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Bremsleistungen von Fahrrädern und PKW im Vergleich

Themenstarteram 20. Mai 2020 um 19:23

Hallo zusammen,

ein moderner PKW kann auf trockener Fahrbahn dank ABS voll in die Eisen gehen und erreicht dabei eine Verzögerung von ca. 10 m/s². Das geht locker und ohne große Übung dank Elektronik. Ich habe hier mal was rausgesucht. Es gibt sicher mehr dazu.

https://www.colliseum.net/wiki/Bremsverzögerung

Ein Fahrrad kommt unter gleichen Randbedingungen auf etwa die Hälfte. Mehr geht nicht wirklich, da sonst wg. dem hohen Schwerpunkt ein Überschlag droht. Da es auch (noch) kein ABS gibt, werden die meisten Fahrer tendenziell eine deutlich geringere Verzögerung erreichen.

https://www.colliseum.net/.../...verzögerungen_von_modernen_Fahrrädern

Wenn ein Radfahrer nun ca. 30 km/h fährt und von einem Autofahrer überholt wird, der 50 km/h auf dem Tacho hat, nur um 50 m weiter auf 30 km/h abzubremsen, dann ist das für den Autofahrer ganz easy, während der Fahrradfahrer ganz heftig rödeln muss. Im Anhang dazu Bilder.

Bremsweg Auto 6 m, Fahrrad bei sehr guten 4m/² und zwei Sekunden Reaktionszeit aber 25 m. Das erklärt dann evtl. die unterschiedliche Wahrnehmung von Autofahrer "Was regt der sich den auf?" und Radfahrer "Das war knapp".

https://www.johannes-strommer.com/.../

 

Das sollte einfach mal als Beispiel dienen, um zu verdeutlichen, wie unterschiedlich die Wahrnehmung des gleichen Geschehens ist.

Wie schon gesagt:

Einfach mal die Rolle des Anderen einnehmen und zwar nicht sonntags mit dem Fahrrad auf dem Heckträger zum Freizeitweg fahren und da ohne Feindberührung radeln, sondern im normalen Straßenverkehr. Das ist was ganz anderes und führt zu neuen Einsichten und evtl. sogar zum Umdenken.

Nachtrag: Ich fahre beruflich 25 tkm/anno mit dem Auto und nur 7-10 tkm/anno mit dem Rad. Ich gehöre also nicht zur Hardcore Radlerfraktion aber ich respektiere andere Verkehrsteilnehmer.

Auto
Fahrrad
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146 Antworten

Zitat:

@maja2004 schrieb am 20. Mai 2020 um 20:13:35 Uhr:

Die zwei Sekunden ergeben sich daraus, dass der Radler nicht permanent die Hände auf der Bremse hat. Mach meinetwegen eine Sekunde draus.

Wenn man 30 km/h mit dem Rad unterwegs ist im Straßenverkehr, hat man seine Hände immer über der Bremse zu halten.

Wieder mal ein schönes Beispiel für die Radfahrer-Vollkaskomentalität.

Themenstarteram 20. Mai 2020 um 21:24

Zitat:

@zille1976 schrieb am 20. Mai 2020 um 21:17:48 Uhr:

Zitat:

@maja2004 schrieb am 20. Mai 2020 um 20:13:35 Uhr:

Die zwei Sekunden ergeben sich daraus, dass der Radler nicht permanent die Hände auf der Bremse hat. Mach meinetwegen eine Sekunde draus.

Wenn man 30 km/h mit dem Rad unterwegs ist im Straßenverkehr, hat man seine Hände immer über der Bremse zu halten.

Wieder mal ein schönes Beispiel für die Radfahrer-Vollkaskomentalität.

Hallo zille1976,

vielen Dank für diesen differenzierten Beitrag. Du bist perfekt. Ich weiß. :D

Bist du eigentlich schon mal längere Zeit Fahrrad gefahren ?

