300 TDT 124 sägt im Leerlauf und ruckelt bie Benutzung des Tempomaten
An die Dieselfraktion im Forum!
Ich habe hier kürzlich von sägenden 6-Zylindern (280E und 300TE) gelesen. In den Beiträgen wurde von rhythmischen Drehzahlschwankungen (sägen) im Leerlauf oder auch im unteren Drehzahlbereich im Benziner berichtet.
Mein 300-er Turbodiesel hat auch im Leerlauf (betriebswarm) eine noch leichte aber doch hörbare rhythmische (sägende) auf- und absteigende Drehzahlschwankung. Bei einlegte Fahrstufe D (Automatikgetriebe) im Stand (angebremst) ist diese leichte Sägerei nicht feststellbar.
Habe diese Erscheinung schon einmal in Hamburg bei einem Fähnchenhändler an einem seiner 124 300 TDT mit sehr guter Ausstattung aber mit erheblichem Wartungsrückstand erlebt. Da war das Sägen sehr deutlich zu hören und der Hebel an der Einspritzpumpe für die manuelle Abstellung des Motors ging deutlich hin und her.
Gibt es Erfahrungen mit der Sägerei am Diesel, speziell am 6-Zylinder oder besser am Turbodiesel. Kann ich diese Sache mindern oder ganz abstellen ohne gleich eine Generalüberholung auszulösen?
Des Weiteren macht mir mein Tempomat seit einiger Zeit keine Freude mehr. Der Tempomat hält zwar die gewünschte Geschwindigkeit, aber das Auto ruckelt spürbar, d. h. er beschleunigt kurz und bremst gleich wieder ab - ähnlich wie eine "Wasch-maschine". Ich vermute, das hier eine Schwergängigkeit an den Übertragungsteilen - Seilzug bzw. Gestänge eingeschlichen hat. Vielleicht hat hier einer mehr Erfahrung.
Gruß Binzbenz
25 Antworten
Hallo Ulf und andere Interessierte!
Vielleicht müssen wir das Wort "sägen" in diesem Fall anderes beschreiben oder besser definieren:
300-er 6 - Zylinder Dieselmotor mit Turbolader der letzten Generation, d. h. mit KAT und Abgasrückführung; Motorgeräusch im Stand, Getriebestellung P oder N, Leerlauf bei ca. 600-630 Umdrehungen/min, Klima aus, betriebswarmer Motor.
Das Motorgeräusch würde ich wie folgt beschreiben. Es ist leicht rhythmisch auf und ab, ohne das sich am Drehzahlmesser etwas merklich ändert oder der Zeiger wackelt. Man könnte es besser so beschreiben, als wenn fast unmerklich die Drehzahl ansteigen will und dann wieder etwas abfällt um gleich danach dasselbe Spiel zu beginnen - ganz gleichmäßig und immer im selben Takt und fast etwas unterschwellig. Ich wollte es noch einmal zum besseren Verständnis beschreiben, da Ulf auch vom "dezenten Unrundlaufen" in Verbindung mit Verschleiß an der RESP, wobei der Gleichlauf der Pumpenelemente im Eimer sein könnte, spricht und mein Problem dieser Problemrichtung vielleicht näher kommt, als das klassische sägen.
Meine Freunde vom Stammtisch Berlin meinten, er sägt nicht doll aber er sägt. Im ersten Beitrag habe ich euch schon von dem anderen 124 300 TDT aus HH berichtet. Dort war das Phänomen wesentlich stärker ausgeprägt und der Hebel für das manuelle Abstellen des Motors bewegte sich ebenfalls im Takt hin und her.
Ist es nun das klassische sägen oder dezentes Unrundlaufen???
Die "feinen Unterlegscheiben" können es bei dieser Pumpe nach Rücksprache mit dem Sternendeuter (ein netter Bekannter) auch nicht sein, da es diese so nicht an dieser RESP gibt (die RESP vom W123 300 TDT ist eine sogenannte MW-Pumpe und hat verschiedene Unterlegscheiben bzw. Blättchen, um die Dieseleinspritzmenge pro Zylinder einstellen zu können - welcher er sicher auch meinte).
Die O-Ringe und die Cu-Scheiben wollte ich ja so oder so wechseln. Da wollte ich ja gerne die Viton -O-Ringe von MB/Bosch verwenden. Vor einigen Wochen habe ich die normalen O-Ringe mit den Cu-Scheiben vom "Freundlichen ..." MB-Teileonkel geholt, jetzt findet der "Gute" diesen Rep. -Satz nicht mehr in seinem PC, geschweige die grünen Viton -O-Ringe (C 200 D Taxi mit SA PME Freigabe) ohne entsprechende Fahrgestellnummer oder besser MB-Teilenummer geht bei "Beresa" gar nichts. Hat jemand diese Teilenummer parat? Sollten dann auch gleich die kleinen Federn (in dem Bereich der RESP wo die Druckventilhalter bzw. die Druckventile sind) mit gewechselt werden? Ist ja mal so eine Frage oder bringt das nichts???
