ForumVersicherung
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Versicherung
  5. Fahrerflucht eines Niederländers vor meinen Augen

Fahrerflucht eines Niederländers vor meinen Augen

Themenstarteram 23. August 2009 um 1:59

Mir ist vorhin eine merkwürdige Geschichte passiert:

Wollte gerade einen Film anschauen, da höre ich es draussen scheppern. Ich wohne im Erdgeschoss und direkt vor meinen Fenster kommt ein niederländischer Tiguan mit riesigem Bootsanhänger zum Stehen. Ein älterer Herr sitzt am Steuer und neben ihm wohl sein Sohn. Da ich an einer ziemlich engen Einbahnstraße wohne und ich als letztes Auto in der Reihe geparkt habe, schwante mir schon schlimmes. Der Beifahrer steigt aus, läuft zu meinem Auto und hebt ein paar Dinge (wohl Scherben) auf. Also gut, was richtiges zum Anziehen geholt und ich wollte gerade rausgehen um dem Holländer mitzuteilen, dass sein Glückstag sei, da mein Fahrzeug eh abgewrackt werden würde und er für den Schaden daher nicht aufkommen müsse. Da sehe ich noch, wie die Beiden alle Fenster der Nachbarschaft mustern, ins Auto steigen und einfach davon fahren.

Ich bin erstmal ziemlich baff gewesen, habe mir noch das Kennzeichen aufgeschrieben und dann raus um den Schaden an meinem Auto zu begutachten. Stoßtange hinten links ist eingedrückt und hängt etwas runter, Rücklicht ebenfalls zerdeppert und noch ein paar weitere Dellen hinten links. Habe dann die Polizei gerufen, welche den Fahrer auch gleich zur Fahndung ausgeschrieben hat. Der Schaden und meine Beobachtungen wurden aufgenommen. Bei der Aufnahme ist uns dann aufgefallen, dass er eigentlich noch im Wohngebiet sein könnte, da ich nicht genau gesehen habe, in welche Richtung er am Ende der Straße abgebogen ist. Also mal um die Ecke geschaut und siehe da, der Wagen samt Anhänger steht eine Straße weiter (und das auch noch im Parkverbot ;-)). Hingefahren, Blaulicht angemacht, es ist aber niemand rausgekommen. Die Polizisten sind dann wieder gegangen, da Kennzeichen vorliegt und der Fall recht eindeutig ist.

Soweit also die Fakten. Ich denke ihr werde mir zustimmen, dass so ein Verhalten ziemlich asozial ist. Ich frage mich jetzt, wie ich weiter vorgehen soll. Den Schaden werde ich auf keinen Fall reparieren lassen, da das Auto wie bereits erwähnt demnächst verschrottet wird.

Würdet ihr euch den Schaden dennoch ersetzen lassen? Wie geht das weiter? Müsste ich den Schaden bzw. dessen Höhe der gegnerischen Versicherung mitteilen? Wie funktioniert das wenn die in den Niederlanden sitzen oder habe ich überhaupt eine Chance hier etwas u bekommen? Woher kriege ich die entsprechenden Informationen an wen ich eine Forderung richten könnte? Kommt diese Information automatisch von der Polizei oder muss ich jetzt in Aktion treten?

Generell bin ich eher der Typ, der da mal ein Auge zudrückt und wegen einem 'kleinen' fremdverschuldeten Kratzer auch nie eine aufwändige Reparatur durchführen lassen würde (mein Auto ist ja auch alt). Anfang des Jahres bin ich einer in Österreich ganz leicht hinten aufgefahren. Ich habe natürlich gewartet bis sie zurück kam. Sie hatte einen Uralt-Polo und hat wegen einem kleinen Kratzer unterhalb der Stoßstange einen Austausch dieser vorgenommen, was mich 900 Euro gekostet hat. War natürlich ihr gutes Recht, meiner Meinung nach nur nicht verhältnismäßig. Dieses Geld könnte ich mir jetzt natürlich wieder zurück holen. Oder findet ihr das moralisch verwerflich, da das Auto eh abgewrackt wird?

Beste Antwort im Thema

Laß den Schaden finanziell in vollem Umfang erstatten.

Hab ich das richtig verstanden?

Du fragst, ob es moralisch zu vertreten ist, daß im Hinblick auf die baldige Verschrottung jemand ungestraft davonkommt, dessen Handlung ja die Quadratur der Unmoral ist.

