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05.05.2020 14:24    |    BenutznameSchonVergeben    |    Kommentare (66)    |   Stichworte: 7 e-Golf (AU/5G), egolf, e-Golf, Elektro, Elektromobilität, Golf, Hybrid, Verbrenner, VW

Disclaimer

Die meisten Elektroauto-Tests finde ich grausig. Da werden Äpfel mit Granatäpfel oder mit Erdäpfeln oder Pferdeäpfeln vergleichen und die Motorpresse ist oftmals nicht besser als private Blogger. Schlimm sind Autoren, die ein Elektroauto aus 2020 mit ihrem persönlichen Vorgänger vergleichen, am besten ein 50 PS Polo, ein 20 Jahre alter 3er BMw oder ein Twingo ohne Radio. Klar ist der Elektromotor dann ein Raketentriebwerk, ein Touchscreen ein Quantensprung und 140 fahren ohne Hörsturz eine Erlösung. Auch toll sind Erfahrungsberichte wo über e-Mobilität geschwärmt wird, konkret aber das automatisches Beschleunigen, Bremsen & Spurhalten gemeint ist. Alles Sachen die man auch in Verbrennern findet.

Ich versuche erst gar nicht, einen objekten Vergleichstest durchzuführen, bei der ich die Qualität der Hutablage bewerte und die Zusammenstellung des Teppichs chemisch untersuche. Viel Spaß mit einem komplett subjektiven. persönlichen Erfahrungsbericht über zwei Jahre e-Mobilität.

 

e-Golfe-Golf

 

Rahmenbedingungen

Der e-Golf lief als reiner Zweitwagen für Kurzstrecke, 10-70km am Tag. Dementsprechend war die Reichweite von 200(Winter) bzw. 250km (Sommer) immer mehr als genug. Bis auf Abholung und Rückgabe hat das Auto keine Fahrt länger 100km gesehen.

Wir haben mit dem Auto als Stadtfahrzeug geplant und dort hat es seine Stärken bewiesen. Das Autobahnfahren hat nur Spaß gemacht, wenn man nicht auf die Restkilometer achten musste. Die Reichweite bei 130-160kmh war so lächerlich, das wirklich für jede längere Fahrt der Verbrenner hergenommen wurde. Und nein, mit 80kmh hinter LKWs herzuzuckeln ist keine Option: Die verschwendete Zeit gibt mir am Ende des Tages keiner zurück.

 

Der Golf

Der e-Golf ist ein Golf (7). Dementsprechend sieht er von außen & innen aus und fasst er sich sich an. Wer den Golf mag, mag auch die Elektroversion. Wer nicht, für den ist der e-Golf nix. Einige Monate gab es im Haushalt auch einen 7er Golf 1.5 TSI 150 PS. Den Vergleich hat der e-Golf haushoch gewonnen, dem 1.5l Benzinmotor konnte ich nichts abgewinnen: Was für eine Rappelkiste...

Der niedrige Schwerpunkt durch die Akkus sorgt für eine satte Straßenlage und die Beschleunigung in der Stadt ist natürlich sagenhaft. Ab 80kmh lässt es nach und darüber merkt man, dass 136PS halt 136PS sind und ein Elektromotor an die Leistung keine 0 ranhängt. Die ersten Male hat sich das Fahren angefühlt wie der Umstieg damals vom Saugmotor zum Turbo, aber mit der Zeit kommt Gewohnheit.

Ein Verbrenner aus der gleichen Preisklasse (~180-220PS) macht mir auf Langstrecke viel mehr Spaß als der e-Golf. Dementsprechend sehe ich eine klare Aufgabenteilung und bin ein Befürworter der friedlichen Koexistenz von Verbrennern, Hybriden und e-Fahrzeugen.

 

Die Welt ohne Antriebs-Fanatiker.Die Welt ohne Antriebs-Fanatiker.

 

Ausstattung und Technik

Der große Vorteil von VW ist, dass man den e-Golf fast so ausstatten kann wie nen Verbrenner. Wer Erfahrungen mit der Technik sucht, kann Fahrberichte und Tests des normalen Golf lesen oder einen solchen Probefahren.

Zur Serienausstattung:

+LED-Scheinwerfer serienmäßig. Halogen Funzeln sollten heutzutage verboten sein.

