Die Helmschale - ein "rohes Ei"
Diese Mail schickte ich soeben an den Geschäftsführer von SCHUBERTH
Sehr geehrter Herr Lejeune,
Sie erinnern sich vielleicht an unser Gespräch, in dem Sie mir das Sicherheitskonzept von Motorradhelmen (gegenüber Autorennhelmen) erklärt haben. Sie schrieben mir am 20.07. per E-Mail: "Unsere Helme sind aus Glasfaser hergestellt. Diese hat die Eigenschaft beim Aufprall zu "platzen" , damit die Aufprallenergie nicht in den Kopf eindringt ".
Der Grund war, daß der Helm meiner Frau, der vom Motorradsitz auf die Straße gefallen war, einen Riss aufweist und damit als "zerstört" gilt. Ca. 200 € müsse ich aufwenden, um einen neue Schale zu erhalten, so Ihr Mitarbeiter Herr ***** vor ca. drei Stunden am Telefon.
Dazu möchte ich etwas anmerken:
1. Die ECE-Norm 22-05 sieht vor, dass der Helm mit einem 5,6 kg schweren und 60 cm im Umfang messenden Prüfkopf aus einer Höhe von 3,18 m auf einen flachen Amboss trifft. Erst ein gerade eben geführtes Telefonat ergab, daß der Helm danach zerstört ist. Dieser Hinweis steht nirgendwo, weder in den Magazinen noch im Prüfbericht des so zitierten TÜV-Rheinland. Im Gegenteil, da steht: "Die größten Probleme mit diesem forcierten Kinnschlag hatten der ... Weitgehend unbeeindruckt und im Ergebnis noch vollkommen im Rahmen der Normwerte blieben hingegen Schuberths ...". Wie soll man "Weitgehend unbeeindruckt" interpretieren ? "Zerstört" kam mir dabei nicht in den Sinn !
Diese Tests, zum Beispiel in der TOURENFAHRER-Ausgabe 7/2009, beschreiben nur, daß der Fahrerkopf unverletzt geblieben wäre. So ein Prüfverfahren suggeriert damit dem Leser eine "Helm-Stabilität", die nicht im Geringsten der "vermuteten Realität" des normalen Alltagsgebrauchs entspricht. Würden Motorradfahrer Ihre von mir oben zitierte Aussage kennen, würden sie sicher deutlich vorsichtiger mit Helmen umgehen.
2. haben wir neben zwei J1-Helmen noch einen LASER, einen IXS und zwei ARAI-Helme. Die anderen Fabrikate sind ebenfalls schon mehrfach versehentlich auf die Straße gefallen, ich glaube das passiert jedermann bisweilen, aber noch keiner ist dabei gerissen.
Da es folglich kein Material-Fehler oder ein seltener "Ausrutscher" bei der Herstellung ist, werde ich vielleicht verständlicher Weise weder in diesen Helm, noch künftig in ein anderes Schuberth-Produkt einen Cent stecken; mein Vertrauen in Ihre Helme ist dramatisch gesunken. Etwas mehr Stabilität erwarte ich von einem "schützenden Teil" dann doch, um so mehr wenn es fast 1.000 DM kostet (ja, ich rechne noch um).
3. Da auch auf Ihrer Internetseite dem Kunden keinerlei Informationen über die Haltbarkeit der Schale "im Alltag" (nicht bei Stürzen) gegeben werden, sollte zumindest im Internet über Fakten informiert werden, die offenbar nur Fachleuten vorbehalten sind.
Ich hatte soeben in dieser Sache ein Telefonat mit dem zuständigen Redakteur einer Fachzeitschrift. Die Problematik des Helmrisses ist durchaus bekannt und wird als Allgemeinwissen betrachtet. Ich dagegen, wie Sie auch dem Briefwechsel entnehmen können, war mir der geringen Belastbarkeit der Helmschale nicht bewußt. Und ich würde wetten, daß auch 98% der Motorradfahrer diese Kenntnis nicht haben. Lassen Sie uns gemeinsam die Biker aufklären !
Daß Ihr Mitarbeiter Herr ***** dies als Erpressungsversuch betrachtet, halte ich für befremdlich. Verbraucher versuchen sich über Produkteigenschaften zu informieren, Presse und Internet sind das Einzige was uns dabei helfen kann.
Ich bitte ich Sie, mir den Helm zurückzuschicken.