Ein (riesiger) Bootsanhänger heißt ja schon, daß derjenige zu Hause sicherlich nicht auf leeren Apfelsinenkisten schläft. Ich habe schon manchen solchen Emporkömmling kennenlernen müssen (die wirkliche gesellschaftliche Oberliga benimmt sich oftmals respektvoller) , und, glaub mir, die haben gegenüber dem einfachen Volk ein völlig anderes Rechtsverständnis.

Und diese souveräne Vorteilsnahme ist dann besonders ausgeprägt, wenn es viele Menschen wie Dich gibt, die ihnen durch stetige Straffreiheit das Gefühl vermitteln, eine Art der Herrenrasse darzustellen.

Wie so oft bei Emporkömmlingen war schon die Erziehung nicht auf den späteren Gesellschaftsstand ausgelegt.

Wehe nämlich, Du selbst wärst an ihren Bootsanhänger gestoßen, dann wärst Du wahrscheinlich, während Du wiederholt auf der Treppe hinfällst, noch froh gewesen, wenn endlich die Polizei kommt.

Menschen wie du sind schuld daran, daß schlechte, respektlose und unehrenhafte Menschen sich immer wieder an anderen Bürgern vergreifen - an Sachen, Menschenrechten und Lebensqualität.

Also beweg Dich und zieh bitte das volle Programm durch!!

Unnachgiebig und effizient.

Wenn Du das Geld selbst nicht brauchst, spende es an den Kindergarten in Deiner Stadt oder einer Schule in einer sozial schwachen Gegend oder einer dieser Ernährungstafeln für arme Leute.

Oder schreib eine Schultütenfüllaktion bei einem Schreibwarenladen aus für ABC-Schützen aus Zuwandererfamilien.

Es gibt so viele Möglichkeiten, mit dem Geld schlechter Leute Gutes zu tun.

Aber laß nicht jemanden davonkommen, der sich selbst vorsätzlich aus jeglicher Verständnisebene ausgrenzt

50 weitere Antworten
Ähnliche Themen
50 Antworten

Hi,

ich teile deine Einstellung das man nicht immer wegen jedem Kratzer einen riesen Aufwand treiben muß.

Aber Fahrflucht finde ich ne Frechheit.

Mir ist auch vor einigen Jahren jemand in unseren Polo gerutscht. Hätte er sich gemeldet hät ich gesagt 50€ ich geh mit meiner Freundin schön essen und die sache ist erledigt..

Aber so war das volle Programm mit Anzeige nötig. Den 300€ schaden hab ich per Kostenvoranschlag mit der Versicherung abgerechnet und er hat hoffentlich die entsprechende Strafe bekommen.

Bei dir ist die Sache natürlich ein wenig komplizierter durch den Ausländschen Verkehrsteilnehmer. Aber ich denke auch da sollte man einen kleineren Schaden über den Kostenvoranschlag einer Markenwerkstatt regeln können.

Alternativ würde ich dem "guten" mann vielleicht nen Zettel hinter die Windschutzscheibe klemmen. Schreib ihm das du den Unfall bemerkt hast und er der Polizei gemeldet wurde. Dazu deine Tel. Nr. und das man sich so einigen könnte.

Wenn er sich meldet und bereit ist dir einen bestimmten Betrag direkt zu bezahlen kannst du schriftlich auf weitere Schritte verzichten. Würde die sache für dich erleichtern. Die rechtlichen Konsequenzen für ihn bleiben davon auch unberührt.

Gruß Tobias

P.S. du solltest auf jeden fall noch ein gebrauchte Rücklicht besorgen,wenns auch nur für ein paar Wochen ist. Sonst hast du ruck zuck noch ein Bußgeld an der Backe!

1. Ich bin kein Jurist, aber vielleicht schadet so ein Zettel auch eher? Mal angenommen er sagt, er war es nicht und das ganze geht vor Gericht, dann argumentiert er vielleicht noch, dass du ihn zu einer Zahlung nötigen wolltest, was sich dann nicht gut für dich macht.

2. Auf der anderen Seite wäre einesolche Einigung natürlich der einfachste Weg. Ich würde allerdings niemals sagen, dass das Auto verschrottet wird, das muss er nicht wissen. Fahrerflucht dürfte auch in Holland zu einem Fahrverbot führen, du hast also durchaus Argumente auf deiner Seite. Man kann sich dann sicherlich auf 400-500 Euro einigen, zum einen natürlich für den Schaden am Auto, zum anderen, um die polizeiliche Verfolgung und das mögliche Fahrverbot zu lassen.

