Robustes Fahrzeug für schwieriges Gelände bis 10K€
Vor ca. 2 Jahren sah ich auf dem Lidl Parkplatz unserer Stadt einen Toyota Prado mit zwei Einschusslöchern und Splittern am Heck. Der linke Schweller war aufgerissen und eingebeult, die Front hatte offenbar auch einmal Kontakt gehabt. Vater, Mutter und zwei Kinder waren aber wohlauf und machten gerade eine Pause von der ewig langen Fahrt.
Mit dem Vater bin ich dann bei den Einkaufswagen auf Englisch in das Gespräch gekommen. Eine filmreife Höllenfahrt. Plötzlich hinter feindlichen Linien, Brücken die zerstört sind, Staubildung und dann geht es nur mehr darum so viel wie möglich in das Auto zu stopfen und auch durch Wald und Wiesen das Weite zu suchen ohne das man stecken bleibt oder der Treibstoff ausgeht.
Da fing ich damals an etwas darüber nachzudenken was ein gutes Auto für den Notfall wäre das auch als Alltagsauto nicht auffällt wie ein Elefant im Porzelanladen. Also vielleicht kein Unimog oder Humvee. 🙂
Ein wenig habe ich selber recherchiert. Toyota Hilux wird oft erwähnt, G Klasse natürlich auch. Aber mir sind auch Autos wie der Skoda Yeti aufgefallen. Und da wird es dann sogar preislich schon sehr interessant.
Gibt es da noch andere Kandidaten die etwas mehr können als nur die gut asphaltierten Straßen unsicher zu machen?
32 Antworten
Ich habe mal das "kriegerische" aus dem Titel genommen 😉
Eckdaten sind nun bekannt - also kanns konstruktiv und sachlich weitergehen.
VG Olli
MT-Moderation
Vllt ein Subaru, zB der XV (Kompaktgrösse). Hat Allrad, etwas Bodenfreiheit, die Benziner sind solid, wenn auch durstig. Die frühen Diesel meiden. Grösser dann der Forester, aber für 10 Riesen halt schon abgelutschter.
Alternativ ein Suzuki, ältere Vitaras sind sogar noch recht geländetauglich. Oder hardcore der Jimny, der aber eher überzahlt ist.
Jeep oder Land Rover sind dann, je nach Modell, nochmals belastbarer. Wobei im Budget auch gut verbraucht oder aus qualitativ schlechten Zeiten (zB Jeep Patriot/Compass der 0er Jahre).
Mitsubishi hat ähnlich dem Hilux den L200 im Programm. Gibt's seit Jahrzehnten, entsprechend müsste sich auch gebraucht was finden lassen. Sonst gab's da auch Pajero und Pinin, aber die sind inzwischen auch eine Zeit her und wenn zweckmässig verwendet nicht mehr frisch.
Ohne Fahrtraining nützt aber das geländegängigste Fzg wenig.
Toyota RAV4 kann man mit Glück in halbwegs anständigen Zustand für das Budget bekommen. Wäre hier ohnehin beim Benziner.
Suzuki Jimny fällt mir noch ein - zwar nicht groß, aber ideal um vorwärts zu kommen.
Aber auch hier sind die Preise total abgehoben.
Lada Niva kann das auch alles - aber hier ist der Schritt zum Rost immer noch nahe - gute Exemplare kosten und wollen dann auch sehr viel Aufmerksamkeit für die Karosse.
Das wären die 3 Kandidaten, die ich als ersteres im Focus hätte.
Reifen, Bodenfreiheit und Böschungswinkel sind hier ohnehin die Zauberworte.
@der_Derk kann hier sicherlich mehr zu sagen.
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Zitat:
@Railey schrieb am 5. Juli 2024 um 18:30:59 Uhr:
Alternativ ein Suzuki, ältere Vitaras sind sogar noch recht geländetauglich. Oder hardcore der Jimny, der aber eher überzahlt ist.
Die älteren Vitara sind noch richtige Geländewagen. Allerdings sind die jüngsten mittlerweile auch schon 9 Jahre alt und gerostet haben die schon immer gern. Vor allem, wenn wirklich auch Geländeeinsatz erfolgte.
Also wenn man so einen nimmt, dann am ehsten noch einen der letzten, der idealerweise nie Gelände gesehen hat. Aber auch da vor dem Kauf ausgiebig auf Rost prüfen.
Mechanisch sind die aber über jeden Zweifel erhaben.
