Materialfehler (Kleber?) am Lenkrad ab Werk, Händler droht mit 2.800 € Kosten bei Mercedes-Ablehnung
Hallo zusammen,
ich wende mich an euch, da ich mit meiner B-Klasse (W247, Neukauf 2023) ein Problem habe, das mich bei jeder Lenkrad-Berührung beschäftigt, und hoffe, hier auf Erfahrungen oder Ratschläge zu stoßen.
Das Problem: Seit der Übernahme meines Fahrzeugs im August 2023 habe ich kleine, scharfkantige und splitterartige Fremdkörper auf dem Leder des Lenkrads.
Es fühlt sich an wie winzige Kristalle oder Klebereste, die bei der Lenkrad-Nutzung ständig auffallen.
Zwei Reparaturversuche durch Aufbereiter des Händlers sind gescheitert.
Ein Sattler sagt, Mercedes soll sich um das Lenkrad kümmern (einschicken).
Die aktuelle Situation – Händler will Austausch nur mit Risikoübernahme durch mich:
Nachdem die Ausbesserungsersuche gescheitert sind, schlägt die Werkstatt den Austausch des Lenkrads vor (Kostenpunkt: ca. 2.800 €). Ich habe daraufhin den Mercedes-Kundenservice (CAC) kontaktiert, die allerdings eine Übernahme der Kosten nicht zusagen möchten, sondern ein Einsenden des Lenkrads fordern. Die offizielle Vorgehensweise sähe nun so aus:
- Der Händler tauscht das Lenkrad zunächst kostenlos aus.
- Das problematische Lenkrad wird zur technischen Prüfung an Mercedes geschickt.
- Sollte das Werk (vier Wochen später) den Schaden nicht als Materialfehler anerkennen, wird der Händler mit den Kosten rückbelastet und gibt sie an mich weiter.
Genau hier liegt das Problem: Mein Händler/Verkäufer verlangt von mir, dass ich zustimme, die 2.800 € zu übernehmen, falls Mercedes die Kostenübernahme nach der Prüfung ablehnt.
Ich soll also das volle finanzielle Risiko tragen.
Interessanterweise wiesen bis ins Jahr 2024 hinein auch die Ausstellungsfahrzeuge beim Händler exakt dieselben Rückstände am Lenkrad auf. Erst bei den neueren Modellen ab 2025 mit einem anderen Lenkradtyp tritt dieses Problem nicht mehr auf. Das deutet für mich klar auf einen temporären Material- oder Produktionsfehler hin.
Mercedes selbst (CAC bzw. Mitarbeiter, die der Händler kennt), behaupten jedoch, ich bin der erste Kunde, der das Problem hat/anspricht.
Mir sind grundsätzlich folgende Dinge bewusst, allerdings habe ich keine Lust auf einen Rechtsstreit mit Mercedes bzw. dem Händler:
- Gemäß § 477 BGB liegt die Beweislast im ersten Jahr beim Verkäufer/Hersteller. Da die erste Ausbesserung innerhalb eines Jahres versucht wurde, ist das für mich gegeben. Habe ich allerdings nicht schriftlich per Mail vom Händler erhalten, nur mündlich vom Serviceberater ("ist im System erfasst, dass da was gemacht wurde"). Das erste mal mit dem Händler/Verkäufer habe ich 10 Tage nach Abholung gesprochen, der dann meinte, das bekämen sie bei der nächsten Inspektion weg (damals war ich noch gutgläubig..). Leider arbeitet diese Schlüsselperson nun nicht mehr bei dem Händler.
- Mein langjähriger Serviceberater beim Händler/Verkäufer hat mir gegenüber persönlich bestätigt, dass er meiner Darstellung glaubt (es ab Werk so war).
Meine Fragen an die Community:
- Hatte jemand von euch schon einmal ein ähnliches Problem bzw. Lösung mit Materialfehlern/Kleberesten ab Werk am Lenkrad?
- Wie kulant oder stur hat sich Mercedes/der Händler in eurem Fall gezeigt? Mein Serviceberater hält eine Ablehnung durch Mercedes/CAC für wahrscheinlich, wenn sie das Lenkrad vor Ort inspizieren.
- Habt ihr Tipps, wie ich mich jetzt am besten verhalten soll, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben?
Ich bin für jeden Ratschlag und jede geteilte Erfahrung dankbar!
