Aircondition und DIY
Um Spechtis Resto Thread nicht aufzublähen, will ich das Thema mal hierhin ausgliedern.
Zum Einstieg in das Thema kann ich das Haynes Techbook 10425, Automotive Heating and Air Conditioning ISBN 1563920719 wirklich empfehlen. Umfangreiche Erklärungen der einzelnen Klimasysteme, Fehlersuchcharts, Temperaturdiagramme usw. bringen einem das Thema wirklich näher. Auch der Umgang mit den entsprechenden Werkzeugen und Chemikalien kommt nicht zu kurz. Ich finds rundum gelungen.
Werkzeug hab ich mir alles aus den USA geholt. Vom Ölprüfer über zig verschiedene Schläuche, Adapter, Absperrventile, UV-Lampe/Brille, dye injector bis hin zu meinem "reman brass manifold". Wie der Name schon sagt, eine solide Metallausführung mit hochwertigen Manometern und Schauglas. Ein stabiler Haken sorgt dafür das man das Ding auch aufhängen kann, ohne zu fürchten das das Ding nach ein paar Minuten im Dreck liegt. Und der ganze Kram hat mich vor ungefähr zehn Jahren weniger als 200 Dollar gekostet. Damals gab es auch noch "surface mail" und man konnte sogar kistenweise Refrigerant bestellen.
Heute freu ich mich immer wieder das ich das alles habe und nur noch zum Klimaonkel muß, wenn ich das Refrigerant absaugen lasse weil ich die Anlage öffnen will.
17 Antworten
Hallo Astro,
eine sehr gute Idee, das Thema zu separieren und mal von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Um Klimaanlagen in Autos wird immer ein Mordshype gemacht und alle tun so, als sei das Gehirnchirurgie. Und Gehirnchirurgie ist teuer! Wenn ich so sehe, was den Leuten da von völligen Stümpern für ein Geld aus der Tasche geleiert wird!
Neulich war ein Bekannter mit seinem 96er Corsa beim Opeldealer weil seine Klimaanlage schwurbelnde Geräusche machte und nicht kühlte. Der Opelmann konfrontierte ihn damit, daß sein Kompressor im Eimer sei und der knapp 900 Euro plus Einbau kosten sollte. Als er mir das erzählte, schaute ich unter die Haube und erblickte statt dem für den Preis erwarteten massivgoldenen Kompressor einen simplen Harrison, der 170 Dollar im Teilehandel kostet.
Da der Bekannte in Bezug auf Autos völlig ahnungslos ist und schockiert ob des Preises die Gestade des Opelhändlers verließ, kann man sich nun leicht denken was in diesem - und in tausenden anderen Fällen auch - passieren wird. Richtig! Das Auto wird nun bis zum Sanktnimmerleinstag OHNE Klimaanlage gefahren!
Ebenfalls viel leeres Geseihere habe ich von den sogenannten Klimaspezialisten bei Boschdiensten oder "Marken-Fachwerkstätten" gehört. Ich vermute mal, bei vielen ist nicht mal Grundwissen über die Funktion einer Aircon vorhanden, geschweige denn über die Eigenheiten der verschiedenen Kältemittel.
Um gleich in das Thema einzusteigen - eine Frage.
Sollte man bei der Auswahl eines Manifolds ein Vierwege-System kaufen oder reicht für den Haugebrauch ein Zweiwege-Teil aus?
Zweite Frage:
Welches ist eine empfehlenswerte Vakuumpumpe und welche Eckdaten braucht sie?
Wo bestellst Du deine Kältemittel?
Ich habe bis vor einiger Zeit bei Kinseher (online) oder bei Linde in HH-Wilhelmsburg bezogen. Kinseher ist mir mittlerweile zu teuer und bei Linde hat man mir voriges Jahr einfach meine Eigentumsflasche verbaselt. Es hat ein Vierteljahr gedauert, bis ich denen Ersatz abgequatscht habe und das schon den Anwalt machen lassen wollte...
Mit denen möchte ich eigentlich nicht mehr.
Ich hab damals ohne groß drüber nachzudenken ein 2-way Manifold gekauft. Bis heute hab ich keine Funktion vermisst. Am mittleren Schlauch, gleich unten ein Absperrventil rein und schon kann man zwischen Pumpe und Kühlmittel wechseln. Dabei verliert man auch nicht messbar an Vakuum. Mag sein das es elegantere Lösungen gibt, aber bei mir funktioniert das so reibungslos.
