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Betrunken mit fremden Auto Unfall gebaut.

Themenstarteram 8. September 2014 um 23:31

Kam gestern bei uns im Ort vor.

Ein 21 jähriger ist mit dem Auto von einem Freund eine Probefahrt gemacht und ist dabei im Graben gelandet.

Der Besitzer, Halter und VN vom Fahrzeug saß auf den Beifahrersitz.

Eine weitere Freundin hinten auf der Rücksitzbank.

Führerschein wurde aufgrund Alkohol von der Polizei an Ort und Stelle sicher gestellt.

Ich frage mich jetzt gerade, was die Kfz Versicherung in so einem Fall alles bezahlt.

Alle 3 Personen sind leicht verletzt. Auto hat einen Sachschaden in Höhe von ca. 5000,- €

Was bezahlt die Kfz Haftpflicht?

- Flurschaden?

- Schmerzensgeld und Behandlungskosten für den Unfallverursacher?

- Schmerzensgeld und Behandlungskosten für den Beifahrer, der VN, Halter und Besitzer vom Fahrzeug ist?

- Schmerzensgeld und Behandlungskosten für die weitere Person im Fahrzeug?

Das er in Regress genommen wird ist klar.

Aber kriegt hier der Beifahrer Geld von der Haftpflicht, wenn er der VN ist?

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18 Antworten

Zum Glück nicht ! Muss er zivilrechtlich klagen ! Und hoffentlich ,kommen solche Idioten nie mehr in den Genuss eines FS .

Zitat:

Original geschrieben von LillyLyn

Kam gestern bei uns im Ort vor.

Ein 21 jähriger ist mit dem Auto von einem Freund eine Probefahrt gemacht und ist dabei im Graben gelandet.

Der Besitzer, Halter und VN vom Fahrzeug saß auf den Beifahrersitz.

Eine weitere Freundin hinten auf der Rücksitzbank.

Führerschein wurde aufgrund Alkohol von der Polizei an Ort und Stelle sicher gestellt.

Ich frage mich jetzt gerade, was die Kfz Versicherung in so einem Fall alles bezahlt.

Alle 3 Personen sind leicht verletzt. Auto hat einen Sachschaden in Höhe von ca. 5000,- €

Was bezahlt die Kfz Haftpflicht?

- Flurschaden?

-> ich gehe mal nicht davon aus, dass dem 21 Jährigen das Grund gehört, also ja (ergänzung, sofern es dem Freund des 21 jährigen nicht gehört.)

-> Leistungspflicht, da von Ausnahmemgl. § 5 II S.1 KfzPflVV nicht erfasst.

- Schmerzensgeld und Behandlungskosten für den Unfallverursacher?

-> Eigenschaden.

- Schmerzensgeld und Behandlungskosten für den Beifahrer, der VN, Halter und Besitzer vom Fahrzeug ist?

-> Leider ist der GEsetzgeber hier zu lasch. Vr. leistet. Ausnahme von der Ausnahme... - Leistungspflicht § 5 II S.2 KfzPflVV

- Schmerzensgeld und Behandlungskosten für die weitere Person im Fahrzeug?

-> allg. Dritthaftung

Das er in Regress genommen wird ist klar.

Aber kriegt hier der Beifahrer Geld von der Haftpflicht, wenn er der VN ist?

Ich gehe davon aus, dass die gesetzlichen Schranken in den vereinbarten AKB ausgenutzt wurden, sonst müsste man hier nochmal nach schauen, ob es auch in dem Maße vertraglich vereinbart wurde.

Zitat:

§ 5 erordnung über den Versicherungsschutz in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung (Kraftfahrzeug-Pflichtversicherungsverordnung - KfzPflVV)

(1) Als Obliegenheiten vor Eintritt des Versicherungsfalls können nur vereinbart werden die Verpflichtung,

1. das Fahrzeug zu keinem anderen als dem im Versicherungsvertrag angegebenen Zweck zu verwenden;

2. das Fahrzeug nicht zu behördlich nicht genehmigten Fahrveranstaltungen zu verwenden, bei denen es auf die Erzielung einer Höchstgeschwindigkeit ankommt;

3. das Fahrzeug nicht unberechtigt zu gebrauchen oder wissentlich gebrauchen zu lassen;