Vielen Dank und Grüße
Fabian
14 Antworten
Ich kann mich erinnern dass wir auch wegen sowas schon öfter reklamiert haben. Meistens sind das irgendwelche Einschlüsse.
Eine schöne Schlamperei hat Mercedes da, das wird immer schlimmer. Ich hoffe es sind nicht alle von diesen Hubels abgekratzt, dann müsste man eindeutig sehen dass es Erhebungen sind. Viel Glück, braucht man bei Mercedes die sind nämlich genauso schlimm wie bei VW.
Für Mercedes-Neuwagen gilt eine Garantie für die Dauer von 2 Jahren, die also weiter geht, als die gesetzliche Gewährleistung (Sachmängelhaftung). Nur bei letzterem müsste der Käufer ggf. beweisen dass der Mangel auf einen vom Hersteller zu vertretender Fabrikationsfehler zurückzuführen ist. Wenn für einen Mangel gar keine andere Ursache als eben ein Fabrikationsfehler in Frage kommt, dürfte es für Mercedes schwierig werden, sich aus der Sache herauszuziehen. Bei dem beschriebenen und fotografierten Schadenbild fällt mir jedenfalls nichts ein, wie diese Einschlüsse nachträglich hätten eingebracht werden können. Das würde ich noch einmal entsprechend mit MB kommunizieren. Im Zweifel lohnt sich sich bei einem Kostenrisiko von 2.,800,- Euro aber auch, einen Anwalt einzuschalten. Vielleicht hast du ja sogar eine Rechtsschutzversicherung.
Würde ich auch zustimmen nur die Willkür von Mercedes bezüglich Garantie und Ablehnungen ist unberechenbar. Zum Kostenthema: 2800 würde wohl inklusive Airbag sein, den könnte man umbauen - macht man auch in der Regel beim Lenkradtausch.
Das Lederlenkrad selbst dürfte nicht mehr als 1500 Euro kosten.
Hast du von den Ausstellungsfahrzeugen denn auch Bilder die das ebenfalls hatten?
Ich würde mich nicht auf Mercedes verweisen lassen. Vertragspartner und damit zur mangelfreien Lieferung verpflichtet ist der Verkäufer (Händler). Er hat alle Kosten für die Beseitigung des Mangels zu tragen, sofern es sich nicht um einen unerheblichen Mangel handelt (439 BGB) und unerheblich dürfte der Mangel m. E. nicht sein, insbesondere wenn durch "scharfkantige, splitterartige Fremdkörper" eine Verletzungsgefahr bestehen sollte. Von Mercedes würde ich das nicht abhängig machen und das Lenkrad ohne vorherige schriftliche Anerkennung des Mangels durch den Verkäufer auch nicht an Mercedes einschicken lassen. Ein solches Vorgehen wäre allein Sache des Verkäufers und ginge zu seinen Lasten, wenn er nicht der Lage ist, den Mangel zu beseitigen. Der Verkäufer hat gegenüber dem Käufer den Mangel zu vertreten und ist ihm gegenüber zur Mangelfreiheit verpflichtet.
Was mich ein wenig wundert sind die bereits zwei erfolglosen Versuche, den Mangel (dauerhaft) zu beseitigen. Wurde das mit speziellem Fach- und Sachwissen versucht? Es müsste doch gegenüber einem kompletten Austausch kostengünstiger möglich sein, das Lenkrad abzuschleifen und neu zu beziehen? Aber da bin ich nur Laie.
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Heutige Lenkräder sind meistens nicht mehr aus Leder, Kunstfasern meistens mehrfach beschichtet. Daher wahrscheinlich die immer wieder auftretenden Einschlüsse in der Beschichtung. Ich würde letztlich tatsächlich auch den Händler in der Gewährleistungspflicht sehen - er müsste auch dafür einstehen wenn Mercedes selbst nichts bezahlt - vorausgesetzt der Mangel ist erheblich. Da es bestimmt die Handoberflächen stört und den Wert mindest, würde ich auf jeden Fall von einem Mangel ausgehen.