-Das Navi ist Müll. Keine Echtzeit-Verkehrsdaten und nur Sensortasten anstatt Lautstärkeregler

#Wer kein Keyless-Go bestellt, darf den e-Golf mit Zündschlüssel starten wie einen Verbrenner. Find ich witzig.

Gibt es einen anderen Hersteller von analogen Tachos in e-Fahrzeugen als VW?Gibt es einen anderen Hersteller von analogen Tachos in e-Fahrzeugen als VW?

 

Elektro-Infrastruktur & Aufladen

Das Kapitel an dem sich die Geister scheiden und das endlosen Raum für Diskussionen rund um Volt, Ampere, Watt, Ladezeiten, brennende Sicherungskästen usw usw gibt. Ich werd darauf nicht eingehen, da gibt es andere Autoren die im kleinsten Detail beschreiben, warum eine rote Stromleitung besser ist wie eine blaue.

 

GarageGarage

 

Daheim

Wir haben das Auto zu 99,5% an 230Volt Schuko-Steckdosen geladen. Ohne Wallbox, mit dem mitgelieferten VW-Ladegerät. In beiden Garagen die das Auto regelmäßig gesehen hat, waren recht neue (~5 Jahre alte) Stromkabel verlegt mit FI. Ab und zu gab es ältere Umgebungen und ein paar mal eine ~30 Jahre alte Kabeltrommel. Probleme gab es nie, weder mit Auto, Ladegerät oder dem Stromkreis.

Die Ladedauer war...ich müsste es jetzt googeln. Warum? Weil es vollkommen egal war. Man kommt mit nem Drittel, Viertel oder weniger Akku nach Hause und steckt den Stecker ein. Am nächsten Morgen war das Auto voll geladen und man steckt aus. Wie lange er geladen hat? Irrelevant.

Natürlich kam unsere entspannte Einstellung zum Akkufüllstand durch den Einsatz als Zweitwagen. Wir hatten nicht den Anspruch, dass der e-Golf ungeplant 200km fahren können muss.

 

KabeltrommelKabeltrommel

 

Unterwegs

Die restlichen 0,5% verteilen sich auf Ladepunkte an Kaufland, Aldi etc. und 9 Ladestops bei den beiden Fernreisen.

Für uns hätte ein Elektroauto ohne Aufladen zu Hause nicht funktioniert, da bei der Arbeit keine Ladeinfrastruktur existiert. Beim Einkaufen zu laden ist gut und das man aktuell den Strom geschenkt bekommt ein schöner Early-Adopter-Bonus, aber nicht mehr. Auf den Gesamtverbrauch macht das den Kohl nicht fett.

Positiv hervorzuheben ist, dass sich die negativen Erlebnisse mit Defekten an Säulen oder Akku & Ladegerät in Grenzen halten. Wenn beim DM die Säule nix hergibt hat der Akku immer zur heimischen Steckdose gereicht. Und die drei, vier mal, wo man morgens feststellt, dass das Auto nichts oder nicht genügend geladen hat, hat de Reichweite trotzdem irgendwie gereicht.

 

UnterwegsUnterwegs

 

Langstrecke

Die Ladeinfrastruktur an Autobahnen war bei unseren beiden Fahrten 2018 und 2020 im großen und ganzen in Ordnung. 2018 wollte eine Säule erst garnicht, nach einem Anruf beim Energieversorger gab es dann Strom kostenlos. 3 der 4 weiteren Lademöglichkeiten gaben bei weitem nicht die möglichen 50KW, sondern ~10-20 was eine sehr lange Aufladendauer verursacht hat. Insofern war die Abholung sehr zäh, 11h für 500km machen keinen Spaß. "Immerhin irgendwann angekommen" war unser Fazit dazu.

Zwei Jahre haben für ordentlichen Fortschritt gesorgt, vor einer Woche haben wir überall wo 50KW draufstand auch die Leistung bekommen. Dafür gab es einen Totalausfall, aber die nächste Säule war nicht weit. Wir haben deutlich kürzer gebraucht aber immer noch viel länger als mit einem Verbrenner. Mit moderenen Elektroautos ist das sicher besser, dementsprechend würde ich ein e-Auto nur leasen und nicht kaufen. Der Fortschritt ist so krass, nach zwei Jahren fährst du ein Museumsstück!

