erster Verkehrsunfall - Aussage gegen Aussage
Hallo zusammen,
ich hatte heute meinen allerersten Autounfall.
Ich war auf einer zweispurigen Straße und in einer Rechtskurve war ein Auto mit mir auf gleicher Höhe. Der Fahrer hat die Kurve zu weit genommen, sodass er mich am hinteren Radkasten getroffen hat.
Nach dem Anhalten war der Fahrer total freundlich, hat sich sofort entschuldigt und gesagt, dass er mich übersehen hätte. Er fragte noch, ob es für mich in Ordnung sei, wenn wir die Angelegenheit ohne die Polizei regeln. Da ich aber einen drei Monate alten Neuwagen fahre und eben noch nie einen Unfall hatte, habe ich die Beamten dazugerufen.
Und dann stellte er die Sachlage leider völlig anders dar. Ich hätte angeblich die Spur gewechselt ohne zu blinken und ihn dabei touchiert. Er schrie rum, bezeichnete mich als Lügner, wurde ausfallend und mehrfach von den Polizisten ermahnt. Das Verkehrskommisariat wird daher nun entscheiden, wer der Schuldige ist.
Habt ihr Tipps für mich, wie man hier am besten vorgeht? Ich habe zwar eine Rechtssschutzversicherung, dummerweise ist das Verkehrsrecht dabei aber nicht enthalten. Über die ARAG gäbe es die Möglichkeit für viel Geld (381 € im Jahr, 3 Jahre Laufzeit), eine rückwirkende Verkehrs-RSV abzuschließen. Ob das hier sinnvoll ist?
148 Antworten
Zitat:
@berlin-paul schrieb am 4. Dezember 2024 um 14:33:10 Uhr:
Das gegen WEN geführte Verfahren wurde eingestellt? Gegen dich oder gegen den anderen?
Das gegen mich geführte Verfahren.
Exakt steht dort:
„Sehr geehrter Herr Darksky85,
das nachstehende Verfahren habe ich eingestellt.
Tattag: 14.11.2024, 15:15 Uhr
Kennzeichen: XX-XX 123 (Mein Kennzeichen)
Tatort: Berlin, Xy-Str., Höhe Hausnummer xy
Tatbestand: Verkehrsunfall
Eventuell zivilrechtliche Ansprüche werden durch diesen Bescheid nicht berührt.“
Vermutlich hat die Behörde die Verfahren gegen beide Beteiligte eingestellt, weil keinem von beiden ein Verschulden nachzuweisen war. Das wäre aufgrund der bisherigen Schilderungen nicht weiter überraschend.
Ich würde an Stelle des TE die eigene Versicherung über die Einstellung des Verfahrens informieren.
Ähnliche Themen
Die Bußgeldstelle hat wohl entschieden, daß der Unfallhergang bzw. die Schuldfrage unklar bzw. nicht zu klären ist und daher wird kein Bußgeld verhängt. Daß dein Unfallgegner die Schuld auf sich genommen hat, würde ich daraus nicht ableiten.
Bei einem Unfall ohne Personenschaden und nur geringem Sachschaden wird die Polizei garantiert keine weiteren Ermittlungen anstellen.
Hallo zusammen,
es gibt neue Entwicklungen: Der Unfallgegner will nun seinen Schaden geltend machen.
Von meiner Versicherung habe ich ein Schreiben erhalten, dass ich laut seiner Aussage angeblich die Spur gewechselt und ihn dabei übersehen habe. Seine Beifahrerin (Ehefrau) hat er als Zeugin angegeben, die seine Aussage bestätigt hat.
Ich solle mich nun nochmal dazu äußern und gegebenenfalls auch Zeugen benennen, ansonsten müsste die Versicherung die Ansprüche zu 100 % begleichen.
Wie geht man hier jetzt am besten vor?
Meinen eigenen Schaden habe ich noch nicht geltend gemacht. Mein Lackierer hat mir auch nochmal bestätigt, dass es mit 250 - 300 € per Smart Repair ausgebessert werden kann. VW selbst würde wohl direkt die Stoßstange für ca. 1.800 € erneuern.
Verkehrsrechtschutz habe ich mittlerweile, der Schaden liegt aber ja vor Versicherungsbeginn.
Ach wo kommt denn auf einmal der Zeuge her?
Haben die sich erst mal tagelang abgesprochen wie man da noch Kohle raus ziehen kann?
Shit ist das du keinen Zeugen hast. Oder doch?
Das du den Schaden nicht schon hast längst beim Gegner eingereicht halte ich für einen taktischen Fehler.
Wie hoch ist der Schaden den der Gegner jetzt geltend macht? Liegt ein Gutachten oder wenigstens ein KVA vor?
