Blaue Abgase, Zündaussetzer, komische Motorgeräusche - Liegen geblieben...

Ford Escort Mk7 (GAA, GAL, GAL 4, ALL, AVL)

Hallo zusammen,

da die Werkstatt leider nichts finden konnte, berichte ich hier in der Hoffnung einer Lösung über mein Problem.

Ich fuhr am Samstag eine Strecke von 15 km. Die ersten 12 km bestanden aus Landstraße, danach ging es in die Stadt. Als ich in der Stadt mit knapp 50 im 4. Gang auf eine rote Ampel zu rollte, merkte ich, dass die Drehzahl ein, zwei Mal auf deutlich unter 1000 absackte, dachte mir dabei aber noch nichts. Ich trat zum Anhalten an der Ampel die Kupplung, als das Spiel auch schon losging: Die Drehzahl sprang (!) ohne mein Zutun zwischen etwa 2500 und 200 hin und her. Währenddessen war aus dem Motorraum mehrfach ein Puffen/Knallen zu vernehmen, das in Zusammenhang mit den Drehzahlsprüngen stand (der ADAC-Mensch sagte später, das sind Zündaussetzer). Der Motor klang auch nicht wie sonst (abgesehen von den Aussetzern), sondern klang dumpfer/tiefer. Nach einigen Sekunden war der Motor dann aus.

Ich startete ohne Probleme neu, doch verhielt sich der Motor weiterhin wie beschrieben. Erst jetzt bemerkte ich, dass aus dem Auspuff in unregelmäßigen Abständen (teils richtig) blaue Qualmwolken kamen. Der Motor ging nach einigen Sekunden wieder aus. Zwischenzeitlich hatte ich die Warnblinker angemacht und der Fahrer hinter mir hat versucht mir zu helfen. Im Motorraum war nichts Außergewöhnliches festzustellen. Ich startete ein letztes Mal und gab danach im Leerlauf Gas, um ein Ausgehen zu verhindern. Dabei stellte ich fest, dass ich das Gaspedal deutlich stärker treten musste als gewöhnlich, um die Drehzahl auf 3- oder 4000 UpM zu steigern. Letztlich machte ich den Motor aus und schob den Wagen von der Rechtsabbieger-Spur um die Kurve auf den Standstreifen.

Ich rief dann den ADAC. Als der dann kam, wollte ich das Problem vorführen, was mir zunächst nicht gelang. Der Motor muss sich zwischenzeitlich zu sehr abgekühlt haben. Jedenfalls waren diesmal richtig blaue Abgase und Zündaussetzer erst wieder feststellbar, als der Motor wärmer wurde. Der ADAC schleppte mir das Auto schließlich zur Werkstatt, wo es bis Montag stand. Als ich dann am Montag der Werkstatt das Problem vorführen wollte, war von Zündaussetzern und komischen Motorgeräuschen auch nach längerer Warmlaufzeit keine Spur mehr. Lediglich leicht blaue Abgase war in den ersten paar Sekunden nach dem Anlassen noch zu sehen.

Die Werkstatt hat zwei ausführliche Probefahrten gemacht, Fehlerspeicher ausgelesen und einen Ölverbrauch/-verlust von rund einem 1/2 bis 3/4 Liter festgestellt (ich hatte eine Woche davor erst nahe bis Max. aufgefüllt), sonst kippe ich alle 6000 km mal einen 3/4 Liter nach. Da die Werkstatt das Problem bisher nicht persönlich kennengelernt hat, kann sie mir nach eigenen Angaben derzeit nicht helfen.

Seither, d.h. in den letzten 200 km, ist das Problem nicht wieder aufgetreten. Ich befürchte jedoch, dass das Problem irgendwann unvermittelt wieder auftritt und ich wieder da stehe. Der ADAC-Mensch vermutete eine kaputt gegangene Dichtung irgendwo zwischen Ölwanne und Motor (tolle Beschreibung, ich weiß 🙂 ). Ich spekuliere nun, dass Verunreinigungen im Öl die defekte Dichtung wieder abgedichtet haben (klingt für mich als Laie recht logisch).

Was könnte das sein?

Gruß,
Kirli

10 Antworten

Das mit der Dichtung kann sein, denn wäre es die Kopfdichtung oder aber die Ventilschafftdichtungen.
Die Kopfdichtung kann man testen in der werkstatt, in dem man die Abgase im Kühlsystem misst.

Sonst würde ich aber erstmal das Kurbekwellenentlüftungsventil reinigen, bzw. schauen ob es defekt ist und das Leerlaufregelventil sauber machen, ggf. ersetzen und den Luftmassenmesser reinigen, villeicht ist dort Öl auf dem Sensor.

Im Anhang habe ich Dir was angehängt vom User Speedfreak.

ch33rz

Hallo Nice-DJ,

danke für deine Antwort.

das angehängte PDF habe ich mir durchgelesen. Aber ist es überhaupt möglich, dass ein defekter Sensor oder das Kurbelwellenentlüftungsventil für solche Probleme sorgt. Der Ölaustritt muss doch einen mechanischen Schaden als Ursache haben oder nicht?

