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Feuerwehrfahrzeug mit euro6

Themenstarteram 19. Oktober 2017 um 13:55

Hallo zusammen,

in unserer Gemeinde steht die Beschaffung eines LFZ an, die Angebote haben einen euro6-Motor, mit einem Mehrgewicht von 375 Kg durch die Abgasreinigung mit Harnstoff und entsprechenden Mehrkosten. Wer ärgert sich außer mir darüber, dass Fahrzeuge, die überwiegend von Ehrenamtlern gefahren werden, eien vollständige Reinigung aufweisen müssen, während die schnellen Diesel von Regierungsangehörigen mit trickreichen Schaltungen einen Reaktor vermeiden, der bei voller Leistung erforderlich wäre.

Gibt es schon Elektrofahrzeuge für die Feuerwehr, die geringe erf. Reichweite spricht jedenfalls dafür!?

Danke für Info, Hermann

44 Antworten

Zitat:

@Tecci6N schrieb am 22. Oktober 2017 um 22:47:07 Uhr:

Und dennoch wird kein Hersteller für einen einzelnen (im Vergleich) winzigen Markt technisch abweichende Fahrzeuge bauen.

Der Hersteller brauch da nichts technisch abweichend zu bauen...

...zum einen gibt es die meisten Fahrgestelle auch serienmäßig ohne AdBlue, für Märkte die das nicht fordern...

...zum anderen lässt sich die AdBlue-Anlage problemlos (ohne Leistungsverlust) rauscodieren und kann beim ausliefernden Vertragspartner/Werkstatt bzw. beim Aufbauhersteller demontiert werden - alles ohne dass auch nur die geringste Änderung am Fließband vorgenommen werden muss!

Dass das ganze dann Sonderabhnahmen/Genehmigungen erfordert steht natürlich auf einem anderen Blatt!

Zehn Fahrgestelle? Ich glaube du unterschätzt den Feuerwehrmarkt ein bisschen. (Im Vergleich zu den Volumenmärkten hast du jedoch sicher recht)

Deine Aussagen waren:

"und dennoch wird kein Hersteller für einen einzelnen (im Vergleich) winzigen Markt technisch abweichende Fahrzeuge bauen." -> Doch MAN

"da gibt es eben keine Ausnahmegenehmigungen, da müssen die Grenzwerte eingehalten werden." -> Doch, mindestens in Bayern und NRW.

Ich glaube, ich unterschätze da gar nichts. Warten wir doch Ende 2018 ab und dann werden wir ja sehen, wieviele Fahrgestelle dann noch mit Euro5 erhältlich sind und wo es dann noch Ausnahmegenehmigungen gibt, so dass das alles eine relevante Masse darstellt.

Zitat:

@hejosa schrieb am 19. Oktober 2017 um 13:55:57 Uhr:

Hallo zusammen,

in unserer Gemeinde steht die Beschaffung eines LFZ an, die Angebote haben einen euro6-Motor, mit einem Mehrgewicht von 375 Kg durch die Abgasreinigung mit Harnstoff und entsprechenden Mehrkosten. Wer ärgert sich außer mir darüber, dass Fahrzeuge, die überwiegend von Ehrenamtlern gefahren werden, eien vollständige Reinigung aufweisen müssen, während die schnellen Diesel von Regierungsangehörigen mit trickreichen Schaltungen einen Reaktor vermeiden, der bei voller Leistung erforderlich wäre.

Gibt es schon Elektrofahrzeuge für die Feuerwehr, die geringe erf. Reichweite spricht jedenfalls dafür!?

Danke für Info, Hermann

Hi Hejosa,

das "LFZ" steht hier wohl umgangssprachlich für "Löschfahrzeug". Wie groß soll das Fahrzeug denn werden?

Es gibt die kleinere Variante als LF10 (im Bereich von 7,5 bis 9t) oder den "großen" Bruder LF20 (12 bis 14t)

Aus welchem Bereich in SH kommst Du? Welcher Ort? Was für ein Fahrzeug soll ersetzt werden?

Themenstarteram 23. Oktober 2017 um 22:57

Ja, das ist ne echte Hilfe: ich habe dem Hauptmann von den bayr. und niedersächs. Regelungen gemailt, S-H kann da wohl nicht schlechtergestellt werden!

Besten Dank Hermann

Doch, das nennt sich Föderalismus und da Feuerwehr Ländersache ist, kein Problem...

Sollte man (eher grundsätzlich betrachtet) die ganze Abgas-Sache bei Einsatzfahrzeugen nicht ein wenig "lockerer" sehen?

Will sagen, es gibt viele berechtigte Ausnahmen von Regelungen für diverse Einsatzfahrzeuge, etwa bzgl. (Nicht-)Nutzungspflicht von Fahrerkarten, z. T. Sonderregelungen bei FE-Klassen etc.

Warum stellt man hier über die "Umweltschiene" dem Ehrenamt ein Bein? Als ob die Fahrzeuge wirklich mehr als nötig unterwegs wären. Da gibt es wahrlich andere Dreckschleudern, die verboten gehören.

Mal am Rande, das ist dann doch auch kein FW-spezifisches Problem. Eigentlich müsste das gesamte Speditionsgewerbe doch aufschreien - weil die doch ähnliche Probleme haben müssten. Oder gelten für gewerblich genutzte Fahrzeuge nicht dieselben Regelungen?

