NEFZ-Zyklus wird endlich abgeschafft - zumindest fast : denis_g_v
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19.03.2015 15:20    |    denis_g_v    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: Benzin, Diesel, NEFZ, News, Super, Verbrauch, Verbrauchszyklus, WLTP, Zyklus

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Hallo Motor-Talker!

Endlich wird die größte Lüge im Automobilbau zumindest teilweise abgeschafft. Der NEFZ-Zyklus soll bis 2017 nach und nach seine Aussagekraft verlieren. Grund dafür ist, dass ein weltweiter Messstandard namens "Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedures" (kurz: WLTP) eingeführt wird, der realistischere Verbräuche angeben soll. In Deutschland soll er im September 2017 eingeführt werden, darüber hinaus soll er in ganz Europa, Australien, China, Indien, Japan, Südkorea, Moldawien, Russland, Südafrika und der Türkei gelten.

 

Was ändert sich bei der Messung? Zunächst einmal wird auch der neue Zyklus auf einem Rollenprüfstand gefahren, echte Straßen sehen die Prüffahrzeuge auch dann nicht. Unterschiede sind zum Beispiel die Fahrzeugeinteilung nach Gewichts- und Leistungsklassen, höhere gefahrene Geschwindigkeiten (130 statt 120 km/h), eine längere Prüfzeit (30 statt 20 Minuten; 23 statt 11 Kilometer) sowie dynamische Fahrprofile und fahrzeugspezifische Schaltpunkte.

 

Der neue Testzyklus wird wahrscheinlich auch den Verkauf der Downsizingmotoren ein wenig dämpfen. So geht der TÜV Süd davon aus, dass Verbrauch und CO2-Ausstoß umso höher liegen, je weniger Hubraum die Motoren haben. Getestet wurden bereits jetzt zwei Fahrzeuge (kleinerer Motor mit 5-G-Handschaltung und größerer Motor mit 6-G-Automatik). Das Ergebnis: während der Handschalter bei beiden Zyklen die gleichen Verbrauchswerte lieferte, war der Wagen mit Automatik sogar 0,5l/100km sparsamer.

 

Was denkt ihr darüber? Ich freue mich auf eure Kommentare ;)

 

Gruß Denis

 

Quelle des Artikels: Focus Online

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19.03.2015 15:34    |    Trennschleifer51433

Die Verbrauchsangaben des Herstellers sind bei meinem Auto bei moderater Fahrweise nahezu erreichbar.

 

Ob die neue Regelung für die Kunden praxisnäher wird oder ob sie ggf. nur für gesetzliche Einstufungen benutzt wird, wir man sehen. Daß man die typischen Dickschiffe deutscher Premiumhersteller nicht mit 5,2 l bewegen kann, sollte jedem, der so ein Auto nicht nur kraft adligen Standes fährt, klar sein.

19.03.2015 16:06    |    xy_freising

Naja, was heißt "endlich abgeschafft"? Die Folge ist dann, dass Autos mit einem höheren Verbrauch (und höherem CO2-Ausstoß) angegeben werden und der Halter höhere Steuern zahlen darf. Oder aber es muss noch mehr teure Technik eingebaut werden, um die CO2-Vorgaben einzuhalten -> richtig, wieder zahlt der Käufer. Ergo: auch wenn die Angaben relistischer werden, die Folgen werden wohl überwiegend negativ werden.

 

Dazu denke ich schon, dass man auch "die typischen Dickschiffe deutscher Premiumhersteller" mit Verbräuchen in der NEFZ-Gegend bewegen kann, wenn man denn entsprechend fährt. Schon vor 10 oder 15 Jahren hieß es "zum 3-Liter-Auto braucht man auch den 3-Liter-Fahrer". Die Hersteller können noch so viel Spritspartechnik einbauen, wenn man die immer weiter verbreitete immer höhere Leistung immer mehr abruft, dann wird es nichts mit dem Spritsparen und man muss entsprechnd mehr von diesem flüssigen Zeugs reinkippen - da hilft dann auch kein Jammern, dass man den NEFZ-Verbrauch (der ja in erster Linie zur steuerlichen Einstufung und zur Vergleichbarkeit verschiedener Autos dient) verfehlt.

19.03.2015 18:55    |    Standspurpirat8913

Für die Einstufung in die Steuerklassen bleibt der alte Zyklus bestehen, damit die Fahrzeughalter keine höhere Steuerlast bekommen.

19.03.2015 19:10    |    escalator

Finde ich gut. Hoffen wir nur mal, dass der neue Zyklus nicht noch beschönigender sein wird.

 

Ich habe mal eine Frage zu folgender Aussage:

 

".....soll er in ganz Europa, Australien, China, Indien, Japan, Norwegen, Südkorea, Moldawien, Russland, Südafrika und der Türkei gelten"

 

...auf welchem Kontinent liegt Norwegen?

19.03.2015 20:34    |    denis_g_v

@escalator: Das kommt davon, wenn man wortwörtlich abschreibt :rolleyes: Ich hab's nun korrigiert.

19.03.2015 21:04    |    Ingo.M

Zitat:

Der neue Testzyklus wird wahrscheinlich auch den Verkauf der Downsizingmotoren ein wenig dämpfen. So geht der TÜV Süd davon aus, dass Verbrauch und CO2-Ausstoß umso höher liegen, je weniger Hubraum die Motoren haben. Getestet wurden bereits jetzt zwei Fahrzeuge (kleinerer Motor mit 5-G-Handschaltung und größerer Motor mit 6-G-Automatik). Das Ergebnis: während der Handschalter bei beiden Zyklen die gleichen Verbrauchswerte lieferte, war der Wagen mit Automatik sogar 0,5l/100km sparsamer.

