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Mit 200km/h gehen die Wand - PKW /F1-Bolide - Steigerung der Sicherheit?

Hallo,

ich habe mal 2 Videos ausgesucht. Der PKW crasht mit 200km/h gegen die Wand, der F1-Bolide mit 300km/h in den Reifenstapel.

Wann kann man PKWs annähernd so sicher machen wie F1-Boliden, abgesehen davon, dass Rennfahrer einen Helm und einen wesentlich besseren Gurt und HANS haben?

Wann zieht das Monocoque endlich in die PKW-Klasse ein und nicht nur in teuren Supersportwagen? Ich empfinde heutige Autos als noch zu unsicher. Man sieht es ja, man fährt auf der BAB und dann kommt ein Geisterfahrer und man ist weg.

PKW

http://www.youtube.com/watch?v=4tJJzk5FUbg 200km/h

F1

http://www.youtube.com/watch?v=vx5H8nY4SS4 ca 300km/h

Beste Antwort im Thema

Ab etwa 50g Verzögerung ist man auch so tot, da hilft Carbon nicht mehr. Organe werden von Arterien abgerissen(!), das falls vorhandene Hirn hängt an der Stirn und wird durch das Eigengewicht zerquetscht.

Du kannst etwa ausrechnen, bei welcher Geschwindigkeit und Knautschzone Einschläge nicht mehr zu überleben sind.

a=v/t und s=a/2 t^2. Ergibt: a=v^2/(2s).

Bei 100 km/h bzw. 27 m/s, einem Meter Knautschzone vorne und einem zusätzlichen halben Meter im Bereich der Gurte und Airbag stehen 1.5m zur Verfügung. Macht eine Verzögerung von 255 m/s^2 bzw. dem 26-fachen der Erdbeschleunigung. Das sind im Idealfall "nur" schwerste Verletzungen. Bei 130 km/h sinds 44g, das überlebst du nicht mal in der Theorie. Auch wenn die Knautschzone funktionieren statt kollabieren würde. Bei 200 km/h sinds 104g bei 1.5m Knautschzone. Das wird erst unter 50g ausfallen, wenn du 4 Meter(!) Knautschzone hättest.

Würdest du in einem Panzer gegen einen Betonklotz kacheln und hättest nur 50cm Gurtweg plus Airbag, dann wären bereits 50 km/h mit 20g ziemlich problematisch. Bei 30cm Gurtweg biste über 30g angekommen.

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Das ist alles nur eine Frage des Geldes. Die Kunden wären nicht bereit die enormen Mehrkosten und Konzeptbedingeten Nachteile in Kauf zu nehmen. Das sind keine Teile die man einfach mal so in Massenproduktion herstellen kann, sonder beste Handarbeit. Dann kostet dein Kompaktwagen aufeinmal soviel wie ein Supersportler, hätte wohl sehr hohe Schweller.

Die Seite ist bei einem F1 Auto der Schwachpunkt, da wird mit 200km/h der Pilot auch starke Verletzungen davon tragen, ohne Hans wäre wohl eh ein Genickbruch die folge. Die Nase ist das Herzstück beim Sicherheitskonzept. Das kommt es darauf an die Carbonfasern so klein wie möglich zu verpulvern und möglichst viel Energie abzubauen. Ohne die Test würden die Formelautos auch nicht so sicher sein.

Dein Versicherungsbeitrag wird übrigens massiv steigen, weil solche Fahrzeuge nur im Werk repariert werden können. Das Dauert dann aber schon mal ein paar Wochen.

PS Und was bringt die neue Sicherheit, wenn wir unsere Fahrstil drauf anpassen?

Die Antwort hast Du Dir selbst gegeben: Hans, Gurte (!) und Reifenstapel. Aber 2 Kleinigkeiten, hast Du vergessen: die Kräfte, die auf den Körper wirken und den Komfortanspruch der Autofahrer. Ein F1 Fahrer hat eine trainierte Nackenmuskulatur, sonst würde sein Kopf schon beim Kurvenfahren orbitale Kreisbahnen ziehen :D. Und in so einer Schale mit "Ohren", die den Schulterblick unmöglich machen, will auch keiner sitzen. Also, was nun?