 

Kosten

Unser Ladekonzept war bequem und stressfrei, aber nicht billig. Fast jede KWh ging über den heimischen Stromzähler. Die fette Stromrechnung zu bekommen trübt die Elektroauto-Begeisterung dann doch etwas. Preislich attraktiv wird das Fahren mit Strom nicht mit Auflademöglichkeit zu Hause sondern mit großzügigen Arbeitgebern: Wer kostenfrei am Arbeitsplatz laden kann, wird schnell vom Elektroauto-Fan zum Fanatiker (selbst erlebt). Wäre mein Arbeitgeber so blöd großzügig und würde die Gruppe der e-Auto Fahrer mit Strom beschenken würde ich das Angebot auch nutzen, einem geschenkten Gaul und so. Aber ich erwarte sowas nicht oder fordere es gar ein, weil ich es für gnadenlos unfair halte. Ein Arbeitgeber verschenkt doch auch kein Sprit oder Gas.

 

Photovoltaik

Da bestimmt jemand in den Kommentaren seine Erfahrung teilen wird, wie er nur mit Kraft der Sonne fährt: Hat bei uns nicht funktioniert. Unsere PV-Anlage mit Speicher konnte in den seltensten Fällen den Akku des Golfs füllen. Frühling, Herbst oder Winter? Keine Chance.

Ich behalte mir vor, Diskussion darüber zu unterbinden: Wer PV für die Lösung hält, begreift nicht wie priviligiert er ist. Der Großteil der Deutschen träumt vom Eigenheim, lebt in Miete und hat weder Garage noch Stellplatz. Da ist die eigene Photovoltaik-Anlage ganz weit weg und sicher keine Lösung für die Masse.

 

Umsonst Parken ist natürlich sehr angenehm.Umsonst Parken ist natürlich sehr angenehm.

 

Kauf- und Leasing

Es gibt Menschen, die benutzen heute einen Blackberry oder ein Windows Phone und findens toll. Wir gehören nicht dazu. Wie Handys würde ich ein e-Auto alle 2-3 Jahre tauschen, da der technische Fortschritt gewaltig ist. Dafür ist Leasing ideal und dank Abwrackprämie hatten wir eine sagenhaft niedrige Leasingrate. Wobei ich nicht glaube, dass der gute Fabia TDI wirklich verschrottet wurde, den findet man bestimmt irgendwo in Osteuropa. Was mich sogar freuen würde, er ist schlieslich mit eigener Kraft (wenn auch mit abgelaufenem TÜV) zum Schrottplatz gerollt und der 1.9l mit 100PS ist ein bodenguter Motor.

Wir gehören nicht zur Bevölkerungsgruppe, die Ablassbriefe fürs grüne Ökogewissen kaufen. Insofern hätten wir den e-Golf nicht geleast, wenn er bedeutend teurer gewesen wäre wie ein vergleichbarer Verbrenner. Als er dank Prämie sogar günstiger wurde, war die Entscheidung schnell klar.

Klar ist es verzerrend, wenn ein 38.000€-Auto die Leasingrate eines 22.000€-Autos hat. Aber sowas passiert auch ohne Ökoprämie immer wieder, dass Modelle fürn Appel & Ei im Leasing verschleudert werden. Insofern finde ich die einseitige Förderung von e-Autos nicht schlimm und habe sie gerne angenommen.

 

VW-Eigenheiten

Der kostenloser Mietwagen von VW war eine großzügige Sache und toll für Leute die den e-Golf als einziges Auto haben (bzw. hatten, meines Wissens nach gibts das Angebot nicht mehr). Wir haben mehrmals einen Touran für Transportaufgaben genutzt, da komfortabler als einen Anhänger auszuleihen.

Mit der e-Mobilität haben sich die VW-Autohäuser in unserer Gegend schwer getan. In beiden größeren Ketten gab es e-Kompetenz nur an einzelnen Standorten und dementsprechend war es aufwendig das Auto abzugeben und zurückzubekommen. Auch den kostenlosen Mietwagen gab es nur an einem Standort, glücklicherweise am nächsten.

Das Überangebot von VW-Teilen im Internet ist auch beim e-Golf ein großer Pluspunkt: Winterräder haben wir welche vom normalen Golf genommen, die wir gebraucht günstig erstanden haben.

