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31.10.2013 14:49    |    MB Dieselmaster    |    Kommentare (32)    |   Stichworte: A, Admiral, B, Diplomat, KAD, Kapitän, Oberklasse, Oldtimer, Opel, Senator, Youngtimer

Opel Diplomat letzter echter Luxus aus Rüsselsheim

 

Das waren noch Zeiten, diese gingen bis zum Jahr 1977, denn bis dahin spielte Opel noch in der elitären Oberklasse mit. Bis Mitte der 60er Jahre war man sogar an der Spitze, was Zulassungszahlen und Verkäufe betraf. Für manchen der heutigen Generation undenkbar.

 

Denn nach dem Sterben des Diplomat versuchte Opel noch einmal das Ruder rumzureissen und setzte den Opel Senator an die Spitze ihrer Modellpalette, nach glänzenden Verkaufserfolgen in den Jahren 1978 und 1979, ging es dann doch stetig bergab. Ein umfassendes Facelift im Herbst 1982 sollte die Wende bringen, doch dies war nur ein letztes Aufbäumen des Senator A. Daraufhin folgte noch der Senator B, welcher im Jahr 1987 auf dem Markt kam, doch der gewünschre Erfolge blieb aus. Trotzdem Versuchte Opel es mit einem Facelift im Jahr 1989, dieses war verbunden mit zwei neuen Motoren, dem 3.0 24V und dem 2.6, jeweils mit Dual-Ram Schaltsaugrohr, noch einmal verloren Boden gut zu machen. Dennoch brachte es nicht den gewünschten Erfolg. Im Jahr 1993 war es dann endgültig aus, die Produktion des Senator B wurde eingestellt. Das Kapitel Oberklasse bei Opel war dann schlussendlich vorbei.

 

Doch selbst die Klasse darunter wurde von Opel aufgegeben, Omega A und Omega B die beiden letzten Heckantriebler starben auch. Das finale Aus für den Omega folgte dann im Jahr 2003.

Zuvor erfolgte mit dem Omega auch ein Zusammenlegen von Opel Rekord (4 Zylinder) und Opel Commodore (6 Zylinder). Im Jahr 1983 wurde auch die Produktion der Baureihe Commodore eingestellt. Der Rekord durfte nach einen Facelift noch bis zum Jahr 1986 weiter leben.

So viel zur Geschichte.

 

 

Opel KAD-A - Der griff nach den Sternen

 

 

Mit der Einführung der KAD-Baureihen im Jahr 1964, wagte sich Opel mit an die Spitze des automoblien Zenits. Der Kapitän A V8 mit einer 4,6-Liter-Chevrolet-V8-Maschine mit 140 kW (190 PS) makierte im Jahr 1965 einen neuen Höhepunkt. Die Maschine gab es auch für den Admiral und Diplomat. Der V8 brachte den Wagen in knapp 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h und machte ihn 200 km/h schnell. In diesen Jahren war es die schnellste Limousine der Welt auf dem deutschen Markt. Es gab aber auch die zivileren Versionen mit 6 Zylindermotoren, wo der Einstieg bei 2,6 Litern und 100 PS begann.

In den Jahren von 1965 bis 1967 brachte Opel noch zusätzlich ein großes Coupe auf den Markt, dies allerdings nur als Baureuhe Diplomat. Der Motor wuchs auf 5,4 Liter an und die Leistung stieg von 190 PS bei der Limousine, auf 230 PS beim Coupe. Damit durchbrach der Wagen erstmals die 200 km/h Schallmauer. Es wurden nur 347 Einheiten des eleganten Hardtop-Coupés gefertigt, was wohl auch am Preis des Wagen lag. Der Preis betrug zunächst 25.500 DM (ab 18. April 1966: 26.000 DM), Lederpolsterung war mit einem Aufpreis von 1.500 DM versehen. Die Produktion erfolgte bei der Firma Karmann in Osnabrück.

Die Limousinen der KAD-Baureihe A wurden noch bis 1969 produziert und angeboten.

 

 

 

Opel machte sich wie Mercedes auch mal LANG

 

Den kantig geformten Opel Diplomat B gab es zudem sogar mit verlängertem Radstand. Für Botschaften, Regierungsvertreter und den diplomatischen Dienst setzten eine Handvoll Langversionen der Marke mit dem Blitz Mitte der 70er Jahre eine wahrhaftige Krone auf. Der bereits üppig dimensionierte Serien-Diplomat Typ B wurde auf besonderen Wunsch um wertvolle 15 Zentimeter verlängert und bot auf seinen 5,07 Metern allen erdenklichen Luxus.

Für eine angenehme Innentemperatur sorgte die engagiert blasende Klimaanlage.

