangt, weil Du Dich verletzt hast und es vermeidbar gewesen wäre?
Hafi
Zitat:
Original geschrieben von Hafi545
Oder hat Deine Krankenkasse schon mal Geld von Dir verlangt, weil Du Dich verletzt hast und es vermeidbar gewesen wäre?
Meine Krankenkasse verlangt jeden Monat von mir einen nicht unerheblichen Betrag, und das, obwohl ich mich noch nie verletzt habe. Das letzte Mal, daß ich eine Arztpraxis betreten habe, liegt übrigens auch schon wieder über zehn Jahre zurück...😰
Gut so. Ist bei mir ähnlich. Und nur aus diesem Grund funktioniert das System überhaupt (noch) ein bisschen.😉
Gruß
Hafi
Zitat:
Original geschrieben von nix4free
Es ist der Job der Rettungskräfte, das zu tun, was du beschreibst, niemand zwingt sie, den Job zu wählen.
Natürlich.
Wer den Job seelisch nicht mehr verkraftet, der schult um und rät dem interessierten Nachwuchs, sich gleich anderweitig beruflich zu orientieren. Daß das Arbeitskräfte-Angebot im medizinischen Sektor immer mehr ausdünnt, weil die Arbeitsbedingungen und der Lohn in diesem Land nicht mehr stimmen, ist ja inzwischen ein offenes Geheimnis.
Die Folgen dieser Entwicklung kann der leichtbekleidete Motorradfahrer aber erst einschätzen, wenn er mit Schmerzen auf dem Asphalt liegt....
Zitat:
Original geschrieben von Hafi545
Gut so. Ist bei mir ähnlich. Und nur aus diesem Grund funktioniert das System überhaupt (noch) ein bisschen.😉Gruß
Hafi
Das ist prinzipiell richtig.
Man muss allerdings bedenken, dass allein die Aufrechterhaltung der Infrastruktur auch Geld kostet.
Egal, wo einem in Deutschland etwas passiert, kann man sicher sein, dass einem geholfen wird, bzw. geholfen werden kann.
Das ist sicher ein gewisser Trost dafür, dass man vermeintlich nichts von seinen Beiträgen hat.
Gruß
Ulicruiser
Zitat:
Original geschrieben von Hafi545
Gut so. Ist bei mir ähnlich.
Du zahlst also auch für die sich unvernünftig verhaltenden Zeitgenossen mit. Das ist löblich. Mir stellt sich nur die Frage, warum Dir unter diesen vielen Mio. Unvernünftigen ausgerechnet die paar leicht bekleideten Motorradfahrer so ein Dorn im Auge sind?
Zitat:
Und nur aus diesem Grund funktioniert das System überhaupt (noch) ein bisschen.😉
Das System würde noch viel besser funktionieren, wenn es nicht die derzeitige Zwei-Klassen-Medizin geben würde. Seit ich privat versichert bin, hat sich mein monatlicher Beitrag deutlich verringert - bei gleichzeitig besseren Leistungen. Desshalb habe ich damit auch kein so großes Problem - richtig ist es aber trotzdem nicht.😉