Continental SportContact 6: Hoher Verschleiß? Mischbereifung ok?
Hallo liebes Forum.
Ich muss dieses Jahr zwei meiner Sommer Reifen ersetzen, da zwei nur noch 3mm Profiltiefe haben.
Meine bisherigen Sommer Reifen sind die Continental Sportcontact 5. Diese bietet mein Händler nicht mehr, sondern den Nachfolger Continental SportContract 6.
Da ich nur zwei neue Reifen benötige denke ich ist es sinnvoll den Continental Reifen zu kaufen.
Nur scheint dies ein Sport Reifen zu sein welcher wohl einen hohen Verschleiß hat. Habe ich zumindest teils so gelesen. Der Name verrät es ja auch.
Nun wäre es gesetzlich erlaubt zwei unterschiedliche Reifen auf den jeweiligen Achsen zu fahren.
Die Alternative von Michelin (Prime?) hat wohl einen geringeren Verschleiß.
Nur ist es wohl nicht so gut auf einer Achse Continental und auf der anderen Achse Michelin zu fahren.
Ich bin kein sportlicher Fahrer. Bräuchte also eher keine Sportreifen.
Auto ist ein Kia Sportage mit Allrad, Baujahr 2017.
Mich würde eure Meinung zum dem Thema interessieren, bevor ich eine Entscheidung treffe.
64 Antworten
Ich: Geringere Aquaplaning-Gefahr, wenn die besseren Reifen vorne sind.
Du: Gefährlicher Irrglaube. Aus genau dem Aquaplaning Grund müssen die besseren Reifen auf die Hinterachse.
ADAC: Kürzerer Bremsweg und unempfindlicher gegenüber Aquaplaning mit den besseren Reifen auf der Vorderachse.
Du könntest jetzt deinen Fehler einfach mal zugeben (gefestigte Persönlichkeit und so).
Och, komm, im Ernst jetzt?
Jetzt wird das Zitat schon gekürzt, damit es besser in die Argumentation passt? Da steht „Bei Geradeausfahrt“, ja Zustimmung. Das sehe ich genauso.
Können wir jetzt bitte wieder den Rest diskutieren, denn im bisherigen Faden ging es um Aquaplaning BEI KURVENFAHRT. Du könntest Deinen Fehler ruhig mal zugeben ;-) .
Ich habe das durchaus in diversen Posts präzisiert und klargestellt, dass es mir primär um Kurvenfahrt geht, wobei Du vehement bestritten hast, dass das eine Rolle spielt. Ich habe allerdings nirgendwo gelesen, dass es Dir um Geradeausfahrt ging. Ganz im Gegenteil hast du selber das Kurvenfahrtthema mehrmals aufgegriffen.
Das ist aber gar nicht mal der Punkt, weil der schlechtere Reifen hinten bei Nässe eben in diversen Situationen die Steuertendenz klar in Richtung übersteuern verschiebt und das will man nicht.
Übrigens auch ein Kernpunkt der ADAC-Argumentation.
Ich sehe hier nur einen Teilnehmer, der stoisch auf seiner Meinung beharrt und sich nicht ein müh bewegt, obwohl es gute Argumente dagegen gibt.
Ohne Worte.
Zitat:
@MacV8 schrieb am 30. März 2022 um 19:07:16 Uhr:
... denn im bisherigen Faden ging es um Aquaplaning BEI KURVENFAHRT.
Nö. Es ging zunächst um Aquaplaning ganz allgemein. Danach ging es um die Frage, wie weit die Hinterräder bei autobahnüblichen Geschwindigkeiten die Spur der Vorderräder verlassen. Und da bleibe ich dabei, dass bei den geringen Lenkwinkeln, die man bei 100 km/h oder mehr hat, die Hinterräder die Spur der Vorderräder nur minimal verlassen.
Und das Szenario des ADAC "Kurvenfahrt und Spurwechsel auf nasser Fahrbahn" hat doch nichts mit Aquaplaning zu tun. Ich hoffe doch inständig, dass du weißt, was Aquaplaning ist und dass es nicht gleichbedeutend ist mit geringerem Reibbeiwert bei nasser Fahrbahn. Du erweckst den Eindruck, dass du es nicht weißt. Aber da du deinen Fehler nicht zugeben willst und weiterhin den Eindruck erwecken willst, als ob der ADAC deine Meinung stützen würde, obwohl dort genau die gegenteilige Ansicht vertreten wird, habe ich wenig Hoffnung auf deine Einsicht.
Lass es gut sein. Das rettest du nicht mehr und ich bin auch echt nicht mehr bereit, noch mehr Zeit in diese Diskussion zu investieren.