Mit meinem "Hollandfahrrad habe ich hier in Berlin noch nie Probleme gehabt oder musste ein Rechenprogramm nutzen um rechtzeitig anzuhalten.

AEG

Themenstarteram 20. Mai 2020 um 21:28

Zitat:

@AEG47 schrieb am 20. Mai 2020 um 21:27:01 Uhr:

Bist du eigentlich schon mal längere Zeit Fahrrad gefahren ?

Mit meinem "Hollandfahrrad habe ich hier in Berlin noch nie Probleme gehabt oder musste ein Rechenprogramm nutzen

AEG

Wen meinst du? Und wie lang ist längere Zeit?

Zitat:

@zille1976 schrieb am 20. Mai 2020 um 21:17:48 Uhr:

Zitat:

@maja2004 schrieb am 20. Mai 2020 um 20:13:35 Uhr:

Die zwei Sekunden ergeben sich daraus, dass der Radler nicht permanent die Hände auf der Bremse hat. Mach meinetwegen eine Sekunde draus.

Wenn man 30 km/h mit dem Rad unterwegs ist im Straßenverkehr, hat man seine Hände immer über der Bremse zu halten.

Wieder mal ein schönes Beispiel für die Radfahrer-Vollkaskomentalität.

Du hast natürlich als Autofahrer immer ein Bein auf der Bremse.

Vorbildlich !

Fußgänger sind auch Radfahrer, Radfahrer sind auch Autofahrer, Autofahrer sind auch Fußgänger. Wer sich als Fußgänger Scheiße benimmt benimmt sich auch so als Radfahrer oder Autofahrer. Wer sich als Radfahrer Scheiße benimmt benimmt sich auch als Autofahrer so und wer sich als Autofahrer Scheiße benimmt wird auch als Radfahrer kein Engel sein. Was soll die Betonung immer das die eine Gruppe besonders böse ist ?

Was sollen solche blöden Bemerkungen immer ? "Radfahrer-Vollkaskomentalität".

Anstatt sich hier ständig gegeneinander auszuspielen, sollte man einfach mal versuchen sich in die andere Gruppe versuchen rein zu versetzen.

Wenn wir ein Verkehr wollen der funktioniert geht das eh nur wenn wir zusammen halten.

Edit: aber ich gebe zu, das die VTs die im Auto sitzen für mich mit Abstand die dümmsten Verkehrsteilnehmer sind, vermutlich habe ich diesen Eindruck weil es halt die größte Gruppe ist.

Bin ich mit dem Auto unterwegs nerven am meisten die Autos, bin ich mit dem Rad unterwegs nerven am meisten die Autos. Als Fußgänger hat man es am ruhigsten, man kann sich dem Stress entziehen.

Zitat:

@maja2004 schrieb am 20. Mai 2020 um 21:24:22 Uhr:

Zitat:

@zille1976 schrieb am 20. Mai 2020 um 21:17:48 Uhr:

 

Wenn man 30 km/h mit dem Rad unterwegs ist im Straßenverkehr, hat man seine Hände immer über der Bremse zu halten.

Wieder mal ein schönes Beispiel für die Radfahrer-Vollkaskomentalität.

Hallo zille1976,

vielen Dank für diesen differenzierten Beitrag. Du bist perfekt. Ich weiß. :D

Das hat mit perfekt nichts zu tun.

Bewege ich mich mit dem Fahrrad im Strassenverkehr, dann habe ich mich genau so an die Spielregeln zu halten wie alle Anderen auch.

Das beinhaltet auch in solchen Sotuationen Tempo raus zu nehmen, oder zumindest bremsbereit zu sein. Klar kann man natürlich auch immer vom Anderen verlangen, dass er für einen mitdenkt, und selber seinen Stiefel durchziehen.

Im übrigen bin ich oft genug mit meinem E-Bike unterwegs, um zu wissen, dass ich von 30 auf 0 keine 25m brauche. Ohne dabei über den Lenker abzusteigen.

