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Gefahrensituation, aber keine Schilder

Themenstarteram 19. März 2014 um 22:01

Folgende Situation in Hessen: Man befährt die Bundesstraße 43a von Hanau kommend, um dann auf die Autobahn 45 in Richtung Aschaffenburg zu wechseln. Auf der B43a ist eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h vorgegeben. Wenige hundert Meter vor Abbiegen auf die A45 befinden sich zwei Schilderbrücken, die über die beiden Fahrspuren Richtung Langenselbold und über die Abbiegespur Richtung Aschaffenburg ragen. Die Beschilderung dort weist nochmals auf die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h hin. Die Annahme, dass diese Höchstgeschwindigkeit problemlos gefahren werden kann, wird durch die langgezogene und bestens überschaubare Streckenführung an dieser Stelle unterstützt. Ortsunkundige, die auf der Abbiegespur mit der Höchstgeschwindigkeit unterwegs sind, erfahren aber eine böse Überraschung, mündet die langgezogene Abbiegespur doch unvermittelt und ohne jeglichen Hinweis in eine mehr als rechtwinkelige Rechtskurve (gut erkennbar auf der anhängenden Google-Earth-Ansicht; der ein oder andere hier kennt die Situation vielleicht so gar persönlich). Es gibt keinen Hinweis auf die bevorstehende scharfe Kurve. Es gibt keine Aufforderung zur Geschwindigkeitsreduzierung. Als erfahrener Autofahrer, zudem vertraut mit der Situation, durchfahre ich die Kurve mit maximal 60 km/h. Ich habe bei der verantwortlichen Behörde angeregt, dass diese Gefahrensituation im Bereich der Abbiegespur entschärft wird. Durch einen Hinweis auf die bevorstehende Kurve und durch eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Die abschließende Antwort der Behörde war, dass die von mir genannte Rampe von der Bundesstraße B 43a zur Autobahn A 45 in Richtung Aschaffenburg bei der letzten Überprüfung nicht als Unfallhäufungsstelle aufgefallen sei. Die Rampe wird weiterhin turnusmäßig überprüft. Sollte sich das dortige Unfallgeschehen verändern, wird man selbstverständlich geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Darüber hinaus argumentiert man mit der Straßenverkehrsordnung, konkret "Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist. Es darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann. Auf Fahrbahnen, die so schmal sind, dass dort entgegenkommende Fahrzeuge gefährdet werden könnten, muss jedoch so langsam gefahren werden, dass mindestens innerhalb der Hälfte der übersehbaren Strecke gehalten werden kann." (StVO, Paragraf 3, Absatz 1).

Für mich sind die Ausführungen nicht überzeugend. Insbesondere mit dem Verweis auf die Straßenverkehrsordnung bräuchte es keinerlei Beschilderungen gleich welcher Art.

Jeder hier kennt vermutlich irgendwo die eine oder andere Stelle, an der ein wahrer Schilderwald steht, der schlichtweg unübersichtlich ist. Ein weniger wäre da manchmal mehr. In der vorliegenden Situation würde man sich jedoch wenigstens ein einzelnes Schild wünschen. Und zwar bevor es zu einem vermeidbaren Unfall kommt. Oder etwa nicht?

fragt der HHH1961

B43a von HU auf A45 Ri AB
Beste Antwort im Thema

Sonst wird doch auch immer nach der Selbstverantwortlichkeit geblökt, die Entmündigung des Denkenden und Selbstbestimmten angeprangert - bitteschön, jeder freie Bürger darf hier seine Fähigkeit der angepassten Fahrweise demonstrieren.

Wette - bei Tempo 50km/h wird in absehbarer Zeit ein in der Überwachung auffälliger Könner dann heftig die Abzocke anprangern und die Revolution ausrufen wollen.

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am 19. März 2014 um 22:07

StVO, Paragraf 3, Absatz 1......

warum gibt es dann überhaupt noch tempolimits?

Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es an der von dir beschriebenen Stelle wohl keine Unfallhäufung. Daraus schließe ich, daß die meisten Fahrer, die dort entlang fahren, mit der Situation ohne Schilder nicht überfordert sind.

Ich kenne reichlich Stellen, wo ich abfliegen würde, wenn ich stumpf nach Limit fahren würde.

So etwas sieht man doch.

Themenstarteram 19. März 2014 um 22:12

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke

Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es an der von dir beschriebenen Stelle wohl keine Unfallhäufung. Daraus schließe ich, daß die meisten Fahrer, die dort entlang fahren, mit der Situation ohne Schilder nicht überfordert sind.

So sieht es wohl bis dato aus. Und man kann das auch so lassen und riskieren, dass die wenigen, die dann halt überrascht/überfordert werden, aus der Kurve getragen werden. Kann man so machen. Muss man aber nicht.

Nett, doch bei Überleitungen, Auf- und Abfahrten von Autobahnen sollte man schon mit scharfen Kurven rechnen.

Da in Deutschland aber sonst auch ein Überschuss an Schildern vorherrscht, könnte man auch an dieser Stelle eine Reglementierung erwarten.

Spätestens beim ersten Unfall mit Todesfolge und entsprechender Presseresonanz wird sich etwas ändern. Kannst dich drauf verlassen...

Themenstarteram 19. März 2014 um 22:13

Zitat:

Original geschrieben von ichtyos

Ich kenne reichlich Stellen, wo ich abfliegen würde, wenn ich stumpf nach Limit fahren würde.

So etwas sieht man doch.

Zum einen macht dann ein Limit keinen Sinn. Zum anderen sieht man es hier eben nicht bzw seeeehr spät.

Eine erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist nicht zu verwechseln mit der vorgeschriebenen Mindestgeschwindigkeit (die es gar nicht gibt)...

Schon doof, wenn man in einer Kurve die erlaubten 100 fährt, die Kurve aber nur 60 zulässt - den Fehler macht man meistens nur ein mal...

Ich kenne die Stelle mehr als gut. Theoretisch gebe ich dir recht, ein Ortsunkundiger könnte vom Kurvenradius durchaus überrascht werden. Allerdings gehe ich persönlich davon aus, dass auf Abfahrten nicht die Geschwindigkeit gefahren werden kann, die vorher auf der Autobahn angezeigt war. Ein Schild könnte sicher Abhilfe bringen, aber irgendwo muss auch die Verantwortung des Autofahrers anfangen. Ob es hier so ist, keine Ahnung, ich bin die Stelle einfach gewohnt. Und wenn man sie links anfährt, gehen auch 70 km/h ;)

PS: Vielmehr geht mir an der Stelle auf den Keks, wenn jemand dann auf der Zufahrt auf die A45 nicht auf Tempo kommt :mad:

Sonst wird doch auch immer nach der Selbstverantwortlichkeit geblökt, die Entmündigung des Denkenden und Selbstbestimmten angeprangert - bitteschön, jeder freie Bürger darf hier seine Fähigkeit der angepassten Fahrweise demonstrieren.

Wette - bei Tempo 50km/h wird in absehbarer Zeit ein in der Überwachung auffälliger Könner dann heftig die Abzocke anprangern und die Revolution ausrufen wollen.

Ich möchte darum bitten, die Frage bei Interesse ernsthaft zu diskutieren. Beiträge, die das Ganze ins Lächerliche ziehen, sind unerwünscht und wurden bzw. werden auch entfernt.

Gruß Tecci

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