Hund angefahren - wann erstattet die Haftpflicht des Hundebesitzers?
Hi!
Vergangenen Donnerstag sprang mir gegen 23:30 Uhr bei Tempo 50 ein Hund vors Auto. Der Hund ist mittlerweile zum Glück wieder einigermaßen auf den Beinen und der Hundebesitzer möchte diese Woche mit seiner Versicherung in Kontakt treten.
Reicht es, wenn ich bei einem Bekannten einen offiziellen Kostenvoranschlag mit Fotos machen lasse? Er führt eine eingetragene Werkstatt und schraubt seit 30 Jahren an Autos rum, hat also entsprechende Erfahrung was die Einschätzung des Schadens betrifft. Er meinte, pauschal würde er den Schaden auf ca. 150 Euro schätzen (rechtes Scheinwerferglas zerbrochen, Scheinwerfer nach innen verschoben / aus Verankerung gerissen, Kotflügel leicht deformiert -> muss gerichtet werden + Arbeitszeit / Einbau vom Scheinwerfer, ...).
Meine Frage ist eigentlich, wie lange es in der Regel dauert, bis Versicherungen den entsprechenden Betrag erstatten und, ob ein offizieller Kostenvoranschlag mit Fotos für eine solche "Hundehaftpflichtversicherung" zur Erstattung ausreicht.
Vielen Dank im Voraus.
MfG
Beste Antwort im Thema
So Jungs
und Mädels, jetzt beruhigt Euch mal alle wieder und steckt die vollgeweinten Tempos weg.
Tiere sind keine "Dinge".
Wenn überhaupt wären sie "Sachen". Aber auch das sind sie nicht.
Das regelt schon seit vielen Jahren § 90a BGB:
"Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist."
Und das ist weder dolle gemein noch tierfeindlich, sondern hat schlicht und ergreifend praktische Gründe, denn wie sollte man Tiere ansonsten rechtlich behandeln?
Wie Menschen? Das geht bei aller Liebe nicht. Ich stell mir gerade vor, wie ich zusammen mit meinem Hund und der Araberstute LaPaloma bei der Testamentseröffnung sitze und erfahre, dass LaPaloma Tante Ernas Haus und der Hund ihre Ferienwohnung auf Rügen geerbt hat. Aber Schneeräumen und Grundsteuer zahlen soll ich dann wieder?
Wie Tiere? Gut und schön, aber dann brauchen wir sämtliche Gesetze nochmal neu, nämlich in einer eigenen "Tier-Version".
Ich glaube nicht, dass irgendjemand in Deutschland meint, dass wir zu wenig Gesetze haben.
Also bleibt nur: wie Sachen.
Man kann sie kaufen und verkaufen. Man kann Tiere verleihen oder verschenken und sie können gestohlen werden. Genau wie andere Sachen.
Das ist alles. Mehr steckt nicht dahinter. Also ruhig bleiben.
Und was das alles mit Flugbegleitern (abfällig als Saftschubsen tituliert) zu tun hat, soll Pintos mir gelegentlich erklären.
So, ich geh jetzt mit meiner Sache auf die Abendrunde.
Gruß
Hafi
47 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Mindscape
*Bier hol und Chips aufmach*
Das wird spannend werden😁
*ding* nächste Runde bitte
OK. Weil du es bist eröffne ich die Runde.
@pintos
Also "Meiner" Meinung nach hat der TE eine einfache Frage gestellt. Und zwar wie das bei einer Tierhalterhaftpficht gehandhabt wird. Er hat geschrieben dem Hund geht es schon besser und der Tierbesitzer will den Schaden seiner Versicherung melden.
Von Hund über den Haufen gefahren steht da nichts.
Also kann ich deinen Gefühlsausbruch leider nicht Nachvollziehen.
Gruß
Frank
Zitat:
Original geschrieben von Frank128
OK. Weil du es bist eröffne ich die Runde.Zitat:
Original geschrieben von Mindscape
*Bier hol und Chips aufmach*
Das wird spannend werden😁
*ding* nächste Runde bitte@Pinto
Also "Meiner" Meinung nach hat der TE eine einfache Frage gestellt. Und zwar wie das bei einer Tierhalterhaftpficht gehandhabt wird. Er hat geschrieben dem Hund geht es schon besser und der Tierbesitzer will den Schaden seiner Versicherung melden.
