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S80 V8 - Gasumrüstung - Hat jemand Erfahrung?

Themenstarteram 6. Oktober 2007 um 13:35

Hallo,

werde mir wohl nach einem S80, D5 nun einen S80 V8 (2007)

Neuwagen kaufen. Habe hier ein günstiges Angebot von einem

Volvo-Händler der zum Ende des Jahres sein Unternehmen schließen

wird.

Nun möchte ich den V8 gerne umrüsten auf Gas (LPG). Hier habe

ich schon einiges Gutes aber von diverses VOLVO-Händlern viel

schlechtes gehört. Besonders die Elektronik würde Probleme beim

V8 nach der Gasumrüstung machen.

Hat jemand schon Erfahrungen mit der Gasumrüstung bei einem der

VOLVO V8-Motoren gesammelt?

Grüße

Clave

Beste Antwort im Thema

So jetzt muss ich mich auch mal zur Sache äussern, da die Diskussion dadurch sicher mehr technisches Fundament bekommt. (Vorsicht lang ;-) )

Zuerst einmal folgendes: Alle bei uns im WW umgebauten Fahrzeuge haben einen Benzindrucksimulator, der speziell für diese Fahrzeuge konstruiert wurde und auch tadellos funktioniert. Nötig wurde dies, da die Fa. VOLVO ab 2002 in die Fahrzeuge, die in die USA geliefert wurden die Benzinrücklaufleitung einspart und eine "Leistungsgesteuerte Kraftstoffdruckregelung" eingeführt hat, wir haben also seit 2002 das nötige Know-How und kennen die Problematik.

Diese Problematik wurde von uns an Prins Holland herangetragen, diese sahen das Problem jedoch nicht als Priorität. Da nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der Umrüstfahrzeuge betroffen waren (VOLVO/FORD und JAGUAR). Bei Volvo die 2,5T, R und V8.

Die bei diesen Fahrzeugen elektronisch gesteuerte Kraftstoffdruckregelung ist nicht nur zum sparen der Rücklaufleitung, sie dient auch dazu die Schadstoffe durch höheren Benzindruck in der Kaltstart-/Warmlaufphase zu reduzieren (bessere Zerstäubung) und eine schnellere "Befüllung" bei hohen Drehzahlen zu ermöglichen. Das heißt der Benzindruck ist nach Kaltstart hoch (Werte für V8: 4,8 bar) und bei voller Beschleunigung auch hoch (ca. 5,6bar), ansonsten jedoch niedrig (4,0 bar). Das Benzinkennfeld richtet sich somit auch nach dem jeweiligen Benzindruck.

Damit sind alle Gasanlagen im Moment noch nicht vertraut, denn sie rechnen anhand der Benzineinspritzzeit (und Korrekturfaktoren wie Gasdruck,-temperatur usw.) die entsprechende Gaseinspritzzeit aus. Nun ist jedoch die Benzineinspritzmenge natürlich nicht nur von der Einspritzzeit abhängig, sondern auch vom Druckgefälle Saugrohr/Benzinrail.

Somit ergibt sich, dass die eingespritzte Benzinmenge bei zum Beispiel 3ms Einspritzzeit und 4 bar eine andere ist als bei 5,6 bar (+40%).

Generell gilt jedoch, wenn der Druck im Rail nicht dem Sollwert entspricht, rechnet das Benzinsteuergerät mit dem tatsächlichem Druck, also die Einspritzmenge ist richtig und die Lambda-Sonde muss nicht nachkorrigieren, was einen erhöhten/erniedrigten Verbrauch zur Folge haben kann.

Hierbei ist zu beachten, daß der Verbrauch auf diese Art nicht zu reduzieren ist, da der Motor bei zu magerem Gemisch, ehemalige Vergaserfahrer oder Motorradfahrer kennen das, zu warm wird und sogar Motorschäden auftreten können!