Was ist eigentlich, wenn der PKW Fahrer wirklich auf 0 runtergeht, weil ihm jemand vors Auto hüpft, und der Radfahrer dann im Kofferraum landet? Wer hätte dann dann mehr Rücksicht nehmen müssen?

Themenstarteram 20. Mai 2020 um 22:08

@zille1976 Du hast meinen Ausgangspost gelesen? Er basiert auf dem anderen Thread mit dem E-Bike und dem Fahranfänger, der das Rad überholt. Ich habe darauf aufbauend versucht, die grundsätzliche Problematik vom Bremsvermögen und die unterschiedliche Beurteilung dieser Situation darzustellen. Ich finde es toll, dass du in dieser Situation so reagiert, also schon bevor der Autofahrer abbiegt, anfängst zu bremsen. Nein, wenn du bewusst die Bremse ziehst, also keine Reaktionszeit hast, weil du nicht "auf etwas reagieren musst, sondern agierst", dann brauchst du keine 25 m. Das habe ich auch nirgendwo geschrieben.

Ich hatte vorgestern die Situation auf einem 25 kg Elektrofahrrad von 30 km/h auf 0 runterzubremsen, sonst hätte ich den Polizisten umgemäht (dachte ich, war aber falsch). Mit Vorder- und Hinterbremse (ich habe Scheibenbremsen) stand selbst das schwere Trekkingrad mit dünnsten Reifen innerhalb von 20 m.

Allerdings muss ich sagen, dass nach zwei Touren auf sandiger Strecke die Bremswirkung hinten deutlich nachgelassen hat. Dieses Problem hatte ich bei meinem alten Fahrrad mit Felgenbremsen aus Gummi niemals. Da blockierte der Reifen beim Anzug der Bremse immer.

Keine Ahnung, was das jetzt wieder soll, weil man die Hände nicht an der Bremse hat und es deshalb zwei Sekunden dauert, bis der Radfahrer bremst.

Also normalerweise habe ich die Hände am Lenkrad und wie beim Motorrad den Bremshebel direkt vor den Fingern. Und genauso schnell, wie beim Auto der Fuß aufs Bremspedal hüpft, genauso schnell haben die Finger, sowohl beim Fahrrad, als auch beim Motorrad den/die Bremshebel gezogen.

Und zu guter letzt. Nen Radfahrer der 30 fährt, der ist schon ein fitter Mensch.

Und wer fit ist, hat eigentlich auch gute Reflexe.

 

Dieses ganze Beispiel ist sehr realitätsfern.

Maximal, das der Autofahrer knapp am Radfahrer vorbei überholt und im selben Moment, wo er halb am Radfahrer vorbei ist, ne Vollbremsung macht + nen abruptes Ausweichmanöver nach rechst vollzieht.

Da hätte aber auch jeder Autofahrer keine Chance, dem nicht reinzubrettern.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 20. Mai 2020 um 22:09:54 Uhr:

 

Dieses ganze Beispiel ist sehr realitätsfern.

Du kennst doch unser Motto: "Kein Bespiel ist realitätsfern genug, um es nicht im V+S bis aufs Kleinste auszudiskutieren." :D

Themenstarteram 20. Mai 2020 um 22:17

@Rainer_EHST

Tempo 30 und fit?

https://www.zeit.de/.../verkehrsunfaelle-e-bikes-pedelecs-statistik

Es werden immer mehr.

Themenstarteram 20. Mai 2020 um 22:20

So, gute Nacht ihr Lieben....morgen ist Wandertag.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 20. Mai 2020 um 22:09:54 Uhr:

Keine Ahnung, was das jetzt wieder soll, weil man die Hände nicht an der Bremse hat und es deshalb zwei Sekunden dauert, bis der Radfahrer bremst.