3. Der andere Weg wäre die konsequente Verfolgung durch die Polizei und Abrechnung über die Versicherung. Dann kriegst du das Geld von seiner Versicherung und er geht vermutlich einige Zeit zu Fuß. Das ist aber langwierig - das Auto meiner Kollegin wurde im März mit Fahrerflucht angefahren, der Fall wurde erst diese Tage abgeschlossen, weil die gegnerische Versicherung extrem verzögert hat und das Geld am Ende nur mit Anwalt zu holen war.

Viel Erfolg, aber wie schon gesagt wurde, Fahrerflucht ist eine absolute Frechheit, und da dir wirklich ein Schaden entstanden ist, gibt es hier keinen Grund auf Rücksichtnahme!

am 23. August 2009 um 10:23

Normalerweise müßtest du da das "volle" Programm durchziehen mit Anzeige, Regulierung durch die Versicherung usw.

Ich wage es anzuzweifeln, dass dieser Zeitgenosse bei einem anderen Auto anders gehandelt hätte. So ein Rempler kann ja pasieren, aber dann sollte man auch dazu stehen. Solche Leute haben im Verkehr nichts zu suchen. Nur hätte die Polizei normalerweise automatisch eine Strafanzeige schreiben müssen. Hast denen das bestimmt auch erzählt, dass dir das eigentlich egal ist und die hatte dann wohl keine lust auf den Papierkram :D

Gruß

Krypton

Heute ist es ein Auto was angefahren wird und Morgen ein kleines Kind oder ein anderer Mensch, der dann seinem Schicksal überlassen wird. 

 

Solche Leute gehören bestraft und zwar mit der vollen Härte der Gesetzgebung.

 

Deine Gutmütigkeit war und ist hier völlig fehl am Platze.

 

Gruß

 

Delle

Laß den Schaden finanziell in vollem Umfang erstatten.

Hab ich das richtig verstanden?

Du fragst, ob es moralisch zu vertreten ist, daß im Hinblick auf die baldige Verschrottung jemand ungestraft davonkommt, dessen Handlung ja die Quadratur der Unmoral ist.

Ein (riesiger) Bootsanhänger heißt ja schon, daß derjenige zu Hause sicherlich nicht auf leeren Apfelsinenkisten schläft. Ich habe schon manchen solchen Emporkömmling kennenlernen müssen (die wirkliche gesellschaftliche Oberliga benimmt sich oftmals respektvoller) , und, glaub mir, die haben gegenüber dem einfachen Volk ein völlig anderes Rechtsverständnis.

Und diese souveräne Vorteilsnahme ist dann besonders ausgeprägt, wenn es viele Menschen wie Dich gibt, die ihnen durch stetige Straffreiheit das Gefühl vermitteln, eine Art der Herrenrasse darzustellen.

Wie so oft bei Emporkömmlingen war schon die Erziehung nicht auf den späteren Gesellschaftsstand ausgelegt.

Wehe nämlich, Du selbst wärst an ihren Bootsanhänger gestoßen, dann wärst Du wahrscheinlich, während Du wiederholt auf der Treppe hinfällst, noch froh gewesen, wenn endlich die Polizei kommt.

Menschen wie du sind schuld daran, daß schlechte, respektlose und unehrenhafte Menschen sich immer wieder an anderen Bürgern vergreifen - an Sachen, Menschenrechten und Lebensqualität.

Also beweg Dich und zieh bitte das volle Programm durch!!

Unnachgiebig und effizient.

Wenn Du das Geld selbst nicht brauchst, spende es an den Kindergarten in Deiner Stadt oder einer Schule in einer sozial schwachen Gegend oder einer dieser Ernährungstafeln für arme Leute.

Oder schreib eine Schultütenfüllaktion bei einem Schreibwarenladen aus für ABC-Schützen aus Zuwandererfamilien.

Es gibt so viele Möglichkeiten, mit dem Geld schlechter Leute Gutes zu tun.

Aber laß nicht jemanden davonkommen, der sich selbst vorsätzlich aus jeglicher Verständnisebene ausgrenzt

Themenstarteram 23. August 2009 um 12:03

Vielen, vielen Dank für eure ausführlichen Antworten. Ich sehe es ja eigentlich auch so, dass er für so eine Aktion leiden sollte, da so ein Verhalten das Letzte ist. Manchmal bin ich wohl einfach zu sozial eingestellt.

Wie erwähnt hat die Polizei den gesamten Papierkram erledigt, er wird also auf jeden Fall seine Anzeige bekommen. Die Lösung mit dem Zettel fällt aus, da er wohl heute Morgen schon weiter gefahren ist (der Polizist hatte aber seine Karte hinterlassen).