Hi,

nicht zu vergessen das sämmtliche Straßen zu Rennstrecken umgebaut werden müßten :rolleyes:

Der Formel 1 Wagen hatte bei weitem keine 300 mehr drauf,außerdem hat der den Reifenstabel sehr flach getroffen so das dieser Unfall wohl auch mit einem "normalen" sicheren Auto zu überleben gewesen wäre.

Den Crash des Focus hätte man auch in einem Formel 1 Auto nicht überleben können,soviel Energie kann auch Kohlfaser nicht aufnehmen,jedenfalls nicht bei den paar cm die ein Formel ein Auto hat.

 

Im großen ganzen muß man wohl sagen,ohne Helm,Hans und starke Sportlermuskeln ist auch ein Formel 1 Fahrzeug nicht sicherer als ein moderner Mittelklasse PKW.

Dafür fehlt einfach die knatuschzone.

Es stimmt aber das man ein Straßen PKW mit Crash boxen aus Carbon deutlich sicherer machen könnte. Aber wie schon gesagt Sünhaft teuer und umpraktisch da Carbon leicht bricht müßte man die teure Crash box schon bei einem leichten parkrempler komplett tauschen. Die versicherungsprämien würden also auch enorm ausfallen.

Gruß Tobias

Zitat:

Original geschrieben von Turbotobi28

 

Den Crash des Focus hätte man auch in einem Formel 1 Auto nicht überleben können,soviel Energie kann auch Kohlfaser nicht aufnehmen,jedenfalls nicht bei den paar cm die ein Formel ein Auto hat.

Im großen ganzen muß man wohl sagen,ohne Helm,Hans und starke Sportlermuskeln ist auch ein Formel 1 Fahrzeug nicht sicherer als ein moderner Mittelklasse PKW.

Dafür fehlt einfach die knatuschzone.

So ist es. Der menschliche Körper ist das schwächste Glied, nicht die Zelle, die ihn umgibt. Wenn die inneren Organe mit 180 auf den Brustkorb treffen, oder das Gehirn mit der gleichen Geschwindigkeit auf den Schädel..., dann ist Hopfen und Malz verloren und man hat nur die Gnade der Jugend, die halten das eher aus. Alles andere ist die zitierte Knautschzone. Zellen, sind für den Motorsport um schlimmeres zu verhindern. Im Straßenverkehr - nutzlos. Wenn kein H.A.N.S und sonstige Dinge mit an Bord sind

Ich finde die Frage stellt sich gar nicht.

Heutige Autos leben von Knautschzonen. bei Sportwagen ist der fahrer "sehr eingeengt" daher kann man ihn durch ein steifes Carbongebilde schützen.

Beim normalem Auto ist der Innenraum viel größer, also wäre Carbon verdammt teuer.

Und auch unnötig, hier gibt es immer neuere und immer festere Stähle, die sind inzwischen so fest, das die Feuerwehr neue Werkzeuge braucht weil sie mit den alten Werkzeugen gegen moderne A-Säulen nichts mehr ausrichten können (wenn sie retten wollen).

Die Crashs die du als Video gepostet hast könnten nicht anderartiger sein.

Erstmal hat der Formel 1 Wagen beim Impaktzeitpunkt auch sicherlich unter 200km/h drauf (Sand bremst "wie hölle") zudem ist der Einschlagstwinkel nicht frontal und vorallem geben die Reifen sowie die Planke nach.

Man sieht deutlich wo die Energie des F1 Autos bleibt, guck dir mal an in welchem "umkreise" dort die Reifen deformiert werden.

Beim Focusvideo wird überhaupt nichts an Energie irgendwo vernichtet.

Es wäre auch völlig egal ob der Focus oder ein F1 Auto mit 200 gegen eine Wand fährt, in beiden Fällen wären die Fahrer tod.

Die beschleunigungskräfte wären egal ob der innenraum "hält" so groß das sie alleine ausreichen würden den Fahrer zu töten.

Einzige Lösung wäre eine 22m lange Haube.

Ist halt immer vom Unfall abhängig wie "schlimm" etwas ist.

Ich persönlich fahre auch lieber mit Rennsportgurten als mit Airbag.