Doch, der Gegner hatte eine Beifahrerin dabei. Ich allerdings auch, die ich jetzt als Zeugin angeben werde.
Ich hatte zu dem Zeitpunkt eben noch keine RSV, somit müsste ich selbst die Kosten für den Rechtsstreit tragen. Bei dem Schaden von 250 - 300 € macht das für mich einfach keinen Sinn.
Zum Schaden des Gegners wurden in dem Schreiben keine Angaben gemacht. Er fuhr ja einen 20 Jahre alten, schon recht demolierten Skoda Octavia. Mehr als ein paar Kratzer an der Stoßstange waren da nicht zu sehen. Aber wer weiß, was er da nun alles geltend machen möchte.
Du hattest doch geschrieben, dass der Unfallgegner zunächst seine Schuld eingeräumt hatte.
Haben die Zeugen das auch gehört?
Zitat:
@DarkSky85 schrieb am 19. Dezember 2024 um 13:07:35 Uhr:
ht. Er fuhr ja einen 20 Jahre alten, schon recht demolierten Skoda Octavia. Mehr als ein paar Kratzer an der Stoßstange waren da nicht zu sehen. Aber wer weiß, was er da nun alles geltend machen möchte.
Und du bist Hellseher und weist ob die Halter der Stoßstange noch inordnung sind 😉? Respekt..
Du hättest schon längst den Schaden beim Gegner geltend machen sollen.
Hast du denn deine Versicherung selber vorher informiert oder wurden die erst durch den Gegner informiert ?
Zitat:
@DarkSky85 schrieb am 19. Dezember 2024 um 12:36:26 Uhr:
Verkehrsrechtschutz habe ich mittlerweile, der Schaden liegt aber ja vor Versicherungsbeginn.
Noch mal, den Schadensansprüche des Unfallgegners brauchst du nicht abwehren, denn das macht deine Versicherung und die hat eigene Anwälte, die du nicht zu bezahlen brauchst.
Was du machen musst, der Versicherungen Futter zu liefern, damit sie gute Argumente hat, die Ansprüche des Unfallgegners abzuwehren.
Das Ganze und viel mehr, wurde doch bereits geschrieben, insofern macht es Sinn, wenn du dir „deinen“ Thread nochmal aufmerksam durchliest.
Gruß
Uwe
Zitat:
@Oetteken schrieb am 19. Dezember 2024 um 13:14:17 Uhr:
Du hattest doch geschrieben, dass der Unfallgegner zunächst seine Schuld eingeräumt hatte.
Haben die Zeugen das auch gehört?
Genau, er selbst sagte nach dem Unfall, dass es ihm leid tut und es seine Schuld wäre. Außerdem sei es ihm lieber, wenn wir die Sache ohne Polizei regeln könnten. Das hat mein Zeuge auch so gehört.
Nach dem Eintreffen der Polizei haben wir dies den Beamten so mitgeteilt. Und daraufhin ist der Unfallgegner völlig ausgeflippt und hat rumgeschrien, dass wir alle Lügner seien, er uns anzeigt und wir schon sehen werden, was wir davon haben. Die Polizisten mussten ihn dann schon wegschicken, um uns ungestört unterhalten zu können. Insofern ein ganz merkwürdiges Verhalten
Zitat:
@DarkSky85 schrieb am 19. Dezember 2024 um 15:10:03 Uhr:
Insofern ein ganz merkwürdiges Verhalten
Das ist nicht mehrwürdig, sondern ein fieses, aber nachvollziehbares Verhalten, was auch schon weiter vorne analysiert wurde:
Zitat:
DarkSky85 hat doch nun wirklich im ersten Beitrag beschrieben, was der Unfallgegner für ein „fiese Möpp“ ist. Dieser weiß genau, dass Aussagen ohne Zeugen keine Rolle spielen. Daher gibt er vor dem TE seine Schuld am Unfall zu. Dadurch spart er sich jede Diskussion, bzw. Ärger vor Ort und wiegt DarkSky85 in trügerischer Sicherheit. Später wird er dann das Gegenteil behaupten. Klar, als die Polizei gekommen ist, musste er seine Haltung ändern und hat DarkSky85 als Alleinschuldigen hingestellt.
So einem Menschen, der so fies handelt, kann man keinen µm weit trauen, denn der wird vermutlich mit allen Mitteln der Kunst versuchen, für sich das Maximale rauzuholen und solche Leute wissen in der Regel auch, wie das geht.
Das mit dem Maximalen für sich rausholen hat sich jetzt wohl auch bestätigt.
Wie schon geschrieben, in den 8 bisherigen Seiten findest du schon einiges an Informationen, die du jetzt vielleicht brauchen kannst.
Gruß
Uwe