Bleibt noch meine ursprüngliche Frage wie es weitergeht: Muss ich jetzt in Aktion treten um seine Daten in Erfahrung zu bringen und wenn ja wie? Oder wird mir das automatisch durch Polizei/Staatsanwaltschaft mitgeteilt.

Dass das ganze ein langwieriger Prozess werden könnte, habe ich auch schon vermutet. Hier ist das Problem, dass es den Wagen vielleicht schon gar nicht mehr gibt, bis die generische Versicherung ein Gutachten haben möchte.

am 23. August 2009 um 12:19

Hallo chimo,

zunächst mal:

Grundsolide Einstellung - du gehst dir Sache auch ordentlich an: Unaufgeregt und dennoch mit einem Ziel.

Es steht nix im Wege, hier nicht die Regulierung zu verlangen - auch wenn Dein Wagen verschrottet wird - das eine hat ja mit dem anderen nix zu tun

Du solltest aber das Heft in die Hand nehmen, da du nicht damit rechnen kannst, dass der Niederländer vo sich aus die Regulieurng anstößt.

Wende Dich an das Büro Grüne Karte.

Leider hast Du ja diese ghrüne Karte vom Unfallgegner nicht bekommen - aber in Ländern ohne Mitführpflicht derselben (NL gehört dazu) reicht auch das Kennzeichen analog dem deutsche n Zentralrug)

Hier hast Du mal einen Link - ruf da am Montag mal an, dann sollte die Sache an sich losgehen.

Schaden kann es natürlich nicht, wenn Du bereits die Schadenhöhe weißt.

Frag mal in der Werkstatt um die Ecke, was der Spaß evtl. kosten würde.

Ansonsten weiterhin alles Gute bei der Abwicklung - und berichte bitte weiter, wie die Sache verläuft.

Grüße

Schreddi

Da Du den Wagen weggeben bzw. verschrotten lassen möchtest, solltest Du die Beweise sichern lassen. Das erledigt normalerweise ein Gutachter Deiner Wahl für Dich, der den Gesamtschaden am Fz. auch beziffert. Ein Kostenvoranschlag einer Werkstatt kann unter Umständen (bei Gericht) unzureichend sein.

Themenstarteram 23. August 2009 um 13:29

So, jetzt hat er gerade geklingelt bei mir. Eigentlich ein sehr netter Mensch. Er hat gemeint er wäre so müde gewesen gestern Abend und hätte sich vorgenommen, heute Morgen den Besitzer des Autos zu suchen. Da hat er die Karte der Polizei gefunden und ist jetzt auch schon dort gewesen. Lassen wir diese Aussage mal so im Raum stehen, vielleicht stimmt's ja wirklich, vielleicht auch nicht.

Seine Versicherung wird sich jetzt jedenfalls bei mir melden um den Schaden zu regulieren. Problem ist also vorerst gelöst...

Themenstarteram 23. August 2009 um 17:01

Vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen: Hier noch ein Bild vom Schaden.

Hi,

na das ist schon heftig. Bei einer Fachgerechten reparatur wären da sicher 800-1000€ fällig!

Neue Stoßstange und Heckblech + Lackierarbeiten. Außbeulen des Heckblechs + Lackieren und ne Heckleuchte.

Besorg dir möchlichst bald ne Heckleuchte vom Schrott (gibts ja derzeit massig:rolleyes:) kann man auch recht einfach und schnell selbst tauschen.

Gruß Tobias

am 23. August 2009 um 18:39

Zitat:

na das ist schon heftig. Bei einer Fachgerechten reparatur wären da sicher 800-1000€ fällig!

 

Neue Stoßstange und Heckblech + Lackierarbeiten. Außbeulen des Heckblechs + Lackieren und ne Heckleuchte.

Eher noch deutlich mehr!

 

Heckstoßstange mit Lackieren u. Montage liegt alleine schon bei über(!) 1000€ in der VW-Fachwerkstatt!

 

Zusammen mit dem Rücklicht und den Schäden am Heck unterm Rücklicht u. am Kofferraum, können das gut und gerne >1500 und mehr sein.

 

Wenn die VW-Werkstatt entscheidet das hinten noch einiges mehr lackiert, ausgebeult usw. werden muss dann könnens auch noch mehr sein...

...womit wir bei einem Polo 6N den Totalschadenbereich ereicht haben dürften  und die Rechnung wieder etwas anders aussehen wird.

@TE

Lass uns wissen, was der SV sagt.

 

Gruß

Hafi

 

 

soll ich mal.......:D

 

oder lieber nicht?.....:(

 

 

Deine Antwort
Ähnliche Themen
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Versicherung
  5. Fahrerflucht eines Niederländers vor meinen Augen