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Die Pure Unvernunft

Aus dem Alltag eines PS-Junkies

29.06.2012 14:14    |    knolfi    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: 7P / 7PH, Touareg, VW

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Heute heisst es erneut Abschied nehmen. Unser Touareg I, der uns 4 Jahre, 1 Monat und 18 Tage lang als treue Familienkutsche begleitet hatte, hat in unserer Garage Platz für seinen Nachfolger gemacht, der ab dem 05.07. seinen Platz einnimmt (dazu mehr in einem späteren Artikel). Aktuell befindet er sich noch in meinem "Dunstkreis" in einem fremden Stall, den er zwar erst ab Mitte August verlassen wird, aber abgemeldet ist er bereits.

 

Noch nie ein meinem ganzen Fahrzeughistorie habe ich ein Auto solange am Stück besessen!:eek::) Meist wurden die Fahrzeuge nach 2,5 - 3 Jahren durch neue ersetzt, damit ist der Touareg mein pers. Halterrekord. Lustiger Weise geht der Touareg genau an den Besitzer wieder zurück, von dem ich den Wagen als "jungen Gebrauchten" im zarten Alter von 4 Monaten und 10.900 km auf der Uhr gekauft habe:D...ist ein guter Freund von mir, dem der Wagen noch immer gut gefällt und bei dem er in guten Händen ist. Er holt ihn erst im August ab, da er zuvor keine Zeit findet und auch nicht um die Ecke wohnt. Den Wagen bezahlt er mir aber bereits jetzt schon.:)

 

In den 4 Jahren haben wir mit dem Touareg gute 70.000 km abgespult und der Wagen musste sich im Alltag bewähren...sowohl bei innerdörflichen Besorgungsfahrten (Kurzstrecken unter 5 km) als auch bei Urlaubsfahrten und Verwandtschaftsbesuchen. So ist er viel in Deutschland rumgekommen: Allgäu, Sylt, Salzgitter, Düsseldorf, Hamburg um nur einige Stationen zu nennen. Er war dabei ein idealer Reisebegleiter: geräumig, komfortabel und unaufgeregt. Insbesondere die Urlaubsfahrten - anfangs zu dritt, später zu viert - verlangten dem Dicken seine Nehmerqualitäten ab: Kinderkarre, Urlaubsgespäck und div. Spielzeug (meist bis unter den Dachhimmel beladen) schluckte er klaglos und überstand auch ohne Narben die div. Krümel und Flüssigkeitsattacken unserer beiden Jungs. Die Reisen mit ihm waren sehr angenehm: man fuhr entspannt problemlos 600 -1200 km ohne gestresst oder erschöpft anzukommen, da man meist reiste und nicht raste. Nicht dass man ein falsches Bild bekommt: auf der AB hab ich dem Touareg meist die Sporen gegeben und ihn bis an seine Endgeschwindigkeit von ca. 220 km/h getrieben, sofern es die Verkehrslage zulies.

Im Alltag fuhr überwiegend meine Frau mit dem Wagen, Einkaufsfahrten, Krabbelgruppenbesuche, Müttertreff, etc...alles wurde mit dem Touareg erledigt. Dabei fiel mir die Neutralität des Fahrzeugs auf: obwohl ein großer SUV, kamen nie Neid oder Mistgunst auf. Kratzerattacken o. ä. sind ausgeblieben. Dies war auch dem Understatement-Charakter des VW-Offroaders zuzuschreiben....O-Ton Vieler "ist doch nur ein VW.":D

 

Der Motor, ein 3,6l-FSI-V6-Benziner mit 280 PS hat mir ebenfalls viel Spass gemacht, obwohl er keine Rennmaschine für den 2,3 Tonnen schweren Touareg darstellte. Der Durchzug und das Drehmoment von 360 Nm reichten zum gefahrlosen, allerdings wohlüberlegten Überholen aus und auch auf der AB konnte man problemlos mitschwimmen oder auch mal "Druck" machen...dankt der imposanten Erscheinung des Touaregs machten die Verkehrsteilnehmer auch teilweise bereitwilliger Platz, als beim RS6. Allerdings brauchte der gute meist etwas länger um den Verkehrsteilnehmer dann zu überholen...:D Dazu noch ein sehr schöner großvolumiger V6-Sound, einfach schön.

Nachteilig war der hohe Verbrauch von 14,5 l/100 km, allerdings lag die Reichweite dank 100l-Tank bei gut 650 km.

