ECU fettet an - Reihenfolge Fehlersuche?
Hallo zusammen,
mein Steuergerät fettet das Gemisch an, zumindest ist der LongTermFuelTrim bei +14%.
Soweit ich mich belesen konnte, ist das nicht besorgniserregend, aber auch nicht optimal.
Meiner erster Versuch wird nun der Tausch der Lambdasonde sein. Die hat 120tsd km auf dem Buckel und kommt zumindest mal als Übeltäter in Frage. Außerdem ist sie billiger als ein LMM und einfacher zu tauschen 🙂
Da das Steuergerät ja denkt, dass das Gemisch zu mager ist, habe ich folgende Reihenfolge für die weitere Fehlersuche vor (falls es doch nicht die Lambdasonde ist):
- LMM
- Dichtheit Abgasseite/Falschluft
- Einspritzdüsen (könnten eh mal die vom OPC Insi rein, auch wenn keiner sagen kann worin die sich zu den normalen Düsen vom Z28NET unterscheiden sollen)
ist das Vorgehen sinnvoll oder würdet ihr eine andere Reihenfolge vorschlagen?
Hab ich was übersehen?
Gruß,
Loner
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Kraftstofffilter war es auch nicht.
Was mir noch aufgefallen ist. Solange ich in der Stadt unterwegs bin, klettert der Wert auf 16%. Sobald ich auf der BAB unterwegs bin, so mit Tempomat zwischen 130 und 160 geht der Wert auf 14% zurück. Dann bin ich dieser Tage auch mal wieder mit viel Volllastanteil unterwegs gewesen - da ist der Wert auf 13% gesunken.
Das ist zwar nicht viel und bewegt sich wohl in der Norm.
Aber kann man bei der Entwicklung die Einspritzdüsen eigentlich ausschließen?
Weil wenn die gealtert sein sollen oder schwächeln, hätte der Wert bei Volllast ja eher ansteigen als sinken müssen, oder?
Hallo Loner,
das LongTermFuelTrim hier einen erhöhten Wert hat bedeutet nicht gleichzeitig, dass dein Motor zu fett läuft. Deine Einspritzmenge weicht lediglich von der Standartapplikation ab. Das kann im Laufe eines Autolebens schon mal passieren. Gründe hierfür sind aber sehr verschieden, lassen sich aber in zwei Kategorien einteilen:
Es liegt tatsächlicher Fehler vor:
- z.B. wie schon erwähnt Falschluft, wenn dein Auto im Leerlauf steht hast du im Ansaugbereich übrigens einen Unterdruck wie beim klassischen Sauger, anders wäre eine Leerlaufdrehzahl auch nicht zu regeln.
- Ein Sensor(Lambda, Temp (Wasser &Luft), oder Druck) arbeitet nicht richtig, ist aber noch immer unterhalb des gesetzlichen Schwellwertes, so dass kein Fehlercode angezeigt wird. Ich nehme mal an, dass du keinen hast.
- Ein Aktor ist defekt wie z.B. die Einspritzdüse oder eine Sekundärluftpumpe, bzw. AGR-Ventil. Hier ist die Eigendiagnose schon schwerer, als bei einem Sensor, und dein OBD-System konn oft nur einen totalausfall diagnostizieren.
Reguläre Umstände/ Fahrzeug fährt mit optimalem Gemisch weiter:
- Durch Alter und Laufleistung weichen alle Komponenten mehr oder weniger vom Neuzustand ab und ergeben in dem komplexen System die Abweichung.
- Der Hersteller nimmt eine Adaptionsmege bewusst in Kauf. Eine Baureihe kommt ein Stammsatensatz und adaptiert sich auf die individuellen Faktoren, wie Fahrwiderstände, Reifen, Kraftstoff, Katbeschichtung, Umwelt usw.
Sicher hilft dir das nun nicht viel. In deinem Fall wäre es hilfreich zu wissen, mit welchem Gemischverhältniss sich das Fahrzeug nun wirklich bewegt. Eine normale "AU"-messung wird dir hier aber nicht helfen, da das Leerlaufverhalten und dessen Gemischbildung sich unterscheidet von der Last bei normaler Fahrt. Vielleicht findest du bei den "Standartindikatoren" schon etwas? Kerzenbild? Russablagerungen, durchschnittlicher Verbrauch?Wie verhält sich der Shortterm in Abhängigkeit von verschieden Fahrprofilen?