Und nein, ich bin zwar Aquaplaning-Tests gefahren, aber ich weiß selbstverständlich gar nicht was das ist, was Du wiederum messerscharf analysiert hast.
Genauso wenig habe ich vom Aufschwimmverhalten von Reifen gehört und davon, dass sich der Reibwert mit zunehmender Ausschöpfung des Wasserverdrängungspotentials graduell verschlechtert.
Zum wiederholten Mal, mir fehlen echt die Worte. Over and out.
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Interessante Unterlage. Die zweite Übersicht mit den kritischen Fahrzuständen ist aber aus meiner Sicht noch wichtiger und das Fazit fällt dann doch sehr ähnlich aus:
„Befasst man sich nochmals mit dem Teil II der Tabelle, den "Kritischen Fahrzuständen":
Entscheidend für die Richtungsstabilität des Fahrzeugs, sowohl in Kurven, wie auch bei Geradeausfahrt sind die Seitenführungskräfte der Hinterachse. Blockierende Räder bei einer Bremsung oder Überschreitung der Haftreibung zwischen Reifen und Fahrbahn ("zu schnell in der Kurve"😉 können abrupt zu einem nicht mehr kontrollierbaren Fahrverhalten führen (Fahrzeugheck bricht aus, Übergang zum Schleudern). Diese Seitenführungskräfte fallen bei unzureichender Profiltiefe besonders stark und dann schlagartig ab. Ein Fahrzeug, welches über die Vorderräder zum Kurven-Außenrand schiebt ("Untersteuern"😉 kann problematisch sein.
Mehr als problematisch ist es aber, ein ausbrechendes Fahrzeugheck ("Übersteuern"😉, in solchen kritischen Fahrsituationen durch Gegenlenken wieder auf den gewünschten Kurs zu bringen. Bei dieser Gelegenheit ein Tipp: Informieren Sie sich beim ADAC über das angebotene Fahrsicherheitstraining - all diese Dinge werden dort demonstriert und können so von Ihnen selbst "erfahren" werden! Bei einer Gegenüberstellung aller Vor- und Nachteile ergibt sich somit, dass kritische Fahrzustände besser beherrschbar sind, wenn die Reifen mit der größeren Profiltiefe auf der Hinterachse montiert werden. Dies gilt für Pkw mit Vorderrad-, Allrad -und Heckantrieb.“
Quelle - https://www.kfztech.de/kfztechnik/fahrwerk/reifen/reifentipps2.htm
Dort findet man auch die Übersicht mit den kritischen Fahrzuständen.
Bremsen und Beschleunigen in Kurven und wedeln (Ausweichmanöver!) werden auch noch genannt, bei denen der bessere Reifen hinten Vorteile hat. Das hatten wir so in der Diskussion noch nicht und das sind schon „Alltagssituationen“.
Ich bin voll bei Euch, dass das jeweils Vor- und Nachteile hat und auch dabei, dass das sogar recht ausgewogen ist.
Aber der schlechtere Reifen hinten verschlechtert eben in bestimmten Situationen die Spurführung an der Hinterachse und damit die Fahrstabilität und das ist im Prinzip das Kernargument, dass mir auch wichtig ist.
Die ganzen Vorteile nützen wenig, wenn der Wagen in bestimmten Situationen nicht mehr, oder nur noch schwer beherrschbar ist. Diese Argumentation ist für mich schlüssig und überwiegt alle anderen Aspekte.
Der Grundgedanke dahinter ist natürlich der, dass ein instabiles (übersteuerndes) Fahrverhalten, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten, durch die meisten Fahrer nicht beherrscht werden kann.
Die gesamte Fahrwerksauslegung der OEMs basiert auf dieser Tatsache und dabei wird großer Wert darauf gelegt, dass die Gierbeschleunigung im Zielfenster ist und das Auto immer sicher stabil betrieben werden kann. Das würde ich freiwillig nicht aushebeln.
Ich habe selber viel Fahrdynamik entwickelt und bin auch selber entsprechende Versuche gefahren. Das will man wirklich nicht erleben, dass das eigene Auto zur Instabilität neigt, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten (ich bin solche Versuche bis an die 200 km/h gefahren).
Zitat:
@Gummihoeker schrieb am 30. März 2022 um 20:06:10 Uhr:
Ich Dussel, hier sollte die Grafik zum Thema Aquaplaning erscheinen:
Danke, die Tabelle ist mal eine angenehm differenzierte Betrachtungsweise. Bei Vorderantrieb also 9 Punkte, die vorteilhaft sind, wenn das bessere Profil vorne ist und ein einziger Punkt, der für die Hinterachse spricht, also 9:1. Bei Hinterradantrieb dann 5:5.