Gruß,
Kirli

das kurbelgehäusebelüftungsventil oder auch entlüftungsvent, keine ahnung was nun richtig ist, kann durchau diese probleme erzeugen:

öffnet es nicht vernünftig, wird der druck im gehäuse verdammt hoch und das öl dringt im schlimmsten fall an den kolbenringen vorbei in den brennraum. ebenso erzeugt ein kaputtes ventil drehzahlschwankungen.

kaputte ventilschaftdichtung oder schrotte kolbenringe wären aber auch möglich. kolbenringe lassen sich durch einen kompressionstest prüfen.

Da hat Speedy recht.
Und wenn Dein Ventil dicht ist, würde ich es schnellstens machen, denn sonst Spielt Du gerade Roulett mit Deinem Motor.

Wegen dem Öl kann es auch an dem Ventil liegen, wenn es öffen ist wird dort Ölnebel rausgeblasen.
Der kann sich denn auch auf den Luftmassenmesser niederlegen und denn spint der Motor auch,
oder halt die Schaftdichtungen, oder Kolbenringe.

Wielange hast das Problem denn schon?
Denn wenn das Ventil schon länger dicht ist, kann es gut sein, das Du keine Kompresion mehr hast.

Bluppert er vielleicht auch hinten aus dem Endpott?
Denn kann auch schon ein Ausgangsventil kaputt sein.

ch33rz

Ähnliche Themen

N'Abend,

das Problem ist an dem Samstag einmalig aufgetreten. Bis zu diesem Samstag lief immer alles einwandfrei, Samstag eben nicht, und seit Montag ist wieder alles in Ordnung (so wie immer), ohne dass jemand Hand am Wagen angelegt hat.

Die Motorleistung empfinde ich als unverändert. Ist doch richtig, dass sich fehlende Kompression in einem Zylinder durch Leistungsabfall bemerkbar macht, oder? Blubbern ist nicht vorhanden.

Wenn ich morgen mal die Zeit finde, werde ich mal das Kolbendingens-Ventil suchen. Dürfte bei der 1,4 Liter Maschine doch wohl auch irgendwo da in der Gegend sitzen?!

@ Nice-DJ
Wenn der Ölverbrauch tatsächlich ernsthafte Folgen gehabt hat, dann müsste ich Öl ja sowohl am Luftmassenmesser als auch im Luftfilterkasten finden, da beide unmittelbar hintereinander sitzen. Wie käme ich an die Drähte des LuMaMe? Die zwei Torx-Schrauben lösen (siehe Bilder in der Anleitung)?

Gruß,
Kirli

Also das Dingsbumsventil = Kurbelwellenentlüftungsventil sitzt bei Dir auch dort.

Schraube mal die 2 Schrauben beim LMM ab, dort sitzt der Sensor. Der Draht liegt innen, aber der hat eigentlich ein Selbstreinigungssystem, in dem er sich sehr stark erhitz.
Das man bei Ölnebel auch gleich Öl im LuFikasten hat, ist nicht gesagt.

ch33rz

Hallo,

Zitat:

Original geschrieben von Nice-DJ


Also das Dingsbumsventil = Kurbelwellenentlüftungsventil sitzt bei Dir auch dort.

habe heute mal geschaut. An der Stelle finde ich leider kein Ventil, lediglich den Kühlventilator und noch weiter unten das Getriebe mit Rückfahrlichtschalter und natürlich noch ein paar Stecker mit dünnen Kabeln. Beim Einsvierer sitzt wohl so gut wie alles an anderen Stellen. Ich schätze mal, das Ding sitzt bei mir (wie so vieles andere auch) unter dem Motor, sodass man von oben nicht dran kommt. 😠

Im Luftmassenmesser war kein Öl(film) zu sehen.

Gruß,
Kirli

ist doch ganz simpel:

such doch einfach alle schläuche ab, die von dem ansaugtrakt abgehen ab. so viel schläuche gibt es da nicht! irgendwo muss einer ja zum ventil führen!

Hallo speedfreak,

danke für deine Antwort. Im Übrigen beschäftige ich mich (zwangsläufig) lieber mit anderen Dingen, als mich um das Innenleben meines Autos zu kümmern bzw. mich dafür zu interessieren. Ich bin froh, solange der Wagen fährt und solange spiel ich da auch nicht dran rum. Also entschuldige bitte vielmals, dass ich nicht gleich sagen kann, dass der Schlauch an Stelle XY sitzt...

Ich schaue morgen nochmal nach, und wenn ich nichts finde, vielleicht hilft ja ein Foto.

Gruß,
Kirli

Zitat:

Original geschrieben von Kirli


Also entschuldige bitte vielmals, dass ich nicht gleich sagen kann, dass der Schlauch an Stelle XY sitzt...

hab ich das irgendwo von dir verlangt??? nein.

ich hab dir lediglich einen tipp gegeben, wie man das ventil findet.... aber naja...

Deine Antwort
Ähnliche Themen