Golf tdi zieht im 4 und 5 Gang ab ca 3000 U/min nicht mehr

VW Vento 1H

Hallo,

mein Passat TDI 90 PS ( BJ 1995, 244 Km) hat folgendes Problem: im 4. und 5. Gang kommt es ab ca. 2900 - 3200 U/min zu einem plötzlichen Leistungsverlust. Sobald man kurz vom Gaspedal runtergeht, und wieder voll durchdrückt zieht der Turbo wieder ein bisschen, kurz danach ist dasselbe Problem wieder....usw....
Im 1. bis 3. Gang arbeitet der Turbo im gesamten Turbobereich ordentlich mit voller Leistung. Das Problem zeigt sich quasi nur auf der Autobahn ab ca. 120 Km/h, besonders wenn Leistung abgefordert wird, also am Berg oder beim Überholen.
Ich habe bereits den Luftmengensensor getauscht und das Wastegate-Gestänge (Druckdosengestänge) auf Leichtgängigkeit geprüft. Also vermutlich was anderes, vielleicht das Magnetventil? Am Turbolader direkt liegt es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht, denn dann müßte der auch im 1.-3. gang bei Volllast und hohen Drehzahlen versagen.

Vieleicht kennt jemand das Problem.

Viele Grüße

22 Antworten

@pinomena

Ich bin bei deiner erklärung nicht ganz mitgekommen (liegt an mir, weil ich nicht gerade viel vom Auto verstehe)
Stange,Kontermutter,Druckdose,Gestänge😕😕

Kannst du das eventuell noch mal erklären und wie weit bewegt sich dan das?

mfg
ein völlich verwirrter Hanfi😕

Das Problem ist einfach das, das es entweder immer auf ist wenn es klemmt oder zu ist. Wenn es auf permanent auf ist hast Du das Gefühl du fährst ein Diesel ohne Turbo, wenn es permanent zu ist geht er gut, hast aber das Problem das gerade im 4 und 5 Gang wenn der Ladedruck eigentlich über das WGate Ventil regeln sollte das Steuergerät zuviel Ladedruck registriert und die Dieselfördermenge als selbstschutz runterregelt. Verstanden ??

Aha erlebniss😁

Vielen Danke für die erneute erklärung

Kommt man da ohne hebebühne ran oder wird das nur ungewollte nervenzerstörung?