Von Hund über den Haufen gefahren steht da nichts.
Also kann ich deinen Gefühlsausbruch leider nicht Nachvollziehen.
Gruß
Frank
Ja sorry, hatte ich auch eben nochmal nachgelesen. Tut mir leid den TE so vorverurteilt zu haben. Wenn es den Hund gut geht ist das was anderes. Kenne es aus eigener Erfahrung anders :-(
Zitat:
Original geschrieben von Frank128
Das du ein Tierfreund bist sieht man ja in deiner Signatur 😉
Gruß
Frank
Ja hast Du Recht. Mir hat man vor knapp 20 Jahren mein erstes eigenes Pferd im Dorf überfahren und der Jäger musste es vor meinen Augen erschießen, weil der Tierarzt nicht schnell genug da sein konnte und sich mein Pferd nur unnötig gequält hätte.
Ähnliche Themen
Zitat:
Original geschrieben von pintos
Ja sorry, hatte ich auch eben nochmal nachgelesen. Tut mir leid den TE so vorverurteilt zu haben. Wenn es den Hund gut geht ist das was anderes. Kenne es aus eigener Erfahrung anders :-(Zitat:
Original geschrieben von Frank128
OK. Weil du es bist eröffne ich die Runde.
@Pinto
Also "Meiner" Meinung nach hat der TE eine einfache Frage gestellt. Und zwar wie das bei einer Tierhalterhaftpficht gehandhabt wird. Er hat geschrieben dem Hund geht es schon besser und der Tierbesitzer will den Schaden seiner Versicherung melden.
Von Hund über den Haufen gefahren steht da nichts.
Also kann ich deinen Gefühlsausbruch leider nicht Nachvollziehen.
Gruß
Frank
Und wenn nicht? Dann soll der TE die Reparaturkosten selbst bezahlen? Verstehe die Logik nicht...
Nochmal hier ein Entschuldigung, hab es wirklich nicht richtig gelesen und es tut mir leid den TE unberechtigt angegriffen zu haben. Muss immer an das denken was mir passiert ist.
@TE
bei dem Fahrzeugalter würde ich versuchen mich mit dem Sachbearbeiter auf einen vernünftigen Betrag zu einigen. Wenn du den Schaden für 150,- beseitigst bekommst, ist das doch prima. Wie Frank schon richtig sagte ist man bei so einem Wagen schnell beim Totalschaden und dann hast du nur Ärger und Aufwand. Für den Wagen wirst du bestimmt genug auf dem Schrottplatz bekommen, insofern solle das ja alles gehen. Beim nem halbwegs aktuellen Benz hätteste da schon ggf massiver Probs mit den E-Teilen 🙂
Gruß
Krypton
PS: Lebewesen anzufahren ist nie schön. Selbst wenns "nur" nen Kanikell ist. Aber trotzdem möchte man doch irgendwie seinen Schaden beseitigt bekommen und das möglichst ohne selbst in die Tasche greifen zu müssen, oder?
Zitat:
PS: Lebewesen anzufahren ist nie schön. Selbst wenns "nur" nen Kanikell ist. Aber trotzdem möchte man doch irgendwie seinen Schaden beseitigt bekommen und das möglichst ohne selbst in die Tasche greifen zu müssen, oder?
Solange der... ich nenne es mal Unglücksfahrer nichts dafür kann, hast Du auch Recht.
Mir hat ein Raser innerhalb unseres Dorfes, 30 sind erlaub, mir beim überholen eines von jemanden der sich an die 30 gehalten hat, mein Pferd an der Hinterhand angefahren und mir förmlich aus dem Führgurt gerissen. Ich bin über 20 Meter quer zur Straße geschleudert worden und bin fast ohne Blessuren davon gekommen. Meinem Pferd hat es bei diesem Unfall beide Hinterhände und das Becken zerschmettert. Dazu noch einiges an Inneren Verletzungen. Ich kann gern ein Bild von der Unfallstelle einscannen!
