Chinesische Autos in Europa- Eine Eintagsfliege?

DFSK Motor Glory I

Erst der riesen Hype um die Chinesischen Autos, dann die schlechten Kritiken wegen der Plagiat Geschichten und den miserablen Chrashergebnissen.

Fassen die Chinesen überhaupt Fuss im europäischen Fahrzeugmarkt, und das in absehbarer Zeit?

Was mein Ihr?

Beste Antwort im Thema

Die Chinesen bauen Autos?

Nein, sie verschwenden Rohstoffe für billigen, kurzlebigen Dreck. Nichts was ich bis jetzt aus chinesischer Produktion gekauft oder näher begutachtet habe, ob Schraubenzieher oder Gartenstuhl, hat auch nur im mindesten die Aufgabe erfüllt, für die es gedacht sein soll. Der Schraubenzieher bricht bei der kleinsten Belastung ab und der Gartenstuhl bricht zusammen, wenn man sich fünfmal draufsetzt oder zerfällt in seine Atome unter der Einwirkung von UV-Licht. Eine chinesische Weihnachtsbaumbeleuchtung ist ein guter Weg, über die Festtage sein Haus niederzubrennen. Dafür ist es unschlagbar billig. Ein echter Trost.

Ein Teil des Phänomens liegt in der Volksmentalität der Chinesen, die Zuneigung zu Blendwerk und schönem Schein. Man kann sich keinen Mercedes kaufen um die Nachbarn zu beeindrucken? Dann ist einer aus alten Lenorflaschen und Tapetenkleister genau so gut. Hauptsache, sieht halbwegs echt aus. Es gibt sogar Leute mit Fake-Handys, die tun als ob sie telefonieren, damit sie wichtig aussehen und gesellschaftlich bewundert werden.

Von denen soll ich ein Auto kaufen?
Die Inflation des banalen noch vorantreiben?
Nö danke.

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Zitat:

Original geschrieben von m.p.flasch


Konkurrenz belebt ja das Geschäft, und das ist für uns Kunden nie verkehrt.

Hmmm...zu viel Konkurrenz fuehrt zu Preisdumping was wiederum zum Zwang von Produktivitaetssteigerung fuehrt. Das wiederum fuehrt zu steigender Arbeitslosigkeit und den Verlust von Marken.

Marken sind nicht gleich Unternehmen....wenn man das mal auf die Lebensmittel-u. Kosmetikindustrie ummuenzt sieht das so aus.

Viele multinationale Konzerne besitzen die bekanntesten Marken der Welt.

Wenn also jemand stur nach Marke kauft, kann das Geld doch beim gleichen Konzern enden.

Beispiel...

10 Konzerne haben jeweils 50 Marken im Portfolio...macht also 500 Marken verteilt auf 10 Unternehmen.

50 Konzerne haben jeweils 10 Marken im Portfolio...macht also auch 500 Marken aus...

Was ist nun besser?

Natuerlich das zweite Beispiel....Produktvielfalt wird nicht durch die Marken geschaffen, sondern durch die Unternehmen, die diese Marken schaffen.
Je mehr Unternehmen es gibt, desto mehr Denkzentralen gibt es.

Je weniger Unternehmen es gibt, desto weniger die Auswahl und Vielfalt, da die vorgegaukelten "unterschiedlichen" Marken und das Produkt das sie verkoerpern an sich identisch sind und nur in verschiedene Verpackungen gestopft werden.

Wenn man das nun noch damit verbindet, dass die Unternehmen die Mehrheit ihres Geldes fuer das Marketing und die eigene Rechtsabteilung ausgeben (um spaeter veraergerte Kunden still zu halten) und eben nicht fuer Produktentwicklung und Qualitaetsverbesserung (und schon gar nicht fuer "human resources"😉, dann darf es nicht verwundern...

Um das nun wieder auf das Auto umzumuenzen (wir sind ja in einem Autoforum), mag es den Anschein haben, dass die Vielfalt steigt und die Preise fallen. Kurzfristig ja, langfristig nein.....