 

Mein Fazit

Der e-Golf als Zweitwagen war für uns die perfekte Gelegenheit, e-Moblität auszuprobieren. Keine Investition in Infrastruktur nötig, günstige Leasingrate und bei einem Golf weis man, was man bekommt (im positiven wie im negativen). Auf den Hype, etwas neues zu "erfahren" setzt schnell Gewohnheit ein. Weder bei den Fahrleistungen noch bei den Kosten war das Auto für uns eine Erleuchtung. Am Ende des Tages hat der e-Golf bewiesen, dass ein Elektroauto ebenso unauffällig und gewöhnlich wie ein Verbrenner sein kann. Damit kommen für mich die Elektroautos im Massenmarkt an.


09.05.2020 12:41    |    BenutznameSchonVergeben

@Sir Firekahn:

Für ein Firmen- oder Privatleasing spricht aus ökologischer Sicht, dass die Fahrzeuge nach Leasingende nicht in ein schwarzes Loch fallen, sondern als junge Gebrauchte angeboten werden. Insofern erhöht sich das Angebot von bezahlbaren Elektro- und Hybridfahtzeigen, was den Preis drückt und diese einer breiteren Masse zugänglich macht.

Deswegen kann ich sogar der Förderung von Plugin-Hybriden abgewinnen, dass in zwei Jahren nicht 95% Passat TDI bei den Händlern stehen, sondern ~75% Diesel & ~20% GTE.


10.05.2020 11:41    |    silbersand

Wenn ich das Bild mit der Kabeltrommel sehe, wird mir schlecht. Das kann es wohl nicht sein. Wie soll das in der Stadt funktionieren?


10.05.2020 11:46    |    Lumpi3000

Ne Reicheweite von um 200 Km würde mir zu 99 % reichen, kann immer zu Hause laden. Für die zwei drei mal im Jahr wo ich weiter fahr, wär das laden an ner Ladesäule dann verträglich.

Nur in meiner Garage sind die Steckdosen und Kabel uralt und Starkstrom gibts natürlich nicht. Da ich zur Miete wohne und der Vermieter nicht sonderlich kooperativ ist, wird sich daran auch nichts ändern.

Das ist das einzige was mich an den Wechsel zu einem e-Auto hindert.

Für mich wäre zb der neue E-Corsa sehr interessant. Ausreichend Reichweite, modernes Auto, bezahlbar. ...


10.05.2020 14:28    |    jennss

Sehr guter Artikel. Ich verstehe nur nicht, warum die Kosten beim eGolf nicht niedriger sein sollen als beim 1,5 TSI? Du hast da die Leasingrate vermutlich eingerechnet und meinst damit die Gesamtkosten, oder? Bei reinen Fahrkosten sollte der eGolf schon deutlich niedriger liegen als der TSI. Oder aber die Ladeverluste über Schukostecker sind bei dir sehr hoch.

 

Leasing ist bei E-Autos schon oft recht teuer. M.E. sind die Gebrauchtpreise bei E-Autos erstaunlich hoch. Daher würde ich vom Kauf nicht unbedingt abraten, auch wenn die Technik voranschreitet.

j.


11.05.2020 12:39    |    TBurdorf

Sehr sachlicher, klarer Bericht, Danke dafür. Bestärkt mich darin, das mein "neuer" ein Verbrenner sein muss. Mit E-mobilität kann ich noch warten. Bzw. als Zweitwagen wäre es OK.


11.05.2020 15:52    |    M_E

ich schließe mich an, Danke für die Zeit. Sehr schöner Bericht.

Die Kosten kommen vom Strompreis. 0,30 €/ KwH * x kWH kann schon teuer werden. In irgendeinem Test habe ich gesehen (Grip war es glaube ich), dass ein Tesla 11 €/ Strom auf 100 Km brauchen kann. Wenn der Strompreis dann noch steigt, naja. Ein E-Auto ist aufgrund des Wirkungsgrades auch nicht zum rumheizen gedacht.

@TBurdorf: Das sehe ich auch so. So in 8 - 10 Jahren, wenn es vielleicht auch eine Normierung der Größen und Anschlüsse gibt, (wie bei USB) wäre das schon fein. Kaufen sehe ich auch kritisch -> Akku irgendwann wirtschaftlicher Totalschaden. Wer sich es dann noch leisten kann, ein Auto zu kaufen wird interessant, auch im Bezug auf Inzahlungnahme und Restwert.


