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Friedrichs Geschichten

Alles über den W201 und Friedrich - meinen 190er!

02.10.2018 16:01    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: 190er, 2.0, Emotionen, Friedrich, Mercedes, Saison, Saisonbeginn, W201, Wintersaison

W201 auf SaisonW201 auf Saison

Viel hat sich getan - sehr viel, wovon ich noch nicht einmal die Gelegenheit hatte, hier zu berichten und es wohl auch bei weitem nicht schaffe, alles nachzuholen. Nur soviel: In meinem anderen Blog liegt ein Artikel zu Friedrichs Gegenstück auch schon fast bereit. ;)

 

Wie dem Titel zu entnehmen ist, ist Friedrich mittlerweile ein Saisonfahrzeug - mein Winterauto.

Jaja, ich höre den Aufschrei von 190er-Liebhabern und anderen Klassiker- und Youngtimer-Enthusiasten bis hierher. Und ihr könnt mir glauben, dass auch mir es nicht leicht fiel, den Schritt zu gehen und meinem Herzblut-Auto die Nummernschilder mit der Wintersaison zu verpassen.

Allerdings war das die einzige wirkliche Möglichkeit, den Wagen bei mir behalten zu können. Und dann lieber so, als gar nicht.

 

Seit mittlerweile fast zwei Tagen ist die Saison nun eröffnet und dies war die erste richtige Saisoneröffnung für mich mit Friedrich.

Ja, ich habe mich darauf wirklich gefreut - aber dass das wirklich richtig emotional für mich werden würde, hätte ich selbst nicht gedacht.

 

Während eines Großteils der Zeit habe ich mich überhaupt nicht um ihn gekümmert. Er wurde einfach in der Garage abgestellt (ein riesen Bohei würde ich um so eine Einlagerung eh nicht veranstalten). Handbremse nicht anziehen und gut ist.

Zwischenzeitlich wurde er sogar als Ablage für diverse Pflegeartikel missbraucht - da hatte ich schon gelegentlich ein schlechtes Gewissen, als ich ihn da so sah... :rolleyes:

 

Schon vor gut 2 Wochen habe ich das CTEK-Ladegerät angehängt, um die Batterie vollzuladen und zu pflegen.

Dies war auch nötig - obwohl die Uhr (als wahrscheinlich nur schwacher Stromfresser) immer noch absolut präzise läuft und anzeigt.

 

Und heute sollte dann der Tag kommen.

Und dann kam der Regen. Und dann verging dieser auch wieder.

 

So ging's in die Garage, das Ladegerät abklemmen, ein bisschen Platz schaffen zum rausfahren.

Im Innenraum empfing mich als erstes direkt der Geruch, den man nur mit "altbenzig" beschreiben kann. Dann der Sitz - weich, federkernig, davor das ziemlich große Lenkrad. Mein Blick geht auf das Armaturenbrett, welches in der Form mit leicht zum Fahrer geneigten äußeren Rundinstrumenten einfach unverwechselbar Baby-Benz ist.

 

Ich drehe den Schlüsse, alle Kontrollleuchten gehen an. Ich drücke ein Stück weiter und zu meiner Zufriedenheit und Erleichterung konnte ich diesen vielleicht 5 Sekunden später wieder loslassen, weil der Motor direkt in seinen sonoren M102-Singsang verfallen ist, so wie es sich gehört. Nichts anderes habe ich auch erwartet.

Ich lausche kurz dem Klang des Reihenvierzylinders (ja, wirklich - ich habe mich über den Lauf eines R4-8V-Motors gefreut!) bevor D eingelegt wurde und sich die Motorhaube, den Stern stolz in die Höhe gereckt, durch das Garagentor schob.

 

Und spätestens ab diesem Moment war es um mich geschehen, das Grinsen war in mein Gesicht gemeißelt und ich empfand einfach nur noch Freude. :)

Herrlich, diese Lenkung! Im Vergleich zum meisten anderen von heute völlig unpräzise und mehr zum Peilen geeignet, macht's einfach nur noch Spaß, wenn man's mal raus hat - bereits auf den ersten Abbiegungen raus aus dem Wohngebiet.

 

Endgültig absolut grandios wird's dann auf der Landstraße in den ersten Kurven - diese Leichtfüßigkeit, unglaublich!

Sommerfahrzeug und den 190er trennen im Leergewicht wohl ca. 400 Kg - und die spürt man auf jedem Meter. Freude am Fahren, die gibt's so schnell nicht im 5er, nein, die findet man definitiv im 190er. Gasbefehle werden trotz des Alters des Automatikgetriebes fast schon direkt an die Antriebsräder umgewandelt und schon steigt die Tachonadel.

Dies geschieht natürlich bevorzugt im 4. Gang - wozu auch runterschalten, wenn man auch einfach zwischen 35 Km/h und Vmax im höchsten Gang verbleiben kann? :cool:

 

Und so fuhr ich, die Gesichtsmuskulatur mittlerweile fast etwas verkrampft und war einfach nur zufrieden.

Nicht einmal die etwas eckig gestandenen Reifen, von denen ich wegen Abnutzung sowieso zwei erneuern werde, konnten meine Freude trüben.

 

Ich genoss dieses Fahrgefühl, wie es einfach nur der Baby-Benz bietet.

Das war genug - kein Radio, keine Sitzheizung, kein Schiebedach.

Nur der Wagen, die Straße und ich.

 

Bei den zwei, drei kleinen Pausen auf unserer kurzen Runde erinnerte mich Friedrich an einige seiner Eigenheiten, vielleicht auch Charakterzüge. Sei es das Absperren per Schlüssel ohne Funk, die "Ratterkulisse" des Automatikgetriebes oder auch einfach sein Anspringverhalten, bei welchem man halt ein wenig hinhören muss und welches nicht immer 100%ig gleich ist, wie beim BMW, oder gar moderneren Autos, die Tipp-Start anspringen.

Genauso das klare Rasten aller Schalter und die Wiedererrungenschaft des von Presse häufig kritisierten und von Benzfahrern geliebten Kombihebels, mit welchem man auch den aus meiner Sicht fantastischen Panorama-Einarmwischer bedient. Einfach klasse. :)

 

Das ganze Erlebnis lässt sich also recht kurz zusammenfassen: Einfach meine Welt. :cool:

Und daher freue ich mich auf eine schöne Wintersaison mit meinem kleinen Mercedes.

 

Bei vielen Saisonautofahrern ist ja die Eröffnung der Sommersaison emotional - Anfang April kommen sehr viele wahre Liebhaberschätzchen aus ihrem Winterschlaf und nehmen wieder Asphalt unter die Reifen.

 

Wie ist das bei euch - habt ihr, liebe Leser, Saisonfahrzeuge und wenn ja, wie laufen Ein- und Auslagerung jeweils ab?

Kommt da auch ein Grinsen, oder ist's vielleicht auch Frust angesichts zu verrichtender Wartungs- und Pflegearbeiten?

 

Ich wünsche jedenfalls allen einen guten, sicheren Herbst und Winter mit ihren Autos, ganz gleich, ob Saison oder nicht. :)

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