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Beschiss oder einfach genial? Die Händlerschild-Taktik

Themenstarteram 23. September 2013 um 15:36

Hello

Ich habe beobachtet, dass ein gutbetuchter Unternehmer einer Nachbargemeinde öfters mit teuren Autos rumfährt. Das spezielle: Er hat einen Autohandel nebenbei, den er aber nicht selber betreibt, sondern der ihm einfach gehört. Er selbst arbeitet 100% als Geschäftsführer eines grossen Industrieunternehmens. Weil er ein Händlerschild hat (in der Schweiz heisst das Garagennummer oder auch U-Nummer), braucht er bspw. den teuren Ferrari nicht zu versichern, und er braucht nicht einmal die eigenen Autos, die er zuhause hat, einzulösen, weil er auch diese mit der Garagennummer fahren kann.

Hat jemand von euch Erfahrung damit? Ist das nicht etwas daneben?

Welche Vorteile hat der Mann? Spart er nicht zusätzlich Geld so?

Danke, wenn ihr mir da etwas weiterhelfen könnt. Möchte der Sache jenachdem noch genauer nachgehen. Obwohl das ja legal ist, was er macht. Ich finds aber trotzdem seltsam. Und ihr?

Gruss, Patrick

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

Hello

Ich habe beobachtet, ...

Sehr fein gemacht!

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

Ist das nicht etwas daneben?

Ist das bespitzeln von Nachbarn nicht eher etwas daneben?

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

Welche Vorteile hat der Mann? Spart er nicht zusätzlich Geld so?

Davon ist auszugehen. Ansonsten würde er die Autos vermutlich ganz normal zulassen.

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

Möchte der Sache jenachdem noch genauer nachgehen. Obwohl das ja legal ist, was er macht.

Warum willst Du dem nachgehen, wenn es legal ist?

Was erwartest Du dir davon?

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

Ich finds aber trotzdem seltsam. Und ihr?

Nee, seltsam finde ich höchstens die Tatsache, dass so etwas in der Schweiz legal ist.

Dass er diese Möglichkeiten ausnutzt, ist sein gutes Recht.

Fahren kann er doch ohnehin jeweils nur mit einem Auto gleichzeitig.

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Ich kenne mich nicht mit dem schweizer Recht aus.

Aber schau doch einfach mal im Internet nach. Da steht bestimmt dabei, was er mit dieser Nummer alles machen darf.

Könnte mir gut Vorstellen, dass man so eine Nummer nur für Probe und Überführungsfahrten hernehmen darf.

P.S.

Dachte diese Art von Neid gibts nur in Deutschland :D

Themenstarteram 24. September 2013 um 9:34

Zitat:

Original geschrieben von BerndMeier72

Ich kenne mich nicht mit dem schweizer Recht aus.

Aber schau doch einfach mal im Internet nach. Da steht bestimmt dabei, was er mit dieser Nummer alles machen darf.

Könnte mir gut Vorstellen, dass man so eine Nummer nur für Probe und Überführungsfahrten hernehmen darf.

P.S.

Dachte diese Art von Neid gibts nur in Deutschland :D

Kein Neid, ich hab einfach den Detektiv im Blut.

Ja, machen darf der das schon. Aber ich finds trotzdem nicht fair den Normalos gegenüber (ich mein nicht mich, ich hab da wenig Gelüste)

Zitat:

Original geschrieben von BerndMeier72

Dachte diese Art von Neid gibts nur in Deutschland :D

Ein Irrglaube, der sehr verbreitet ist. "Typisch deutsch" heißt diese Worthülse bei vielen, die nicht wissen, was bei unseren Nachbarn noch viel intensiver gepflegt wird (ausufernde Bürokratie zum Beispiel).

@interess... : Bis du sicher, dass sich in der Schweiz ein Auto - weshalb auch immer - unversichert auf öffentlichen Straßen bewegen darf? Fällt mir schwer, zu glauben.

