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Rechts überholen beim Auffahren auf eine Bundesstraße ohne Beschleunigungsstreifen erlaubt?

Themenstarteram 16. März 2020 um 14:40

Hallöchen,

folgende Situation: Ich fahre auf eine Bundesstraße (Tempo 100) auf, es gibt jedoch keinen klassischen Beschleunigungsstreifen sondern die Spur auf der ich einfahre stellt quasi im weiteren Verlauf die rechte der zwei Spuren der Bundesstraße dar. (Hoffe ihr könnt euch das irgendwie vorstellen :D) Ich fahre also vorher durch die klassische Kurve und sehe im Außenspiegel schon, dass sich auf der linken Spur ein LKW befindet. Ich sehe auch, dass hinter diesem LKW noch etliche PKW sind, da der LKW vermutlich nur 90 statt der erlaubten 100 fahren kann. Hinter mir befinden sich ebenfalls einige Autos, welche auf die Bundesstraße wollen. Vor mir befindet sich niemand, ich erhöhe also gleichmäßig mein Tempo und muss mir jetzt überlegen ob ich rechts an dem LKW vorbei fahre, da ich ja beim Beschleunigen auf die 100 km/h schneller als der LKW sein werde, oder ob ich mich fallen lasse und warte, bis mich der LKW mit 90 überholt hat und alle anderen Autos hinter ihm vorbeigezogen sind.

Die Frage ist jetzt ob dieses Ausbeschleunigen auf der rechten Spur eine Missachtung des Rechtsüberholverbotes darstellt. Weil in dem Sinne ist es ja kein klassischer Beschleunigungsstreifen, sondern schlichtweg eine rechte Spur auf der man immer schneller wird.

Ich hoffe ihr versteht, wie ich das meine, hab auch noch ein Bild zur Verdeutlichung angehängt.

Wie würdet ihr handeln bzw. was schreibt das Gesetz vor?

LG

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30 Antworten

Vielen Dank Zille, für den zutreffenden Hinweis. Der kommt davon, wenn man noch nicht mal die Überschrift richtig zu Ende liest. Tschuldigung, TE.

Zitat:

@zille1976 schrieb am 16. März 2020 um 17:07:24 Uhr:

Zitat:

@jaro66 schrieb am 16. März 2020 um 16:36:52 Uhr:

So ist es! *daumenhochhalt*

Das ist aber nur so lange „in Ordnung“ bis der LKW sich mal überlegt auf die rechte Spur zu wechseln, weil er den PKW nicht sieht.

Darum ja auch der Hinweis, dass die Aktion vor dem Ende der durchgezogenen Linie abgeschlossen sein sollte.

Ich möge anmerken: LKWs dürfen auf Bundesstraßen auch nur 60 fahren. ;)

Wenn alle Abstände eingehalten werden und du dicht nicht im toten Winkel am LKW vorbeiquetschen musst, während der schon seinen Blinker setzt, alles gut.

Themenstarteram 16. März 2020 um 22:06

Ich habe gerade durch Zufall noch einen Artikel gelesen: LKW, welche über 7,5 Tonnen wiegen, müssen außerorts, also auch auf Bundesstraßen, eine Maximalgeschwindigkeit von 60 km/h einhalten. (Korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege) Ich bin mir relativ sicher, dass es sich bei „meinem“ LKW eher um etwas in Richtung 40 Tonner gehandelt hat. Nun ist es doch außerdem so, dass auf Autobahnen und Bundesstraßen rechts überholt werden darf, wenn der Verkehr auf der linken Spur maximal 60 km/h fährt. Das Überholen darf dann mit maximal 20 km/h Differenz geschehen. (Auch da gerne korrigieren) Da ich die genaue Geschwindigkeit von mir und dem LKW nicht mehr zu hundert Prozent einschätzen kann, wäre es doch auch möglich, dass durch diese Regelungen das Übeholen vollkommen legitim war? Oder irre ich mich da komplett?

Die Sache ist für mich schon erledigt, es geht mir rein um die rechtliche Auslegung :D

Themenstarteram 16. März 2020 um 22:07

Zitat:

@boerni666 schrieb am 16. März 2020 um 22:04:23 Uhr:

Ich möge anmerken: LKWs dürfen auf Bundesstraßen auch nur 60 fahren. ;)

Wenn alle Abstände eingehalten werden und du dicht nicht im toten Winkel am LKW vorbeiquetschen musst, während der schon seinen Blinker setzt, alles gut.

Als hättest du meine Gedanken gelesen :D

Das was Du schreibst gilt nur auf Autobahn, deins war aber ne Bundesstraße.

Außerdem gilt das nur bei zäh-fliesendem Verkehr bis max 60 km/h und allen Fahrspuren voll.

Themenstarteram 16. März 2020 um 22:14

Okay, aber naja ich seh’s jetzt mal nicht als verwerflich, bei einem Beschleunigen auf 100 km/h sich wieder auf 60 km/h fallen zu lassen, um vom LKW überholt zu werden :D

Zitat:

@Cysgodohl schrieb am 16. März 2020 um 14:40:07 Uhr:

Wie würdet ihr handeln bzw. was schreibt das Gesetz vor?

Das Gesetz schreibt vor, dass du im Bereich der durchgezogenen Linie überholen darfst und danach nicht mehr. Das wäre nur erlaubt, wenn es sich nicht um eine schmale, sondern eine breite unterbrochene Linie handeln würde.