Aus diesem Grund haben wir einen Benzindrucksimulator konstruiert, der dem Benzinsteuergerät einen konstanten Druck im Rail vortäuscht, um eben die Einspritzmenge auf Gas richtig hinzubekommen. Ferner wird die Taktleitung zur Benzinpumpe unterbrochen, damit sich kein hoher Druck im Benzinrail bilden kann (Temperaturerhöhung, Dampfblasenbildung, ab 8bar werden die Benzindüsen undicht -> Benzin tropft in Ansaugtrakt, o.ä.).

Eine andere Lösung ist der Benzinpumpe ein Loch zu verpassen (2mm) damit immer ein Leck in der Druckleitung ist und sich der Druck nicht übermässig aufbauen kann. Das Loch ist noch im Tank, somit keine Sorge, Benzin fließt nicht aus. Das wird laut höhren/sagen bei der Fa. AISB in Baarlo mit den Vialle Anlagen gemacht.

Alternativ zu der o.g. Lösung: Es wird ein zusätzlicher Benzindruckregler eingebaut mit neuen Benzinleitungen, der den Druck in der Benzindruckleitung begrenzt (Prins in Wesel). Damit wird jedoch der Druck in der Anlage permanent reduziert, Im Benzinbetrieb wird dies logischerweise zu Fehlern führen da eine Anpassung nicht mehr erfolgen kann, außerdem entspricht das Fahrzeug im Benzinbetrieb u.U. nicht mehr den vorgegebenen Abgasnormen, wie zuvor erwähnt. Es darf erwähnt werden dass das Fahrzeug auch nach dem Umbau auf Autogas keineswegs in seinen mit EG-Betriebserlaubnis genehmigten Komponenten verändert werden darf, ein Loch in der Benzinpumpe gehört aber sicherlich dazu.

Beiden o.g. Lösungen gemein ist, daß die Gasanlage nichts von der Druckänderung im Rail mitbekommt und somit die Einspritzmenge nicht 100% richtig sein kann. Falsche Einspritzmengen werden über die Lambda-Korrektur korrigiert. Für den R funktioniert dies garnicht (zu Mager bei Volllast) beim V8 mit Verzögerung bis an die Korrektur-Grenze (evlt. zu mager mit der Folge von Motorschäden)

Aus diesem Grund wird bei uns, bis es von Prins, Holland eine vollständige Lösung gibt ein Kraftstoffdrucksimulator eingesetzt, wie es ihn nun seit 26.01.2006 zwar auch von Prins,Holland auch zu kaufen gibt (Art#091/0252), im Test bei uns aber versagt hat.

Zu einer Vollständigen Lösung müsste die Gasanlage den Benzindruck auslesen können und entsprechend die Gaseinspritzzeit anpassen können. Diese Entwicklung wird auch für den Umbau von FSI/Benzindirekteinspritzern nötig sein, somit mittlerweile an Priorität gewonnen haben. Bisher ist jedoch noch nichts verfügbar.

Die Zusammenarbeit mit dem Volvo-Partner in Soest ist keine Kooperation gewesen. Der Monteur ist nicht auf einer Schulung bei uns im Hause gewesen, das Fahrzeug war der erste Umbau, es gab viele Probleme, ein Angebot das Fahrzeug zu uns zu verbringen zum justieren/einstellen war wohl Aufgrund der Weigerung des Kunden nicht möglich. Dies war die einzige Anlage die dort von uns bezogen wurde und es wurden keine Probleme nach der Fertigstellung an uns gemeldet. Wir haben mittlerweile viele V8 umgebaut, der nächste steht gerade in der Werkstatt. Wenn es Probleme mit unserem Kraftstoffdrucksimulator gibt, stehen wir natürlich zur Verfügung, falls die Anlage von uns geliefert wurde ist immer ein Simulator verbaut worden.

Der Importeur ist sicher eine wichtige Adresse um Probleme zu lösen, da dort viele Fäden zusammenlaufen, Universalgenies gibt es aber sicher auch dort nicht. Nicht zuletzt haben wir uns auf VOLVO und SAAB spezialisiert. Dies bestätigen unsere vielen erfolgreichen Umrüstungen von problematischen Fahrzeugen, ob es 1,8l V50, XC90 V8, S80 V8, V70R oder chipgetunte Fahrzeuge sind.

