Machen gute Winterreifen wirklich viel aus?
Hallo Leute,
ich habe nun seit fast 7 Jahren meinen Führerschein. Ich war in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei Glatteis unterwegs. Die Fahrt war unvermeidbar, 25km über eine Landstraße mit zahlreichen Kurven. Und ja, es war glatt, aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich die Kontrolle über den Wagen verloren hätte. Sicher hat der Wagen ab und an untersteuert, es war aber in keinem Fall kritisch. Das Fahrgefühl war in dem jetzigen Audi ein komplett anderes, als mit meinen bisherigen Fahrzeugen. Jetzt frage ich mich, woran es liegt, ist es das Fahrzeug, die Reifen (Dunlop SP Winter Sport 3D) oder das Fahrkönnen (im Sinne von Ruhigbleiben, wenn das Auto rutscht, denn Panik, wildes drehen am Lenkrad und Vollbremsung machen alles nur noch schlimmer).
Meine erste Glatteis Erfahrung habe ich rund 1,5 Jahre gemacht, nachdem ich den Schein bestanden habe. Es war für mich die Hölle, auf einem Supermarktparkplatz ging auf einmal nichts mehr. Ich konnte an dem Lenkrad drehen, soviel ich wollte, das Auto blieb auf dem Kurs. Damals war ich mit meinem ersten Wagen (Mitsubishi Carisma) unterwegs. Das zweite Mal war dann weitere 2 Jahre später mit einem Skoda Fabia RS. Ich habe in einer leichten Kurve gebremst und dabei ist bei mir das Heck ausgeschlagen.
Beide Fahrzeuge hatten eine Sache gemeinsam: Den Mitsubishi habe ich von meinen Eltern übernommen, der Skoda war mein erster Neuwagen. Meine Eltern waren der Meinung, Winterreifen seien ein notwendiges Übel, es wurde deshalb das aufgezogen, was billig war. Für die Winterräder habe ich beim Skoda 300€ bezahlt (Felge + Reifen), beim Mitsubishi war das Set wahrscheinlich auch nicht viel teurer. Beim Audi habe ich jetzt rund 650€ ausgegeben. Aber ob es daran liegt?
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von Georg266
Mach maln Sicherheitstraining, die Winterreifen helfen nicht viel.
Der Preis für den dämlichsten Beitrag des Tages geht bisher an dich.
Was nützt es ein Sicherheitstraining gemacht zu haben um Situationen theoretisch meistern zu können in die man mit guten WR gar nicht erst kommen würde?
Sicher helfen WR auch auf vereisten Strassen.Durch die weichere Mischung und den Lamellen können sie sich auch auf dem Eis noch relativ gut mit dem Untergrund verzahnen wo SR das nicht mehr können,das ist nämlich der Grund weshalb WR diese Lamellen haben.
Wer aber nie gute WR hatte und nie SR mit höherem Geschwindigkeitsindex wird das nicht so deutlich spüren.
26 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Georg266
Die neuen Fahrzeuge geben wenig Rückmeldungen vom Strassenzustand, das beruhigt zusätzlich.
Also dem kann ich jetzt absolut nicht zustimmen. Zumindest ist es nicht bei meinem Fahrzeug der Fall. Den Zustand der Straße merkst du z.B. sofort am Lenkrad.
Ich weiß auch nicht, wo ich irgendwelche Fahrfehler gemacht hätte. Es geht mir auch nicht darum, auf vereister Straße absichtlich im Grenzbereich zu fahren. Bisher handhabe ich das so: wenn es Schneit oder es Glatt ist, dann lasse ich den Wagen stehen. Wenn ich keinen Fehler mache, gibt es auf der Straße genug andere Deppen, die den Schein nicht verdient haben.
Ich bin Samstag gegen 18 Uhr zum Kunden bei +4°C losgefahren, auf der A8 hat es dann auf einmal angefangen zu schneien. Ich wollte schon umkehren und nach Hause fahren, da habe ich dann auf der anderen Autobahn Seite den Stau gesehen. Tja, dann bin ich durchgefahren. Rückweg war dann um 3 Uhr nachts. Teils vereiste Landstraße und weit und breit kein anderes Auto.
Was mich da erstaunt hat, war dass der Wagen zwar ab und an ins Rutschen geraten ist, während der Fahrt jedoch nie ein Zustand war, bei dem ich die Kontrolle über den Wagen verloren habe. Bei meinen älteren Fahrzeugen ist dieser Zustand doch ab und an eingetreten. Im Vergleich zu damals haben sich jetzt drei Faktoren verändert:
1) Marken-Winterreifen zu einem höheren Kurs
2) Ein anderes (neues) Fahrzeug mit schönem Fahrwerk, direkter Lenkung und dem Standard-Elektronik-Schnick-Schnack
3) Mehr Erfahrung. Wie ich schon gesagt habe, früher hatte ich leichte Panik, wenn das Fahrzeug gerutscht ist, heute hält es sich in Grenzen.