Als Pumpe verwende ich eine simple Venturipumpe. Für die braucht man nur eine leistungsfähige Druckluftquelle und dann zieht die auch genug Vakuum. Der Werkstattprofi mag hier die Nase rümpfen und ich muß zugeben das es energetisch nicht optimal ist. Aber ich mach das nur für mich und dementsprechend selten muss ich eine Anlage voll auf Vakuum ziehen.
Kältemittel ist ein eigenes Thema. Bis jetzt brauchte ich noch nie R134a. Wenn dann würde ich es wahrscheinlich auch über diese Hausgeräte-Shops bestellen. Ich fülle ein DropIn Ersatz für R12 und davon hab ich zusammen mit meinem Werkzeug, drei komplette Kartons bestellt. Und die hüte ich wie meinen Augapfel! Nur sehe ich derzeit keine Möglichkeit irgendwie komprimierte Gase aus den USA nach D zu bekommen.
Was ich noch wichtig finde, man sollte sich selbst simpelsten Kleinkram rechtzeitg besorgen. Dichtringe, die grünen, da machen die hier in D ein totales Geschiß drum und lassen sich die Dinger fürstlich bezahlen. Kauft bloß rechtzeitig für ein paar Bucks ein Sortiment in den USA. Anschlußdichtungen für den Kompressor, das gleiche.........
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Zitat:
Ich hab damals ohne groß drüber nachzudenken ein 2-way Manifold gekauft. Bis heute hab ich keine Funktion vermisst.
Mit so etwas habe ich auch geliebäugelt. Ich wollte zwar nicht sooo viel Geld ausgeben, da man das ja nun nicht so häufig braucht, aber ordentliche amerikanische Ware sollte es schon sein.
Zitat:
Als Pumpe verwende ich eine simple Venturipumpe. Für die braucht man nur eine leistungsfähige Druckluftquelle und dann zieht die auch genug Vakuum.
Ich hatte immer so eine kleine Handpumpe, aber das war eher Grütze und die ist auch mittlerweile hin. Ich werde mir so eine kleine Membranpumpe kaufen, die so aussieht wie ein Airbrushkompressor. Kosten so um die 120 Euro.
Zitat:
Kältemittel ist ein eigenes Thema. Bis jetzt brauchte ich noch nie R134a. Wenn dann würde ich es wahrscheinlich auch über diese Hausgeräte-Shops bestellen. Ich fülle ein DropIn Ersatz für R12
Ich habe nur einmal beim Cadillac selber 134a nachgefüllt, aus so einer kleinen 500g-Dose. Dafür habe ich eine Füllmechanik selber gebastelt, da der zwar auf 134a lief, aber keine umgebauten Füllventile hatte.
Ansonsten habe ich bis jetzt auch nur das Drop-in R413a verfüllt. Die 1kg Dosen, Marke Vulkan Lokring, hatte ich wie gesagt von Kinseher und dann hatte ich mal ziemlich lange eine 5kg-Buddel mit dem selben Zeugs - bis Linde kam...
Das ganze hat damals auch Jahre gereicht.
Nun ja, damit ist jezt schluß! Der Lincoln läuft ganz offiziell mit R134a nebst Umrüstadaptern. Allerdings kommt aus der Kompressornabe seit einem Jahr Öl und kontrastmittel und er verliert Kältemittel. Da muß ich bald mal bei. Eine Wellendichtung habe ich. Eine gute Gelegenheit, sich das Komplette Serviceset mal selber zuzulegen. Der Mustang bekommt aus Originalitätsgründen keinen Umrüstsatz. Das sähe nicht schön aus. Da werde ich mit mobilen Adaptern arbeiten. Aber auch er wird mit 134a als Kältemittel laufen.
Dichtringe (grün) habe ich bereits aus USA in allen gängigen Größen hier im Vorratspack liegen.😁
Bis Du in Deutschland einen Deppen gefunden hast, der Dir ohne blödes Gesabbel welche verkauft ("1/4 Zoll haben wir nicht. Sie sind hier in Deutschland. Da rechnen wir in Millimeter!"😉, ist der Flieger aus USA 4 mal hin- und hergeflogen.