Und zu Deine info: Selbst über 20 Jahre später denken die menschen hier an diesen Unfall!!!
@pintos
klar gilt das nur für einen "normalen" Unfall und nicht so eine Verkehrssau wie du sie beschreibst. Der hatte aber wohl hoffentlich auch richtig bluten müssen?!?? (Zivel-/Strafrechtlich)
Bekanntes Problem, dass Tiere rechtlich Sachen sind, aber bei dir dürfte ja eine KV vorgelegen haben (wenn auch nicht schlimm) und der Verursacher hat ja wohl offensichtlich keinen Vertrag mit der StVO. Und was hat er bekommen? Mit dem Geld kann man natürlich das was die passiert ist nicht annähernd ersetzen. Ist schon klar. Vom Ärger ganz zu schweigen. Aber das geht jetzt glaube ich etwas OT.
Gruß
Krypton
Zitat:
Original geschrieben von pintos
Wenn ich eine Lebewesen übern Haufen fahre und dann sofort nach Schadenersatz schreie: Das ist PfuiiiZitat:
Original geschrieben von Frank128
Verstehe deinen Post nicht. Was ist das Letzte? 😕
Gruß
Frank
Jetzt mal halblang. Ich bin ein tierlieber Mensch und der Hund war das erste, worum ich mich gekümmert habe - in jeglicher Hinsicht. Nach dem Unfall bin ich sofort zu dem Hund gelaufen. Selbst als der Hundebesitzer nach einer halben Stunde gefragt hat, was an meinem Auto kaputt ist, wusste ich es noch nicht, da ich nur um den Hund besorgt war. Meine buddhistische Grundlage würde es in keinster Weise tolerieren, den Wert eines Tieres selbst unter den Wert eines Menschenlebens zu stellen, da ich versuche, gleiches (großes) Mitgefühl für jedes lebende Wesen zu entwickeln.
Nachdem wir uns das Auto im Dunkeln anguckten, sprach er schon über Beträge, was mich sehr verwunderte, da ich in dem Moment gar nicht in der Lage war, über Preise nachzudenken, wo doch der Hund noch auf der Straße in einem (glücklicherweise) warmen Korb lag.
Der Hund wurde schnellstmöglich in eine Notfalltierpraxis gefahren, letztendlich sogar noch in derselben Nacht nach Gießen in eine Spezialklinik. Dann rief mich der Hundebesitzer an und teilte mir mit, dass es soweit den Umständen entsprechend gut aussähe, doch er müsste noch operiert werden. Das wurde er mittlerweile und er ist auf dem Weg der Besserung, es besteht keine Lebensgefahr und nichts deutet auf bleibende Schäden hin.
Der Hundebesitzer ist nun aber auch sehr bestrebt, das "finanzielle" schnell über die Bühne zu bringen und daher hielt ich es für angemessen, mich hier ein wenig schlau zu lesen. Ginge es dem Hund schlecht oder hätte er nicht einmal überlebt, wäre ich der letzte, der hier einen Thread mit dieser Thematik erstellt hätte. Es sollte nun wirklich nicht der Eindruck entstehen, dass mir der Hund oder das Leid der Familie nichts bedeutet - ganz im Gegenteil, genau das belastet mich am meisten. Aber gerade weil es dem Hund (den Umständen entsprechend) gut geht und die Familie schon wieder lachen kann und glücklich ist (was bei den Telefonaten deutlich spürbar war), habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich hier über "sowas" (s.o.) schreibe.
EDIT:
PS: Sorry, habe die Entschuldigungen gerade erst gelesen, nachdem ich das hier schon geschrieben hatte. Habe im Thread Seite 2 übersehen 😉 Also Entschuldigung angenommen (@pintos) und den Text hier bitte dann auch unter der Berücksichtigung lesen, dass ich mich noch leicht "angegriffen" gefühlt habe 😉 Aber jetzt ist ja alles geklärt soweit.
