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Hurra Deutschland!

Themenstarteram 24. März 2003 um 8:11

...oder die Moral bleibt auf der Strecke.

Hallo Leute.

Ist es wirklich so schlimm?

-Vorfahrt nehmer

-bei Dunkelrot-Fahrer

-extrem Linksfahrer

-Drängler usw. usw.

Sind wir "Opfer" der Technik? Soll heißen: Die Autos werden immer sicherer, der Fahrer dadurch rücksichtsloser?

Was mir auch immer häufiger auffällt. Hat jemand einen Unfall(und der Gegner ist Schuld) ist der erste Hinweis: besorg dir einen Anwalt. Ist die Rechtsschutzversicherung heutzutage unvermeidbar?

Woran liegt es, das es so schwer fällt, seine Schuld einzugestehen (geblitzt)?

Also mir reicht es immer noch, wenn mir einer die Vorfahrt nimmt, wenn er sich mit Handzeichen entschuldigt...

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42 Antworten

Re: Hurra Deutschland!

 

Zitat:

Original geschrieben von CALVA

Also mir reicht es immer noch, wenn mir einer die Vorfahrt nimmt, wenn er sich mit Handzeichen entschuldigt...

Diese Einstellung hab ich auch.

Ok, ich wollte dem Polizisten letztes mal auch weis machen, dass es erst dunkelorange war, nicht rot. Hat anscheinend gerade umgeschalten, als ich drunter war.

 

Aber das mit dem hohen Agressivität hängt glaub ich auch viel mit dem allgemein hektischen Leben hier in Deutschland zusammen.

Bei den Amis läuft das ja zum Beispiel viel relaxter ab...

Dass es mit dem hohen Sicherheitsstandard der neuen Autos zusammenhängt glaub ich jetzt weniger.

Gruß Dominik

Hallo erstmal...

Auch mir fallen ständig die oben genannten Typen unter den Autofaherern auf. Die Ellenbogenmentalität hat sich auch unter den Autofahrern ausgebreitet und scheint sich in vielen Bereichen über die geltenden Gesetze hinweg durchzusetzen. Der stärkere gewinnt und hier zählt nicht mehr der körperliche Aspekt, das Auto ist hier der neue Körper, der riesige Kräfte verleiht. Die Ritterrüstung des 21. Jahrhunderts...

Auch die Fähgkeit zur Selbstreflexion und das Eingestehen eigener Fehler scheint vielen heute fremd geworden. Kaum jemand steht noch zu seinen Fehlern, jeder will sich rausreden. Dabei kann mir niemand erzählen, dass er nur ganz zufällig mal in der Ortschaft 70 gefahren ist oder auf der Autobahn ausnahmsweise mal mit 130 durch die Baustelle geflogen ist. Wir alle fahren mesit zu schnell und begründen das innerlich mesit damit, dass das doch jeder macht und es quasi normal und somit Gewohnheitsrecht ist. Das stimmt aber eben nicht. Wenn man dann geblitzt wird, dann geht aber das Geschrei los. "Hilfe, was soll ich tun? Bin doch noch in der Probezeit, mein Lappen ist dann weg..." Ich kann es nicht mehr hören. Jeder von uns weiss doch, was dann passiert, wenn man erwischt wird. Also sollte sich jeder vorher überlegen, ob einem das bisschen mehr an Geschwindigkeit dieses Risiko wert ist und dann auch dafür gerade stehen. Zumal es sich mit einem Fahrverbot oder einer Geldbuße oder einer Probezeitverlängerung mit Nachschulung noch ganz gut leben lässt, im Gegensatz zu anderen Konsequenzen, die ein solches Verhalten haben kann. Nur 5km/h mehr verlängern den Bremsweg ganz enorm! Wenn dann eben ein Mensch im Weg ist, dann können diese 5km/h den Ausschlag geben. Und damit lebt es sich dann nicht mehr so gut... Versteht mich nicht falsch, ich fahre auch hin und wieder schneller als erlaubt, aber ich jammere nicht rum, wenn sie mich dabei erwischen. In der Probezeit habe ich mich sogar strikt an die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten gehalten. Es waren ja nur zwei Jahre und die gehen rum. Abgesehen davon kann ein Führerscheinneuling sowieso die Situation noch nicht so gut einschätzen wie ein langjähriger Fahrer mit entsprechender Erfahrung und Routine. Das soll jetzt nicht heissen, dass die schneller fahren dürfen oder können, sondern eben nur, dass Neulinge häufig genug noch sher mit dem Fahrzeug und dem Fahren an und für sich beschäftigt sind und weniger Aufmerksamkeit für die Straße und den Verkehr übrig bleibt...