Ich versuche solange wie möglich ohne R134a auszukommen. In den R12 Anlagen ist die Kühlleistung mit dem Zeug nämlich eher bescheiden. Wenn die Anlage aber für R134a designt wurde gehts so, aber Eiswürfel im Standgas hab ich noch keine R134a Anlage spucken sehen!
Also am Lincoln wurde nichts wesentliches geändert - außer den Serviceventilen, dem neuen Trockner und einem R314a-tauglichen Expansionsventil. Die Kühlleistung war absolut zufriedenstellend. Allerdings ist die Anlage wohl recht großzügig dimensioniert, wie die vorgeschriebene Kältemittelmenge vermuten läßt...
Da ich leztens meine Zunft als KFZ-Mechaniker verteidigt hab, muss ich jetzt wieder zugeben.
Ja die Ausbildung in dieser Hinsicht ist (eigentlich) nicht vorhanden, oder allerhöchstens rudimentär.
Hinzu kommt dass die Arbeit an Klimaanlagen wohl nicht bezahlt wird (bei den kleinen "Fachwerkstätten"😉. Aber nichts desto trotz wird uns ein gehöriger Batzen sinnlos aus dem Geldbeutel gezogen.
Nun muss ich mal fragen.
Was bezeichnet ihr denn als 2 (oder 4) way manifold?
und was ich mich schon immer fragte, was hats mit diesen grünen Dichtringen auf sich??? was ist an denen anders als an nem normalen O-Ring?
Manifold:
Ein 2-Way hat die der Name schon sagt zwei Serviceanschlüsse. Einen für die Druckseite, einen für die Saugseite. Dann natürlich noch den Füllanschluß. Ein 4-Way kann noch mehr Anschlüsse anlegen, z.B. ein Absauggerät ohne einen anderen Anschluß wieder abnehmen zu müssen.
Ringe:
Grüne Ringe sind aus Nitril, schwarze aus Butyl. Die schwarzen vertragen sich ganz toll mit dem guten R12 und mineralischem Öl, aber bei modernen Kältemitteln und deren Ölen verhärten sie sich oder werden undicht. Nitrilringe sind widerstandsfähiger und kommen besser mit heutigen Mitteln zurecht.
Da kommt dieser Beitrag ja gerade zur rechten Zeit...Ich hatte vor, meine seit ca. 6 Jahren stillgelegte AC in absehbarer Zeit zu reaktivieren, der R4-Kompressor hat eine massive Undichtigkeit, das Kältemittel tritt unter dem Abschirmblech ringförmig aus; da ist wohl eine Dichtung hinüber. Ich wollte eigentlich einen neuen Kompressor samt Ventil und Trockner verbauen lassen und dann mit R 134a befüllen, aber jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher, andererseits habe ich des Öfteren gelesen, dass überholte oder abgedichtete Kompressoren nach kurzer Zeit erneut zu Leckagen neigen. Im Klartext-wie sollte ich vorgehen, wo kann man das Material beziehen, wer arbeitet gut und zuverlässig?
Der R4 gilt gemeinhin nicht als der große Wurf. Aber auch er tut bei richtiger Pflege - sprich korrekt gespannten Riemen, dem richtigen Druck, dem richtigen Kältemittel und dem richtigen Öl - eine ganze Zeit treu seinen Dienst.
Um eine Möhre auszuschließen, kann man ja auch einen neuen Kompressor und keinen "remanufactured" kaufen. Ein neuer kostet bei Rockauto 206 Dollar, ein überholter 166 Dollar plus 20 Dollar core. Da das Zurückschicken des Altteils keinen Sinn macht und Du das Pfand bezahlen mußt, ist der neue Kompressor wirtschaftlich gesehen die bessere Wahl.
Es wäre auch eine Umrüstung auf einen modernen Sanden-Kompressor möglich. Dieser gilt als robust und einfach in der Handhabung.
Zitat:
Original geschrieben von falloutboy
Da ich leztens meine Zunft als KFZ-Mechaniker verteidigt hab, muss ich jetzt wieder zugeben.
Ja die Ausbildung in dieser Hinsicht ist (eigentlich) nicht vorhanden, oder allerhöchstens rudimentär.
