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Nachkarteln nach Autokauf

Themenstarteram 23. Mai 2004 um 4:07

Für Fragen wie diese gibt es hier leider kein direktes Forum... also mal wieder per Default in Finanzierung, da es um Geld geht.

Vorneweg: der nachfolgend beschriebene Fall betrifft mich selbst nicht, aber da ich ihn ziemlich ärgerlich finde, wollte ich das hier mal zur Diskussion stellen.

Also: Person A, von Beruf Anwalt, kauft einen relativ neues Wagen (Bj01, EZ 02) gebraucht von einer Privatperson B, wiederum als Privatwagen, nicht als Firmenauto.

Beim Kauf ließ sich A von B zusichern, daß der Wagen bereits Modelljahr 02 ist, da beim 01er die Elektronik fehlerhaft sein kann.

Monate nach dem Kauf stellte sich heraus, daß es doch noch ein 01er Modelljahr war. Der Wagen funktioniert aber tadellos, die Elektronik lässt nichts zu wünschen übrig. Der Kaufpreis war auch für ein 01er-Auto sehr niedrig.

Und was macht Anwalt A jetzt? Verklagt B! Und freut sich noch dabei: prima Auto, günstig gekauft, läuft astrein, und jetzt auch noch Geld damit verdient. Denn als Anwalt schreibt sich A selber Rechnungen, die er bei der eigenen Rechtschutzversicherung einreicht. Aber mal klagen, könnt ja was rausspringen.

Was meint ihr dazu?

Was würdet ihr B raten, um da rauszukommen?

Ich an B's Stelle würde A anbieten, den Wagen zum Kaufpreis zurückzunehmen und ihm die gefahrenen KM zu schenken. Dann müsste A nämlich die Hosen runterlassen und zugeben, daß er den Wagen behalten will. Womit die Forderung nach meinem Rechtsempfinden ad absurdum geführt wäre.

Könnte A wegen einer einzigen kleinen Ziffer auf "Nacherfüllung" bestehen, d.h. verlangen, daß B ihm einen 02er Wagen besorgt? Oder würde jeder Richter den A auslachen, weil der Wagen ja astrein funktioniert?

Ich für meinen Teil ziehe daraus schonmal die Konsequenz, daß ich niemals einem Anwalt irgendwas verkaufen werde.

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13 Antworten

Da wäre zunächst einmal die Frage zu klären, warum B die Zusicherung abgegeben hat, daß es sich um ein 02er Modell handelt, obwohl es ein 01er Modell ist.

Re: Nachkarteln nach Autokauf

 

Zitat:

Original geschrieben von Styre Vass

Ich für meinen Teil ziehe daraus schonmal die Konsequenz, daß ich niemals einem Anwalt irgendwas verkaufen werde.

Das ist nicht das Problem, sondern die Zusicherung einer Eigenschaft, die der Wagen nicht erfüllt. Da der Verkäufer nicht sonderlich viel Ahnung zu haben scheint, hätte er sich vorher informieren müssen, bevor er etwas derartiges unterschreibt.

Das Verhalten des Käufers ist moralisch absolut zu verurteilen (ich persönlich würde da mit eher unkonventionellen Mitteln reagieren) aber nur dadurch zustande gekommen, weil der Verkäufer gepennt hat oder mindestens leichtfertig war.

Wie eine Klage vor Gericht ausgehen wird, steht in den Sternen.

Gruß, Wolf.

Re: Re: Nachkarteln nach Autokauf

 

Zitat:

Original geschrieben von AutoMensch

Das Verhalten des Käufers ist moralisch absolut zu verurteilen...

Wieso das? Nach dem ersten Eindruck der Schilderung ist das Recht erst einmal auf seiner Seite.

Themenstarteram 25. Mai 2004 um 1:21

Zitat:

Wieso das? Nach dem ersten Eindruck der Schilderung ist das Recht erst einmal auf seiner Seite.

Recht hin, Recht her, AutoMensch/Wolf hat ja auch ausrücklich "moralisch" gesagt.

Als ob das so selten wäre in diesem Rechtssystem.

Zitat:

Original geschrieben von Styre Vass

Recht hin, Recht her, AutoMensch/Wolf hat ja auch ausrücklich "moralisch" gesagt.

Naja, moralisch verwerflich fände ich es auch, wenn mich der (Privat-)Verkäufer eines Kraftfahrzeuges derart über den Tisch ziehen würde....

Themenstarteram 26. Mai 2004 um 12:04

Naja, ich muss dazu sagen: der Käufer steht mir persönlich durchaus näher, und den Verkäufer kenne ich gar nicht.

Also wieso bitte "derart über den Tisch ziehen"? Das Auto funktioniert astrein, und war auch gemessen am 01er Modelljahr spottbillig, wohl einige tausend Euro unter Schwacke.