Generell stört mich in dieser Gesellschaft, dass niemand mehr Verantwortung übernehmen will, weder für sich selbst und sein Handlen noch für andere. Das oben angesprochene Beispiel ist nur eines von vielen, die Autobahn ist voll davon. Tagtäglich sind sie auf deutschen Autobahnen zu beobachten, die Gafferstaus. Hunderte drängen sich an den Unfällen vrobei, bremsen runter, um auch ja jedes noch so blutige Detail genau sehen zu können und gefährden damit sich und andere. Aber wenn noch keiner da ist, der hilft, dann sind diese Gaffer die letzten, die anhalten, um jemandem zu helfen, sondern höchstens, um noch schnell ein Foto fürs Familienalbum zu machen. Pervers und eklig finde ich das... Egal, wer schuld hatte, egal, wie eilig man es hat, es geht um Menschenleben und die stehen über allem! Die Schuldfrage wird späer geklärt, in einer solchen Situation zählt nur schnelle Hilfe. Es kann mir doch niemand erzählen, dass keiner ein Handy bei sich hat... Wenigstens einen Notur absetzen, das sollte doch selbstverständlich sein. Aber schon diese Paar Cent scheinen zu viel verlangt zu sein. Vielleicht müssen einige erst einmal am eigenen Leib erleben, wie es istz, blutend im Graben zu liegen mit gebrochenen Knochen, bevor sie ihre Einstellung überdenken. Dabei gab es einmal eine Zeit, in der Hilfe und Unterstützung selbstverständlich war. Aber Menschen helfen einander ja nur, wenn es allen dreckig geht. Warum sollte ich auch jemandem helfen, wenn es mir so gut geht? Da habe ich ja nichts von! Menschenverachtend, diese Einstellung...

Und dann diese Technik-Gläubigen... "Ich habe doch ESP, da kann doch nichts passieren" Dass auch ein Auto mit ESP den Gesetzen der Physik unterliegt, scheinen viele nicht wahr haben zu wollen. Wie die Geisteskranken rasen die, fahren auf, bis man slebst die Motorhaube nicht mehr im Rückspiegel sehen kann und glauben immer noch, die Situation unter Kontrolle zu haben. Wenn man dann versucht, solchen Leuten zu erklären, wie ein ESP funktioniert und dass es nur eine Hilfe für den Fahrer ist und keine Physik-Umgehung, dann erzählen sie einem: "Wenn es nicht funktionieren würde, würden die es ja nicht einbauen..." Soviel blinder Glaube in die Technik ist leider kein Einzelfall, sondern weiter verbreitet, als manche denken. Ich selbst bin Maschinbau-Student und als solcher vertraut mit vielen dieser Systeme und ihrer Funktion. Daher kenne ich eben auch die Schwächen. Die Technik ist schon sehr weitz, aber auch sie operiert in den Grenzen, die ihr die Physik gibt. Die lässt sich nicht überlisten...

Und die sogenannte Kontrolle ist nur eine Illusion. Niemand kann kontrollieren, was passieren wird. Man glaubt, dass man es könnte, aber schon eine winzige Kleinigkeit kann ausreichen, um diese Illusion wie eine Seifenbalse zerplatzen zu lassen. Ein Beispiel? Ich fahre mit 250 auf einer absolut leeren Autobahn. Absolut alles unter Kontrole, oder? Ist ja keiner da, der mich in Gefahr bringen könnte, oder? Dann liegt auf der Straße ein Nagel, ich fahre drüber und der Reifen platzt... Wo ist die Kontrolle jetzt? Weg... Alles unter Kontrolle zu haben, bedeutet, wirklich ALLES unter Kontrolle zu haben und das kann der Mensch gar nicht. Es ist und bleibt eine Illusion. Dessen sollte man sich auch bewusst sein, wenn man sein Fahrzeug bewegt.

