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Ansaugluftvorwärmung und Gas

Themenstarteram 23. Juli 2019 um 6:57

Hallo,

bin dem etwas schwachen Durchzug meines "Hobbywagens" auf die Schliche gekommen. Die Ansaugluftvorwärmung regelt nicht mehr. Das Bimetall/Thermoschalter im Ansaugschlauch ist defekt, wodurch immer Warmluft angesaugt wird. Ab Motorstart wird der Kaltluftkanal verschlossen und nur noch die Luft über dem Krümmer angesaugt.

Egal ob man Gas gibt oder richtig warme Luft angesaugt wird: Der zieht nur die Luft überm Krümmer an.

Also habe ich den Unterdruckschlauch abgezogen und verstopft. Jetzt zieht er permanent Kaltluft.

Dafür läuft der Motor spritziger und "kraftvoller".

Jetzt ist die Frage, wie dringlich ist die Ansaugluftvorwärmung bei Gasbetrieb?

Soweit ich informiert bin, soll diese Vorwärmung eine "Vereisung" der Mono-Motronic verhindern.

Desweiteren ist diese "Einspritzung" darauf ausgelegt, dass sie ~ 35 °C warme Luft anzieht. Die Klappe im Kaste steht variabl zwischen Kalt-/Warmluftstutzen, regelt das auf diese optimale Temepratur.

Blöd ist nur, dass VW dieses Teil nicht mehr liefern kann (Rückstand). Man will mich informieren, aber darauf warte ich schon paar Tage. Bislang "Nix bekannt". Verwerter geschaut, das Teil dort war schon weg/ausgebaut.

Braucht man die Luftvorwärmung bei Gasbetrieb? Auf Benzin läuft der Wagen eh nur sehr kurz.

Ist echt erstaunlich wie bemerkbar so "permanent warme Luft" ist.

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12 Antworten

Kurzfassung. Die Klappe brauchste auch im PKW, egal ob Benzin oder Gas. Weil das Haupttemperaturgefälle nicht durch die Verdampfung des Gemischs kommt, sondern durch die Expansion der Luft an der Drosselklappe. Je höher die Luftmasse und je stärker die Drosselung, desto wichtiger.

 

Das "ruckeln" ist sowohl ein überhaupt nicht mehr passendes Gemisch (gemischbedingte Fehlzündungen) als auch sich lösendes Eis/Schnee aus dem Ansaugtrakt, was dann die Strömung und Verteilung der Luft bzw. Brennstoffs auf die Zylinder versaut.

Das Problem "Vergaservereisung" haste bei Flugmotoren ziemlich derbe und ist AFAIK bei etwa 10-15°C Lufttemperatur am heftigsten. Der Feuchteanteil der Luft steigt mit der Temperatur exponenziell an, gleichzeitig kühlt das Gemisch bei Drosselung massiv ab.

Wenn du bei einem Propellerflieger landest, dann haste den Motor gedrosselt, also kann der theoretisch während des Landeanflugs vereisen. Damit das nicht passiert, machste die Gemischvorwärmung rein. Wenn du unten durchstarten musst/willst, dann muss sowohl der Gashebel auf Anschlag als auch die Klappe wieder auf "Kaltluft". Vergisst du letztes beim Durchstarten, dann fehlt dir deutlich Leistung um zügig wegzusteigen. Was je nach Druckhöhe nicht gut enden muss/kann. Hast du die Klappe "Vorwärmung" im Landeanflug hingegen vergessen und der Vergaser ist als Folge dessen vereist, dann kotzt dir der Motor beim Durchstartversuch und die Leistung ist auch weg. Gar nicht gut. Weils meist einen Grund hat warum man durchstartet.

Soviel zur Antriebstechnik in der Fliegerei. Kurzfassung. Die Klappe brauchste auch im PKW, egal ob Benzin oder Gas. Weil das Haupttemperaturgefälle nicht durch die Verdampfung des Gemischs kommt, sondern durch die Expansion der Luft an der Drosselklappe. Je höher die Luftmasse und je stärker die Drosselung, desto wichtiger.

Schon mal überlegt, den Luftfilterkasten komplett zu erneuern?

So viel ich weiss, ist die Klappe doch da drin.

Themenstarteram 23. Juli 2019 um 8:50

Nö, der ist ja nicht kaputt. Im Luftfilterkasten ist, wie du richtig sagst, die Klappe drin.

Sie ist dicht (Also dessen Membrane), ist leichtgängig und wenn man Unterdruck "anlegt", dann schließt sie auch relativ zügig den Kaltluftstutzen zu.

Kaputt ist der Temperaturregler, so ein Bi-Metall in der Lufthutze.

Die Ansaugluftvorwärmung soll das Vereisen des Vergasers verhindern, das im unteren Lasbereich auch bei solchen warmen Außentemperaturen vorkommen kann, im Gasbetrieb ist das nicht nötig, wenn der Verdampfer das Gas richtig vorwärmt. Klar, daß der dann spritziger läuft, das hat den selben Effekt wie die Intercooler beim Turbo!

Wenn er ohne problemlos läuft, braucht er das nicht. Sollte er irgendwann ruckeln oder aus gehen, dann brauch er das!