Zitat:
Original geschrieben von Georg266
Da ist was dran: der Sicherheitsvorteil wird, wie immer, durch höhere Geschwindigkeit ausgeglichen.
Sollen wir wieder kollektiv auf Schrittgeschwinigkeit zurückfallen? Aber auch da kann es böse Unfälle geben.
Zitat:
Die neuen Fahrzeuge geben wenig Rückmeldungen vom Strassenzustand, das beruhigt zusätzlich.
Für Grobmotoriker sicher ein Problem. Feinfühlige Fahrer probieren an ungefährlichen Orten das Verhalten des Autos aus und justieren ihren Popometer neu.Die sch.... sich dann auch nicht mehr in die Hose wenn das Auto mal ein paar Millimeter von der eingeschlagenen Linie abweicht sondern reagieren gelassen und angemessen darauf.
Ansonsten kann man,passende Besohlung vorausgesetzt, davon ausgehen das moderne Autos zwar keine so deutlichen Rückmeldungen mehr geben aber auch keine solchen Zicken mehr sind wie die alten Autos.Aber dafür liefert die moderne Technik Mittel mit mit denen man relativ gefahrlos die Griffigkeit der Fahrbahn prüfen kann.Entweder indem man probiert wie schnell das ASR anschlägt wenn man beschleunigt oder das man Probebremst und darauf achtet wann das ABS zu arbeiten beginnt.Bei alten Autos war da immer eine latente Schleudergefahr dabei. 😁 Aber etwas Spass machten die Kisten dann doch im Winter.
Zitat:
Die Folge ist: Die Unfallhäufigkeit bleibt, die Unfallschwere nimmt zu.
Da sagt die Statistik zum Glück was Anderes.Allerdings verdeutlichte der aktuelle Winter das Viele(zu Viele?) das Fahren auf winterlichen Strassen verlernt haben.
Zitat:
Was hällts du denn von einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 in der Stadt und 60 auf der Bahn,
Nix da das nur zur vollendeten Verblödung der Fahrzeugführer führt. Ist ja jetzt schon so das verunfallte Fahrer gar nicht wissen weshalb der Unfall passierte da sie ja nicht mal die maximal zulässige Geschwindigkeit gefahren seien. Das auch die Zahl auf dem Blechschild zu hoch sein kann wird verdrängt,so viel zum (un)mündigen Fahrer.
Zitat:
plus Winterreifen, bei Schnee?
Sollten selbstverständlich sein,aber keine Pseudowinterreifen sondern welche die technisch auf der Höhe der Zeit sind.Da wäre es nicht verkehrt wenn man einen Mindeststandart setzen würde der sich an den besten Reifen auf dem Markt orientiert so da gewährleistet ist das zumindest die übelsten Reifen nicht mehr als WR gelten können.
Zitat:
Wir wollen bei jedem Wetter Gas geben können.
😁 Bingo.Warum soll ich nur mit 40 fahren wie der Kollege mit seinen Baumarktschlappen wenn ich mit meinen guten Reifen selbst bei 80 noch sicherer unterwegs bin.
Spass beiseite,aber man kann sich nicht immer am untersten Level orientieren, dann würden wir immer noch auf Bäumen hausen oder durch die Savanne streifen.
Übrigens ist auch eine schneebedeckte Strasse unter bestimmten Umständen sehr griffig.Wenn auf eine feste Schneedecke immer eine leichte Pulverschneedecke draufschneit wird die Strasse überraschend griffig
Zitat:
Original geschrieben von LL0rd
Es war für mich die Hölle, auf einem Supermarktparkplatz ging auf einmal nichts mehr. Ich konnte an dem Lenkrad drehen, soviel ich wollte, das Auto blieb auf dem Kurs.
Bei Glätte, mehr am Lenkrad zu drehen, mützt nicht mehr. Wenn wenig nicht geht, geht viel Drehen auch nicht. Nur langsam fahren und vorsichtig lenken.
Hallo
ich bin auch der Meinung das Markenreifen meist mehr Grip bieten als NoName Produkte, allerdings kann man das nicht am Preis allein feststellen. Wenn ich neue Reifen brauche schau ich nach Reifentests oder hier bei MT welche Erfahrungen andere gemacht haben.
Ich finde der TE hat doch einiges gelernt und es macht jeder am Anfang seiner Autofahrerkarriere mal Fehler. Und bei Reifen sollte man das Sparen auf keinen Fall auf Kosten der Sicherheit vorziehen.
Ich selbst bin schon mit verschiedenen Fahrzeugen (alles Fronttriebler) und unterschiedlichen Winterreifenmarken unterwegs gewesen und habe deutliche Unterschiede feststellen können. Wo sich der eine noch durchwühlt am Berg bleibst du mit dem anderen schon hängen.
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Zitat:
Original geschrieben von AstraF Champion
Ich selbst bin schon mit verschiedenen Fahrzeugen (alles Fronttriebler) und unterschiedlichen Winterreifenmarken unterwegs gewesen [...] Wo sich der eine noch durchwühlt am Berg bleibst du mit dem anderen schon hängen.