Ja - eventuell muss man umgreifen, um maximale Handkraft für die Bremsgriffe zu haben (wenn du das nicht kennst, bedeutet das nicht, dass es das nicht gibt). Aber: ob das Umgreifen 2 Sekunden dauert, das weiss ich nicht ... und: das tut man natürlich idealerweise bevor der Fall eintritt, also zum Beispiel abhängig davon, wo man wie schnell unterwegs ist und was dort so los ist, wo man sich gerade durch den Verkehr bewegt.

Allerdings hat mich auch schon ein PKW überholt um dann unerwarteterweise gleich vor mir wieder rechts einzuscheren und mir dabei die Vorfahrt zu nehmen und mich zu „schneiden“. Da gibts schon Momente, wo es gar nicht schnell genug gehen kann, auf der Bremse zu sein.

Zitat:

@maja2004 schrieb am 20. Mai 2020 um 20:53:13 Uhr:

Zitat:

@Sir Donald schrieb am 20. Mai 2020 um 20:46:21 Uhr:

Das Problem wird wohl eher darin bestehen das Radler ihre Bremswege unterschätzen, vor allem wenn Sie Bergab fahren.

Ja, vor allem, wenn du als Radler auf einmal nicht mehr den Bremsweg hast, weil dich kurz vor der Kurve ein schnelleres Fzg. überholt und dann in die Eisen tritt. Ich mach jetzt aber kein Rechenbeispiel mehr.:p

Sprichst du aus eigener Erfahrung oder wie kommst du zu der Einschätzung?

Wenn man immer wieder mal wegen Radlern in die Eisen muss weil Die es offensichtlich nicht schaffen vor der Kreuzung anzuhalten sondern Einem unter Mißachtung der Vorfahrtsregelung vor die Schnauze fahren.

Ok, bei Manchen hatte ich schon den Eindruck das die gar nicht erst bremsten sondern der Meinung waren das ja Gestern und Vorgestern Keiner kam also Heute auch kein Auto kommen wird.

In der Regel sieht man aber das Sie versuchen noch zu retten was zu retten ist.

Und ja, im letzten Jahrtausend, Jung und Ungestüm, habe ich auch schon die Erfahrung machen dürfen das die Wege länger werden als man es sich vorstellte. :D Irgendwie aber schon interessant wenn die Bremsbacken der Felgenbremse Fäden ziehen, mit mit Bremsen ist da nicht mehr viel.

Dein Beispiel dagegen ist schon etwas konstruiert, mag sein das das mal vorkommt aber ich hätte das noch nie gesehen und ich habe schon genügend Radler rudern sehen, in der Regel aber Selbstverschuldet.

Bräuchte ich beim Motorrad bei jeder Gefahrenbremsung 2 Sekunden bis zur Vollbremsung, könnte ich diesen Text nach 50.000km auf dem Bock sicherlich nicht mehr (selbstständig) Schreiben. Völlig an den Haaren herbeigezogen. Die 1s Grundregel hat schon ihren Grund, realistisch sind bei einem aufmerksamen Fahrer eher 0,5s.

Und nein, in der Realität kann man den Abstand zum Vordermann sowie dessen Reaktionszeit (ich habe bisher keine Vollbremsung des Vordermanns erlebt, von der ich "überrascht" wurde) nicht einfach vernachlässigen. Als Radfahrer hat man durch die Position am Fahrbahnrand einen guten Überblick übers Verkehrsgeschehen und sollte diesen bei 30kmh auch nutzen.

Habe in grob 40.000 Rad-KM, davon viele mit Geschwindigkeiten >30km/h, keine einzige Situation wie in diesem Konstrukt erlebt, dass mir die geringere Verzögerung ein Problem darstellen würde. Nicht mal dann, wenn ich mit 50-70km/h bergab Autos hinterhergepinselt bin. Bei solchen Geschwindigkeiten auf einem Fahrzeug ohne Elektronik und absolut beschissener Fahrdynamik kann und darf man sich nicht drauf verlassen, dass alle anderen sich Ideal verhalten.

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