 

 

Der Charme der neuen Welt im Diplomat B

 

Zu einer einzigartigen Erscheinung wurde der Opel Diplomat B Lang nicht nur wegen dem verlängerten Radstand oder auch der Komfortausstattung mit blauem Flockvelours, sondern auch mit den Standartenhaltern in den vorderen Kotflügeln. Zu seiner aktiven Zeit wurde die elegant-kantige Limousine mit dem unübersehbaren US-Charme bei Empfängen und offiziellen Veranstaltungen in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn eingesetzt. "Als der amerikanische Präsident Ford seinerzeit Deutschland besuchte, war das Begleitpersonal auch mit diesem Diplomat unterwegs", erinnert sich Heinz Zettl, lange Jahre bei Opel für die historischen Fahrzeuge zuständig, "Opel-eigene Fahrer chauffierten über die Jahre damit eine Fülle von Politikern vorwiegend aus dem Ausland."

 

Bis heute strahlt der Opel Diplomat B Würde, Eleganz und Anmut aus. Tugenden, die man bei Opel lange Jahre nicht mehr zu Gesicht bekommen hat. Wer in den späten 60er und 70er Jahren einen Opel Diplomat fuhr, der hatte es wirtschaftlich geschafft und gehörte zu den oberen Zehntausend in der nach wie vor aufstrebenden Bundesrepublik. Zwischen 1969 und 1977 wurde mit dem Opel Diplomat B der luxuriöseste Opel aller Zeiten produziert. Die Langversion war nicht nur selten, sondern auch teuer. Im August 1973 kostete der Diplomat 5.4 V8 mit verlängertem Radstand 36.600 DM. Damit lag er auf Augenhöhe mit dem deutschen Aushängeschild Mercedes 450 SEL, der mit 38.600 DM kaum teurer war.

 

 

Ein Opel Diplomat B mit kurzem Radstand kostete bei seinem Marktstart im März 1969 20.260 D-Mark. Von den rund 21.000 gefertigten Opel Diplomaten entfielen knapp die Hälfte auf das Basismodell mit 2,8 Liter großem Sechszylinder. Mehr als 11.000 Kunden wollten V8-Power aus dem Hause Chevrolet spüren und gönnten sich das Topmodell. Die amerikanischen Designeinflüsse sind nicht nur durch die ausladenden Formen und die üppigen Chromelemente offensichtlich. Auch im Innenraum gibt es nicht nur Platz im Überfluss, sondern auch die seltene Unterbau-Klimaanlage, Alufelgen, Frontscheibenantenne, Holzblenden, Vinyldach, elektrische Fensterheber und eine Batterie von Druckschaltern an der Oberseite des Armaturenbretts. Die lange Version wurde nur selten von den eigentlichen Hauptdarstellern bewegt. Die saßen zumeist im geräumigen Fond und genossen den Fahrkomfort dieser exklusivsten Art, einen Opel zu bewegen.

 

Bei der Komfortausstattung - keine Kompromisse

 

Statt der üblichen Starrachse flaniert das Diplomatenheck auf einer aufwendigen und vergleichsweise teuren DeDion-Hinterachse, was sich spürbar auf den Langstreckenkomfort auswirkt. Optional verfügbar war die in den 70er Jahren besonders beliebte Niveauregulierung. Doch nicht nur bei der Komfortausstattung macht der Opel Diplomat keine Kompromisse. Neben üppigen Knautschzonen, einer besonders unfallsicheren Fahrgastzelle und Automatikgurten, sorgten Scheibenbremsen rundum für ein Gefühl wie in Abrahams Schoß.

 

Die Idealbesetzung für den Diplomat war der 5,4-Liter V8. Statt des europäischen, aber wenig passenden Sechszylinders mit 2,8 Litern Hubraum und 165 PS, bietet das 327er-Chevrolet-Triebwerk acht Zylindern und 230 PS. Wer es darauf anlegt, drückt den 1,7 Tonnen schweren Hecktriebler damit relativ rasant über 200-km/h-Marke. Das maximale Drehmoment von 427 Nm bei 3.100 Touren ist beachtlich. Die Kraftübertragung auf die Hinterachse geschah über die dreistufige Turbo-Hydramatic aus dem Hause General Motors. Für derartige Leistungen gab es bis dato eben nichts im Opel-Konzernregal und gegenüber dem Powerglide-Getriebe des A-Modells, ein wahrer Fortschritt. Fahrer und Gefahrener störte sich an dem Durchschnittsverbrauch von mindestens 20 Litern auf 100 Kilometern ebenso wenig wie an dem Spurtpotenzial Null auf 100 km/h in neun Sekunden.

 

 

 

Die Ölkriese läutete das Ende ein!

 

Die Kombination Luxus und GM gibt es seither nur noch mit dem Edelableger Cadillac. Übrigens in Brasilien gab es noch einen Chevrolet (Opel) Omega C. dieser basierte auf einen australischen Holden. Nebenbei gab es noch Erich Bitter, der auf der Diplomatplattform seinen wunderschönen Bitter CD baute, auch einen Nachfolger auf Basis des Senator A gab es auch noch: der Bitter SC.

 

Hier als Ergänzung noch ein schöner Artikel zum Thema Opel aus der Welt.

 

Besonderer Dank an Wikipedia - für Hinweise, Informationen und Bilder