 

Größere Ausfälle hatten wir beim Touareg keine. Anfänglich gab es ein paar nervende Klappergeräusche im Bereich der A-Säule, die auf ein lockeres Motorhaubenscharnier zurückzuführen waren und immer wieder Ausfälle des Tieftöners der Doppeltonfanfare, so dass der Touareg eher wie ein Panda hupte:D. Aber langsam merkt man das Alter und die Laufleistung beim Touareg und somit wurden die Wehwechen in letzter Zeit mehr: Temperatursensor der Klimaautomatik defekt, so dass sich die Temperatur eigenständig verstellte, schwergängige Türscharniere hinten (mussten nur gefettet werden, daher eigentlich kein Defekt), Getrieberuckeln im 3. Gang, so dass die Steuerung resettet werden musste und eine Schiefstellung des Heckscheibenwischers, wofür das komplette Heckscheibenschloss der geteilten Heckklappe getauscht werden musste. Hinzu kommt dass sich die el. Heckklappe hin und wieder wie von Geisterhand selbst öffnete:eek:

 

Ein paar Rempler musste der Touareg auch aushalten: einmal kam meine Frau auf den FFB-Knopf für die el. Heckklappe, so dass diese in der Garage aufging und gegen die dahinter geparkten Fahrräder stieß...mit dem Erfolg einer kompletten Neulackierung der Heckklappe, ein weiteres Mal der gleiche Schaden, weil unser Jüngster den FFB-Schlüssel meiner Frau in die Finger bekam...:rolleyes: Auf einer Besuchsfahrt nach Düsseldorf ist uns ein Audi A3 bei Schrittgeschwindigkeit hinten draufgefahren...mit dem Erfolg, dass bei ihm der vordere Stoßfänger verbeult und zerkratzt war und bei unserem Dicken war nix!:D Und einmal hat meine OHL einen Poller übersehen, was zum Tausch des kompletten vorderen Stoßfängers führte...inkl. rechten NSW.:rolleyes:

 

Ansonsten waren die Werkstattbesuche übersichtlich. Ausser den regelmäßigen Inspektionen (die bei meinem AGCC-Modell (arab. Halbinsel) alle 15.000 km erforderlich waren) und einem Tausch der Bremsbeläge und Scheiben bei 60.000 km musste er kaum ausserplanmässig in die Werkstatt. Auch der Reifenverschleiß hielt sich für so ein schweres Fahrzeug in Grenzen: lediglich einen Satz Sommerreifen musste ich bei km-Stand 35.000 neu kaufen...die WR konnte ich sogar vier Saisons durchfahren und habe diese erst kurz vor dem Verkauf gegen die SR getauscht.

 

Ein paar Modifikationen hab ich dennoch durchführen lassen: da das Navi (original RNS-MFD-DVD) vom Vorbesitzer nachgerüstet wurde, hab ich beim :) ein SW-Update durchführen lassen, damit die Pfeildarstellung auch im (monochromen) FIS vorhanden war. Zweimal hab ich neue Navi-DVD's gekauft, im Kofferraum ein Trennnetz und eine original Wendematte einbauen lassen und den linken autom. abblendenden ASP gegen eine Version mit asphärischen Bereich rumrüsten lassen, nachdem es auf der AB zweimal zu gefährlichen Situationen infolge des toten Winkels kam. Zusätzlich hab ich noch einen Satz 20"-Felgen für die Winterreifen, die ich vom Vorbesitzer übernommen hab, zum Schnäppchenpreis erstanden. Ansonsten bleib der Wagen, wie übernommen.

 

Da es sich um ein Reimport-Modell handelte, dass aber D nie verlassen hat, war der Wagen mit arab. Aufklebern übersäht...lediglich die Reifendrucktabelle war auf deutsch...selbst das aus den USA bekannte, im rechten Spiegelglas eingravierte "objects in mirror are nearer then they appear" war auf arabisch eingraviert...hat mir so gut gefallen, dass ich es gelassen hab.:D

 

Da ich ja mittlerweile den Nachfolger fahre, ist uns der Dicke aber einfach zu groß für den Kurzstreckenverkehr geworden, dafür verbraucht er einfach zu viel und auch die Wehwehchen werden mit der fortschreitenden Zeit immer teurer, so dass wir uns bereits mit der Bestellung des Touareg II entschieden hatten, als Zweitwagen ein kleineres Fahrzeug anzuschaffen. Trotz allen werde ich unseren robusten Luxusliner vermissen...

 

A bientot

 

knolfi


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