Über den Tisch gezogen würde ich mich fühlen, wenn ich den Schwacke-Preis für einen 02er bezahlt hätte; oder wenn der beim 01er _mögliche_ Elektronikfehler tatsächlich vorhanden wäre. In diesen beiden Fällen könnte ich eine Klage verstehen.

Aber im Endeffekt hängt sich der Käufer hier doch, bei einem ansonsten perfekten Deal, fehlerfreies Auto zu günstigem Preis, an einer einzigen Ziffer auf dem Papier auf. Und das kann ich bei aller Liebe nicht nachvollziehen.

Zitat:

Original geschrieben von Styre Vass

Aber im Endeffekt hängt sich der Käufer hier doch... ...an einer einzigen Ziffer auf dem Papier auf.

Ich habe im Beruf sehr viel mit Vertragsrecht zu tun, und glaub' mir, da gibt's welche, die hängen sich an einem einzigen "." auf.... Vertragsrecht ist eben nicht ohne..... Davon jedoch mal abgesehen: Bei einer Klage werden immer erst Maximalforderungen gestellt, um im Verfahren noch Masse zum Herunterhandeln zu haben. Im Endeffekt wird alles nicht so heiss gegessen, wie es gekocht wird....

Hi,

so jetzt packe ich auch meinen kleinen BGB Schein aus und paare den mit meinen reichhaltigen ;-) juristichen Erfahrungen.

Also der Verkäufer hat wenn er sich die Eigenschaft hat zusichern lassen das Recht und wird dies auch nach meiner prophetischen Einschätzung auch bekommen diese einzufordern und auch zugesprochen zu bekommen. Ich würde sagen: Schadensersatz da diese Eigenschaft nicht vorhanden ist.

aber

da dem Käufer kein Schaden entstanden ist (keine Angst er muss nicht nachzahlen), da dieser das Auto sowieso unter dem tatsächlichen Wert erworben hat, bekommt er wohl vor Gericht Recht hat aber keinen Anspruch auf Schadenersatz, da kein Schaden vorliegt.

 

cu

Prof. Dr. Jur. -grins und lange Nase wachs-

pp

Zitat:

Original geschrieben von Peter Panter

Also der Verkäufer hat wenn er sich die Eigenschaft hat zusichern lassen das Recht und wird dies auch nach meiner prophetischen Einschätzung auch bekommen diese einzufordern und auch zugesprochen zu bekommen.

Nach der Schilderung hat sich der Verkäufer keine Eigenschaft zusichern lassen (wie und warum auch), sondern selbst eine (falsche) Eigenschaft zugesichert.

Hi Drahkke,

du hast natürlich Recht und ich war etwas durcheinander - ich meinte natürlich der Käufer.

cu

pp

Themenstarteram 27. Mai 2004 um 1:55

Das müsste Anwalt A doch dann eigentlich wissen.

Folgerung, da gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Anwalt A spekuliert darauf, daß der Verkäufer kalte Füße bekommt, und seine Forderungen erfüllt, um den Gang zum Kadi zu vermeiden. Welcher geistig gesunde Mensch geht schon gerne vor Gericht?

2) Anwalt A ist sich darüber im klaren, daß er mangels Schaden keinen Schadensersatz bekommen kann, will aber mittels Rechtstreit einfach was nebenbei verdienen.

Ob er gewinnt oder verliert, er bekommt seine selbstgeschriebenen Rechnungen in jedem Fall bezahlt: entweder von der eigenen Rechtschutzversicherung, oder vom Gegner. Bleibt dem Gegner nur zu wünschen, daß er auch eine RSV hat.

Wie man's dreht und wendet, ich kann mich einfach nur aufregen.

Zitat:

Original geschrieben von Styre Vass

Welcher geistig gesunde Mensch geht schon gerne vor Gericht?

Der geistig gesunde Mensch muß es ja nicht gerne tun. Wenn er zu dem Schluß kommt, daß die Notwendigkeit dazu besteht, wird er sich überwinden, die Prozedur durchzuziehen....

Zitat:

Original geschrieben von Styre Vass

..........

2) Anwalt A ist sich darüber im klaren, daß er mangels Schaden keinen Schadensersatz bekommen kann, will aber mittels Rechtstreit einfach was nebenbei verdienen.

Ob er gewinnt oder verliert, er bekommt seine selbstgeschriebenen Rechnungen in jedem Fall bezahlt: entweder von der eigenen Rechtschutzversicherung, oder vom Gegner. Bleibt dem Gegner nur zu wünschen, daß er auch eine RSV hat.

Wie man's dreht und wendet, ich kann mich einfach nur aufregen.

wahrscheinlich kann der Anwalt, dann auch gleich seine RSV verklagen, da sich diese weigern wird die Kosten zu übernehmen.

Und bei Anwälten, Ärzten etc. ist es das gleiche wie bei Automechanikern - wo viel Licht da ist auch viel Schatten!

 

cu

pp

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