Zitat:
Original geschrieben von krypton1973
Bekanntes Problem, dass Tiere rechtlich Sachen sind, aber bei dir dürfte ja eine KV vorgelegen haben (wenn auch nicht schlimm) und der Verursacher hat ja wohl offensichtlich keinen Vertrag mit der StVO. Und was hat er bekommen? Mit dem Geld kann man natürlich das was die passiert ist nicht annähernd ersetzen. Ist schon klar. Vom Ärger ganz zu schweigen. Aber das geht jetzt glaube ich etwas OT.Gruß
Krypton
Ich weiß nicht was in Deinem Kopf vorsicht geht. Ich war nach diesem Unfall 10 Jahre in Behandlung und selbst heute habe ich noch Ängste diese Stelle zu queren. Kurz vor uns ist eine Kindergruppe mit einigen Ponys gegangen und nach mir sollten weitere Reitanfängerinen folgen.
Auf dem Bild ist der in der grünen Jacke mein Vater der gerade daneben steht, wie mein Devil erschossen wird!!!!!!!! Ich stehe hinter dem Fotografen und muss einem von der Polizei den Unfallhergang schildern als der *schuss* fällt..........
Zitat:
Original geschrieben von el.tonno
Jetzt mal halblang. Ich bin ein tierlieber Mensch und der Hund war das erste, worum ich mich gekümmert habe - in jeglicher Hinsicht. Nach dem Unfall bin ich sofort zu dem Hund gelaufen. Selbst als der Hundebesitzer nach einer halben Stunde gefragt hat, was an meinem Auto kaputt ist, wusste ich es noch nicht, da ich nur um den Hund besorgt war. Meine buddhistische Grundlage würde es in keinster Weise tolerieren, den Wert eines Tieres selbst unter den Wert eines Menschenlebens zu stellen, da ich versuche, gleiches (großes) Mitgefühl für jedes lebende Wesen zu entwickeln.Zitat:
Original geschrieben von pintos
Wenn ich eine Lebewesen übern Haufen fahre und dann sofort nach Schadenersatz schreie: Das ist Pfuiii
Nachdem wir uns das Auto im Dunkeln anguckten, sprach er schon über Beträge, was mich sehr verwunderte, da ich in dem Moment gar nicht in der Lage war, über Preise nachzudenken, wo doch der Hund noch auf der Straße in einem (glücklicherweise) warmen Korb lag.
Der Hund wurde schnellstmöglich in eine Notfalltierpraxis gefahren, letztendlich sogar noch in derselben Nacht nach Gießen in eine Spezialklinik. Dann rief mich der Hundebesitzer an und teilte mir mit, dass es soweit den Umständen entsprechend gut aussähe, doch er müsste noch operiert werden. Das wurde er mittlerweile und er ist auf dem Weg der Besserung, es besteht keine Lebensgefahr und nichts deutet auf bleibende Schäden hin.
Der Hundebesitzer ist aber auch sehr bestrebt, das "finanzielle" schnell über die Bühne zu bringen und daher hielt ich es für angemessen, mich hier ein wenig schlau zu lesen. Ginge es dem Hund schlecht oder hätte er nicht einmal überlebt, wäre ich der letzte, der hier einen Thread mit dieser Thematik erstellt hätte. Es sollte nun wirklich nicht der Eindruck entstehen, dass mir der Hund oder das Leid der Familie nichts bedeutet - ganz im Gegenteil, genau das belastet mich am meisten. Aber gerade weil es dem Hund (den Umständen entsprechend) gut geht und die Familie schon wieder lachen kann und glücklich ist (was bei den Telefonaten deutlich spürbar war), habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich hier über "sowas" (s.o.) schreibe.
EDIT:
PS: Sorry, habe die Entschuldigungen gerade erst gelesen, nachdem ich das hier schon geschrieben hatte. Habe im Thread Seite 2 übersehen 😉 Also Entschuldigung angenommen (@pintos) und den Text hier dann auch unter der Berücksichtigung lesen, dass ich mich noch leicht "angegriffen" gefühlt habe 😉 Aber jetzt ist ja alles geklärt soweit.
Hab ja auch erst im Nachhinein alles gelesen. Ist scho OK. Man sollte echt erst alles lesen... und vorallem richtig lesen (gilt wohl für alle).
Nochmals Sorry dafür, dass ich den Eingangsthread falsch gelesen habe.