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

braucht er bspw. den teuren Ferrari nicht zu versichern

Du meintest wohl, dass er ich nicht EXTRA selbst versichern muss.

Die Fahrzeuge mit Händlerschild sind selbstverständlich auch in der Schweiz versichert - alles andere wäre doch undenkbar.

So steht es jedenfalls in den Schweizer Zulassungsbestimmungen für diese Schilder (Nachweis ist natürlich zu erbringen), welche eine Versicherung nach SVG § 71 Absatz 2 ("Diese Unternehmer ... haben für die Gesamtheit ihrer ... Motorfahrzeuge eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen. ... ".) als Voraussetzung für die Erteilung verlangen.

Und selbstverständlich darf auf in der Schweiz niemand mit so einem Schild ein Auto "normal" nutzen, sondern nur für den Zweck, wie es Händler und Werkstätten eben benötigen (wie in Deutschland auch).

http://www.vsz.ch/.../Haendlerschild_Richtlinien.pdf

(1.4 - Artikel 24)

Ich gehe davon aus, dass dieser Ferrari Fahrer aus Unwissenheit handelt. Nur rudimentäre Allgemeinbildung ist bei den Wohlhabenden sehr verbreitet. So können sie zum Beispiel nicht auf die Idee kommen, dass zwei Rolex in einem Land des Nahen Ostens gekauft, bei der Einfuhr nach Deutschland zollpflichtig sein könnten. Das muss man ihnen einfach nachsehen.

Hehe, hier war auch mal so ein Experte unterwegs. Immer den fetten Cayenne aber monatelang mit roten Händlerschildern unterwegs. Bis ich hörte, dass die Nummern vonnem befreundeten Händler sind, da er es sich nicht leisten kann den Cayenne zuzulassen.

Naja iwann fuhr er nicht mehr rum :D

Zitat:

Original geschrieben von situ

...

Und selbstverständlich darf auf in der Schweiz niemand mit so einem Schild ein Auto "normal" nutzen, sondern nur für den Zweck, wie es Händler und Werkstätten eben benötigen (wie in Deutschland auch).

http://www.vsz.ch/.../Haendlerschild_Richtlinien.pdf

(1.4 - Artikel 24)

...

Wenn ich in obengenanntem PDF unter 1.4 3 f) lese, scheint die Regelung aber doch großzügiger zu sein als in Deutschland:

3 Händlerschilder dürfen verwendet werden:

[...]

f) für alle weiteren unentgeltlichen Fahrten, sofern sich mit Einschluss des Führers höchstens neun Personen im oder auf dem Fahrzeug befinden.

Auch der Personenkreis ist weitgefasst:

a) Inhaber oder Angestellte des Betriebes;

b) Familienangehörige der Betriebsinhaber oder Betriebsleiter (Direktoren, Geschäftsführer, Betriebs- oder Verkaufschefs), wenn sie mit dem Inhaber oder Leiter des Betriebes im gleichen Haushalt leben.

Themenstarteram 24. September 2013 um 14:33

Zitat:

Original geschrieben von situ

Zitat:

Original geschrieben von BerndMeier72

Dachte diese Art von Neid gibts nur in Deutschland :D

Ein Irrglaube, der sehr verbreitet ist. "Typisch deutsch" heißt diese Worthülse bei vielen, die nicht wissen, was bei unseren Nachbarn noch viel intensiver gepflegt wird (ausufernde Bürokratie zum Beispiel).

@interess... : Bis du sicher, dass sich in der Schweiz ein Auto - weshalb auch immer - unversichert auf öffentlichen Straßen bewegen darf? Fällt mir schwer, zu glauben.

Das Auto ist einfach nicht für sich versichert, sondern Teil einer quasi Kollektivversicherung für eine ganze Sammlung. Man versichert die Sammlung (bspw. nach dem Durchschnittswert der Autos) und kann dann so mit allen Fahrzeugen auf die Strasse, ohne dass man alle einlösen muss und entsprechend mehr Gebphren zu zahlen...