Die Splitter sehen auf den Bildern für mich so aus, als seien es eine Art gesplittertes Glas o.ä. Wenn du dir sicher bist, dass auch andere Fahrzeuge genau dieses Händlers die gleichen "Probleme" aufweisen: Hat der Händler ggf. in der Vergangenheit mit Vandalismus zu tun gehabt, wo vielleicht die Frontscheiben einiger Fahrzeuge zerstört wurden und die Splitter daher rühren könnten? Neue Frontscheiben hat der Händler vielleicht noch über seine Versicherung abrechnen können....(). Ehrlich: ich habe noch nie von ähnlichen Fällen -egal von welcher Marke--gehört oder gesehen. Kleberreste in Splitterform bei mehreren Fahrzeugen eines einzigen Händlers, und dann bei allen Fahrzeugen ausgerechnet am Lenkrad?
Wenn Mercedes genau so "kulant" ist wie seinerzeit bei meiner sich selbst öffnenden Heckklappe (Problem war, dass sich die Heckklappe bei einem einmaligen Druck auf die FB öffnete (gibt es in diesem Forum schon viele Seiten zu)---z.B. durch einen anderen Schlüssel, der in der Hosentasche versehentlich auf den "Auslöser" gedrückt hat oder meine Frau den Schlüssel in der Handtasche aufbewahrt hat und irgendein Gegenstand zufällig an den Auslöser kam---tja, dann bist du morgens nicht mehr in deine Garage gekommen, da sich --wiederholt --die Heckklappe in der Querverstrebung der Garagentür verhakt hat----das habe ich vorher auch noch nie gehabt, egal welche Automarke oder wie teuer oder billig ein Fahrzeug war!), die Umprogrammierung des Schlüssels (Öffnungsmechanismus klappt dann erst beim 2 x maligen drücken) sollte ca. 150 Euro kosten). Bei meinem MB Bj.2020 W247, lief es auf eine Kostenteilung zwischen meinem Händler und mir hinaus, MB CAC hat sich auch nach langem Schriftverkehr, nicht zu einer Kostenbeteiligung, geschweige dann zu einer Kostenübernahme bewegen lassen. Ich wünsche dir viel Erfolg!
Bei uns waren das damals jedenfalls Einschlüsse im Material wie kleinen Spitzen.
Vermutlich hat der Händler einfach nur die Köpfe abgesetzt und geglättet. Das wird wohl die sogenannte Reparatur gewesen sein.
Zitat:
@BrumbrummFahrer schrieb am 27. Juli 2025 um 12:31:06 Uhr:
Würde ich auch zustimmen nur die Willkür von Mercedes bezüglich Garantie und Ablehnungen ist unberechenbar. Zum Kostenthema: 2800 würde wohl inklusive Airbag sein, den könnte man umbauen - macht man auch in der Regel beim Lenkradtausch.
Das Lederlenkrad selbst dürfte nicht mehr als 1500 Euro kosten.
Hast du von den Ausstellungsfahrzeugen denn auch Bilder die das ebenfalls hatten?
Als ich 2023 und 2024 an jedem Lenkrad diese Fehler gesehen hatte, hab ich leider keine Fotos gemacht, weil ich dachte: ok, das ist wohl "Mercedes-Qualität", die haben das alle bei dem Baugleichen Lenkrad...an gebrauchten Fahrzeugen aus der Zeit hat der Händler behauptet, dass er das nicht finden konnte...🤦♂️
Zitat:
@roadrunner0366 schrieb am 27. Juli 2025 um 18:07:53 Uhr:
Die Splitter sehen auf den Bildern für mich so aus, als seien es eine Art gesplittertes Glas o.ä. Wenn du dir sicher bist, dass auch andere Fahrzeuge genau dieses Händlers die gleichen "Probleme" aufweisen: Hat der Händler ggf. in der Vergangenheit mit Vandalismus zu tun gehabt, wo vielleicht die Frontscheiben einiger Fahrzeuge zerstört wurden und die Splitter daher rühren könnten? Neue Frontscheiben hat der Händler vielleicht noch über seine Versicherung abrechnen können....(). Ehrlich: ich habe noch nie von ähnlichen Fällen -egal von welcher Marke--gehört oder gesehen. Kleberreste in Splitterform bei mehreren Fahrzeugen eines einzigen Händlers, und dann bei allen Fahrzeugen ausgerechnet am Lenkrad?