4. das Fahrzeug nicht auf öffentlichen Wegen und Plätzen zu benutzen oder benutzen zu lassen, wenn der Fahrer nicht die vorgeschriebene Fahrerlaubnis hat;

5. das Fahrzeug nicht zu führen oder führen zu lassen, wenn der Fahrer infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel dazu nicht sicher in der Lage ist;

6. ein mit einem Wechselkennzeichen zugelassenes Fahrzeug nicht auf öffentlichen Wegen oder Plätzen zu benutzen oder benutzen zu lassen, wenn es das nach § 8 Absatz 1a der Fahrzeug-Zulassungsverordnung vorgeschriebene Wechselkennzeichen nicht vollständig trägt.

(2) Gegenüber dem Versicherungsnehmer, dem Halter oder Eigentümer befreit eine Obliegenheitsverletzung nach Absatz 1 Nr. 3 bis 5 den Versicherer nur dann von der Leistungspflicht, wenn der Versicherungsnehmer, der Halter oder der Eigentümer die Obliegenheitsverletzung selbst begangen oder schuldhaft ermöglicht hat. Eine Obliegenheitsverletzung nach Absatz 1 Nr. 5 befreit den Versicherer nicht von der Leistungspflicht, soweit der Versicherungsnehmer, Halter oder Eigentümer durch den Versicherungsfall als Fahrzeuginsasse, der das Fahrzeug nicht geführt hat, geschädigt wurde.

(3) Bei Verletzung einer nach Absatz 1 vereinbarten Obliegenheit oder wegen Gefahrerhöhung ist die Leistungsfreiheit des Versicherers gegenüber dem Versicherungsnehmer und den mitversicherten Personen auf den Betrag von höchstens je 5 000 Euro beschränkt. Satz 1 gilt nicht gegenüber einem Fahrer, der das Fahrzeug durch eine strafbare Handlung erlangt hat.

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Themenstarteram 9. September 2014 um 7:14

Ach ja. Wollte ich eigentlich schon oben mit dazu schreiben, weil ich wußte, dass es kommt.

Das hier soll keine moralische Abhandlung der ganzen Geschichte werden.

Ich kenne den Fahrer nicht und ich werde ihm von euch auch nicht mitteilen, wie böse er war, weil er das gemacht hat.

Also bitte einfach nur auf die versicherungstechnischen Fakten beschränken.

Danke!

Die sind ja oben schon beantwortet. Mehr gibt es dazu m. E. nicht zu sagen.

Zum Glück zahlt da keiner nur der dumme, der so jemand fahren lässt, an den gehen alle Forderungen. Ist auch einfach nur richtig dass hier eine Versicherung nicht zahlt. Bzw. denke dass die Versicherung erst mal einspringt und sich das Geld von dem gewissenlosen Halter der jemand betrunken fahren lässt holt. Der Besitzer, der als Beifahrer mit gefahren ist kann noch froh sein, wenn sein Lappen nicht auch weg ist wäre an sich das einzig richtige.

Und nur mal so nebenbei, mir wäre es ja ober peinlich, so was hier noch zu veröffentlichen.

Ohne jetzt in Fachliteratur nachgelesen und mir eine halbe Stunde den Kopf über den Fall zerbrochen zu haben folgende Bauchaussage:

Vollkasko zahlt in jedem Fall einmal nicht.

Haftpflichtversicherung ist für Schäden Dritter eintrittspflichtig und nimmt den Fahrer in Regress. Regress ist der Höhe nach begrenzt.

Die Frage ist nun, welche Ansprüche haben Dritte und wie ist ggf. deren Mitverschulden zu sehen, so dass ein möglicher Anspruch gemindert bzw. ganz entfällt.

Schaden an Graben, Baum, Begrenzungspfosten, Leitplanke usw. wird voll bezahlt. Schaden der "unbeteiligten" Mitfahrerin hinten wird wohl auch bezahlt, außer sie musste einfach wissen, dass der Fahrer nicht mehr fahrtüchtig ist (z.B. weil sie 10 Kurze mit Ihm getrunken hat).

Fahrzeughalter der dem Betrunkenen eine Probefahrt ermöglicht hat: Sicherlich hat er gewisse Sorgfaltspflichten außer acht gelassen. Hier ist aber auch die Frage wie stark alkoholisiert war der Fahrer. Musste es ihm auffallen? Wenn ich jemanden mein Auto gebe muss ich ihn mir natürlich genauer ansehen wie wenn ich hinten einsteige. Wie viel Promille hatte er?

