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06.01.2015 11:00    |    MB Dieselmaster    |    Kommentare (21)    |   Stichworte: A, Commodore, Commodore A, Opel, Senator

DER WAGEN

 

Gut erinnere ich mich da an den Opel Rekord C, welcher weiter verbreitet war als sein großer Bruder der Commodore A. Ein Freund unserer Familie fuhr so einen Wagen und gerne bin ich als kleiner Junge da mit gefahren. Was mir damals besonders gefiel war die rote Innenausstattung, so etwas bot unser Mercedes damals nicht.

Zum anderen bot der Wagen Platz, für 5 Personen und viel Gepäck. Einzig die Fahrleistungen waren nicht berauschend, was nicht sehr verwunderte, der Wagen wurde auch nur von 75 PS angetrieben. Da ging doch sicher mehr und gerade Ende der 60er Jahre kam der Wunsch nach mehr Leistung auf. Dies erkannten die Macher bei Opel auch und so wurde nach nur einem Jahr der Opel Commodore geboren.

 

DIE MOTOREN

 

Den Anfang machte ein etwas schwächlicher 2,2 Liter Motor mit 6 Zylindern und 95 PS, diesen bot Opel schon im Jahr 1966 im Rekord C an, die Beliebtheit hielt sich in Grenzen und schon ende 1967 verschwand dieser Motor auch wieder vom Markt.

 

Die echte Basis bildete der sehr beliebte und robuste 2500 mit 115 PS (ab 1969 120 PS), damit hob sich der Wagen nun doch deutlich vom Rekord ab und auch die Fahrleistungen waren nicht von schlechten Eltern. Im Coupé konnte man damit eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h erzielen und selbst in der Limousine und in Kombination mit dem Powerglide Automatikgetriebe waren durchaus noch 170 km/h möglich.

 

Wer mehr Leistung braucht der Griff am Anfang auf das GS Modell, welches sportlicher daherkommen sollte. Dafür modifizierte man den 2500 S und verpasste dem ganzen einen Doppelvergaser, die Leistung stieg auf 130 PS.

 

1970 sollte sich eine neue Tür öffnen, es wurde der Commodore GS/E geboren - von nun an konnte der Commodorefahrer sich als Held der Autobahn bezeichnen, denn die linke Fahrspur stand im offen. Möglich machten dies eine Einspritzanlage und 150 PS die aus den 2500 Kubikzentimetern Hubraum gezaubert wurden. Damit waren im Coupé fast 200 km/h möglich. Vorher war dieses nur den Porschefahrern vorbehalten.

 

In diesem Jahr gab es noch eine weitere Ergänzung, denn Opel brachte den 2800H Motor auch in den Commodore, mit den 145 PS und den 300 ccm mehr Hubraum, ging es schon recht Souverän voran.

 

Bis Ende der 90er waren die CIH Motoren bei Opel im Einsatz, sie überzeugten mit Robustheit und bei den Sechszylindern mit Laufruhe.

 

DIE KAROSSERIE - DIE TECHNIK

 

Für den Commodore wurden 2 Varianten offiziell angeboten, Limousine als 2 und 4 Türen und das schnittige Coupé mit 2 Türen. Die geplante Caravan Variante wurde nicht umgesetzt, es blieb bei einigen wenigen Modellen. Der Kombi sollte den Namen Voyage bekommen.

 

Eine entscheidende Veränderung hatte sich bei der Hinterachse ergeben: Anstatt der Blattfedern wurde die Hinterachse nun mit Schraubenfedern ausgestattet und mit zwei Längslenkerpaaren und einem Panhardstab geführt. Dieser Panhardstab war allerdings relativ kurz, was sich bei ein- oder ausfedernder Hinterachse durch relativ starkes Versetzen der Achse bemerkbar machte.

 

Auch im Bereich der Lenkung gab es noch Spielraum für Verbesserungen, denn der Geradeauslaufen war auch nicht Mustergültig, was auch an der schmalen 165er Serienbereifung lag.