Grüße,
(Allsquare)
PS:
1. Der Test
2. Der TÜV-Bericht
Beste Antwort im Thema
Diese Mail schickte ich soeben an den Geschäftsführer von SCHUBERTH
Sehr geehrter Herr Lejeune,
Sie erinnern sich vielleicht an unser Gespräch, in dem Sie mir das Sicherheitskonzept von Motorradhelmen (gegenüber Autorennhelmen) erklärt haben. Sie schrieben mir am 20.07. per E-Mail: "Unsere Helme sind aus Glasfaser hergestellt. Diese hat die Eigenschaft beim Aufprall zu "platzen" , damit die Aufprallenergie nicht in den Kopf eindringt ".
Der Grund war, daß der Helm meiner Frau, der vom Motorradsitz auf die Straße gefallen war, einen Riss aufweist und damit als "zerstört" gilt. Ca. 200 € müsse ich aufwenden, um einen neue Schale zu erhalten, so Ihr Mitarbeiter Herr ***** vor ca. drei Stunden am Telefon.
Dazu möchte ich etwas anmerken:
1. Die ECE-Norm 22-05 sieht vor, dass der Helm mit einem 5,6 kg schweren und 60 cm im Umfang messenden Prüfkopf aus einer Höhe von 3,18 m auf einen flachen Amboss trifft. Erst ein gerade eben geführtes Telefonat ergab, daß der Helm danach zerstört ist. Dieser Hinweis steht nirgendwo, weder in den Magazinen noch im Prüfbericht des so zitierten TÜV-Rheinland. Im Gegenteil, da steht: "Die größten Probleme mit diesem forcierten Kinnschlag hatten der ... Weitgehend unbeeindruckt und im Ergebnis noch vollkommen im Rahmen der Normwerte blieben hingegen Schuberths ...". Wie soll man "Weitgehend unbeeindruckt" interpretieren ? "Zerstört" kam mir dabei nicht in den Sinn !
Diese Tests, zum Beispiel in der TOURENFAHRER-Ausgabe 7/2009, beschreiben nur, daß der Fahrerkopf unverletzt geblieben wäre. So ein Prüfverfahren suggeriert damit dem Leser eine "Helm-Stabilität", die nicht im Geringsten der "vermuteten Realität" des normalen Alltagsgebrauchs entspricht. Würden Motorradfahrer Ihre von mir oben zitierte Aussage kennen, würden sie sicher deutlich vorsichtiger mit Helmen umgehen.
2. haben wir neben zwei J1-Helmen noch einen LASER, einen IXS und zwei ARAI-Helme. Die anderen Fabrikate sind ebenfalls schon mehrfach versehentlich auf die Straße gefallen, ich glaube das passiert jedermann bisweilen, aber noch keiner ist dabei gerissen.
Da es folglich kein Material-Fehler oder ein seltener "Ausrutscher" bei der Herstellung ist, werde ich vielleicht verständlicher Weise weder in diesen Helm, noch künftig in ein anderes Schuberth-Produkt einen Cent stecken; mein Vertrauen in Ihre Helme ist dramatisch gesunken. Etwas mehr Stabilität erwarte ich von einem "schützenden Teil" dann doch, um so mehr wenn es fast 1.000 DM kostet (ja, ich rechne noch um).
3. Da auch auf Ihrer Internetseite dem Kunden keinerlei Informationen über die Haltbarkeit der Schale "im Alltag" (nicht bei Stürzen) gegeben werden, sollte zumindest im Internet über Fakten informiert werden, die offenbar nur Fachleuten vorbehalten sind.
Ich hatte soeben in dieser Sache ein Telefonat mit dem zuständigen Redakteur einer Fachzeitschrift. Die Problematik des Helmrisses ist durchaus bekannt und wird als Allgemeinwissen betrachtet. Ich dagegen, wie Sie auch dem Briefwechsel entnehmen können, war mir der geringen Belastbarkeit der Helmschale nicht bewußt. Und ich würde wetten, daß auch 98% der Motorradfahrer diese Kenntnis nicht haben. Lassen Sie uns gemeinsam die Biker aufklären !
Daß Ihr Mitarbeiter Herr ***** dies als Erpressungsversuch betrachtet, halte ich für befremdlich. Verbraucher versuchen sich über Produkteigenschaften zu informieren, Presse und Internet sind das Einzige was uns dabei helfen kann.
Ich bitte ich Sie, mir den Helm zurückzuschicken.