11.05.2020 16:09    |    Sp3kul4tiuS

werden wir sehen, da sonst die Gebrauchtwagen ja nicht mehr existent sind, wenn der Totalschaden realistischer wäre als jetzt mit einem Motorschaden. Auch das leasen wäre dann extrem teuer in dieser Fantasie.


11.05.2020 16:26    |    M_E

ich finde, dass es das jetzt schon ist. Batteriemiete für eine Zoe pro Monat mit großen Akku 70 € bei 7.500 Km im Jahr. Das sind nochmal 840 € € extra so pro Jahr. Mit einem Benziner ist das sehr großzügig.

840 € / 75 = 11,20 € / 100 Km nur für die Batterie.

 

E-Auto ist (noch) eine Sache aus Überzeugung nicht wegen der Kosten und dann bitte mit Ökostrom. Als Zweitwagen eine gute Sache. Wenn das mit den PV-Anlagen klappt, ist das eine feine Sache.


11.05.2020 16:52    |    ballex

Zitat:

Die Kosten kommen vom Strompreis. 0,30 €/ KwH * x kWH kann schon teuer werden. In irgendeinem Test habe ich gesehen (Grip war es glaube ich), dass ein Tesla 11 €/ Strom auf 100 Km brauchen kann.

Also entweder hast du dich da verhört oder Grip hat Mist verzapft (was bei einer RTL2 Sendung durchaus sein kann ;)). Ich bin erste letzte Woche mit einem Model S wieder 400km Autobahn gefahren und hatte einen Schnitt von 21kWh/100km - macht bei 0,30Cent die kWh 6,30€ pro 100km. Da muss ein (vergleichbar großer) Diesel ganz schön sparsam sein um da ranzukommen.

Zitat:

...wenn es vielleicht auch eine Normierung der Größen und Anschlüsse gibt, (wie bei USB) wäre das schon fein.

Die gibt es doch bereits. Typ2 für AC-Ladung und CCS für Typ2 DC-Schnellladung - das sind die beiden Anschlüsse die quasi jedes aktuell neu verfügbare E-Auto bereithält und mit denen man auch überall laden kann (neben Schuko-Ladung an einer ganz normalen Steckdose).

Zitat:

Kaufen sehe ich auch kritisch -> Akku irgendwann wirtschaftlicher Totalschaden. Wer sich es dann noch leisten kann, ein Auto zu kaufen wird interessant, auch im Bezug auf Inzahlungnahme und Restwert.

Die Akkus halten sehr lange - das kann man ja mittlerweile aus zahlreichen Berichten nachlesen. Und die Hersteller geben meist mindestens 8 Jahre Garantie - mehr als für jeden Motor bei Verbrennern. Und E-Autos haben bisher einen sehr hohen Restwert - einfach mal die gängigen Gebrauchtwagenbörsen anschauen und staunen.

 

Zur Batteriemiete der Zoe: Renault hält hier an einem Sonderweg fest. Die sind die einzigen, die noch Batteriemiete anbieten (was den Vorteil eines niedrigen Basispreises hat). Alles anderen Hersteller bieten mittlerweile eigentlich nur noch das Kaufmodell an...und dann fällt bei entsprechendem Fahrzeugpreis auch die Rechnung anders aus.


11.05.2020 16:52    |    BenutznameSchonVergeben

@jennss:

Der Vergleich e-Golf - 7er Golf war rein auf den Antrieb bezogen. Die Charakteristik des 1.5l TSI hat mir gar nicht gefallen: Er war laut und in der Kombination aus Zylinderabschaltung + DSG manchmal ruckelig. Deswegen die Zusammenfassung "Rappelkiste".

Einen Kostenvergleich hab ich nicht angestellt, da der Benziner nur ~5 Monate im Haushalt war als Überbrückungsfahrzeug.


11.05.2020 17:02    |    M_E

Rappelkiste :-) sehr geil. Ich habe gerade mal eine Zoe mit 7.500 Km ausgerechnet. Da ist mir mal der Hut weggeflogen. 0,62 € / Km aua ohne Steuer, Versicherung und Wartung... aber darum ging es ja nicht, das hat mich nur interessiert :-) Da fahre ich lieber E-Taxi :-)


11.05.2020 18:31    |    jennss

@BenutznameSchonVergeben

Rechne doch mal nach. Der 1,5 TSI sollte etwa die doppelten Fahrkosten haben, im Schnitt 7,0 l/100 km. Da her finde ich es nicht so ideal, bei einem sonst sehr guten Bericht zu schreiben, dass die Kosten nicht für das E-Auto sprechen:

Zitat:

Die fette Stromrechnung zu bekommen trübt die Elektroauto-Begeisterung dann doch etwas. Preislich attraktiv wird das Fahren mit Strom nicht mit Auflademöglichkeit zu Hause

Sehe ich nicht so. Die Leser könnten das für Fakt halten. Dann schrieb hier auch jemand von 11 €/100 km mit Tesla. Im Schnitt wird das kaum jemand erreichen können. Realistisch sind eher 6 € im Schnitt, was für etwa 300 PS ganz gut ist. Der eGolf sollte bei ca. 4 bis 5 € liegen, ein TSI bei ca. 9 bis 10 €.

Es kommt auch drauf an, wo mein fährt. Mit dem E-Auto ist man besonders in der Stadt günstig unterwegs. Auf der Autobahn kommt das E-Auto dann den Benziner näher, je nach Tempo.

Es kann aber sein, dass man über Schukosteckdose hohe Ladeverluste hat. Das war für mich auch ein Grund, eine Wallbox zu kaufen.

j.


11.05.2020 19:55    |    Sp3kul4tiuS

habe auch mal Clio gegen Zoe gestellt... also auf längere Sicht ist das noch nichts für mich.


11.05.2020 21:29    |    jennss

Die Sache mit der Miete ist eigentlich relativ teuer. Ich würde den Kaufakku vorziehen. Wenn man sich jetzt mit den hohen Rabatten einen eGolf kauft und mit dem TSI vergleicht, schneidet der eGolf auch in den Gesamtkosten vermutlich gut ab. Er ist halt nur für Langstrecken nicht gerade ideal.

j.


12.05.2020 10:46    |    carchecker75

In irgendeinem Test habe ich gesehen (Grip war es glaube ich), dass ein Tesla 11 €/ Strom auf 100 Km brauchen kann.

 

Das wird schon so hinkommen wenn die Regierung sich eine neue Steuer auf den Strom einfallen läßt, dann kostet der Kwh Strom nicht mehr ca 0,30 €/ Kwh sondern z.b. 0,80 € Kwh.

Oder glaubt jemand das die Regierung sich die Einnahmen aus der Mineralölsteuer entgehen läßt wenn der Großteil E Auto fährt.

Wenn immer mehr E Auto fahren ist auch nichts mehr mit zuhause an der Photovoltaik oder beim Verbrauchermarkt kostenlos Laden, dann gibt es eine Technik die dies verhindert.

Somit ist es eine Milchmädchenrechnung das ein E Auto auf dauer günstiger ist als ein Verbrenner.

Die Kosten/Unterhalt Verbrenner zu E Auto sind in Zukunft fast gleich bis auf die Komponente Motor mit Öl,Kerzen,Riemen usw. dafür lassen sich die Hersteller bestimmt kostenpflichtige Softwareupdates einfallen, die Werkstätten müßen ja von was Leben.


12.05.2020 18:52    |    jennss

Was sich in Zukunft ergeben wird, lässt sich nicht so leicht sagen.

 

Man kann tatsächlich schon jetzt mit einem Tesla für 79 Ct./kWh laden - wenn man sich sehr dumm anstellt und statt des Superchargers (33 Ct.) Ionity wählt. Ionity ist quasi der Supercharger von Porsche und Co. und erlaubt auch Tesla das laden, im Gegensatz zum Porsche am Supercharger, allerdings für einen irren Preis.

 

11 € am Supercharger bedeuten über 33 kWh/100 km. Das kann man schaffen, wenn man geschätzt 170 km/h Dauertempo fährt. Aber wie relevant ist das? Letztlich zählen ja nur die langfristigen Gesamtkosten.

j.

 

PS: Hier würden 22,9 kWh/100 km bei 150 km/h mit Model 3 festgestellt (zzgl. Ladeverluste): https://nextmove.de/.../


12.05.2020 23:37    |    BenutznameSchonVergeben

@jennss

Die Kostenrechnung e-Golf vs. Alternativen habe ich vernachlässigt, bzw. diese wird nur angedeutet. Klar lädt man ein e-Auto auch beim Aufladen zu Hause günstiger, als man einen Benziner tankt. Mit all den Prämien haben wir fürs Leasing 150€/Monat bei 0€ Sonderzahlung gezahlt, günstiger kann man ein Auto mit vergleichbarer Größe und Ausstattung kaum fahren! (Für die Leasingskeptiker: Nein, bei der Rückgabe wurden nicht mikroskopisch kleine Kratzer und Beulen bemängelt und teuer in Rechnung gestellt. Das ist blödes Stammtischgeschwätz von Leuten die keine Ahnung von der Materie haben.)