Im Detail bleiben aber ein paar Fragen. Zu welchem Szenario gehört die Aquaplaning-Gefahr? Irgendwie zu keinem. Dass ein so wichtiger Punkt unterschlagen wird, wundert mich.
Und warum ergibt sich bei Anfahrverhalten/Traktion auf trockener Fahrbahn ein "unentschieden"? Da hätte ich erwartet, dass der Reifen mit geringerer Profiltiefe an der Antriebsachse besser abschneidet. Ich bin mir sicher, dass er das auch tut (obwohl das sicherlich kein relevanter Grund ist, um die jeweiligen Reifen dort zu montieren).
Siehe meinen Post, den Link und die Übersicht der kritischen Fahrzustände. Da findet man den Rest.
Und ja, ich werde von einer weiteren direkten Kommunikation mit Dir absehen, wollte aber den freundlichen Hinweis geben, damit das ganze Bild gesehen werden kann (wenn man das möchte ;-) ).
Im Kapitel Traktionsverhalten also 9:1 und bei "kritische Fahrzustände" 9:5 für die besseren Reifen vorne bei Vorderradantrieb. Da kann man zumindest bei dieser Art des Antriebs wirklich nicht mehr den pauschalen Tipp "bessere Reifen nach hinten" geben.
Zitat:
@Gummihoeker schrieb am 30. März 2022 um 20:26:16 Uhr:
Teil 2
Schauen wir doch mal im Detail z.B. für den Vorderradantrieb und den besseren Reifen vorne:
Traktion, Beschleunigen in Kurven besser, ist logisch, Fahrzeugreaktion ggf. Untersteuern
Spurstabiles Bremsen besser, hatten wir bereits, passt zum ADAC
Bremsen in Kurven trocken ähnlich, nass schlechter => übersteuern
Drehmoment-Stoß besser, passt zu Traktion
Lastwechsel längs, besser, passt zum lateralen Bremsen
Lastwechsel einseitig und bei schneller (!) Kurvenfahrt, deutlich schlechter => übersteuern
Wedeln deutlich schlechter => übersteuern
Reifenplatzer deutlich schlechter => übersteuern
Man könnte auf die Idee kommen nur die Anzahl Kriterien auszuwerten, aber das würde nur jemand machen, dem die Kritikalität eines übersteuernden Fahrzeugs nicht bewusst ist, also jemand der sich nicht mit Fahrphysik auskennt. Zum Glück kommt diese Quelle und der ADAC da zum folgerichtigen Schluss die Fahrstabilität insgesamt höher zu bewerten, als die Vorteile im unkritischen Bereich.
Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass man beliebig viele positive Kriterien haben kann, aber dennoch von einer Lösung absehen sollte, die in wichtigen Alltagskriterien zu Instabilität und einem kritischen Fahrverhalten führen kann. Muss man aber vielleicht mal erlebt haben, um das nachvollziehen zu können.
Genau, in der Summe aller Eigenschaften, welche primär der Fahrstabilität und -Sicherheit dienen, siegen die besseren Reifen auf der HA.
Das Ganze ist doch ohnehin nur eine theoretisch Betrachtung.
Annahme Heckantrieb: Nach 500km hat man hinten automatisch den "schlechten" Reifen. Blöde Sache.
Man muss hier etwas differenzieren was "besser" und "schlechter" bedeutet. Wenn es Vögel gibt, die ihre Reifen auf 2mm runterfahren könnte es ein Problem werden. Wenn man jedoch regelmässig achsweise tauscht (was z.B. bei meinem Fahrzeug sogar im offiziellen Serviceplan steht) hat man vielleicht 1mm Unterschied zwischen den Achsen. Das ist zu vernachlässigen.
Logischerweise hat man dann am Frontantrieb kurzfristig vorne die "besseren" Reifen. Das ist aber auch beabsichtigt.
P.S.: Nicht nur der SportContact sondern auch der PremiumContact schmilzt wie Eis in der Sonne!
Wer nach 500 Km bereits nennenswerten Abrieb seiner Reifen erzeugt, lebt tatsächlich weit entfernt von der Praxis...
Jo, wundere mich auch. Mein Hecktriebler zeigt erstaunlich gleichmäßigen Verschleiß, Antrieb hinten, Bremseinsatz überwiegend vorne, gleicht sich sehr schön aus. Der Frontantrieb hat das Problem, dass Antrieb und Bremse im Schwerpunkt auf die gleiche Achse wirken.
Nach 5.000 km sind die ersten mm weg, aber das soll so ;-) .