Ich hoffe etwas zu einer fundierten Diskussion beigetragen zu haben...

--

Stefan Frank

-Technik-

FRAGATEC

Rheinstraße 25

57638 Neitersen

Tel:02681/6664

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Es gibt inzwischen eine ganze Reihe LPG umgerüsteter V8.

Es gibt nach der Umrüstung keine Elektronikprobleme, wohl aber Einstellungsprobleme der Gasanlage, insbesondere, wenn der Umrüster noch keine große Erfahrung mit V8 Umrüstungen hat.

V8 LPG Experte GSEUM wird sich sicher melden :D :D

:) Thomas

Themenstarteram 7. Oktober 2007 um 10:26

Zitat:

Original geschrieben von 850R96

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe LPG umgerüsteter V8.

Kannst Du mir ein oder zwei Werkstätten empfehlen, die bereits

erfolgreich den S80 V8 (2007) umgerüstet haben.

Danke und Gruß

Clave

Da fällt mir spontan der Volvo-Papst im Westerwald Frank Scan ein :D.

Der hat auch GSEUM´s XC90 V8 Sport umgerüstet ;).

Der Elch rennt ohne Probleme, davon konnte ich mich beim Rhön-GT selbst überzeugen.

 

Gruß Patrick

Patrick, Du irrst!!

Gseums V8 ist nicht im Westerwald umgerüstet!

Gruß Thomas

Themenstarteram 7. Oktober 2007 um 13:47

Zitat:

Original geschrieben von 850R96

Gseums V8 ist nicht im Westerwald umgerüstet!

Vielleicht könntest Du mir ja eine Werkstatt empfehlen...

...warte auf die Antwort -hab Dir eine PN geschickt.

Über Profil - Nachrichten - öffnen - beantworten.......

:) Thomas

Hi,

stimmt - meiner ist nicht aus dem Westerwald! Ich habe ihn bei meinem Volvohändler direkt als Neuwagen umgerüstet.

Also: Das mit den Elektronikproblemen ist gar nicht so weit hergeholt - leider geht der Kollege aus dem WW nicht so offen damit um - Schade, er traut wohl den Kunden nicht besonders viel zu. :(

Der V8 setzt bei einem Prins-LPG-Umbau nach dem Ausschalten einen temporären Fehler in die Motorsteuerung. Dieser muss beim V8 dann beim Ausschalten der Gasanlage gelöscht werden. Die permanenten (und damit wichtigen) Fehler bleiben aber erhalten. Soviel zum Elektronikproblem.

Desweiteren hat der V8 (und der R6?) im Vergleich zu den 5-Zylinder-Maschinenen wohl keine Benzinrücklaufleitung mehr - und damit ist nach dem Umschalten auf Gas trotzdem permanent zu hoher Druck auf den Benzineinspritzdüsen. Hier muss dann eine Benzindrucksimulation eingebaut werden, damit dies nicht zu Problemen mit der Steuerelektronik und resultierend zu einem zu hohen Verbrauch führt. Diese Benzindrucksimulation wird bei meinem V8 gerade nachgerüstet - denn der lief gut, der Verbrauch war mir aber zu hoch.

Zur Umrüstung: Ich habe (wie es Thomas oben andeutete) meinen V8 bei meinem Volvohändler vor Ort umgerüstet - dabei habe ich sehr bewußt in Kauf genommen, dass er mit dem V8 noch keine Erfahrung hatte. Um hier Probleme zu vermeiden, hat mein :) mit dem Kollegen aus dem WW zusammengearbeitet und dort auch die Anlage bestellt. Schade ist bei so einer Zusammenarbeit, wenn dann nicht alle Informationen (in diesem Fall die Benzindrucksimulation) fließen... :(

Mein :) arbeitet inzwischen mit einem der beiden deutschen Importeure zusammen - und hat damit jetzt einen sehr kompetenten und schnell reagierenden Kooperationspartner. Bei diesem steht auch just in diesem Moment mein V8 und wird durchgecheckt - damit wir sicher sein können, die wirklichen optimalen Einstellungen zu erreichen und damit auch zukünftige Probleme vermieden werden können. Dieses Ergebnis hatte ich eigentlich durch die erste Kooperation erwartet.