Bei dem Satz denke ich, daß es wieder Augenwischerei ist, normalerweise sollte der Verbrauch unter realistischen Fahrzuständen höher als im NEFZ-Zyklus sein, und der Testwagen hat nach dem neuen Zyklus weniger verbraucht?

Mein Wagen ist nach NEFZ mit knapp 5L angegeben, im Schnitt liege ich jedenfalls bei gut 7L, das sind knapp 50% Mehrverbrauch:eek::mad:.

Gruß Ingo

19.03.2015 22:02    |    Druckluftschrauber51254

Das Automatik-Auto könnte den Verbrauchsvorteil auch wegen der zusätzlichen Fahrstufe erreicht haben. Daher ist das Beispiel für mich nicht sonderlich aussagekräftig.

20.03.2015 00:10    |    Duftbaumdeuter12122

Ich finde es gut!

 

OK, lange noch nicht optimal - aber besser als bislang.

 

Aktueller Verbrauch meines Ford Galaxy lt. Spritmonitor nach rd. 127.000 KM: 8,68. Vom Werk angegeben: 6,0...

 

Und: Der Hinweis, dass der dann höher ausgewiesene Verbrauch eine höhere Steuerlast mit sich bringt, mag vielleicht bei neu zugelassenen Fahrzeugen korrekt sein. So aber hat der Fahrer wenigstens eine bessere Chance, den tatsächlichen Verbrauch seines neuen Fahrzeuges einzuschätzen. Denn das Benzin an der Tanke zahlen die meisten wohl selbst - und die sind wenig begeistert, wenn der Wagen (deutlich) mehr verbraucht als angegeben...

 

Za4aCosmo

20.03.2015 10:15    |    astra33

Natürlich sind die Herstellerangaben zu schön um wahr zu sein. Es gelingt mir aber bereits seit vielen Jahren durch eine ruhige, optimierte Fahrweise mit wenig Kurzstrecke/Stadt und 0.3 Bar erhöhter Reifenluftdruck genau den (niedrigen) Durchschnittsverbrauch des Herstellers zu erreichen.

20.03.2015 11:11    |    janxb

Also ich lese schon einige Zeit hier und auch in anderen Foren mit, wenn es um Spritsparen geht.

Ich muss sagen, dass es mit der richtigen Technik und vor allem SELBSTBEHERRSCHUNG durchaus möglich ist, sogar unterhalb der Herstellerangaben zu fahren.

Hier mein Link zu Spritmonitor: https://www.spritmonitor.de/de/detailansicht/650319.html

 

Am wichtigsten ist meiner Meinung nach einfach wie schon weiter oben geschrieben eine grundsätzliche Gelassenheit. Man sollte sich nicht zu übermäßigem Beschleunigen verleiten lassen, lieber drei Minuten länger brauchen..

 

Ach ja, und auf der Autobahn sind Geschwindigkeiten über 100kmh übrigens Tabu.. :D

 

Aber wie weit jeder Einzelne sich in diesen Dingen einschränken u. selbst kontrollieren möchte, muss er selbst wissen. Ich fahre lieber etwas langsamer und freue mich dann bei jedem Tanken ;)

20.03.2015 13:19    |    xy_freising

Mein Reden ... danke ... :)

 

Mein Golf IV ist ja noch nicht ganz so sehr auf NEFZ getrimmt wie es heute der Fall ist. Aber nach 11 Jahren und 366.000 km liege ich etwa 12 % unter den NEFZ-Werten:

 

http://www.spritmonitor.de/de/detailansicht/263212.html

20.03.2015 15:08    |    Superbernie1966

Dadurch, dass der neue Test deutlich länger ist, fällt die Kaltlaufphase nicht mehr so stark ins Gewicht.

Mein Automat säuft wie ein Loch, wenn es kalt ist - die Wandlerüberbrückungskupplung macht die ersten 400 m erst gar nicht zu. Dass also der getestete Automatikwagen 0,5 l/100km im neuen Test weniger verbraucht ist logisch.

 

Ich bewege mein Dickschiff ( V8 344 Pferde ) auch unterhalb vom (gemittelten) Werksverbrauch, den angegebenen Überlandverbrauch schlage ich nicht !

 

Zur Steuer: Hätten die Kasper in Berlin die Kfz-Steuer ausschliesslich über den Kraftstoffpreis gemacht, wäre das definitv ökologischer. Aber die Länder wollten ja auch ein Stück vom Kuchen......

 

Zum Glück ist meiner ein Bj., wo noch nicht nach "virtuellem" Verbrauch besteuert wird..... Doof ist, wenn man Kfz Steuer nach NEFZ ( CO2 ) bezahlt, tatsächlich aber weniger verbraucht !

 

Wie immer: man hätte es besser machen können !

20.03.2015 16:03    |    lukasn

Der NEFZ wird vom Großteil der Verbraucher einfach nicht verstanden. Sinn und Zweck des NEFZ ist es keinesfalls, für den Alltag realistische Verbrauchswerte zu ermitteln (was sowieso nicht zufriedenstellend zu schaffen ist), sondern die Vergleichbarkeit von Fahrzeugen zu gewährleisten, sowie Informationen über Energieeffizienz zu sammeln auf dessen Basis eine Zulassung des Fahrzeuges stattfinden kann (Energielabel).

 

Der "neue" Zyklus wird es nicht anders machen und der Verbraucher wird es wieder nicht verstehen.

 

Wer praxisnahe Verbrauchsdaten sucht, der ist bei Spritmonitor besser aufgehoben. Denn dafür ist Spritmonitor schließlich gemacht - nicht wie der NEFZ.

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