"Steckdose: zieh doch einfach mal den Stecker ab und schau, was passiert!" - würde ich gerne machen, aber da schaue ich mir lieber noch einmal genau die Unterschiede zwischen den ESP des 143 PS (Bj. 88) und des 147 PS mit KAT und AGR an und entscheide dann, welche Stecker ich ziehe. Ich brauche noch ein mal eine Denkanstoß, wie ich das ÜSR teste.
Den Stellmagneten an ESP (für die ELR) habe ich geprüft: Den Stecker maximal 3 Sekunden abgezogen - Motordrehzahl verringerte sich deutlich. Ist hoffentlich richtig?
Das besagte Motorsteuergerät sitzt hinter der Batterie, d. h. vor dem ABS-Steuerteil, ist so groß wie das Motorsteuergerät von den Benzinern 230/260/300 E und hat die Bezeichnung DS 0006 12 V 6 Zylinder mit der Bosch - Nr.: 0281001138 und der MB-Nr.:0125454532 [06]. Wird einfach durch Austausch getestet.
Unterhalb und vor dem Luftfilter ist noch ein Steuerteil (wahrscheinlich Luftmengenmesser usw.) in Verbindung mit RESP und AGR verbaut.
Gibt es eine Möglichkeit, die Abgasrückführung auszuschalten, ohne in den komplizierten Ablauf der Regelung mit Luftmassenmesser, Abgasrückführung, KAT, RESP, Leistung, Verbrauch, Leerlauf, Überlastsicherung, Getriebeansteuerung und Turbolader negativ einzugreifen???
"Stecker ab" wird nicht reichen, den die MB Ingenieure hatten sich schon damals etwas dabei gedacht und der Unterdruck für die AGR - wo soll er hin - wie soll er weg? Man muss das System durchschauen. Das ist schon ein komplexes Thema, an dem man sich die Zähne ausbeißen kann. Ich weis, die Baggerschlossermethode (die ich Ulf nicht unterstellen möchte) ist die schnellste aber muss aber nicht sein und ist nicht mein Ding.
An Ulf:
Den besagten Schrottmotor möchte ich ja haben, aber Hannover ist groß und ich müsste ja ne Bürgerbefragung durchführen, um den zu finden oder liegen die Blöcke da so rum?
Du kannst mir ja eine Nachricht mit den Eckdaten (wo, wie, Wann) zukommen lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Binzbenz
moin,
wann willste den block abholen? wir müßten noch getriebe und RESP abschrauben vorher. standort ist nähe A2. rest per PN.
die AGR würde ich mittels metallplatte am abgaskrümmer dichtmachen, die ganze steuerungsmimik aber in takt lassen. das funzt so eingeschränkt sogar beim 210er mit OM606 turbo mit elektronisch geregelter RESP.
deine beschreibung würde ich schon auch als sägen bezeichnen.
das ÜSR kann man nicht wirklich testen, nur durch austausch. oft sind da kalte lötstellen etc. die ursache.
die nummer des steuergeräts EDS habe ich in meinen unterlagen gefunden, nützt uns aber auch nichts. kannst du dir ein anderes steuergerät leihen?
stecker: ich meine den stecker oben auf der RESP. ich kann mir kaum vorstellen, daß man mit versuchsweise abziehen irgendwelchen schaden macht.
ciao
ulf
moin,
beim 4v-sauger braucht man nicht groß was nachlesen, einfach platte rein, drosselklappe rausfegen und gut isses!
ciao
ulf
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das kannste versuchen, aber meist ist das zeug so zugerotzt mit AGR-dreck, daß nur der dremel übrig bleibt. ich würde die klappe einfach von der hebelachse abflexen. sieht kein mensch, bei der AU ist`s auch komplett wurscht und, wenn die TÜV-fuzzis die ganze mimik oben sich drehen sehen, machst du sie glücklich.😁
ciao
ulf
Na, dann habe ich ja nächstes WE was zu tun!
Schön! Ausserdem steht bei meinem Kollegen -124191... was sonst- noch 'ne AHK-Montage an.
Hoffentlich schneit's und friert's; ich liebe die Herausforderung!
Gruß
jorg
Moin,
bei mir war genau dieses Sägen (meiner hatte da 350 tkm gelaufen) ,nach Tausch der Düsen weg. Er läuft jetzt auch wesentlich ruhiger.