Hallo samantafox, vielen Danke für deinen ausführlichen Post!
Das der Motor nicht zwingend zu fett läuft, ist mir klar. Deshalb schrieb ich ja, dass die ECU anfettet um Lambda 1 zu erreichen. Auch verstehe ich, dass das so gewollt ist, um Bauteilschwankungen, Alterungen usw. auszugleichen.
Ich geh der Sache auch nur deshalb nach, weil ich den Motor irgendwann noch auf ca. 350PS abstimmen lassen möchte. Und dafür soll dann bitteschön alles in Ordnung sein. Gerade schwächelnde Einspritzdüsen könnten hier sehr schnell zur Ursache für den Motorschaden werden.
Außerdem habe ich Grund zur Annahme das etwas nicht in Ordnung sein könnte, weil der Wert in letzter Zeit angestiegen ist. Anfangs war er bei 10-12% und ist jetzt auf bis zu 16% geklettert obwohl keine Veränderungen am Fahrzeug oder Fahrstil vorgenommen wurden.
Die Kerzen sahen bisher immer normal aus, da war nichts auffälliges. Werde die aber demnächst noch mal prüfen.
Die Lambdasonde war schon etwas rußig, aber nicht schlimm. (soweit ich das beurteilen konnte) Sonst kein Ruß erkennbar.
Fehlercode hab ich keinen und die Sensoren sind ja inzwischen alle durchgetauscht.
Demnächst werden die Kühler getauscht, da werden wir den kompletten Ansaugweg überprüfen. Damit sollte dann hoffentlich auf der Ansaugseite Falschluft ausgeschlossen sein.
Außerdem kommt noch die Seriensoftware wieder drauf, um auch hier mal zu prüfen ob es an der geänderten Software liegt.
Danach müsste man noch mal vor der Lambda-Sonde nach Falschluft fahnden und zu guter Letzt würde ich ohnehin die Düsen tauschen.
Kann die Sekundärluftpumpe eigentlich theoretisch wirklich schuld sein? Die sollte doch kurz nach dem Starten nicht mehr aktiv sein, oder?
Nachdem der Wert bei hohem Volllastanteil auf der BAB gesunken war, ist er im Stadtverkehr mit viel Teilllast nun wieder angestiegen. Tippe daher eher auf Falschluft statt Einspritzdüsen, sonst sollte es ja eher anders herum sein.
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Ja sry. Der MotorTempSensor. Multimeter ran und den widerstand bei 20 und bei 80grad messen.
Du interpretiertst zu viel in den longthermfuel rein. Das ist ein langsames stellglied. Wird sich langsam über den Winter oder auch bei höhenlagen verändern.
Einspritzventile können rein simpel einfach mehr löcher haben. Somit ein besseres spritzbild abgeben. Je kleiner, aber noch ausreichend, umso besser. Rein aus bastellaune grössere zu verbauen ist unvorteilhaft. Belies dich dazu besser nochmal.
Am besten diagnosegerät weglegen und sich über ein funktionierendes fz. freuen...
Danke für die Antwort.
So langsam ist der ltftrm gar nicht. Hatte die Batterie abgeklemmt und dann geschaut wie er sich entwickelt. Nach 30 Minuten Fahrt war der Wert wieder von 0 auf 14% geklettert.
Bzgl. der Einspritzventile: Du meinst also, dass ein alterndes Einspritzventil besser funktionieren kann als ein neues?
Und im Fall der Fälle würde ich keine größeren, sondern die originalen Einspritzdüsen verwenden.
Nein, nicht alt gegen neu... Sondern dein "altes" gegen ein großes tauschen. Das macht ohne Änderungen keinen Sinn, bringt nur Nachteile.
Du kannst aber die Einspritzleiste vom Motor nehmen und in die Luft "spritzen" lassen. Sollte da gravierend was auffallen, wovon ich nicht ausgehe, kannst du tauschen.