Themenstarteram 24. September 2013 um 14:36

Zitat:

Original geschrieben von situ

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

braucht er bspw. den teuren Ferrari nicht zu versichern

Du meintest wohl, dass er ich nicht EXTRA selbst versichern muss.

Die Fahrzeuge mit Händlerschild sind selbstverständlich auch in der Schweiz versichert - alles andere wäre doch undenkbar.

So steht es jedenfalls in den Schweizer Zulassungsbestimmungen für diese Schilder (Nachweis ist natürlich zu erbringen), welche eine Versicherung nach SVG § 71 Absatz 2 ("Diese Unternehmer ... haben für die Gesamtheit ihrer ... Motorfahrzeuge eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen. ... ".) als Voraussetzung für die Erteilung verlangen.

Und selbstverständlich darf auf in der Schweiz niemand mit so einem Schild ein Auto "normal" nutzen, sondern nur für den Zweck, wie es Händler und Werkstätten eben benötigen (wie in Deutschland auch).

http://www.vsz.ch/.../Haendlerschild_Richtlinien.pdf

(1.4 - Artikel 24)

Ich gehe davon aus, dass dieser Ferrari Fahrer aus Unwissenheit handelt. Nur rudimentäre Allgemeinbildung ist bei den Wohlhabenden sehr verbreitet. So können sie zum Beispiel nicht auf die Idee kommen, dass zwei Rolex in einem Land des Nahen Ostens gekauft, bei der Einfuhr nach Deutschland zollpflichtig sein könnten. Das muss man ihnen einfach nachsehen.

Kann ich mir nocht vorstellen, dass der das aus Unwissenheit macht. Es stimmt, wie du sagst, dass man die Fahrzeuge eigentlich nur für Händlerzwecke fahren darf. Fakt ist aber: Es ist erlaubt, das Auto füpr Probefahrten, Kontrollfahrten etc. zu bewegen, sogar Familienangehörige dürfen das. Mal angenommen, einer weiss das und fährt stattdessen zum Spass rum, kann er bei einer Kontrolle immer noch sagen, er habe eine Kontrollfahrt gemacht. Wer will ihm das Gegenteil beweisen? Ich denke, das ist eine grosse Freiheit, die der Gesetzgeber hier toleriert, die aber auch Missbrauch zulässt...

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

...

Es stimmt, wie du sagst, dass man die Fahrzeuge eigentlich nur für Händlerzwecke fahren darf. ...

Eben nicht, wie gesagt, unter f) steht: "für alle weiteren unentgeltlichen Fahrten".

Man fragt sich allerdings, warum a) - e) detailliert aufgeführt sind, wenn f) alles außer Bus/Taxibetrieb erlaubt?

Für mich sieht das beinahe so aus, als sei diese Erweiterung erst später dazugekommen; a) - e) sind im Grunde die Einschränkungen, wie wir sie auch in Deutschland haben.

Hm - könnte sein, wenn man den Text so liest.

Ob nun in der Schweiz tatsächlich auch die private, unbegrenzte Nutzung möglich ist, wie man das lesen könnte, weiß ich nicht.

Müsste man sich fragen, warum nicht.

Und da gäbe es ja nur 2 Einschränkungen:

1. Versicherer

Der wird die Prämie haben wollen und bekommen, welche sein Risiko + Gewinn abdeckt. Das ist ein Geschäft zwischen Versicherer und Werkstatt/Händler, das sonst niemanden interessieren muss.

2. Steuer

Keine Ahnung, ob und welche Steuer hier zu entrichten ist. Es wäre nicht ungewöhnlich, dass Selbstständige auf Kosten anderer Steuerzahler Steuervorteile (ganz offiziell und indirekt, indem der Fernseher angeblich im Kundenbereich steht) genießen. Das ist wohl überall so.

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

Hello

Ich habe beobachtet, ...

Sehr fein gemacht!

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

Ist das nicht etwas daneben?

Ist das bespitzeln von Nachbarn nicht eher etwas daneben?