Nur mal so!!
oli
ach was!😁
spaß beiseite, ich habe die karre gesehen, hydros tackern, düsen waren auch nicht mehr so doll(über 500t km), aber gesägt hat da nichts(vorführeffekt?). die karre war allerdings vorher über die bahn gescheucht worden. ev. war`s nur`ne sache des freifahrens?😕
er hat auf jeden fall elektronisches dieselsystem drin, was die sache nicht so einfach machen würde, wenn das sägen wieder anfängt.
ciao
ulf
Hallo Dieselfreunde!
Zur Erinnerung:
300-er 6 - Zylinder Dieselmotor mit Turbolader der letzten Generation, d. h. mit KAT und Abgasrück-führung; Motorgeräusch im Lehrlauf – leichtes „sägen“, Getriebestellung P oder N, Leerlauf bei ca. 600-630 Umdrehungen/min, Klima aus, betriebswarmer Motor.
Ich haben nun endlich die vorgenommen Arbeiten durchgeführt.
Als Erste war die Undichtheit an der ESP zu beseitigen (O-Ringe mit den Cu-Scheiben). In dem Atemzug habe ich dann gleich neue Einspritzdüsen verbaut, die Dieselfilter gewechselt, Motoröl- und Filterwechsel, alle Steckkontakte geprüft und gereinigt, das besagte Motorsteuerteil ausgetauscht (hatte noch ein gleiches im Schlachtauto) und die Leckleitungen getauscht. Ach ja, die ungeliebte Abgasrückführung habe ich nach eingehender Reinigung mittels einem Blech vor der Dichtung zum Turbolader stillgelegt. Nachdem alles zusammengebaut war, startete ich mit kleiner Orgeleinlage den Schiffs-diesel. Oh Schreck – er lief zwar nach kurzer Zeit, fing aber fürchterlich an zu nageln und klang sauhart. Alles war dicht – die ESP und die neuen Einspritzdüsen. Bei höheren Drehzahlen war das nageln nicht mehr so doll. Da ich nichts verstellt oder grundlegend geändert hatte, blieben ja nur die Düsen als Schuldige übrig. Ich war mir auch keiner Schuld bewusst, da ich die Düsen mehrmals vor dem Einbau auf meinem Düsenprüfstand abgedrückt hatte. Alle Düsen waren sauber (äußerlich) und haben bei ca. 143 bar gleichmäßig und scharrend zerstäubt. Neue Unterlegscheiben habe ich natürlich auch verwendet. Den richtigen Drehmoment nach Werstatthandbuch eingehalten und peinlichste Sauberkeit walten lassen. Nach der ersten Probefahrt war es nicht mehr so schlimm – war aber erst einmal enttäuscht.
Im Ergebnis nach ca. 500 km kann ich sagen, das Nageln ist weg. Dafür hört man nun dass die Hydros etwas tickern. Das eigentliche Problem, das Sägen kommt nun immer mal wieder aber nicht mehr ständig im Lehrlauf vor. Der Boschdienst meint, das die ESP doch schon mit der Motorlaufleistung leichte Verschleißerscheinungen hätte und das möglicherweise hier eine „ Additiv-Spülung helfen könnte. Im Forum wird ja immer mal von einer 2-Takt –Motorölzugabe im Diesel gesprochen. Vielleicht ist das eine Alternative, aber das ist ja wie beim Haarausfall – sind die weg hilft auch kein Mittelchen mehr und an Wunder glaube ich nicht. Das besagte Motorsteuergerät sitzt hinter der Batterie, d. h. vor dem ABS-Steuerteil, ist so groß wie das Motorsteuergerät von den Benzinern 230/260/300 E und hat die Bezeichnung DS 0006 12 V 6 Zylinder mit der Bosch - Nr.: 0281001138 und der MB-Nr.:0125454532 [06]. Habe ich einfach durch Austausch getestet und keinen Unterschied feststellen können. Auch habe ich das Steuerteil am Luftfilter (Luftmengenmesser für vorgenanntes Steuerteil) gewechselt.
Bei der Demontage des Saurohrs und der AGR konnte ich den Zustand des Turbos und der Einassventile zumindest optisch prüfen. Der Turbo drückt zwar kaum Öl nach außen am Überdruckventil, aber er saugt schon ein wenig Öl über die Dichtringe (heißen eigentlich Kolbenringe) und die Einlassventile haben sichtbare Ablagerungen. Die Steuerkette hat sich auch etwas gelängt und der Kettenspanner musste auch noch getauscht werden. Wenn der Motor noch eine weile gut durchhält , spendiere ich eine Revision.
Das ist der jetzige Stand, nun muss ich mich intensiv um mein verbrauchtes Fahrwerk kümmern. Wenn jemand noch sachdienliche Hinweise zum Motor hat, bin ich dankbar für alle Anregungen.
Binzbenz