Mein Fahrlehrer sagte damals zu mir: "Du bist jetzt 18 und der Staat erteilt dir die Erlaubnis, ein Auto zu fahren. Er gibt dir eine Tötungsmaschine in die Hand und vertraut dir, dass du sie sehr vorsichtig verwendest und verantwortungsvoll einsetzt. Denk darüber mal nach.." Es ist wie der Vergleich mit dem Messer. Das Messer an sich ist nicht gut oder schlecht, es ist wertneutral. Den Unterschied macht aus, wem ich es gebe. Ein Chirurg wird es auf seine Weise nutzen und ein Mörder auch. Das ändert aber nichts an dem Messer... Ebenso ist es mit dem Auto. Verantwortungsvoll eingesetzt und bewegt ist es ein wirklich nützlicher Gegenstand, aber unverantwortlich bewegt ist es die besagte Mordwaffe.

In diesem Sinne sollte sich jeder mal Gedanken über seinen Fahrstil machen und überlegen, ob er nicht aus seinen Fehlern lernt und mit den Kosequenzen lebt. Es ist viel einfacher, mit einer Geldbuße zu leben als mit einer fahrlässigen Tötung...

Grüße,

David al. DerMoses

Man könnte das Auto auch mit Strom vergleichen. Man kann damit Licht machen, aber eben auch einen elektrischen Stuhl betreiben....

Super ausführlich geschrieben und haargenau meine Meinung, David.

Gruß Dominik

Themenstarteram 24. März 2003 um 9:38

Der "Witz" ist aber: Wenn du die Regeln einhältst, dann bist du ja für einige "Freiwild"

In einer Tempo 30-Zone bekommst du Lichthupe von einer Mutter mit Kind auf der Beifahrerseite, weil du langsam fährst...

Jepp, stimmt auch wieder. Am sichersten ist es immer noch, "mitzuschwimmen".

Gruß Dominik

Themenstarteram 24. März 2003 um 9:46

Zitat:

Original geschrieben von pfuscher ;-)

Jepp, stimmt auch wieder. Am sichersten ist es immer noch, "mitzuschwimmen".

Gruß Dominik

Also ich finde "gegen den Strom" besser...;)

Aber im Interesse der "Sicherheit"...

Sagen wir mal so - bis 65 "schwimm" ich mit. Denn wenn man wirklich seine 50 fährt, gibts mehr gefährliche Situationen (man wird geschnitten, riskante Überholmanöver...) als wenn man etwas schneller fährt.

Dies gilt natürlich nur auf solchen Straßen, die mehrspurig sind und nicht direkt an Wohnhäusern vorbeiführen. Da halt ich dann lieber den Verkehr auf, als dass ich vor einem Kind dass seinem auf die Straße gerollten Ball hinterherrennt nicht mehr rechtzeitig bremsen kann...

Gruß Dominik

Ja, die "Gegen den Strom"-Methode ist besser. Ich lasse mich von niemandem drängeln. Der Drängler übernimmt ja nicht die Verantwortung, wenn etwas passiert ist. Die bleibt immer bei mir, auch wenn der Hintermann noch so gedrängelt hat. Ich überschreite die Geschwindigkeitsbegrenzung, ich baue einen Unfall, ich trage die Schuld. Daher lasse ich mich zu nichts bewegen, was ich nicht verantworten will oder kann. Auch nicht von der Lichthupe eines anderen Fahrzeugs... Und schon gar nicht von einer Mutter mit Kind an Bord. Denn das ist wirklich verantwortungslos!

Bis zu gewissen Grenzen schwimme ich auch mit, das ist meist so Tempo 60. Das erscheint mir als ein Kompromiss, den ich noch verantworten kann.

Grüße,

David al. DerMoses

Themenstarteram 24. März 2003 um 10:30

Besteht aber nicht die Gefahr, das man durch "lauter" Mitschwimmen seine Geschwindigkeit unbemerkt erhöht?

Das die eigenen Grenzen gedehnt werden?

Das man durch der anderen ewiges genörgle seine Seite wechselt?

Ganz ehrlich-Also ich erwische mich ab und zu dabei...