Hinzu kommt dass die Arbeit an Klimaanlagen wohl nicht bezahlt wird (bei den kleinen "Fachwerkstätten"😉. Aber nichts desto trotz wird uns ein gehöriger Batzen sinnlos aus dem Geldbeutel gezogen.
Für das Arbeiten an einer Klimaanlage brauchst du eine Sachkundeprüfung, vorher darfst du da eigentlich gar nicht hinlangen, daher wird das auch nicht gelehrt denn dafür gibt es extra Lehrgänge 😉
Und wiso sollte die Arbeit an Klimaanlangen nicht bezahlt werden?
Klimaservice kostet, das Gerät läuft nebenher, auser ein paar Tasten drücken braucht es da kaum wissen.
Dann kommt noch die Fehlersuche warum die Klima nicht funktioniert, und die Kostet auch, ob es ein elektronisches Problem ist, oder ob es an der Klimaanlage liegt. z.b. Kaltemittelmangel, oder auch zuviel Kältemittel, Leckage usw.
Der Austausch der Teile und das Material kostet auch.
Nun muss ich auch mal meinen Senf dazugeben. Bei den alten Klimaanlagen lässt sich nach einem Kompressorschaden tatsächlich noch was reparieren mit der konkreten Aussicht auf Erfolg. Neuere Anlagen sind diesbezüglich wesentlich problematischer. Und zwar aus folgendem Grund: Die Wärmetauscher sind heutzutage "parallel flow". Das heisst das Kältemittel durchströmt nicht mehr eine durchgängige Kühlschlange mit Rippen aussen drauf, sondern eine Konstruktion ähnlich dem Kühlwasserkühler. Also mehrere parallel verlaufende Kanäle, die jeweils rechts und links in einem Sammelrohr enden. Damit kann das System auch durch noch so intensives Ausspülen nicht 100%ig von Verschmutzungen gereinigt werden. Ein verstopter Kanal im Wärmetauscher kann ja nicht zum Durchlass gezwungen werden. Also muss der Kompressor und der Wärmetauscher gewechselt werden, die Leitungen müssen ausgebaut und separat ausgespült werden und ggf. muss das schon kontaminierte Expansionsventil getauscht werden. Wer bezahlt sowas bei einer 15Jahre alten Alltagsmöhre?
Die tollen Leitungsfilter bringen nicht wirklich was, weil sie nur den Kompressor schützen können. Das Expansionsventil z.B. kann dann trotzdem streiken, da die Leitungsfilter für die Niederdruck(Saug-)seite des Kompressors gedacht sind.
Ob eine für Hobbyschrauber bezahlbare Pumpe genügend Unterdruck produziert, um das Wasser aus dem System zu ziehen, weiss ich nicht. Evtl. kann man durch besonders langes Evakuieren den Prozeß etwas verbessern, das Wasser braucht ja nicht unbedingt zu sieden, es kann auch in der teilevakuierten Anlage verdunsten.
Zitat:
Original geschrieben von Zoker
Für das Arbeiten an einer Klimaanlage brauchst du eine Sachkundeprüfung, vorher darfst du da eigentlich gar nicht hinlangen, daher wird das auch nicht gelehrt denn dafür gibt es extra Lehrgänge 😉> Aber wenn ich ehrlich bin, kenn ich keinen der die gemacht hat, bzw deswegen trotzdem bescheid wüsste.
Und wiso sollte die Arbeit an Klimaanlangen nicht bezahlt werden?
> frag das meinen alten Arbeitgeber. Solche Arbeiten wurden dem Mechaniker der sie ausführt nicht bezahlt.
Klimaservice kostet, das Gerät läuft nebenher, auser ein paar Tasten drücken braucht es da kaum wissen.
Dann kommt noch die Fehlersuche warum die Klima nicht funktioniert, und die Kostet auch, ob es ein elektronisches Problem ist, oder ob es an der Klimaanlage liegt. z.b. Kaltemittelmangel, oder auch zuviel Kältemittel, Leckage usw.
Der Austausch der Teile und das Material kostet auch.
> jopp den Kunden, wenn man seinen Mechaniker dafür nicht bezahlt kann man einfach billiger sein.
Aber ich gebs zu, dass war auch nur einer, der das nicht machte. 😁
Und damit wir als Kunden uns nich mehr solche Kosten antun müssen, dafür gibts ja spechti und seine Threads 😁