Und dort, wo mein VW Golf 4Motion (trotz oder gerade dank hochwertiger WR) stecken bleibt, gelangt der Automobilclub mit seinem Opel Zafira, VW Sharan o. ä. erst gar nicht hin.
Zitat:
Original geschrieben von Rigero
Und dort, wo mein Golf 4Motion (trotz oder gerade dank hochwertiger WR) stecken bleibt, gelangt der Automobilclub mit seinem Opel Zafira, VW Sharan o. ä. erst gar nicht hin. 😁Zitat:
Original geschrieben von AstraF Champion
Ich selbst bin schon mit verschiedenen Fahrzeugen (alles Fronttriebler) und unterschiedlichen Winterreifenmarken unterwegs gewesen [...] Wo sich der eine noch durchwühlt am Berg bleibst du mit dem anderen schon hängen.
stimmt da hilft nur noch der Unimog oder Traktor😉
allerdings bringt dir der Allrad beim Bremsen auch keine Vorteile
Zitat:
Original geschrieben von Sir Donald
😁 Bingo.Warum soll ich nur mit 40 fahren wie der Kollege mit seinen Baumarktschlappen wenn ich mit meinen guten Reifen selbst bei 80 noch sicherer unterwegs bin.
Spass beiseite,aber man kann sich nicht immer am untersten Level orientieren, dann würden wir immer noch auf Bäumen hausen oder durch die Savanne streifen.
Geschwindigkeit ist also eine Frage des Geldes und der Schwächere verliert. Und ich hab schon gedacht wir machen ne Evolutionspause.😁
In gewisser Weise ist Geschwindigkeit eine Geldfrage,jetzt nicht auf das jeweilige Auto bezogen da selbst die billigste Kiste schnell genug ist um Landstrassenlimits auszunutzen.
Auf trockener Strasse spielt die Qualität der Reifen eine untergeordnete Rolle was die gefahrlos zu fahrenen Geschwindigkeiten angeht. Limits unter dem generellen Limit haben ja meistens eine gewisse Sicherheit für schlechtere Fahrzeuge oder unsichere Fahrer inkalkuliert so das man selbst mit schlechten Reifen kaum ans Limit kommt.Aber je schlechter die Bedingungen werden desto weiter geht die Schere auf und desto größer werden die Differenzgeschwindigkeiten. Das kann dann durchaus dazu führen das Fahrer A mit seinen Chinakrachern bei zb 40 hart am Limit fährt und Fahrer B dessen Reifen zu den Besten auf dem Markt gehören selbst bei 60/70 noch deutlich vom Grenzbereich entfernt ist.
Bei euch ist das vielleicht mangels Schnee, dürfte ja aktuell kein typischer Winter für euch sein, nicht ganz so auffallen aber bei uns im Süden ist dieser Winter an sich als normal anzusehen auch wenn der Schnee mal länger als sonst liegenbleibt. 😉 Dazu kommt das bei uns dank geringerer Bevölkerungsdichte einem die Strasse doch öfters quasi alleine gehört was dann etwas höhere Geschwindigkeiten erlaubt als wenn einem ständig einer entgegenkommt oder noch schlimmer im Weg rumsteht.
Letzten Samstag Morgens gegen 4 waren die Strassen zwar vereist aber doch relativ griffig da keine glatte Eisschicht welche kein schleichen erforderte. Nur hatte man ständig das Gefühl das die Räder nicht richtig befestigt sind,lag an der dünnen gefrohrenen Matschschicht die die Räder dauernd in eine andere Richtung drängten. Aber dann muß man halt noch konzentrierter und vorrausschauender fahren als sonst.
der alte Winterreifen, bzw. abgefahren Winterreifen oder auch ein Billigreifen können schon bei z.b. 30 km/h die Haftung verlieren und das rutschen anfangen, ein neuer Winterreifen mit ausreichend Profil oder ein Markenreifen kommt dagegen erst bei z.b. 50 km/h ins Rutschen. Während der eine Fahrer mit 20 km/h durch die Gegend schleicht weil mehr einfach nicht drin ist kann ich mit 40 km/h fahren, der Unterschied ist einfach das der billig Reifen nicht so viel traktion aufbauen kann wie ein guter Reifen. Während der Fahrt macht man ein paar Testbremsungen und kann so recht einfach feststellen wie glatt es ist und passt danach seine Geschwindigkeit an, und da kommt es eben auch auf den Reifen an. Aber auch wenn das Fahrzeug leicht rutscht ist das noch kein Abflug, Dreher oder Unfall, und etwas rutschen gehört zum Winter dazu und rutschen definiert wieder jeder anders 😉
Sorry, aber das kann man nicht so verallgemeinern, es kommt auf die Schneemenge an und dessen Beschaffenheit.
http://www.adac.de/.../2009_Winterreifen_Test_205_55_R16.aspx
Da hast schonmal den ADAC Test von 2009. Für 2010 gibts noch keinen. Die älteren Tests findest auch dort.