Vorsicht. Weil die Expansion von Luft eine Abkühlung bewirkt und feuchte Luft ausreichend abgekühlt halt zur Eisbildung neigt. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Vergaservereisung.

Die Verdampfungswärme verhindert das nicht, die zieht "nur" zusätzliche Wärme aus dem System und verstärkt den Effekt der Expansionskälte nach der Drosselklappe.

Die Vereisung tritt eher im unteren Lastnereich im Bereich der Drosselklappe auf, da dort dann die Luftgeschgwindigkeit sehr groß ist, sollte er dann anfangen zu ruckeln, muß die Vorwärmung wieder dran.

Die tritt im Lastbereich "unten" auf, weil genau da die Drosselklappe zu, der Saugrohrdruck niedrig und damit die Expansion der angesaugten Luft maximal ist. Die steigende Gasgeschwindigkeit ist nicht Ursache, sondern (Neben)Wirkung.

Wenn du um 400-500 mbar "drosselst", also die Luft entspannst, dann entspricht das einer "Druckhöhe" von fast 5 km. Und da ists adiabat etwa 50 Grad kühler als bei Umgebungsdruck. Kein Wunder wenn dann Feuchtigkeit ausfriert. Mit etwas Gas bzw. "Klappe etwas offen" ist das böse, da die Temperatur unter Null, aber die Luftmasse hoch ist - was den Ansaugbereich richtig gut auskühlt. Deswegen haste die Klappen zur Vorwärmung.

Die Autos zu meiner Lehrzeit mussten noch umgestellt werden (Sommer/Winterbetrieb am Luftfilter), daher ist mir bekannt, daß manche Autos auch im Sommer vereist sind! Wie erwähnt, zuerst schwankt der Leerlauf, dann ruckelt er.

Das "ruckeln" ist sowohl ein überhaupt nicht mehr passendes Gemisch (gemischbedingte Fehlzündungen) als auch sich lösendes Eis/Schnee aus dem Ansaugtrakt, was dann die Strömung und Verteilung der Luft bzw. Brennstoffs auf die Zylinder versaut.

Das Problem "Vergaservereisung" haste bei Flugmotoren ziemlich derbe und ist AFAIK bei etwa 10-15°C Lufttemperatur am heftigsten. Der Feuchteanteil der Luft steigt mit der Temperatur exponenziell an, gleichzeitig kühlt das Gemisch bei Drosselung massiv ab.

Wenn du bei einem Propellerflieger landest, dann haste den Motor gedrosselt, also kann der theoretisch während des Landeanflugs vereisen. Damit das nicht passiert, machste die Gemischvorwärmung rein. Wenn du unten durchstarten musst/willst, dann muss sowohl der Gashebel auf Anschlag als auch die Klappe wieder auf "Kaltluft". Vergisst du letztes beim Durchstarten, dann fehlt dir deutlich Leistung um zügig wegzusteigen. Was je nach Druckhöhe nicht gut enden muss/kann. Hast du die Klappe "Vorwärmung" im Landeanflug hingegen vergessen und der Vergaser ist als Folge dessen vereist, dann kotzt dir der Motor beim Durchstartversuch und die Leistung ist auch weg. Gar nicht gut. Weils meist einen Grund hat warum man durchstartet.

Soviel zur Antriebstechnik in der Fliegerei. Kurzfassung. Die Klappe brauchste auch im PKW, egal ob Benzin oder Gas. Weil das Haupttemperaturgefälle nicht durch die Verdampfung des Gemischs kommt, sondern durch die Expansion der Luft an der Drosselklappe. Je höher die Luftmasse und je stärker die Drosselung, desto wichtiger.

10 - 15° C, da lässt es sich wunderbar Motorrad fahren, nur leider hat die Duc da morgens auch so ihre Probleme mit der Vereisung. Richtig warmlaufen lassen hilft ein wenig, um eine richtige Vorwärmung kommt man im Endeffekt aber nicht herum.

Themenstarteram 25. Juli 2019 um 16:20

Sehr viel Wissensinput hier. Erinnert mich ab und zu an meinen damaligen, leicht verstreuten Thermodynamikprofessor und war daher auch amüsant (Lustige Erinnerungen...).

Bislang verhält sich der Motor unauffällig, auch früh morgens bei ~ 15 °C.

Kältere Tage werden noch folgen und dann mal sehen, ob sich da was bemerkbar machen wird. Von VW kam inzwischen die Info, dass dieses Teil nicht mehr lieferbar ist. Also entweder ein funktionsfähiges, gebrauchtes finden, ein Alternativteil (Gab ja auch andere Motoren und es gibt mehr als VAG in der Welt) oder... man mag mich nun auslachen: Es auf elektronisch geregelt umbauen (--> Ein NTC der die Temperatur misst, ein Aktor für die Klappe bzw. ein Regelventil für den Unterdruckschlauch und dann dachte ich an son einfachen, günstigen Arduino Uno/Nano... bevor man sich was mit OPs zusammenschustert) Aber das ist was für dunkle Winterabende.

Gibts alles schon. https://www.amazon.de/.../B07DHSFTHM

Dazu einen Aktor und fertig ists.

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