Die Haftpflichtansprüche des Autoeigentümers richten sich ja gegen den Fahrer persönlich. Hierfür tritt die KFZ Haftpflicht erstmal ein. Ausschluss mitversicherter Personen untereinander ist häufig in der Privathaftpflicht zu finden, bei KFZ ist mir das nie aufgefallen, vielleicht habe ich es aber auch übersehen.

so, meine erste Meinung zu dem Fall, ich lasse mich aber gerne von anderen Auffassungen überzeugen.

Themenstarteram 9. September 2014 um 9:46

Zitat:

Original geschrieben von GTITyp

Und nur mal so nebenbei, mir wäre es ja ober peinlich, so was hier noch zu veröffentlichen.

Warum?

Sowas passiert immer wieder und mich interessiert in dieser Konstelation einfach nur die Frage, was die Versicherung genau bezahlt. Vor allem die Konstelation mit dem VN auf den Beifahrersitz ist interessant.

Wenn du den Eingangsthread aufmerksam gelesen hast, dann hast du sicher auch gelesen, dass ich den Fall nur aus der Zeitung habe und ich nicht der Fahrer oder Beifahrer war.

Zitat:

Original geschrieben von tomtom1980

Ohne jetzt in Fachliteratur nachgelesen und mir eine halbe Stunde den Kopf über den Fall zerbrochen zu haben folgende Bauchaussage:

Vollkasko zahlt in jedem Fall einmal nicht.

Haftpflichtversicherung ist für Schäden Dritter eintrittspflichtig und nimmt den Fahrer in Regress. Regress ist der Höhe nach begrenzt.

Die Frage ist nun, welche Ansprüche haben Dritte und wie ist ggf. deren Mitverschulden zu sehen, so dass ein möglicher Anspruch gemindert bzw. ganz entfällt.

Schaden an Graben, Baum, Begrenzungspfosten, Leitplanke usw. wird voll bezahlt. Schaden der "unbeteiligten" Mitfahrerin hinten wird wohl auch bezahlt, außer sie musste einfach wissen, dass der Fahrer nicht mehr fahrtüchtig ist (z.B. weil sie 10 Kurze mit Ihm getrunken hat).

Fahrzeughalter der dem Betrunkenen eine Probefahrt ermöglicht hat: Sicherlich hat er gewisse Sorgfaltspflichten außer acht gelassen. Hier ist aber auch die Frage wie stark alkoholisiert war der Fahrer. Musste es ihm auffallen? Wenn ich jemanden mein Auto gebe muss ich ihn mir natürlich genauer ansehen wie wenn ich hinten einsteige. Wie viel Promille hatte er?

Die Haftpflichtansprüche des Autoeigentümers richten sich ja gegen den Fahrer persönlich. Hierfür tritt die KFZ Haftpflicht erstmal ein. Ausschluss mitversicherter Personen untereinander ist häufig in der Privathaftpflicht zu finden, bei KFZ ist mir das nie aufgefallen, vielleicht habe ich es aber auch übersehen.

so, meine erste Meinung zu dem Fall, ich lasse mich aber gerne von anderen Auffassungen überzeugen.

Super und vollkommen richtig.

Die Haftpflicht zahlt vom Grundsatz her sämtliche Schäden, auch die aller Mitfahrer. Es spielt hierbei keine Rolle, ob der Beifahrer der eigene VN ist.

Natürlich müssen sich die Mitfahrer eine Mithaftung bis zu 50 % anrechnen lassen, da sie ja anscheinend von dem Alkoholkonsum Kenntnis hatten.

Der Thread ist wieder einmal ein leuchtendes Beispiel dafür, wie User ihr eigenes Rechtsempfinden als Gesetz oder Rechtsprechung verkaufen wollen.

Klaus

P.S. Vollkasko würde zahlen, wenn der VN von der Trunkenheit nichts gewusst hätte, mit entsprechendem Regress in voller Höhe.

Themenstarteram 9. September 2014 um 10:48

Ok. Sehr interessant bisher.