Grüße,
(Allsquare)
PS:
1. Der Test
2. Der TÜV-Bericht
143 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von allsquare
Zitat:
Viele Produkttests beinhalten die Überprüfung auf Fall- oder Stoßbeanspruchung. Typischerweise werden mit Falltests die Widerstandsfähigkeit der Produkte bei einem Aufprall nach freiem Fall aus Gebrauchshöhe geprüft. Beispiele für Produkte, die Falltests unterzogen werden, sind Laptops, Mobiltelefone, Bohrmaschinen oder auch flüssigkeitsgefüllte Getränkekartons.
Habe mir erlaubt, dich bei „Dina more“ als Dozent für Falltests mit Helmen anzumelden. Genügend Hintergrundwissen hast du ja mittlerweile. Also, bis zum 28.10.2010.😁
Zitat:
Original geschrieben von allsquare
Zurück zu Laptops:
Zitat:
Im Betrieb mit geschlossenem Display hält das Notebook Stürze aus einer Höhe von 120 Zentimeter stand. Mit geöffnetem Bildschirm war der Dell-eigene Fall-Test aus 90 Zentimetern erfolgreich.
Bei deinem Link zum
Laptopliegt der für dich geeignete Helm daneben. Hast du den gesehen? Wenn du den trägst kannst du sicher sein, dass wenn deine behelmte Birne auf die Straße knallt, die Synapsen deines Gehirnes deinen Organismus im Anschluss noch zur Hormonausschüttung erregen können.😉
PS:
Grüße mir die Karin gaaanz lieb von mir...
Zitat:
Original geschrieben von Schnapsmax
der sich fragt, ob Du nicht weißt, dass dass heute mit 2 s geschrieben wird und hier noch dazu gänzlich falsch ist. (stimmt - hat gaar nix mit der Sache zu tun, mir war aber gerade danach ...sorry
Ab 60
darfman "dass" mit "ß" schreiben, genau so wie man dann bei Rot über die Ampel gehen
darf.
Ab 70
darfman "dass" mit 2 "ß" schreiben,
mussallerdings bei Rot über die Ampel.😁
Genug gewitzelt, mache mir nämlich mittlerweile auch ernsthaft Gedanken, ob mein gewichtsoptimierter Helm im Ernstfall meinen Erwartungen bzw. den Herstellerangeben entspricht.
Habe mal mit dem Finger gegen die Schale gedrückt und bemerkt, dass die nachgibt.😰 Das war bei meinen bisherigen Helmen nicht der Fall.
Allsquare, wenn du da nicht mal eine Lawine losgetreten hast....
Zitat:
Original geschrieben von frankatbike
Genug gewitzelt, mache mir nämlich mittlerweile auch ernsthaft Gedanken, ob mein gewichtsoptimierter Helm im Ernstfall meinen Erwartungen bzw. den Herstellerangeben entspricht.
Habe mal mit dem Finger gegen die Schale gedrückt und bemerkt, dass die nachgibt.😰 Das war bei meinen bisherigen Helmen nicht der Fall.
Muss ich bei meinem Helm auch mal ausprobieren...
Zitat:
Original geschrieben von allsquare
Zitat:
... die einzig offene Frage verbleibt: wie zum Teufel kriege ich meinen Schweiß dazu mit 100° zu verdampfen ?
...das wird schwer werden.
Um ihn allerdings zum
verdunstenzu bringen, sollte lt Wiki der "Wasserdampfdruck der Luft geringer sein als der an der Hautoberfläche".
Meine unter meiner "Klimamembran-Jacke" verschwitzen T-Shirts trocknen an frischer Luft jedenfalls auch weit unter 100°.😉
Zitat:
Original geschrieben von tschähnz
...das wird schwer werden.Zitat:
Original geschrieben von allsquare
wie zum Teufel kriege ich meinen Schweiß dazu mit 100° zu verdampfen ?
Eben ! Und
Gore & Associatesschreibt ausdrücklich:
"... die mikroporöse Struktur der Membrane unterstützt den Wärmetransport nach außen, indem es Schweißdämpfe entweichen lässt" ... von "Dunst" ist da nicht die Rede. Aber wir glauben ja so gerne, was die lächelnde blonde Dame im Hochglanz-Magazin so alles von sich gibt !
Allsquare
Zitat:
Original geschrieben von frankatbike
Allsquare, wenn du da nicht mal eine Lawine losgetreten hast....
Damit meine Intension (Lawine) an die richtige Stelle geht !