Passiert mir so gut wie nie. Ich werfe ziemlich oft mal nen kurzen Blick auf den Tacho;)

Gruß Dominik

Passiert mir auch selten. Ich sehe eigentlich sehr häufig auf den Tacho, den Drehzahlmesser und die Verbrauchsanzeige. Da mekrt man dann sehr schnell, wenn man sich verleiten lässt und die Geschwindigkeit erhöht hat. Ganz davon freisprechen kann sich sicherlich niemand, aber man kann natürlich versuchen, diese Fälle zu minimieren.

Auch ich erwische mich ab und an dabei, wenn ich Nachts durch die menschenleere Stadt auf eienr mehrspurigen Straße unterwegs bin, dass ich schneller bin, als eigentlich richtig und vor allem vernünftig wäre. Irgendwo macht es ja auch mal Spaß, den Wagen beim Beschleunigen hochzudrehen... Aber dieser Spaß kann eventuell eben teuer zu stehen kommen und das nicht nur finaziell. Dann sollte man aber eben auch dazu stehen und sich nicht hinter Ausreden verstecken.

Grüße,

David al. DerMoses

Zum austoben gibt es ja immer noch Nürburgring usw.

Da kann man dann relativ gefahrlos seinen Spass haben. Werd ich heuer evtl mal mitm Mopped hinschaun.

 

Gruß Dominik

Ich finde es schade, daß manche Menschen es nicht für nötig halten, den Gegenverkehr mit Lichthupe oder Handzeichen vor Geschwindigkeitskontrollen zu warnen!! Ich mache das immer und bei jedem!! Bei mir macht das aber immer nur im letzten Moment jemand, nachdem mir vorher schon 10 Autos entgegengekommen sind!! Deswegen habe ich mich letztens sehr darüber gefreut, als eine ca. 80 jährige Omi mich winkend am Straßenrand gewarnt hat!!!

Versteht mich jetzt nicht falsch, ich bin auch kein Raser, aber bei länger als eine Minute mit dreißig durch ne dreißiger Zone bekomm ich Unter-/Oberschenkel-Zuckungen!!

Bei 40 km/h sieht das schon wieder ganz anders aus und man ist (ich glaube) auch mit 15€ dabei!! An Schulen und Kindergärten etc. fahre ich manchmal sogar noch langsamer als 30, aber die meisten Zonen sind einfach nur überflüssig und fehlgeplant!! Genauso wie 50 auf Bundesstraßen oder unnötige kilometerlange 120-begrenzungen auf Autobahnen, wohlmöglich noch wegen Lärmschutz, da der Oberbürgermeister gleich nebenan wohnt!!

Ich warne andere Fahrer auch vor Radarkontrollen. Wobei ich Dir Recht geben muss, irgendwie lässt das in letzter Zeit nach...

Mit den 30er Zonen und Tempolimits ist das so eine Sache. Sicherlich ist häufig nicht zu erkennen, warum an einer bestimmten Stelle ein Tempolimit ist, manchmal sind die sogar wirklich überflüssig oder als "Falle" aufgestellt. Nur leider lässt sich das mesit nicht gut beurteilen. Wenn wir uns als Autofahrer nun das Recht herausnehmen und selbst urtielen, ob das Tempolimit an der Stelle xy richtig oder falsch ist und uns dann darüber hinwegsetzen, dann nehmen wir uns ein Recht, was uns so nicht zusteht. Eventuell hat das Tempolimit doch einen Sinn und dann entsteht unter Umständen eine brenzlige Situation. Daher halte ich es für sehr gefährlich, diese Schilder zu ignorieren, auch wenn man den Grund nicht erkennt. Dann eben mit geballter Faust in der Tasche dort 30 gefahren und gut ists. Das große Problem ist aber, dass die Mehrheit dort dann auch einfach 50 fährt. Dadurch geht auch eine Gefährdung aus, die von dem Aufsteller der Schilder mit verursacht wird. Unnötige 30er Zonen senken den Respekt vor dem Schild "30". Somit fährt man dann aus Gewohnheit auch an einer wirklich gefährlichen Stelle mal 50, an der die 30 vollkommen berechtigt wären...

Grüße,

David al. DerMoses

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