In den meisten Unfällen ist das auch sicherer (natürlich nur wenn die Sitze zu den Gurten passen).

Aber in dem moment wo die Beschleunigung alleine reicht jemanden zu töten, hätte der Airbag vielleicht die Spitze der Beschleunigung vermieden und die Gurte hätten einen getöte.

Wem heute Autos zu unsicher sind.... einfach zu Hause bleiben.

Ich persönlich finde heutige Autos sehr sicher, selbst "betagte" Fahrzeuge sind je nach Modell schon sehr sicher.

Wobei hier der Airbag ein großes Problem ist, gibt untersuchungen das diese einfach nicht mehr Funktionieren und für viel zu viel Geld ersetzt werden müssten. (Da ist dann ein 4Punkt oder 6Punkt-Gurt sicherer, da weiß man er ist da und funktioniert).

Zitat:

Original geschrieben von snooopy365

Wobei hier der Airbag ein großes Problem ist, gibt untersuchungen das diese einfach nicht mehr Funktionieren und für viel zu viel Geld ersetzt werden müssten.

Ganz im Gegenteil,noch in den 90er Jahren haben die Hersteller teilweise einen Airbagwechsel nach 10 Jahren vorgeschrieben.

Diese Vorschriften sind aber alle für ungültig erklärt worden weil man inzwischen weiß das selbst die ersten Airbags aus den 80er Jahren heute noch zünden und funktionieren.

Selbst wenn jemand ein Fahrzeug hat bei dem noch drin steht das der Airbag nach 10 oder 15 Jahren getauscht werden muß ist das nicht mehr nötig.

Gruß Tobias

Man kann einen F1 mit einem PKW nicht wirklich vergleichen. Ein PKW hat seine Knautschzone immer dabei und die ist ausgelegt auf die häufigsten Aufprallgeschwindigkeiten. Selten fährt einer mit 200 gegen eine Mauer. Dazu kommt natürlich der Komfortanspruch, aber das wurde ja schon gesagt. Ein F1 hat kaum Knautschzone dabei und ist davon abghängig, dass an allen gefährlichen Stellen Reifenstapel etc. als Knautschzone vorhanden sind. Der menschliche Körper hält nun mal nur eine bestimmte maximale Verzögerung aus. D.h. man kann so ein PKW nicht ewig hart machen. Die Verzögerung muss (im Extremfall) auf den einen Meter, den du vor dir hast, so sanft wie möglich erfolgen. Das man damit nicht alle Fälle einschließen kann, sollte auch klar sein.

Auch ein F1 hat "Knautschzonen" auch wenn diese, bedingt durch die Eigenschaften des Karbon, nicht knautschen sondern splittern. Trotzdem sind in Front, Heck und seit kurzem auch seitlich entsprechende Crashstrukturen verbaut die viel Energie abbauen können. Gerade die Anforderungen des seitlichen Crashtests sind in den letzten Jahren massiv erhöht worden.

Hi,

natürlich hat auch ein Formel 1 Auto Crashzonen,die sind jedoch ziemlich knapp bemessen. Das heißt es muß extrem viel energie in kurzer zeit aufgebraucht werden. Das gelingt dank Carbon auch. Die Verzögerungswerte die dabei auftreten sind jedoch so stark das man sie nur aushalten kann wenn man im Sitz festgeschnallt ist,einen Helm auf hat und zusätzlich noch der nacken mit den Hans system geschützt wird.

Das die meisten Formel1 Fahrer trainierte Sportler sind tut ein übriges dazu,starke Muskeln können auch hohe Kräfte aufnehmen.

Bestes beispiel Matthias Steiner,unser Olympia Gewichtheber. Ich denke viele können sich noch daran erinneren wie er die Kontrolle über seine Gewichte verloren hat und die Stange über seinen Hals abgerollt ist.

Jedem Normalo hätte es dabei wohl das Genick gebrochen,bei ihm waren "nur" einige Muskeln und Bänder überdehnt.

Gruß Tobias

Ab etwa 50g Verzögerung ist man auch so tot, da hilft Carbon nicht mehr. Organe werden von Arterien abgerissen(!), das falls vorhandene Hirn hängt an der Stirn und wird durch das Eigengewicht zerquetscht.