Abschließende Mail an Schuberth (der Helm ist zurück):
Zitat:
Lieber Herr Lejeune, sehr geehrter Herr Nieber,
ein Anliegen möchte ich Ihnen, als "Teil" der Helmindustrie doch noch näher bringen. Ich habe dieses auch ähnlich in dem zitierten Faden des
MT-Forums geschrieben.Mein Anliegen ist nicht nur an SCHUBERTH, sondern an alle Entwickler und Hersteller von Motorradhelmen adressiert. Ein Vergleich, der zwar hinkt, aber dennoch zum Nachdenken anregen soll:
Ein Laptop und ein Helm haben eines gemeinsam, beider Schalen schützen ein "Gehirn", der eine ein elektronisches, der andere ein menschliches.
In Produkt-Tests wird deshalb auch genau diese Schutzfunktion getestet. Siehe zum Beispiel hier:
Nun wird ein Laptop per sé nicht dazu konstruiert, sein Innenleben Stürze überstehen zu lassen, er dient in erster Linie dazu, auf einem Schreibtisch hübsch auszusehen. Ein Sturzhelm dagegen wird ausschließlich für seine Aufgabe als Schutzfaktor bei Stürzen konzipiert.
Merkwürdig, wenn nicht gar widersinnig, ist und bleibt für mich, daß der Laptop einen 90cm-Sturz schadlos übersteht, der Sturzhelm aber nicht ...
Ich kenne Ihre Argumentation des "Sollbruchs", aber ist eine Zerstörung des Helms bei einem Fall aus 90cm tatsächlich des Entwicklers letzte Weisheit ? Werden die Interessen von Anlegern tatsächlich so dramatisch höher bewertet als die der Kunden ?
Beste Grüße,
Allsquare
der grundsätzlich etwas bewegen möchte, der nie mit der letzten Entwicklung zufrieden ist, der weiß, das aktuelle Wissenschaft grundsätzlich die Korrektur des letzten Irrtums ist !
Nunja, wenn die globale Erwärmung (sofern vorhanden) weit genug fortgeschritten ist, schaffen wir es bestimmt auch unseren Schweiß auf 100°C zu erhitzen und damit verdampfen(!) zu lassen.
Dann klappts auch mit Gore-Tex... 😁
Bis dahin fahr ich weiterhin Leder und überlasse den Membranklamotten den Kaltwetter-Einsatz.
Ist tatsächlich seltsam, dass Laptops, Handys und was weiß ich noch alles stürze aus einem Meter überstehen, Aber der Helm, der tatsächlich vor Stürzen schützen soll ABSOLUT GARNICHT stürzen darf... nichtmal wenn er leer ist und somit deutlich leichter als ein Laptop...
Naja, wann hofft zwar, aber wenn man den Zwang der Anleger sieht, glaubt man irgendwie nimmer, dass sich an dem Gewinnsteigerungszwang noch irgendwann irgendetwas ändern wird und diese Mail irgendwann tatsächlich Früchte tragen wird.
Gruß,
Marc
Zitat:
Original geschrieben von WorldEater666
Muss ich bei meinem Helm auch mal ausprobieren...Zitat:
Original geschrieben von frankatbike
Genug gewitzelt, mache mir nämlich mittlerweile auch ernsthaft Gedanken, ob mein gewichtsoptimierter Helm im Ernstfall meinen Erwartungen bzw. den Herstellerangeben entspricht.
Habe mal mit dem Finger gegen die Schale gedrückt und bemerkt, dass die nachgibt.😰 Das war bei meinen bisherigen Helmen nicht der Fall.
Gesagt, getan... hab 2 verschiedene XR1000(einer 7-8 Jahre alt, der andere 1 Jahr) "gedrückt"...
Da gibt nix nach... hab den alten auch mal auf'n Boden gestellt und mit dem Handballen von oben draufgedrückt, hat sich auch nix getan. Dabei hat der auch schon ein paar Stürze von Mopped/Tisch hinter sich.
Hallo,
für den XR-1000 kann ich durch Selbstversuch definitiv sagen das er hält.
Hatte eine schwere Gehirnerschütterung und 6 Stunden Amnesie aber dank Helm überlebt.
Laut Polizei bin ich 3x mit dem Kopf aufgeschlagen was man auf der Straße an den Farbrückständen erkennen konnte.
Hallo ,
der Thread liegt ja schon etwas zurück, dennoch wollt ich kurz mal mitteilen, was der Shoei Kundenservice mir gemailt hat. Bezüglich Heruntergefallen Helm vom Motorrad.
Mein Helm ist mir bei der letzten Ausfahr diese Saison, beim Rasten durch einen Windstoß vom Sitzgefallen. Dabei ist eine Art Steinschlag Entstanden in der Schale bzw. Lack abgeplatz.