Mal angenommen VN wusste von der Trunkenheit des Fahrers. Dann gibts keine Leistung aus der VK?

Wie wird das festgelegt, ob er davon wissen konnte oder nicht?

Wenn der aussagt, er hat nichts gewußt, dann muss man ihm ja beweisen, dass er es gewusst haben müsste.

Gibts da dann auch Promillegrenzen? Oder wird das individuell durch einen Richter entschieden?

HAllo Lilly,

in meinen Bedingungen steht dieser Satz drin:

2. Ist die Entwendung des Fahrzeugs oder der Schaden infolge des Genusses alkoholischer

Getränke oder anderer berauschender Mittel von dieser Person grob fahrlässig herbeigeführt

worden, werden wir von ihr unsere Leistung in einem der Schwere ihres Verschuldens

entsprechenden Verhältnis zurückfordern, es sei denn, diese Person lebt mit Ihnen in

häuslicher Gemeinschaft.

Nach diesem Satz würde mein Versicherer wohl in der Kasko gegenüber dem VN leisten, wenn der Fahrer brechtigter Fahrer war, und sich dann das Geld vom Fahrer wiederholen.

LEjockel

Ich würde einmal sagen individuell durch Richter. Wenn die beiden zusammen gesoffen haben, dann dürfte es wohl klar sein. Wenn dem Polizisten auch gleich eine unglaubliche Fahne angesprungen hat und er den Führerschein schon ohne Alkomat einziehen konnte, dann könnte man es einem Laien wohl auch zumuten diesen Umstand zu erkennen.

Außerdem würde ich jetzt sagen, dass wenn man das Auto verleiht grundsätzlich nach Führerschein fragen und den Hinweis geben muss, dass kein Alk-konsum vorliegen darf. Ist aber nur meine persönliche Meinung. Welche Hürden hier ein Richter setzt müsste wohl im Einzelfall entschieden bzw. mal ein paar Referenzurteile betrachtet werden.

Wenn der gute Mann 2%o hatte, dann sollte das jedem auffallen der sein Auto verleiht...

Hatte er jetzt 0,6%o und die beiden haben gerade beim Italiener ein Radler und ne Pizza zusammen getrunken und der Fahrer hatte sonst keinerlei Anzeichen, würde ich sagen, dass man nicht davon ausgehen muss, dass der Fahrer schon "vorgeglüht" zum Essen gekommen ist.

Themenstarteram 9. September 2014 um 11:11

Ok, danke.

Hört sich logisch an.

Zitat:

Original geschrieben von lejockel

HAllo Lilly,

in meinen Bedingungen steht dieser Satz drin:

2. Ist die Entwendung des Fahrzeugs oder der Schaden infolge des Genusses alkoholischer

Getränke oder anderer berauschender Mittel von dieser Person grob fahrlässig herbeigeführt

worden, werden wir von ihr unsere Leistung in einem der Schwere ihres Verschuldens

entsprechenden Verhältnis zurückfordern, es sei denn, diese Person lebt mit Ihnen in

häuslicher Gemeinschaft.

Nach diesem Satz würde mein Versicherer wohl in der Kasko gegenüber dem VN leisten, wenn der Fahrer brechtigter Fahrer war, und sich dann das Geld vom Fahrer wiederholen.

LEjockel

Der Satz sagt nur, dass der VR sich das Geld zurückholt. Er sagt aber nicht "klar darfst du einem Besoffenen den Schlüssel in die Hand drücken weil er ja nicht mal mehr nach Hause laufen kann, da ist fahren dann schon besser. Keine Sorge wir zahlen immer, ganz egal wie verantwortungslos du handelst..."

Wenn der VR zur Leistung verpflichtet ist, wird er zahlen und sich dann einen entsprechenden Teil zurückholen. Ist er nicht zur Zahlung verpflichtet gibt's auch nichts zur holen.

Hallo tomtom,

habe extra meine Leistungsauschlüsse gelesen. Also was ist nicht versichert und wann ist der Versicherer leistungsfrei. Kann da beim besten Willen nichts anderes lesen. Klar werden die den Fahrer voll in Regreß nehmen oder es auf einen Prozess ankommen lassen, aber so steht es nun mal in den Bedingungen meiner Versicherung. Eine der wenigen, die auf den Regress auch bei Angehörigen verzichtet.

LEjockel

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