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

Welche Vorteile hat der Mann? Spart er nicht zusätzlich Geld so?

Davon ist auszugehen. Ansonsten würde er die Autos vermutlich ganz normal zulassen.

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

Möchte der Sache jenachdem noch genauer nachgehen. Obwohl das ja legal ist, was er macht.

Warum willst Du dem nachgehen, wenn es legal ist?

Was erwartest Du dir davon?

Zitat:

Original geschrieben von interssanterweise

Ich finds aber trotzdem seltsam. Und ihr?

Nee, seltsam finde ich höchstens die Tatsache, dass so etwas in der Schweiz legal ist.

Dass er diese Möglichkeiten ausnutzt, ist sein gutes Recht.

Fahren kann er doch ohnehin jeweils nur mit einem Auto gleichzeitig.

Dem TS ist das so wichtig, dass er den Thread auch gleich in einem Parallelforum gepostet hat. Dann kann man hier ja zumachen. Oder dort - "Verkehr und Sicherheit".

Aber nachdem wir wohl klären konnten, dass es sich nicht um Beschiss handelt, bleibt ja nur die Alternative: Genial.

Vielleicht findet er nun viele Nachahmer, nachdem der Trick hier beworben wurde.

Hallo,

manche Leute haben einfach zu viel Zeit und dann kommt noch der Neid.

Pass nur auf, demnächst schleppt er damit eine Tussi nach der anderen ab.

Naja, zum Rotlichtmilieu passen die roten Kennzeichen ja wie die Faust aufs Auge.

Lege dir schon mal Papier und Bleistift für die Strichliste :D:cool::rolleyes: der Damen bereit.

Dir kann das doch egal sein, was kümmert dich das!?

Wahnsinn, solche Nachbarn braucht wirklich keiner.

Und ja - es darf über meinen Beitrag gelacht werden :D

Oans, zwoa, drei - o'zapft is sog i do nur no.

Gruß

fordfuchs

 

am 13. Januar 2018 um 14:43

Mensch habt ihr Probleme

Ich bin selber führe in der Schweiz eine Autogarage. Die U-Nummer bekommen nur jene, welche die vom Strassenverkehrsamt nötigen Betriebseinrichtungen haben wie: Fahrzeuglift, Reifenmontier- und Auswuchtmaschine, Schweissanlage, Presse, Unterstellböcke, Werkstattwagen, Arbeitstisch, Batterieladegerät, Abgastester, Waschraum mit Spaltanlage, usw. Im weiteren den Abschluss als Automobilfachmann oder angelernter Mitarbeiter, welcher mind. 5 Jahre in diesem Metier gearbeitet hat. Anschliessend muss 1 Jahr lang dem Amt belegt werden, dass man den Betrieb gewerlich und nicht nur als Vorwand betreibt und die ausgeführten arbeiten über ein Jahr dem Amt vorlegt. Dieses entscheidet dann, ob man die U-Nummer weiter behalten kann. Im weiteren zahlt man für diese Nummer Strassenverkehrsabgaben und zwar die höchste Stufe ca. Chf 1000.- Jahr, dazu die Versicherung je nach Verwendung. Wenn ich die Fahrzeuge die damit bewege lediglich Werte von Chf 20‘000.- haben, dann kostet die Versicherung ca. Chf 1000.- Jahr. Bei einem Wert von Chf 150‘000.- kostet diese jährlich Chf 2‘000.-. Als Besitzer darf ich und meine Familienangehörigen die U-Nummer für jegliche fahrten nutzen. Angestelte mit Bewilligung des Chef und Kaufintressenten nur füt Probefahrten. An Freunde und Bekannte dürfen diese nicht einfach so zur Verwendung gegeben werden. Wenn Bussen ins Haus flattern oder gar Unfälle geschehen haftet bekanklich der Nr, Besitzer und wenn ich diese nicht aus guten Grund weitergegeben habe, droht mir sehr schnell der Entzug der U-Nummer. Alles klar nun für die Neider und Korrekten?

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