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Euro 7 Pläne

Themenstarteram 15. November 2020 um 12:18

Hi,

derzeit geistern ja wieder einige Pläne für die Euro 7 Norm durch die Medien die ab 2025 gelten soll.

Diskutiert werden wohl Grenzwerte von 30 Milligramm Nox (und weniger) pro km und das unter allen Betriebszuständen ( Vollgas, Minus 10 Grad , volle Beladung, Lebensdauer über 200tkm usw.)

Technisch wäre das höchst Anspruchsvoll kombiniert mit dem reduzierten Entwicklungsbudget für Verbrenner könnte das bedeuten das sich die Hersteller nur noch auf ein oder zwei Motoren konzentrieren müssen wenn überhaupt noch Verbrenner angeboten werden können, zumindest auf dem europäischen Markt.

In vielen Fahrzeugklassen wird sich das überhaupt nicht mehr lohnen.

 

Kurz gesagt mit einer strengen Euro 7 Norm könnte ein faktischen Verbrennerverbot eingeführt werden und das in 4 Jahren.

 

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144 Antworten

Das mit dem faktischen Verbot verstehe ich nicht - kannst Du das nochmal erklären bitte?

Bei einer Beschränkung auf wenige Motoren sehe ich erstmal keine Nachteile, sondern nur Vorteile was Kosten, Reparaturen, Ersatzteilbeschaffung usw. angeht...

Erlaubt sind die Verbrenner dann zwar noch, aber wirtschaftlich nicht mehr herstellbar, also durch die Hintertür "verboten".

Stell mir gerade vor, wenn ein VW Up und ein VW Touareg mit dem gleichen Motor ausgerüstet wären. Muss der Up richtig Spaß machen...

Klein-, Kleinstfahrzeuge werden dann vomm Markt verschwinden und nur noch ab 2,0 ltr. Aufwärts angeboten. Alles natürlich zum Preis von Kleinwagen :). Bin dabei.

Im Dezember 2019 ging die Nummer unter Federführung Uschi v.d.L. als "Green Deal" durch die Presse - weitgehend unbemerkt in der öffentlichen Wahrnehmung.

Ursel stellte ihr Massnahmenpaket noch etwas unkonkret vor.

Green Deal der EU "Das ist ein besonderer Tag." Mit diesen Worten trat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch um kurz nach 13 Uhr vor die Presse. Sie stellte den "Green Deal" vor - ein Maßnahmenpaket für stärkeren Klimaschutz und wirtschaftliche Veränderungen in Europa.

u.a. :Dazu gehören auch neue Emissionsgrenzwerte für Autos und der Handel ...mit

https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/fs_19_6726

In der PDF Nachhaltige Mobilität wird die Geschichte konkret und die Industrie konnte sich schon einmal einlesen.

Herbert Diess von der VW AG zum Beispiel hat den Ernst der Lage erkannt und hat im Konzern noch mehr Druck hin zur E-Mobilität gemacht.

Europa muss die Emissionen des Verkehrssektors weiter und schneller verringern.Auf den Verkehrssektor entfällt ein Viertel der Treibhausgasemissionen in der Union und sie nehmen nach wie vor zu. Mit dem Grünen Deal sollen diese Emissionen bis 2050 um 90 % gesenkt werden.

Verringerung der Luftverschmutzung

Dazu ist Folgendes nötig:

strengere Vorgaben für die Luftver schmutzung durch Kraftfahrzeuge

Verringerung der Luftverschmutzung in den Häfen der EU

Verbesserung der Luftqualität in der Nähe von Flughäfen

 

Zitat:

@Rudlof.D schrieb am 15. November 2020 um 13:38:28 Uhr:

Europa muss die Emissionen des Verkehrssektors weiter und schneller verringern.Auf den Verkehrssektor entfällt ein Viertel der Treibhausgasemissionen in der Union und sie nehmen nach wie vor zu. Mit dem Grünen Deal sollen diese Emissionen bis 2050 um 90 % gesenkt werden.

Verringerung der Luftverschmutzung

Dazu ist Folgendes nötig:

strengere Vorgaben für die Luftver schmutzung durch Kraftfahrzeuge

Verringerung der Luftverschmutzung in den Häfen der EU

Verbesserung der Luftqualität in der Nähe von Flughäfen

Die Luftqualität hat doch nichts mit CO2-Emissionen zu tun. Spätestens seit Euro 6d emittieren Verbrenner so wenig Schadstoffe, dass andere Quellen in Städten relevant sind, sei es die Industrie oder Holzöfen.

Zitat:

@gianluca-fc schrieb am 15. November 2020 um 13:46:47 Uhr:

Spätestens seit Euro 6d emittieren Verbrenner so wenig Schadstoffe, dass andere Quellen in Städten relevant sind, sei es die Industrie oder Holzöfen.

Selbst wenn das theoretisch so wäre und die Grenzwerte eingehalten werden würden, dann nimm mal nen dicken Zug am Auspuff.

Die Menge an Fahrzeugen macht die Luft halt trotzdem schlechter.

Solang es immer Leute geben wird, die richtigen Bestreben versuchen durch abstruse Vergleiche und Argumente in den Unsinn zu ziehen, sind solche Vorhaben grundsätzlich nötig.

Gleich kommen die Argumente, dass die Containerschiffe, die durch die Innenstadt fahren viel schlimmer sind...

Können wir uns darauf einigen, dass das kein Verbot ist? Auch faktisch nicht?

Im Übrigen glaube ich nicht daran, dass das schon 2025 gelten soll. Die Frist wäre viel zu kurz.