Bei den Turboladern mit Bypassregelung kann es nach längerer Standzeit oder aber infolge eines undichten Ladeluftkühlers (LLK) zu einem Festgehen des Hebelmechanismus zur Regelung des im inneren des Turboladers sitzenden Bypassventils kommen. Der Bypass steht dann auf geschlossen und der Ladedruck kann nicht mehr abgesenkt werden, was bei Drehzahlen oberhalb ca. 1900-2200 U/min zu überhöhtem Ladedruck führt. Die Motorleistung ist hier bis zu etwa dieser Drehzahl so wie immer, nimmt dann kurzzeitig stärker zu als gewohnt, um dann schnell wieder abzufallen. Der Grund dafür ist, daß die EDC kurzzeitig einen maximal zulässigen Ladedruck, der im Normalfall nie auftreten würde wahrnimmt und entsprechend mehr Einspritzmenge zuläßt. Steigt der Ladedruck dann über den Maximalwert, nimmt die EDC schlagartig Einspritzmenge weg und es fühlt sich wieder an, als ob „jemand“ aufs Bremspedal treten würde. Bleibt man auf dem Gaspedal, dann beschleunigt der Wagen zwar kontinuierlich weiter, wird aber relativ schnell zunehmend träger. Geht man kurz vom Gaspedal und dann wieder drauf, dann beschleunigt das Fahrzeug kurzzeitig (ca. 2-4 Sekunden) so als ob nie etwas gewesen wäre, evtl. wegen des übermäßig ansteigenden Ladedruckes kurzzeitig sogar stärker als gewohnt. Abhängig von der EDC-Version kann es auch sein, daß das Steuergerät in einen permanenten Notlauf geht, unabhängig davon, ob man wieder vom Gas geht oder nicht. Dann hilft erstmal nur noch Motor abstellen und wieder anlassen, damit der Notlaufbetieb ausgesetzt wird. Mit etwas Geschick und Glück kann man eine festgegangene Bypassregelung wieder zur Arbeit bewegen. Dazu muß man sich Zugang zur meist gut versteckten Hebelmechanik hinter dem Motorblock verschaffen. Mit einem Rostlöser sprüht man zunächst den Bereich ein, an dem die Verstellwelle in das Turboladergehäuse geht und das Hebelwerk selbst und läßt ihn eine Weile einwirken (Gebrauchsanweisung des Rostlösers beachten). Dann wird mit Hilfe eines stabilen Hebels (großer Schlitzschraubendreher, langer Flachmeissel) versucht die Druckstange von der Druckdose weg zu drücken. Ein guter Ansatzpunkt für das Ende des Hebels ist die Kontermutter auf der Druckstange. Den Hebel dabei versuchen an einem festen und stabilen Punkt am Motorblock (z. B. Ölrücklaufschraube für Turbolader am Motorblock) abzustützen. Jetzt vorsichtig versuchen zu hebeln, d. h. die Druckstange in Längsrichtung, Richtung von der Druckdose weg, zu drücken. Anfangs wird es evtl. sehr schwer sein das Gestänge auch nur einen Millimeter zu bewegen. Langsam die Kraft steigern, zwischendurch immer wieder nachlassen, aber keine Gewalt anwenden. Kommt man so nicht weiter, sollte mehrmals mit Rostlöser nachbehandelt werden, evtl. länger einwirken lassen. Dann wieder mit dem Hebel probieren das Gestänge zu bewegen und schrittweise die Kraft und die Auslenkung des Hebels steigern. Hat man es endlich geschafft sollte man das Gestänge mehrmals hin- und herbewegen bis es wieder ruckfrei und gleichmäßig zu betätigen ist, evtl. nochmals Rostlöser nachsprühen. Mit Kupferpaste können die beweglichen Teile geschmiert und konserviert werden, besonders auch den Bereich wo die drehbare Welle in den Lader hineingeht.

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Zitat:

Original geschrieben von pinomena


Steigt der Ladedruck dann über den Maximalwert, nimmt die EDC schlagartig Einspritzmenge weg ...
Abhängig von der EDC-Version kann es auch sein, daß das Steuergerät in einen permanenten Notlauf geht,

Ah, genau das wußte ich nicht, daß Fall 1 existiert !

Dann war das Ding natürlich zu, was ich nicht

annehmen konnte.

Prima Erklärung , vielen Dank.

EDIT: Du bist ja der Themenstarter !
Wie wird man in so kurzer Zeit auf einmal so schlau ? 🙂

Grüße Klaus

Tja, Not macht erfinderisch.. Technisch bin ich ja meiner Meinung garnicht so unbegabt, war allerdings ersteinmal zu Faul den Fehler selbst zu suchen, hätte ja sein können das jemand das gleiche Problem hat wie ich und dann hätte ich nicht suchen müssen.. Tja, dem war alledings nicht so. Nun die Antwort, für alle die das gleiche Problem wie ich haben, damit diese Jungs nicht mehr suchen müssen.. :-)

Nein, im Ernst: Wo ist beschrieben, daß es STGe
gibt oder gab, die auf dauerhaft überhöhten
LD nicht mit Notlauf sondern einfach mit Rücknahme
der Einspritzmenge reagieren ?

Grüße Klaus

Ich habe das gängigmachen des Wastegategestänge nen link gefunden mitein paar bildern wo das auch nett erklärt wird.

Gängigmachen des Ventilgeständges

Ich finde den den untersten bereich (7. Gängigmachen der VTG-Verstellung) sehr interressant, insbesonders das keine Schmiermittel helfen, sondernd sogar das gegenteil bewirken

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