Darauf hin habe ich mich an den Kundenservice von Shoei gewannt, nachdem ich diesen Thread gelesen hatte. Da man sich schon gedanken macht, ob der Helm Wirklich noch sicher ist.
Die Antwort:
Zitat:
Sehr geehrter Herr xxxxx,
wir könnten den Helm einer Sichtprüfung unterziehen. Wirklich getestet werden kann ein Helm nur im Herstellerwerk (Japan). Dabei wird ein ECE-Test simuliert - und der Helm wird beim dem Test zerstört. Diese Test sind für interne Recherchen sehr nützlich, aber eher für Unfallhelme gedacht.
Bei einem Herunterfallen aus geringer Höhe kann der Helm normalerweise weitergefahren werden. Insbesondere dann, wenn keine Anbauteile (Visier, Mechanik, Lüftungen usw.) abgebrochen sind. Anders als bei einem „richtigen“ Unfall steckt kein ca. 10 kg schwerer Kopf im Helm. Das vermindert die Aufprallgeschwindigkeit enorm. Es muss wesentlich weniger Energie abgefangen werden.
Hallo Forum!
Zitat:
Wirklich getestet werden kann ein Helm nur im Herstellerwerk (Japan). Dabei wird ein ECE-Test simuliert - und der Helm wird beim dem Test zerstört.
Genial!
Ich dachte immer, wir Deutschen wären Meister der Umständlichkeit, besonders im Bereich der Bürokratie!
Da möchte jemand wissen, ob sein Helm noch funktionsfähig ist, muß diesen dann nach Japan schicken.
Die machen ihn dann kaputt, um zu sagen, ob er noch heil gewesen wäre.
Wenigstens war der Rest der Antwort aber pragmatisch!
Alles Gute!
Ramses297.
Zitat:
Original geschrieben von Racmar
Ist tatsächlich seltsam, dass Laptops, Handys und was weiß ich noch alles stürze aus einem Meter überstehen, Aber der Helm, der tatsächlich vor Stürzen schützen soll ABSOLUT GARNICHT stürzen darf... nichtmal wenn er leer ist und somit deutlich leichter als ein Laptop...
Absicherung der Hersteller:
Fällt dir dein Mobiltelefon zum zweiten Mal runter und es gibt keinen Piep mehr von sich weil sich der durch den ersten Fall aufgetretenen Riss nun zu einem abgesplitterten Teil gewandelt hat, ist das ärgerlich, aber nicht sonderlich dramatisch.
Fällst du vom Motorrad und gibst keinen Piep mehr von dir weil sich die durch den ersten Fall aufgetretenen Beschädigung nun zu einer weichen Birne gewandelt hat, ist das deutlich dramatischer - und eventuell irgendwie auch irreversibel lethal.
Ob du nun den Hersteller von deinem Mobiltelefon auf ein neues Gerät im Wert von 301,56 Euro verklagst oder deine Angetraute den Helmhersteller auf finanzielle "Entschädigung" ("Unterstützung" passt eher), da du als Pflegefall nun permanent betreut werden musst -> für den Hersteller vom Helm ein großer Unterschied.
Daher: Auf Nummer Sicher gehen und entsprechende Klauseln bei der Bedienung anhängen. Denn wir wissen ja: Wenn es nicht explizit in der Bedienungsanleitung steht, kann man Hamster in der Mikrowelle trocknen und danach den Hersteller verklagen: "Stand nicht drin das das nicht geht - will neuen Hamster - du bezahlst mir den!".
Das der Helm nach dem Herunterfallen nicht mehr zu gebrauchen ist, ist eher utopisch. Wie nun auch von Shoei geschrieben. Ansonsten würde das "stone skipping" (wie beim Unfall von klaus_gpx) nicht funktionieren.
Grüße, Martin
Ist es nicht einfach köstlich, wie man sich Dinge nach Bedarf schönreden kann? 😛
Ist das denn so schwer zu begreifen?
Es ist logischerweise nicht möglich, die genauen Sturzparameter zu haben und eine Berechnung der dadurch erfolgten Materialveränderung schlicht und ergreifend nicht fass- und machbar. Mithin kann man eben nur "posthum" sagen, ob das Material noch im Sinne einer bezogenen Norm gehalten hätte. Aufgrund des grundsätzlichen Materialverhaltens bei einer Art "Sollbruchstelle", ist eben von einem nicht vorherseh- oder gar berechenbaren Splitter/Bruchverhalten auszugehen... zusätzlich dadurch, dass man ja die ggf. zukünftig wirkenden Kräfte etc. gar nicht kennen kann.