Außerdem finde ich es gut, dass eine Grenze, welche das auch immer sein mag, für alle Lastzustände und Bedingungen gelten soll. Bisher gibt es da nämlich viel zu viele Schlupflöcher, weshalb ja überhaupt die ganzen Hersteller rumtricksen und sich viel zu oft verzockt haben.

Generell befürworte ich das Vorhaben. Wir müssen an vielen Stellen die Schadstoffe in der Atmosphäre reduzieren.

Recht haste - da Uschi naturverbunden und nun Präsi ist, neigt sich die Zeit der laberei dem Ende...IMHO der Wichtigste Satz:

"Ein ehrgeizigeres Ziel bis 2030 bietet jetzt schon Gewissheit für politische Entscheidungsträger und Investoren, damit künftige Entscheidungen keine Emissionslevel enthalten, die dem EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 entgegenstehen"

Der umfangreiche Plan steht:

https://ec.europa.eu/clima/policies/eu-climate-action/2030_ctp_de

 

Zitat:

@PeterBH schrieb am 15. November 2020 um 12:28:46 Uhr:

Erlaubt sind die Verbrenner dann zwar noch, aber wirtschaftlich nicht mehr herstellbar, also durch die Hintertür "verboten".

Das ist doch die berühmte Eigenregulierung des Marktes und damit das Gegenteil dessen, was die Anti-Verbotspartei-Schreihälse befürchten.

...das Einzige wo ich noch Hoffnung habe ist, dass wenn es nicht mehr nur den unteren Schichten an den Kragen sondern endlich an den Wohlstand von breiten Bevölkerungsteilen auch der Mittelschicht geht ein kompletter Umbruch kommen wird.

Man wird auch das stetige Bevölkerungswachstum ins Kalkül ziehen müssen... wenn man allein die Flächen sieht die im derzeitigen Bauboom mit Baugebieten und Häuschen an Häuschen zugepflastert werden... wobei zu jedem dieser Häuschen bestennfalls 1 meist eher 2 oder noch mehr Autos gehören um Arbeitsstellen / Einkaufmöglichkeiten / usw. zu erreichen.

Der Zeitpunkt rückt näher an dem man es nicht mehr einfach unter den Teppich kehren kann und es der Bevölkerung wird sagen müssen, dass es mit dem Wohlstand auf dem aktuellen Niveau so nicht weiter geht... der kleine Arbeiter kann nicht mehr individuell mobil sein, sondern es ist wieder zu Fuß, Fahrrad, Arbeiterbusse oder Arbeiterzug angesagt... wie in den 50er / 60er / 70er Jahren.

Jede 4 köpfige Familie ne 100 bis 150m² Wohnung oder ein eigenes Häuschen geht auch nicht mehr... und die große jährliche Urlaubsreise teilweise mehrmals im Jahr wird für die breite Masse auch passe sein müssen.

Ich jedenfalls sehe durch diese massive, derzeit häufig durch Kredite finanzierte Kostensteigerungen in jeder Beziehung etwas auf dieses Land zukommen, was wie eine Bombe einschlagen und zu massiven Umbrüchen führen wird... wenn die breite Masse aus den Träumen aufwacht und bemerkt was wirklich gespielt wird.

Themenstarteram 15. November 2020 um 14:59

Zitat:

@Clio.0815 schrieb am 15. November 2020 um 12:31:54 Uhr:

Klein-, Kleinstfahrzeuge werden dann vomm Markt verschwinden und nur noch ab 2,0 ltr. Aufwärts angeboten. Alles natürlich zum Preis von Kleinwagen :). Bin dabei.

Das Klein und Kleinstwagen mit Verbrenner vom Markt verschwinden ist sehr wahrscheinlich, zumindest mit Verbrenner.

Bei den größeren Modellen wird sich vielleicht wirklich z.b. ein 2,0l Diesel als Standard durchsetzen, ist ja heute vielfach schon so.

Man muss aber davon ausgehen das die Fahrzeuge deutlich teurer werden. Denn ohne Hybrid Komponente sind die Co2 Grenzwerte nicht einzuhalten und um die Abgasgrenzwerte einzuhalten braucht es eine extrem aufwändige und komplexe Abgasnachbehandlung.

Dadurch werden die Autos spürbar teurer werden, was wiederum die verkauften Stückzahlen reduziert was ebenfalls wieder die Kosten erhöht.

 

"Denn ohne Hybrid Komponente sind die Co2 Grenzwerte nicht einzuhalten..."

Tolles System - auf dem Papier dann bessere Werte, in der Praxis dank höherem Gewicht und meiste Zeit läuft der Verbrenner dann eher nicht.

q. e. d. die Preise für individuelle Mobilität / ein Auto werden massiv steigen, was derzeit durch Leasing / Kreditfinazierung und die Niedrigzinsen aufgefangen / retuschiert wird... aber es wird der Zeitpunkt kommen, wo das nicht mehr geht.

Aus Erzählungen von meinem Großvater -der als Mitarbeiter der Deutschen Bundesbahn übrigends selbst nicht einmal einen Führerschein geschweige denn ein Auto hatte, aber dafür von seinem Arbeitgeber mit Mobilität (Freifahrtscheinen) versorgt wurde- weiß ich von Zeiten, wo es vollkommen normal war, dass man die Autos in unserem einst kleinen Dorf, jetzt ca. 4.000EW-Vorort einer größeren Stadt an einer Hand abzählen konnte.

Individuelle Mobilität wird auch weiterhin bezahlbar bleiben.

Aber das, was viele darunter verstehen, eben nicht.

Man wird mehr das Fahrrad nutzen, E-Bikes, Scooter, Car-Sharing, in fernerer Zukunft autonome Taxis usw. und eben sich nicht mehr jeder ein fettes 2 Tonnen Diesel SUV vor die Türe stellen können.

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