Normalerweise sehe ich das nicht so eng, aber in dieser Situation schon und man sollte sich wirklich konsequent daran halten. Also, man wählt die Geschwindigkeit genau so, dass man am Ende der durchgezogenen Linie entweder vor oder hinter dem LKW ist, so dass der LKW auf die rechte Spur wechseln kann. Alles andere sehe ich als gefährlich an, denn der LKW-Fahrer könnte einen übersehen.

Gerade, wenn man noch am Überholen ist und der LKW wechselt nach rechts und erwischt noch das Heck des PKWs ist ein sehr schwerer Unfall möglich. Dadurch, dass das Heck erwischt wird, dreht sich das Fahrzeug und kann in den Gegenverkehr rauschen. Hierzu gab es im Forum mal ein Video, dass so einen Unfall zeigte.

Zitat:

@Cysgodohl schrieb am 16. März 2020 um 16:24:08 Uhr:

Durch das Abbrechen des Beschleunigen würde ich dann ja auch wiederum die VT hinter mir belästigten...

Von daher seh ich mein Verhalten jetzt mal als in Ordnung:D

Diese Situation würde ja nur bestehen, wenn du am Ende der durchgezogenen Linie parallel zum LKW fahren würdest. Die Auffahrt auf die Bundesstraße ist aber bereits in der langgezogenen Kurve so gut einsehbar, dass diese Situation vermeidbar ist, indem du die Beschleunigung und Geschwindigkeit passend wählst, so dass du am Ende der durchgezogenen Linie entweder hinter oder bereits vor dem LKW bist.

Gruß

Uwe

Zitat:

Die Auffahrt auf die Bundesstraße ist aber bereits in der langgezogenen Kurve so gut einsehbar, dass diese Situation vermeidbar ist, indem du die Beschleunigung und Geschwindigkeit passend wählst, so dass du am Ende der durchgezogenen Linie entweder hinter oder bereits vor dem LKW bist.

Ist das etwa Teil dieses ominösen „verausschauenden Fahrens“ wovon man ab und zu mal liest?

Zitat:

@zille1976 [url=https://www.motor-talk.de/.../...ngsstreifen-erlaubt-t6821448.html?...]schrieb am

Ist das etwa Teil dieses ominösen „verausschauenden Fahrens“ wovon man ab und zu mal liest?

Ich glaub schon, bin mir aber nicht sicher. :confused:

Unabhängig von der Rechtslage sollte man sich in so einer Situation über eins im klaren sein dass man aus der Kurve genau aus dem toten Winkel des LKW kommt. Gerade wenn der schon viele PKW hinter sich hat ist dessen Bestrebung logischerweise möglichst zügig nach rechts zu kommen um die linke Spur freizumachen. Und dann kommt einer rechts aus dem toten Winkel und will rechts überholen …

Aus Erfahrung: Große LKW dürfen nur 60, im Ausland gibt es die Regel aber überwiegend nicht und absichtlich oder unabsichtlich fahren viele LKW auf Bundesstraßen alles was der Begrenzer hergibt.

Alternativ könnte man es mit dem ominösen vorrausschauenden Fahren probieren und früh in der Kurve schon gucken was auf der durchgehenden Fahrbahn los ist … ok, ich hab manchmal komische Ideen :p :D

Themenstarteram 17. März 2020 um 12:57

Gut ich seh‘s natürlich ein, dass es nicht die schlauste Entscheidung in dem Moment war. Glaubt ihr denn, dass es dort noch zu rechtlichen Konsequenzen kommen wird? Wie gesagt, der LKW hat jetzt nicht mit Lichthupe oder ähnlichem reagiert, aber irgendwie hab ich schon ein wenig Bammel, dass mir da vielleicht bald Post ins Haus trudelt. Bin nämlich auch noch in der Probezeit :(

So ein Unsinn, lass Dich nicht irre machen, Du hast alles richtig gemacht.

Die hinter Dir Fahrenden müssen sich ja auch einfädeln und da ist es sogar von Vorteil wenn der Erste sich "dünne" macht, damit die anderen Platz haben. Geht dann quasi wie Reißverschluss.

Gruß jaro

Zitat:

@jaro66 schrieb am 17. März 2020 um 13:47:38 Uhr:

So ein Unsinn, lass Dich nicht irre machen, Du hast alles richtig gemacht.

Die hinter Dir Fahrenden müssen sich ja auch einfädeln und da ist es sogar von Vorteil wenn der Erste sich "dünne" macht, damit die anderen Platz haben. Geht dann quasi wie Reißverschluss.

Gruß jaro

Ach, und das funktioniert nur, wenn sich das erste (auf die Bundesstr. einahrende) Fahrzeug nach vorne aus dem Staub macht?

Und wie ist das dann, wenn gleichzeitig ein weiters von hinten aufschließt? Dann sind es ja wieder gleichviele Fahrzeuge. ;)

Zitat:

@Cysgodohl schrieb am 17. März 2020 um 12:57:16 Uhr:

Glaubt ihr denn, dass es dort noch zu rechtlichen Konsequenzen kommen wird?

Keine Angst. Mit Sicherheit wird das nichts folgen.

Wichtig ist, dass du dir überlegst, wie du das mit Auffahren auf der Bundeststraße in Zukunft regelst.

 

Gruß

Uwe

 

Die Aussage, dass man bis zum Ende der durchgezogenen Linie überholen darf, stimmt nicht. Überholen darf man bis zum Ende der Leitplanke bzw. des Grünstreifens, denn bis dahin handelt es sich um zwei baulich getrennte Fahrbahnen, wo man definitionsgemäß gar nicht überholt. Schon ab dem Beginn der Sperrfläche ist es aber nur noch eine einzige Fahrbahn und dort darf man eben außerorts nicht rechts überholen.

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