Du klemmst das STG ab und wunderst dich, dass der Wert schnell steigt?? Schon an Selbstschutz vom Motor gedacht?? Sollte wirklich nichts im Speicher sein, muss er anhand der aktuellen Daten seine Korrektur vornehmen.
Jetzt lag das Diagnosegerät weg und freu dich, dass die Kiste läuft und sich am Leben hält.
Zitat:
Original geschrieben von Papstpower
Du klemmst das STG ab und wunderst dich, dass der Wert schnell steigt?? Schon an Selbstschutz vom Motor gedacht?? Sollte wirklich nichts im Speicher sein, muss er anhand der aktuellen Daten seine Korrektur vornehmen.
Damit wollte ich nur sagen, dass der Wert sich längst nicht so langsam anpasst wie von dir dargestellt. Der Wert passt sich auch während kurzer Fahrten an und nicht erst über längere Zeiträume.
Und nach allem was ich bis jetzt gelesen habe, sind lediglich Werte unter +/-10% in der Norm. Mit +16% bin ich da weit weg und es ist auch nicht mehr viel Luft bist zum Fehlercode. Deshalb werde ich das nicht einfach lassen können. 🙂
Zitat:
Original geschrieben von mozartschwarz
Benzindruck? Druckregler? Schwächelnde Benzinpumpe? Kraftstofffilter zu?
Kraftstofffilter wurde ersetzt. Benzindruck geht bist auf knapp unter 5bar. Sollte also eigentlich passen.
Kraftstoffversorgung würde ich aber auch deshalb eher ausschließen, weil es unter Volllast besser statt schlechter wird.
Ich will mal noch versuchen diverse andere Sensoren mit nem Bekannten auszutauschen, um hier wirklich alles auszuschließen.
Momentan tendiere ich aber mehr in Richtung Falschluft. Was nur insofern blöd ist, als das wenn man Pech hat, man den ganzen Motorraum zerlegen kann um das Leck zu finden. 🙁
Sprit immer von der gleichen Sorte und der gleichen Tankstelle? Könnte ja gepanscht sein...
Eine undichte im Abgastrakt vor der Regelsonde kann man ausschliessen? Rus an der Lambda find ich eher komisch. Per Venturieffekt kann auch im Auslass Luft gezogen werden..
Falschluft, also noch mehr, beim Lader? Eine Undichte nach dem LMM findest du wenn du den abdrückst. 1bar drauf und hören obs zischt. Ladedruck und Ladereglung sind unauffällig?
5 bar Kraftstoffdruck? Wieso so hoch? Da wird doch zuviel Kraftstoff eingespritzt. Die Nadel der Einspritzdüse kann so schnell garnicht schließen. Meiner Meinung nach langen da 3 - 3,5 bar. Zu hoher Kraftstoffdruck kann die Lambdareglung garnicht adaptieren.
Gruß
Reinhard
Komisch ist der aber ich kenn den richtigen nicht.
Wäre der aber zu hoch müsste der Fueltrim ins Minus gehen denk ich...
Bin heute dem Fehler glaube ich auf die Spur gekommen. Wenn ich den Deckel vom Öleinfüllstutzen abziehe, saugt es da mächtig Luft rein und der Motor fängt an unruhig zu laufen. Die Kurzzeitadaption geht stark rauf, Luftmasse runter und Lambda auch weit weg von 1.
Scheint also ein Fehler in der Kurbelgehäuseentlüftung zu sein. Vermutlich ein Regelventil defekt, sodass viel zu stark abgesaugt wird und er dort Falschluft zieht
Hat jemand ne Übersicht zur Kurbelgehäuseentlüftung beim Z28NET zur Hand?
Bzw. nen Tipp, welches Bauteil da wahrscheinlich defekt ist?
@reinhard e. bender : Ohne Last liegt der Druck bei ca. 2,5bar, bei mittlerer Last so bei ca. 3,5bar und nur bei Volllast drüber. Kraftstoffpumpe ist noch Original und die Drücke liegen auch mit Seriensoftware an. Denke das bei der Abstimmung der Kraftstoffdruck bei Volllast zur Sicherheit etwas erhöht wurde. Kann ich aber nur vermuten, der Herr Buchner sagt ja nix dazu. 🙁