Wäre da nicht ein Lada Niva genau richtig?
Spartanische Technik, die man mit Panzer-Tape und WD40 reparieren kann und der ist auch geländetauglich.
Das ist Knackpunkt beim Niva .. der geht alle paar km kaputt übertrieben gesagt ... egal wie toll einfach man den dann immer wieder reparieren kann, außerdem fährt es sich mit dem recht bescheiden, wenn man dann doch mal feinsten Asphalt unter den Rädern hat...😁 ... nicht ohne Grund greift der Rest der Welt in der Pampa zu mehr oder weniger zu Fahrzeugen aus Japan ... So ein uriger Benz G ist auch was robustes, aber viel zu teuer...
Also die G Klasse war mein erster Blick, kannte ich schon von der Bundesheerzeit. Aber da sind die Preise wirklich utopisch.
Lada kommt nicht in Frage. Aber der erwähnte Suzuki Vitara sieht sehr interessant aus. Etliche U 100.000 Km zu einem sehr guten Preis in meiner Nähe.
Optisch gut gefallen würde mir auch der Skoda Yeti mit Allrad.
Ist der was Gelände betrifft da sehr unterlegen?
Mir ist schon klar das es um 10.000€ keinen Radpanzer gibt, aber es soll eben auch kein "Golf Country" werden.
Billigen Audi Quattro oder Allroad mit Saugbenziner. Offroad sind die nicht so gut wie Geländewagen, aber auch nicht schlecht, dafür fährt man des Rest der Zeit (99%) nicht mit so einem viereckigen Kasten herum. Siehe auch diverse Youtube-Filmchen. Habe mich einst mit so einem Wagen von einem Parkplatz runtergewühlt, der über Nacht von Schneeräumfahrzeugen zugeschoben wurde und war überrascht, wie gut das damit ging.
Ich habe unwillentlich auf den falschen Vitara verwiesen, eigentlich meinte ich den Grand Vitara, der bis 2015 produziert wurde. Dessen Vorgänger hiess wiederum Vitara und war bis 1998 erhältlich. Der aktuelle Vitara ist nicht besonders fürs Gelände gemacht, selbst mit dem optionalen AWD nicht.
Der Yeti gehört auch in die Kategorie soft all road, zuviel würde ich mir da nicht erwarten.
Zitat:
@Railey schrieb am 5. Juli 2024 um 21:35:48 Uhr:
. . .
Der Yeti gehört auch in die Kategorie soft all road, zuviel würde ich mir da nicht erwarten.
-
Nun - Yeti 4x4 und "billige" Audis mit Quattro - und denn noch für 10 Mille heisst VAG Steuerkette bzw. abgelutschte Audis - wo auch gut Geld reingeht.
Dazu Bereifung und Bodenfreiheit i.d.R. ungenügend. Quattro oder nicht - Grip kommt da im Dreck nicht auf und beim Bremsen stehen die dann auch erst, wenn das Hindernis die stoppt.
Der preiswerteste "G" heisst Puch - ist quasi baugleich - hat aber hinten Plane wird vom ollen 240D angetrieben und hat den Charme und Biss einer Wanderdüne. Dazu aber ein Fahrwerk, das noch abgeschmiert werden will. Also Hardcore.
Also wird man hier einen Kompromiss eingehen müssen.
Abstriche in Komfort, Verbrauch sowie Unterhalt durch Selberschrauben oder Geld in die Hand nehmen.
Opel Antara / Chevrolet Captiva sowie ältere Koreaner Sportage / Tucson wären auch noch - anständig bereift - Optionen.
Zitat:
@olli27721 schrieb am 5. Juli 2024 um 21:55:23 Uhr:
Grip kommt da im Dreck nicht auf
Erstaunlicherweise doch.
https://www.youtube.com/watch?v=UheBO6E8qys
https://www.youtube.com/watch?v=qJtdeOiR9ec
https://www.youtube.com/watch?v=hnE58S7IDCQ
Es gibt noch viel mehr solcher Filmchen da.
Per se irgendwas das nicht auffällt und Begehrlichkeiten weckt. Panda 4*4 oder sowas. Klein, wendig, brauchbare Bodenfreiheit, kommt auch mal wo durch wo Unimog oder große Geländewagen aufgrund ihrer Größe schon Probleme haben.
Und fahren das Auto, das beste Reserveauto nutzt nichts wenn der mit dem alten Sprit in den Leitungen nicht mehr anspringt. 😉
Mit eigenem Haus würde ich sogar eher Richtung kleinem E-Auto gucken. Mit PV und Akku kannst du zu Hause immer Laden, aber Tanken?