Man betrachte hilfsweise das Verhalten einer Windschutzscheibe mit Steinschlag oder Sprung... ob und wie sich dieser fortsetzt kann nur die Glaskugel beantworten. Das ist der Schadstelle nicht anzusehen... blöderweise. Und es macht - in Anbetracht des Preises wie auch des potentiellen Risikos - auch gar keinen Sinn, hier mit mords Aufwand Hellseher spielen zu wollen.
Es kann halten, es kann aber auch nicht halten.... Lotteria Matschbirna.
Amüsant finde ich deswegen die Haltung, aufgrund des dringlichen Wunsches wider der Wahrscheinlichkeit und Vernunft, den kleinsten Schnippsel von "Könnte nichts ausmachen" fleissig zu suchen, euphorisch aufzunehmen und als "Ha, alles Panikmache" zu postulieren. Genial garniert von der häufig anderweitigen Sorge oder gar überzeugten Behauptung, eine Lederkombi unter 400, ein Protector unter Testsieger oder ein Öl unter 30 Euro der Liter könnte seine Aufgabe unmöglich oder bestenfalls mangelhaft erfüllen... obwohl da sogar eine Norm garantiert wird 😛
Es ist so einfach - nachdem ja die empfindliche Seite eines Helms bekannt ist und sicherlich keiner einen Helm als Schlaggerät gedacht annimmt... oh geniale Erleuchtung, lege man selbigen eben sorgfältig und sicher ab. Auf eine Sitzbank stellen... gehört sicher nicht dazu, so als Beispiel nur.
Im Kindesalter stellt man Gläser auch gerne an die Tischkante oder ungünstig im Gefechtsfeld von Messer und Gabel ab... und oh Wunder, vermutlich ist dabei auch schon jedem ein Glas um- und/oder runtergeflogen und man mag es kaum glauben... dabei splittert gerne mal was ab oder man hat sofort den Scherbenhaufen (völlig unabhängig vom Glaspreis..). Und - schon einer ein Glas mit Abplatzung weiterhin verwendet (und sich die Lippen aufgeschnitten)? Nein? Komisch... dat muss doch gehen, neiiiin ich war kein Tölpel, das muss ein Glas doch... blaaa... 😁
Nunja, um die Erfahrung reicher und mit Ermahnung/Erklärung von Mutti... haben wir das ja bei Gläsern alle verinnerlicht (?) - was eine Unachtsamkeit auch heute nicht immer verhindert, nur wissen wir jetzt: Oh ich Schussel. Und werden uns hüten, das Malheur auf das Glas zu schieben und aus einem gesprungenem Glas weiter zu süffeln? Wär doch lächerlich und ggf. schmerzhaft.... 😁 😉
Natürlich darf das jeder mit sich selbst ausmachen - von mir aus fährt einer in der Badehose oder baut seine Zukunft auf den Gewinn aus Daddelautomaten (gibts ja auch alles)... sein Bier.
Nicht so prickelnd finde ich aber, wenn man seine persönlichen Beruhigungspillen für die eigenen Zweifel zur Verstärkung der Beruhigungswirkung einer großen Öffentlichkeit als Fakt und umsichtigere Naturen indirekt als doofe Panikmacher hinstellt. Mal darüber nachdenken... könnte sicher nicht schaden?
Zitat:
Original geschrieben von Ramses297
Ich dachte immer, wir Deutschen wären Meister der Umständlichkeit, besonders im Bereich der Bürokratie!
Da möchte jemand wissen, ob sein Helm noch funktionsfähig ist, muß diesen dann nach Japan schicken.
Die machen ihn dann kaputt, um zu sagen, ob er noch heil gewesen wäre.
Ich stelle mir gerade vor wie sich 10 japanische Shoei Ingenieure vor einen angebröselten Helm setzen und durch akribische Sichtprüfung eine Lebensgarantie abgeben müssen.
Auch einem absoluten Nichttechniker sollte klar sein das dies nicht geht. Geprüft werden muss dann ob die ECE-Richtlinen erhalten bleiben, das geht nur mit einem ECE-Test.
Wer bedenken hat sollte den Helm wegwerfen und gut ist. Selbst wenn sie viel Geld kosten sind sie nicht so teuer.
Im Grunde genommen ist die Eingangsfrage des TE doch deutlich beantwortet - die Helmschale ist ein rohes Ei.😁