Langfristig werden noch mehr Automarken sterben (durch unser krankes Wirtschafts-u.Geldsystem und den daraus resultierenden Verdraengungswettbewerb) und im Prinzip schaffen wir genau das, was wir eigentlich am meisten hassen...ich nenne es mal kommunistische Verhaeltnisse in einer "Demokratie".
In der Sowjetunion gab es eine Handvoll staatlicher Autowerke. Der Staat hat entschieden, was, wann und wieviele Autos gebaut und verkauft werden . Die Auswahl war sehr eingeschraenkt.
Wenn wir so weitermachen wie bisher, haben wir auch bald nur noch eine eingeschraenkte Auswahl und es ist eben kein kommunistischer Staat, der uns vorschreibt, was wir fuer Autos zu kaufen haben, sondern es sind die 5 verbliebenen Autokonzerne. Es gibt zwar ein Ueberangebot an Autos (durch Produktivitaetssteigerung und Knebelung/Ausbeutung der Belegschaft), aber doch keine richtige Auswahl.
In den letzten 10 Jahren sind Automarken wie Rover, Oldsmobile, Pontiac, Saturn und Saab (wenn nicht noch ein Wunder geschieht), verschwunden. Lancia wird es sicherlich auch bald nicht mehr geben.

Anfang des zwanzigsten jahrhunderts hatten wir eine wahre Vielfalt an Automarken/Herstellern. Da hatte allein Grossbritannien ca. 150 Automarken. In Deutschland gabe es um die 80. Die Unternehmen kamen ueber die Runden.
Dann kamen aber die Geldhaie und Investoren und legten Gewinnmaximierung und Wachstum als das ultimative Ziel fest und schon verschwanden die Marken. Die Autokonzerne wurden groesser und groesser und globaler....
tja...und das ist der Grund, warum wir heute den schnoeden Einheitsbrei fahren. Hauptsache die Aktionaere fuehlen sich wohl.

So lange die Menschen nicht begreifen, dass es in einer Welt mit begrenzten Ressourcen keinen endlosen Wachstum gibt und so lange der Mensch wirtschaftliche Entscheidungen den moralischen vorzieht, werden wir leider gar nichts erreichen....ausser den klaeglichen Versuch eine Welt AG zu schaffen und die Demokratie zu untergraben (z.B. Eurokrise).

Also im Prinzip begruesse ich chinesische Autos...aber sie werden dazu fuehren, das die Vielfalt reduziert wird.
Aus eigener Erfahrung weiss ich aber auch, dass z.B. Chery noch einiges tun muss, um mit der Konkurrenz mithalten zu koennen.

Viele Gruesse

The Moose

Prinzipiell hast Du mit Deinen Aussagen zum Markensterben recht. Ich möchte allerdings kurz anfügen, daß der Vergleich zur Markenvielfalt am Begin des 19. Jhrd so nicht ganz stimmig ist. Damals war der Bau von selbstfahrenden Pferdekutschen (was anderes war es zu Beginn ja nicht) in den Kinderschuhen. Es gab sehr viele Leute die glaubten das Rad erfunden zu haben und gründeten in ihrer Euphorie eine Firma mit dem Ziel selbstfahrende Fahrzeuge zu bauen. Diese Firmen gab es zumeist nicht lange, der überwiegende Anteil wurde schon nach wenigen Jahren wieder geschlossen. Grund dafür waren z.B. fehlende kaufmännische Kenntnisse, realitätsfremde Ideen, zu kostenintensiver (und damit zu teure) Produkte, usw. Eine regelrechte "markenschwemme" lässt sich oft beobachten wenn etwas neues auf den Markt kommt, nach einiger Zeit relativiert sich das ganze und es bleiben einige wenige Marken übrig.

Letztlich wird es darauf hinauslaufen daß einige weniger Kernmarken übrigbleiben, als Beispiel sei hier VW genannt. Ich mkeine die haben derzeit 12 Marken im Portfolio. Es gab aber auch mal andere Zeiten, die sind noch gar nicht sooo lange her. Das ganze nannte sich damals "Monokultur" und beruhte darauf, daß damals sämtliche "neuen" Fahrzeuge auf dem Heckmotorprinzip (vom Käfer abgeleitet) beruhten. Wäre die neue Generation mit Golf/Passat/Scirocco/Polo nicht gekommen, dann wäre VW fertig gewesen mit der Welt.

Noch einige Jahre früher hätte es BMW erwischen können, es gab damals Isetta und Co, auf der anderen Seite gabs den "Barockengel", eine große Limousine für Chefs und hochrangige Politiker. Dazischen gabs....nichts! Erst die "Neue Klasse" rettete BMW vor dem Untergang, fast wären die Bayern an Mercedes verkauft worden.

Anderes Beispiel ist GM. Nicht nur daß Opel bereits seit 1929 das sagen hat, auch hier wurden im Laufe der Zeit viele Marken "dichtgemacht". Zur Ehrenrettung GM`s sei gesagt, daß durch die frühe Zugehörigkeit Opels zu GM eben auch die "fetten" Jahre (also die 60er und 70er) in die GM-Ära fallen. In dieser Zeit war Opel ein ernsthafter Gegner für Mercedes Benz, und zwar im Segment der Luxusfahrzeuge!