 

ERFAHRUNG

 

Wie soll man da beginnen? Aus der heutigen Sicht? Betrachten wir den Wagen. Hier um das Fahrzeug, es handelt sich um eine Limousine mit 4 Türen, angetrieben von dem 150 PS Motor, welcher sein Benzin elektronisch dosiert in die Brennräume bekommt. Es ist also ein GS/E, ein besonderer mit 3-Gang Automatik, was dem Fahrspaß keinen Abbruch tun sollte.

 

Der Schlüssel erinnert an den eines Käfers aus dieser Zeit, nacktes Metall, keine weiteren Funktionen, halt ein Schlüssel. Dieser muss noch in das Schloss eingeführt werden und manuell öffnet sich die Verriegelung. Nach dem öffnen der Tür steht einem die Welt der führen 70er Jahre offen. Nehmen wir nun Platz hinter dem 3 Speichen Sportlenkrad, diese ist zwar dünn, aber mit Leder bezogen. Der Blick fällt auf 2 große Rundinstrumente links der Drehzahlmesser, rechts der Tachometer mit einem Spitzenwert von 220 km/h und mittig dazwischen noch Wassertemperatur und Tankanzeige. Unter dem Amaturenbrett

befinden sich direkt über dem Wahlhebel noch 3 Instrumente: Öldruck, Zeituhr und Voltmeter.

Die Sitze sind sehr bequem und auch ohne weitere Verstellmöglichkeiten lässt sich schnell eine gute Sitzposition finden.

Schnell noch den Gurt (nachgerüstet) anlegen, den dünnen Schlüssel ins Zündschloss einführen und den Motor starten. Das gelingt auch heute noch ohne Probleme, nur kurz dreht der Anlasser und die 6 Zylinder verrichten im Leerlauf sehr ruhig ihren Dienst.

Tritt auf die Bremse und den Wahlhebel auf D gestellt und geradezu lautlos setzt sich der Commodore in fahrt, doch schon leichtes Gas geben lässt den Motor seine Stimme zu erheben. Durch den Schlupf des Wandlers kommt beim Fahren schon ein gewisses Amifeeling auf. Sauber nimmt der Wagen Gas an, welcher er gekonnt in Geschwindigkeit umsetzt. Was beim Fahren auffällt ist die relativ kurze Übersetzung. Bei Vollgas auf der Autobahn bewegt sich die Drehzahlmessernadel ungeniert in den roten Bereich, darauf sollte man doch verzichten und trotzdem sind nach Tacho immernoch gut 210 km/h möglich. Was laut GPS echten 192 km/h entsprach.

Kurven mag der Wagen nicht so sehr, wobei man immer das Gefühl hat, das Heck möchte einen gerne mal Überholen. Lieber mag er die Autobahn, wo der Wagen zeigen kann, hier bin ich der Boss. Nach der Fahrt über 300 Kilometern kommt dann doch auch der Zeitpunkt wo es heißt Futter nachfüllen. Auf 100 Kilometern genehmigte sich der Wagen gut 14,5 Liter Super Plus. Aus heutiger Sicht unglaublich viel Sprit , für die gebotenen Fahrleistungen.

Und auf der Autobahn ist der Wagen laut, sehr laut. Ich habe doch gut 2 Gänge vermisst, in der Stadt kein Problem.

 

Opel Commodore A GS/E Automatik

Reihensechszylinder, vorn längs eingebaut

Eine oben liegende Nockenwelle, über Duplexkette angetrieben

Zwei Ventile pro Zylinder

Elektronische Einspritzung

Hubraum 2490 ccm

Leistung 110 kW (150 PS) bei 5800/min

Max. Drehmoment 196 Nm bei 4500/min

Dreigang Automatikgetriebe

Hinterradantrieb

Einzelradaufhängung vorn, Schraubenfedern

Hinten Starrachse mit Schraubenfedern

Reifen 165 HR 14

Radstand 2668 mm

Länge: 4574 mm

Breite: 1754 mm

Höhe: 1435 mm

Leergewicht: 1230 kg

0–100 km/h in 9,9 s (gemessen)

Spitze 192 km/h (GPS)

Verbrauch 14,5 l/100 km (erfahren)

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