 

Aber: Auf e-Autos betrachtet war der Prämienwahnsinn 2017/18 eine einmalige Situation. Als wir Ende letzten bis Anfang diesen Jahres auf der Suche nach einem Nachfolger waren, sind wir aus allen Wolken gefallen: Trotz Förderung in eigentlich gleicher Höhe, waren die Leasingangebote für (die wenigen bestell- & lieferbaren) e-Autos gradezu lächerlich. Den teuren Sockelbetrag der Leasingkosten könnte man wieder "reinfahren", aber bei 10tkm pro Jahr klappt das nicht wirklich. Von den kalkulierten Gesamtkosten lagen beide Antriebsarten gleich auf, weswegen es eine Entscheidung aus dem Bauch raus wurde.


14.05.2020 13:21    |    golffreiburg

Heute die Stromnachzahlung unseres Anbieters bekommen. Dafür fahr ich ein halbes Jahr an die Tankstelle und mach voll (Und dabei haben wir noch nichtmal eine e-Kiste). Wenn Die noch dazu kommen würde, hätten wir Stromkosten von über 2 1/2t Euro im Jahr.

 

Wer glaubt, dass e-Autos weiterhin mit Steuerlichen Vorteilen, kostenlosem Parken und Laden geglückt werden, irrt aber gewaltig. In D bekommst Du nix geschenkt. Spätestens wenn genügend von diesen Kisten auf den Straßen sind, kassiert der Staat ab. In kosten und Steuern ausdenken sind die Deutschen Politiker Meister.

 

Grundsätzlich stimmt aber:

• Reichweite - wäre mir egal.

• Laden, Problemlos auf dem Grundstück.

 

des Weiteren wäre es mir aber zu BLÖD ein Auto jede Nacht an den Strom zu hängen. Mir gehen diese ganzen Akku und Batteriebetrieben Sachen heutzutage auf den SACK! Alles musste laden, jeder Akku geht früher oder später hinüber. Nicht nur iPhone, iPad, MacBook und co. Schonmal mit Smart Home beschädigt ? Heizkörperthermostate, Smarte Überwachungskameras, Smarte Video Türklingeln ... alles mit Akkus oder Batterien, es nervt. Da will ich nicht auch noch eine Karre laden müssen.

 

Soll jeder fahren was er möchte. Ich dreh lieber den Schlüssel rum und starte `nen Motor, welcher erst "Energie" verbraucht, wenn er läuft.


14.05.2020 15:01    |    jennss

Jede Nacht an den Strom hängen? Wie viel km fährst du täglich? Ich finde es wertvoll, wenn man es sich zuhause so baut, dass das Anstecken sehr schnell geht. Probiere doch mal einen Corsa-e, eGolf oder sowas. Die Frage ist: Willst du dann noch weiter Verbrenner fahren? ;)

j.


14.05.2020 15:21    |    golffreiburg

Das "jede Nacht an den Strom" war nun eventuell etwas übertrieben, aber es ist nix anderes ... (Wobei, lasst die Kisten mal 8,9 Jahre Alt werden, dann ist das aufgrund eines schwächelnden Akkus auch Realität)

 

.. Ist das Handy abends noch 50% voll, hängt man es auch wieder ans Ladegerät über Nacht. Schließlich will man ja mit 100% am nächsten tag wieder loslegen. Was anderes wird es nicht. Zumindest bei mir nicht.

 

Wie gesagt, wir hätten TOP Startbedingungen für ein E-AUTO ...

 

Was ich mir vorstellen KÖNNTE! Wäre ein e-up! (als. 6. Wagen). Der kostet "voll" keine 21.255 Euro. Mit meinem VW Rabatt, kostet der mit 19.606 Euro. Nagelneu. Wobei hier auch ein Gebrauchter zum VK steht für 9.999 Euro.

 

Die neuen id-Modelle von VW sind mMn. schrecklich! Der e-Golf sieht wenigstens noch wie ein normales Auto aus, ist aber halt veraltet bzw. nicht die neueste Generation, deswegen wäre er schonmal raus.