Zitat:

@Bernd_Clio_III schrieb am 24. Oktober 2017 um 11:59:54 Uhr:

Mal am Rande, das ist dann doch auch kein FW-spezifisches Problem. Eigentlich müsste das gesamte Speditionsgewerbe doch aufschreien - weil die doch ähnliche Probleme haben müssten.

Warum? Die fahren mit ihrem LKW zu 95% konstant 80km/h auf der Autobahn.

Da hat der Partikelfilter alle Zeit der Welt zum regenerieren und die Abgasanlage ist warm und alles funktioniert.

Gruß Metalhead

Zitat:

@metalhead79 schrieb am 24. Oktober 2017 um 12:06:06 Uhr:

Zitat:

@Bernd_Clio_III schrieb am 24. Oktober 2017 um 11:59:54 Uhr:

Mal am Rande, das ist dann doch auch kein FW-spezifisches Problem. Eigentlich müsste das gesamte Speditionsgewerbe doch aufschreien - weil die doch ähnliche Probleme haben müssten.

Warum? Die fahren mit ihrem LKW zu 95% konstant 80km/h auf der Autobahn.

Da hat der Partikelfilter alle Zeit der Welt zum regenerieren und die Abgasanlage ist warm und alles funktioniert.

Gruß Metalhead

Zugegeben, die Regeneration ist da deutlich einfach, weil der Hobel einfach rollt.

Aber (IIRC) ging es im Ausgangspost nicht (grob) um das Problem, Fahrgestelle mit einer bestimmten Euro-Norm zugelassen zu bekommen? Und das müsste doch unabhängig von der Feuerwehr in allen "Branchen" zum selben Problem führen, oder?

Andere „Branchen“ kaufen aber keine Euro5-Fahrgestelle, weil die dort für den deutschen Markt gar nicht angeboten werden. Macht doch auch gar keinen Sinn, wenn die Kunden die Fahrzeuge nicht zugelassen bekommen. Feuerwehrfahrgestelle sind und bleiben für die Hersteller ein Nischengeschäft

Zitat:

@Bernd_Clio_III schrieb am 24. Oktober 2017 um 12:13:38 Uhr:

... Fahrgestelle mit einer bestimmten Euro-Norm zugelassen zu bekommen? Und das müsste doch unabhängig von der Feuerwehr in allen "Branchen" zum selben Problem führen, oder?

Klar, hätte auch gerne 'nen Euro3-Diesel auf dem aktuellen Stand der Technik. :D

Wird aber wohl nichts daraus werden. Wie soll ich das auch begründen (daß alles was bewegliche Teile im Ansaugtrakt hat eine Fehlkonstruktion ist)?

Das ist so und wenn du liegen bleibst, dann hast du halt Pech gehabt (bei der Feuerwehr ist das etwas kritischer und die Fahrtstrecken sind vernachlässigbar -> Ausnahmegenehmigung).

Gruß Metalhead

Euro 6 ja ärgerlich kann man aber nichts dran ändern es ist die Vorgabe und wenn die Gemeinde im Umweltschutz kein Vorbild ist warum soll man das von Privaten erwarten?

Ja Elektrofahrzeuge wären für die Feuerwehr gut gibt es aber aktuell noch nicht davon abgesehen das Laut Norm ein LF20 glaub 12 oder 14 Stunden Umweltunabhängig Pumpen können muss....

@TE: Nehmt doch mal Kontakt zur FF Reinfeld (SH) auf. Die haben ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF20) auf Mercedes Fahrgestell von Ziegler konzepiert. Wichtig war eine konsequente Trennung von Hilfeleistung und Brandbekämpfung bei der Beladung. Eine Fahrzeugseite ist nur für Brandbekämpfung, die Andere nur für Hilfeleistung.

Bei den meisten Beladekonzepten ist das immer gemischt. (Atemschutzgeräte links, Schnellangriff rechts, Strahlrohre links, Stromgenerator links, Schere/Spreizer rechts, usw.)

Das erste HLF wurde 2009 in Dienst gestellt, ein weiteres (Bilder) 2015.

001-hlf-ff-reinfeld
002-hlf-ff-reinfeld
003-hlf-ff-reinfeld

Ursprünglich gingen Beladungskonzepte davon aus, dass die Trupp Männer ihre Ausrüstung auf der rechten Seite entnehmen, die Truppführer ihre auf der linken. Damit steht man sich nicht gegenseitig im Weg. Das ist heute aber nur noch schwer durchzuhalten.

Man kann natürlich auch die Beladung für den AT nach links und die für den WT nach rechts packen, dann stehen auf jeder Seite maximal zwei Personen.

Oder man packt alles auf eine Seite, dann stehen sich immer alle maximal im Weg. Beim Brandeinsatz auf der einen, bei der TH auf der anderen Seite.

Mit der Abgasnorm hat das alles aber nur bedingt zu tun...

Für Feuerwehr Fahrzeuge gibt es eine Sonderregelung mit Euro 5. Es muss kein Euro 6 sein/werden. Die Ausschreibung muss nur richtig ausgeführt werden dann kann ein Euro 6 Motor ausgeschlossen werden.

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