Aus diesen Beispielen kann man schon erkennen, daß auch damals schon eine gewisse Markenausdünnung stattfand, es ist also nicht so ein brandneues Phänomen. Allerdings sind die verbliebenen Marken insgesamt gesehen immer weniger...

Zitat:

Original geschrieben von Boppin B


Anderes Beispiel ist GM. Nicht nur daß Opel bereits seit 1929 das sagen hat, auch hier wurden im Laufe der Zeit viele Marken "dichtgemacht".

Ähm, ich meinte natürlich daß GM bei Opel das sagen hat, sorry.

Halloechen...

In den Zwanziger und dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es den Hoechsstand der automobilen Vielfalt, wenn man sich mal die Enzeklopaedie der Automobile durchblaettert.

Das das Markensterben ein neueres Phaenomen ist, habe ich auch niemals behauptet. Es ist aber ein GRUNDSAETZLICHES Problem, finde ich.

Deshalb kritisiere ich auch gerne unser Geld-Finanz-u. Wirtschaftssysten, welches unaufhaltsam dafuer sorgt, dass sich Kapital am oberen Ende der Gesellschaft bildet und die Welt AG anscheinend nur noch eine Frage der Zeit ist .

Schuld daran sind der Zinseszins Effekt (im zweiten Anlagejahr bekommt man Geld (Zinzen), die nie real erwirtschaftet wurden) und unser Geldsystem (es ist ein Schuldgeldsystem).

Dann der Wahn, jedes Jahr den Gewinn maximieren zu muessen (an sich einen Gewinn zu erzielen reicht anscheinend nicht mehr aus), obwohl es gar nicht zwingend notwendig ist. Man moechte den Gewinn maximieren, weil es in Wirtschaftsstudiengaengen in aller Welt seit Jahrzehnten in ahnungslose Studenten eingehaemmert wird und wei es die Konkurrenz auch macht (und man will ja nicht den kuerzeren ziehen).
Eine Notwendigkeit dafuer gibt es nicht....auch wenn es in Grossbritannien sogar in der Verfassung niedergeschrieben ist. Dort steht niedergeschrieben, dass es die einzige Aufgabe eines Unternehmens ist, einen Gewinn zu erzielen und diesen zu maximieren.

Und das Resultat sehen wir ja in der heutigen Zeit. Die westliche Welt produziert bis auf wenige Ausnahmen im Recuh der Mitte oder in Asien, um die Gewinnmaximierung fortzufuehren (komparative Vorteile auszunutzen).

Was hat der Arbeiter im westen davon? Nichts..
Was haben die westlichen Staaten davon? Nichts.....ausser eine hoeher Arbeitslosenquote und hoeher Sozialausgaben.
Diejenigen, die etwas davon haben, wohnen in den Steuerparadisen um die Welt verstreut.

Aber lassen wir das🙂

der Mensch wird sich nie aendern.

The Moose

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Zitat:

Original geschrieben von Swedishmoose


Eine Notwendigkeit dafuer gibt es nicht....auch wenn es in Grossbritannien sogar in der Verfassung niedergeschrieben ist. Dort steht niedergeschrieben, dass es die einzige Aufgabe eines Unternehmens ist, einen Gewinn zu erzielen und diesen zu maximieren.

An welcher Stelle in der fiktiven Verfassung von Großbritannien soll das stehen? Ich finde da nichts.

http://www.verfassungen.eu/gb/

An diesem System wird man vermutlich grundsätzlich nichts ändern. Wie sollte das auch gehen? Selbst jeder Kleinstaktionär ist heute geil auf jeden zusätzlichen cent den er kriegen kann - wer verzichtet freiwillig auf irgendwas? Dazu müsste sich die Gesellschaft ändern und das werden wir wohl nicht erleben.

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke



Zitat:

Original geschrieben von Swedishmoose


Eine Notwendigkeit dafuer gibt es nicht....auch wenn es in Grossbritannien sogar in der Verfassung niedergeschrieben ist. Dort steht niedergeschrieben, dass es die einzige Aufgabe eines Unternehmens ist, einen Gewinn zu erzielen und diesen zu maximieren.
An welcher Stelle in der fiktiven Verfassung von Großbritannien soll das stehen? Ich finde da nichts.

www.verfassungen.eu/gb/

Hallo...

also ich selbst habe mir das nicht aus den Fingern gesaugt. Die Information stammt von einem Beitrag aus einer Nachrichtensendung von ABC 1 (Australian Broadcast Corporation), die ich vor ein paar Tagen nebenbei verfolgt habe.

Gruesse

The Moose

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