 

Reiskocher kommen gar nicht in Frage. Der neue Corsa-e ist (weil er sich optisch auch nicht vom Benziner unterscheidet) eine Überlegung Wert. Aber Opel ist eigentlich nicht meine Marke. Und 30.000 für `nen Basis Corsa-e ? Für das Geld knall ich mir `nen schönen SUV unter den Arsch.

 

Hybride kommen nicht in Frage, entweder Fahre ich dann Elektro oder ich lass es bleiben.


14.05.2020 15:32    |    jennss

Opel ist eigentlich auch nicht meine Marke, aber so langsam gefällt er mir doch, z.B. in perlblau als GS mit Sportsitzen. Wenn du viel City fährst, schaffste auch öfter mehr als die 330 km nach WLTP.

 

Wenn das Auto zuhause z.B. nur halbvoll ist und du willst mehr als 150 km fahren und unterwegs nicht laden, kannste halt noch vor dem Losfahren mit 11 kW an der Wallbox laden, bringt ca. 1 km pro Minute. Ich lade den Smart auch nicht jeden Tag.

j.


14.05.2020 23:39    |    Oldredneck

Und ich denke, hier ist des Rätsels Lösung. Den Menschen die Möglichkeit zu lassen sich für etwas zu entscheiden und ihn nicht per Dekret zu irgendwas zu verdonnern. Bei einem radikale Entzug würde auch ein Benzin-Junkie am Rad drehen. Also erstmal sowas wie Methadon (Hybrid hab ich mir auch schon angeschaut) oder Gas oder Wasserstoff oder .... Irgendwas ist sicher dabei was den Käufer anspricht. Der eine braucht leise, der andere weit und so sollte es auch bleiben. Vielfalt belebt das Geschäft und irgendwann wird man auch die Hl. Greta richtig eigestellt haben. Der Baum-Felix war einfach schon zu alt. Da haben sie dann halt die Hl. Greta vorne hingespaxt. Armes Ding das.


05.01.2021 13:22    |    andyrx

Wenn das Fahrprofil stimmt macht E Mobilität Sinn .....wer in der Stadt wohnt und nicht zu lange Wege fährt wird sogar Spaß dran finden,

 

Wohltuend ehrlicher und praxisgerechter Bericht ....Chapeau damit kann man was anfangen ;)


05.01.2021 14:04    |    jennss

Das kann man sicher nicht so verallgemeinern. Von einem eGolf mit 231 km nach WLTP und 40 kW Ladeleistung sollte man nicht auf die Nutzbarkeit eines ID.3 mit 549 km nach WLTP und 125 kW Ladeleistung schließen.

j.


05.01.2021 16:18    |    mat619

Vollkommen richtig; das Fahrprofil wird von Jahr zu Jahr dank Technologiefortschritt weniger gewichtig als Entscheidungsgrund. Zumal es davon abgesehen ja noch andere Hersteller als VW gibt, welche die Kostenrechnung ganz anders in die eine oder andere Richtung ausfallen lassen.


05.01.2021 19:27    |    andyrx

Wer viel Langstrecke zügig fährt ( Geschäftsreisende oder Pendler mit länger Anfahrt ) wird sich mit den Ladezeiten und der bei hohen Geschwindigkeiten dann verkürzten Reichweite schwer tun ;)


06.01.2021 01:01    |    jennss

Ja, Geschäftsreisende, die es eilig haben, können ja weiter mit Verbrenner fahren, wenn sie wollen. Das heißt aber nicht, dass alle E-Autos für die Langstrecke ungeeignet sind. Für die meisten wird es völlig ausreichen, was ein ID.3, Tesla oder andere mit besserer Reichweite können. Ein eGolf ist da eine ganz andere Reichweitenklasse. Den würde ich auch eher nicht als einziges Auto empfehlen (obwohl es für so manch einen durchaus klappen kann). Die kann man nicht in einen Topf werfen. Hier ein paar Fahrzeiten für Hamburg-München:

https://www.motor-talk.de/.../infosammlung-bmw-ix3-t6762161.html?...

Die kann man noch schneller fahren, wenn man die ideale Geschwindigkeit eines Autos nutzt (z.B. Model 3 ist in der Gesamtzeit am schnellsten, wenn man etwa mit 170 km/h fährt).

j.


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