Wenn Mercedes genau so "kulant" ist wie seinerzeit bei meiner sich selbst öffnenden Heckklappe (Problem war, dass sich die Heckklappe bei einem einmaligen Druck auf die FB öffnete (gibt es in diesem Forum schon viele Seiten zu)---z.B. durch einen anderen Schlüssel, der in der Hosentasche versehentlich auf den "Auslöser" gedrückt hat oder meine Frau den Schlüssel in der Handtasche aufbewahrt hat und irgendein Gegenstand zufällig an den Auslöser kam---tja, dann bist du morgens nicht mehr in deine Garage gekommen, da sich --wiederholt --die Heckklappe in der Querverstrebung der Garagentür verhakt hat----das habe ich vorher auch noch nie gehabt, egal welche Automarke oder wie teuer oder billig ein Fahrzeug war!), die Umprogrammierung des Schlüssels (Öffnungsmechanismus klappt dann erst beim 2 x maligen drücken) sollte ca. 150 Euro kosten). Bei meinem MB Bj.2020 W247, lief es auf eine Kostenteilung zwischen meinem Händler und mir hinaus, MB CAC hat sich auch nach langem Schriftverkehr, nicht zu einer Kostenbeteiligung, geschweige dann zu einer Kostenübernahme bewegen lassen. Ich wünsche dir viel Erfolg!
Ich habe das Fahrzeug ab Werk abgeholt und es ist mir auch bereits da aufgefallen. Also Vandalismus fällt weg, es ist wirklich ein Fehler ab Werk.
Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrung - klingt, als müsse man echt von Anfang an Terror beim Händler machen und nicht darauf hoffen, dass Mercedes einen groß unterstützt..von wegen "Premium"...
Das mit dem Schlüssel hab ich leider auch schon erlebt. Aus dem Supermarkt rausgelaufen und gesehen, dass der Kofferraum mit Notebook-Tasche die ganze Zeit offen war 🤦♂️
Ich habe mir eine Abdeckung über 3D-Druck anfertigen lassen:
https://cults3d.com/en/3d-model/gadget/mercedes-benz-key-upper-cover
Zitat:
@BrumbrummFahrer schrieb am 27. Juli 2025 um 18:25:29 Uhr:
Hier ein Foto unseres Einschluss
Vielen Dank.
Ja, ich frage mich mittlerweile auch, ob der Aufbereiter des Händlers das nicht richtig angegangen hat..
Zitat:
@Fabian2025 schrieb am 4. August 2025 um 18:24:51 Uhr:
Ich habe das Fahrzeug ab Werk abgeholt und es ist mir auch bereits da aufgefallen. Also Vandalismus fällt weg, es ist wirklich ein Fehler ab Werk.
Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrung - klingt, als müsse man echt von Anfang an Terror beim Händler machen und nicht darauf hoffen, dass Mercedes einen groß unterstützt..von wegen "Premium"...
Das mit dem Schlüssel hab ich leider auch schon erlebt. Aus dem Supermarkt rausgelaufen und gesehen, dass der Kofferraum mit Notebook-Tasche die ganze Zeit offen war 🤦♂️
Ich habe mir eine Abdeckung über 3D-Druck anfertigen lassen:
https://cults3d.com/en/3d-model/gadget/mercedes-benz-key-upper-cover
Ne, für meinen MB Händler stehe ich ein, absolut, der kann nun wirklich nichts dafür. Der hat mir direkt und ohne Umschweife weitergeholfen! Wenn er nicht gewesen wäre, hätte ich die vollen Kosten selber tragen müssen....eigentlich wirklich ein Witz: du kaufst ein Auto und die Heckklappe öffnet sich wie von Geisterhand durch irgendeinen Umstand, den es schon seit Jahrtausenden gibt: die Berührung mit einem Gegenstand in der Hosentasche/Handtasche....für mich ein absolutes "no go" bei einem Fahrzeug egal welcher Klasse.
Zitat:
@Fabian2025 schrieb am 4. August 2025 um 18:24:51 Uhr:
klingt, als müsse man echt von Anfang an Terror beim Händler machen und nicht darauf hoffen, dass Mercedes einen groß unterstützt..von wegen "Premium"...
So haben wir MB schon vor Jahren erlebt. Einzige Abhilfe - dieses Fabrikat künftig meiden. Was wir uns dort alles anhören durften ...
Ich würde das nie akzeptieren. Da würde ich eher zu einem Lenkrad Spezialisten oder Sattler und das selber machen lassen. Dann habe ich ein einwandfreies Lenkrad und das kostet Buchteile von diesen 2800 Euro.
Wenn du ein kulanter Händler hast, dann baut er dir ein Lenkrad aus einem Gebrauchtwagen oder sogar Neuwagen ein, bis der Entscheid von Mercedes kommt.