Die Erwartungshaltung klingt ein wenig euphorisch... 😉
Ja, es gibt Geländewagen für 10000 Euro. Sowas hat idealer Weise zwei Starrachsen, einen Leiterrahmen und ein Untersetzungsgetriebe. Über Leiterrahmen und Starrachsen kann man diskutieren, ohne Untersetzung ist jedoch kein sinnvoller Geländeeinsatz möglich.
Allerdings - die Annahme der Robustheit ist an ein paar Voraussetzung geknüpft, die gerne übersehen werden. Der typische "robuste" Geländewagen - sei es ein G W460, Land Cruiser J4 - J7, Patrol Y60 oder Y61, Pajero V20 - V80, Defender, Discovery, Wrangler, Cherokee, Samurai, Jimny, Niva, etc. - ist nur dann robust, wenn man ihn entsprechend wartet. Ja, auch völlig vernachlässigt fahren sie meistens noch irgendwie, aber nicht mit TÜV-Plakette. Diese Fahrzeuge erfordern einen beständigen Kampf gegen den Rost, Ölwechsel und Abschmieren von Antriebsteilen, haben vollkommen unzeitgemäße Trinksitten, geringe Fahrleistungen, wenig Komfort, und sind unter Crashsicherheits-Gesichtspunkten desaströs bis final, sowohl für die Insassen wie auch für den Unfallgegner. Die Motoren waren oft aus PKW übernommen, die in der neuen Behausung bei Weitem nicht so langlebig waren, wie oft unterstellt wird. Sowas fährt man nicht sinnvoll im Alltag.
Hinzu kommen verhältnismäßig hohe Unterhaltskosten, die man sich eigentlich auch nur dann an's Bein bindet, wenn man daraus irgendeinen Nutzen ziehen kann (Meistens: Anhänger schleppen). Abgesehen vom Verbrauch sind die Versicherungseinstufungen horrend, die Wartungsintervalle kurz, die Steuern hoch - wer 'nen Offroader fährt, setzt 'ne Menge Geld um.
Alles ohne Untersetzung - oder auch der Allroad, der sie gegen Aufpreis hatte - schafft kurzzeitig mehr als 'nen Feldweg, aber nicht dauerhaft. Ist wie vieles eine Frage der Perspektive, wer vorher nie im Gelände war, für den ist das beeindruckend. Aus Sicht eines Niva, SJ oder Ähnlichem ist das ein arger Krampf mit untauglichem Gerät 😉.
Konkrete Modelle - Tja, für's Gefühl muss es kein echter Geländewagen mit all' seinen Nachteilen sein. Dass Du ernsthaft in die Prepper/Survival-Situation kommst, ist mehr als unwahrscheinlich. Die geringsten Alltags-Nachteile bei gleichzeitiger Geländeignung waren die kompakten Geländewagen, der jüngste - und letzte - Vertreter dieser Gattung war der Grand Vitara (der nebenbei bemerkt immer noch rostet). Freelander II oder Jeep Renegade Trailhawk können weniger, sind aber neuer und besser verfügbar. Du kannst es auch mit 'nem Pickup versuchen, dort ist meistens auch noch 'ne Starrachse hinten vorhanden, ebenso wie eine Untersetzung - nur im Gelände ist der Radstand unvorteilhaft, und die aktuellen Längen von 5 Metern und mehr sind im Alltag auch oft hinderlich. Hinzu kommt, dass die Serienbereifung für ernsthaften Offroad-Einsatz oft zu klein ist, und Vergrößerung schwer TÜV-bar (Durchmesser, nicht Breite). In den 80ern und 90ern konnte man noch ohne Probleme auf 8 % mehr Abrollumfang gehen, seit Euro-3 geht maximal +3 %.
Ebenfalls gerne übersehen wird, dass der "echte" Geländewagen im Serienzustand straßenoptimiert ist, und gar nicht mal so gut im Gelände. Erst durch Umrüstungen (Andere Reifen, Höherlegung, Anpassung der Untersetzung, Achssperren, etc.) kommen die wirklichen Fähigkeiten - wenn das jeweilige Modell das hergibt. Die allermeisten SUV sind im Serienzustand bereits sehr nahe am Ende ihrer (finanziell sinnvollen) Optimierungsmöglichkeiten.
Gruß
Derk