Du kannst etwa ausrechnen, bei welcher Geschwindigkeit und Knautschzone Einschläge nicht mehr zu überleben sind.

a=v/t und s=a/2 t^2. Ergibt: a=v^2/(2s).

Bei 100 km/h bzw. 27 m/s, einem Meter Knautschzone vorne und einem zusätzlichen halben Meter im Bereich der Gurte und Airbag stehen 1.5m zur Verfügung. Macht eine Verzögerung von 255 m/s^2 bzw. dem 26-fachen der Erdbeschleunigung. Das sind im Idealfall "nur" schwerste Verletzungen. Bei 130 km/h sinds 44g, das überlebst du nicht mal in der Theorie. Auch wenn die Knautschzone funktionieren statt kollabieren würde. Bei 200 km/h sinds 104g bei 1.5m Knautschzone. Das wird erst unter 50g ausfallen, wenn du 4 Meter(!) Knautschzone hättest.

Würdest du in einem Panzer gegen einen Betonklotz kacheln und hättest nur 50cm Gurtweg plus Airbag, dann wären bereits 50 km/h mit 20g ziemlich problematisch. Bei 30cm Gurtweg biste über 30g angekommen.

Zitat:

Bei 130 km/h sinds 44g, das überlebst du nicht mal in der Theorie.

Sorry das ich dich da korrigieren muss, aber ein wenig mehr hält der Mensch dann doch aus.

Schon John Paul Stapp erreichte solche werte bei seinen versuchen. Auch ist der Ertragbare Wert höher wenn die einwirkdauer kurz ist.

Ich darf mal wiki zum Kubica unfall 2007 zitieren:

Zitat:

The car then hit the concrete retaining wall and rolled as it came back across the track, striking the opposite wall on the outside of the hairpin and coming to rest on its side.[11] The speed measured when his car clipped the barrier was 300.13 km/h (186.49 mph), at a 75-degree angle, subjecting Kubica to an average deceleration of 28 g. After data from the onboard accident data recorder had been analysed it was found that he had been subjected to a peak G-force of 75 G

Ansonsten hast du natürlich recht, Beschleunigung ist essentiell und ein Trainierter Sportler kann mehr ab als ien alte Oma, aber es ist trotzdem theoretisch mehr möglich.

Großer Unterschied: "Hanswurst" vs. toptrainierter F1-Pilot

Dazu crasht kein F1 ungebremst mit 200 gegen einer starre Wand, das würde auch da keiner Überleben, bei dem Verzögerungsweg sind die Beschleunigungen einfach zu hoch. Unkomfortable Sicherheitssysteme, Reifenstapel und i.d.R. doch schräge Aufpralle wo nicht in 50cm die ganze kinetische Energie abgebaut werden muss führen dazu dass die Unfälle in der F1 meist glimpflich abgehen.

Einfach zu merkende Regel:

LD 50% durch Aortaabriß bei der Normalbevölkerung (Durchschnitt) bei 50 g.

 

Gruß SRAM

Zitat:

Original geschrieben von Turbotobi28

Zitat:

Original geschrieben von snooopy365

Wobei hier der Airbag ein großes Problem ist, gibt untersuchungen das diese einfach nicht mehr Funktionieren und für viel zu viel Geld ersetzt werden müssten.

Ganz im Gegenteil,noch in den 90er Jahren haben die Hersteller teilweise einen Airbagwechsel nach 10 Jahren vorgeschrieben.

Diese Vorschriften sind aber alle für ungültig erklärt worden weil man inzwischen weiß das selbst die ersten Airbags aus den 80er Jahren heute noch zünden und funktionieren.

Selbst wenn jemand ein Fahrzeug hat bei dem noch drin steht das der Airbag nach 10 oder 15 Jahren getauscht werden muß ist das nicht mehr nötig.

Gruß Tobias

Ja meistens funktionieren sie noch, allerdings gibts ja diverse "TV-Shows" wo alte Autos für Stunts und versuche getestet werden, dort sieht man immer wieder Fälle von nicht öffnenden Airbags.

Wenn man dann noch jemand ist der das Pech anzieht, dann öffnet genau in dem alten Auto das ich fahre der Airbag nicht.

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