Fazit: LPG im V8 macht richtig riesig Spaß - und läuft bei mir seit dem ich Ihn Ende Januar übernommen hab recht gut (außer Verbrauch bisher relativ zum Benzinverbauch zu hoch). Dies wird ja nun beseitig sein und damit ist die Umrüstung problemlos empfehlenswert. Zwei Defekte im LPG-Bereich hatte ich bereits (1x ein Relais kaputt, 1x der Verdampfer defekt) - austauschen und gut.

Ich würde dir daher auf jeden Fall dazu raten, den V8 bei einem damit erfahrenen Umrüster machen zu lassen. Oder aber du suchst dir einen Umrüster in der Nähe, der dann sehr eng mit dem Importeur (in diesem Fall in Wesel) zusammenarbeiten sollte.

Der erfahrenste Umrüster ist der Umrüster im Westerwald - die meisten LPG-Fahrer mit Umrüstungen von ihm hier sind rundum zufrieden.

Mein Volvohändler/-umrüster hat inzwischen auch die notwendige Erfahrung. ;)

Auf jeden Fall würde ich dir raten, zusätzlich zur Umrüstung eine Motorgarantie auf Motor, Getriebe usw. abzuschließen - durch die Umrüstung verlierst du die Volvo-Garantie. Ein paar Euro mehr, die eventuellen Ärger ersparen.

Du bekommst noch eine PN von mir... ;)

Schönen Gruß

Jürgen

Jürgen, sollen wir Dich jetzt "V8 LPG Betatester" nennen?

Gruß vom "2.5T LPG Betatester"

 

...inzwischen 130.000km auf Gas, die letzten 80.000km waren störungsfrei :)

Zitat:

Original geschrieben von 850R96

Jürgen, sollen wir Dich jetzt "V8 LPG Betatester" nennen?

Hoffentlich bald EX-Beta-Tester. Wäre auch schneller "Ex" geworden wenn ich das nicht selbst immer solange schludern gelassen hätte - ein Mehrverbrauch bei LPG ist ja gut verkraftbar... :D

Schönen Gruß

Jürgen

Hi,

 

vielleicht habe ich das nicht klar genug ausgedrückt: Wenn man in erreichbarer Nähe zum Westerwald wohnt/arbeitet, dann ist Frank Scan sicherlich für eine Volvoumrüstung DIE Wahl - trotz meiner leichten Kritik oben.

 

Schönen Gruß

Jürgen

Hi,

noch mal ein kleiner Nachtrag zu den "Elektronikproblemen": Der V8 hat ja (wie oben schon angedeutet) ein Problem mit zu hohem Benzindruck auf den Einspritzdüsen. Und daher wurde bei mir zu erst (siehe oben) ein Relais eingebaut, dass die Fehler löscht.

Nun habe ich heute meinen Wagen vom Importeur aus Wesel abgeholt und sie haben als erste Maßnahme das Relais rausgeworfen. Denn: Es werden nicht nur die Fehler gelöscht, sondern auch die Motorkennlinien zurückgesetzt. Außerdem ist das eine Bekämpfung der Symptome.

Stattdessen wurde (siehe oben) eben ein ordentlicher Benzindruckregler eingebaut - denn daher rühren die Fehler. Übrigens liegt das nicht zwangsläufig an der Benzinrückleitung (da weiß ich noch nicht genau, ob es die gibt oder nicht).

Nun läuft der Wagen wesentlich ruhiger und gleichmäßiger und es ist tatsächlich überhaupt gar kein Unterschied zwischen Benzin- und Gasbetrieb mehr zu spüren. Umschalten ist in jeder Lage ruckfrei möglich. Und dabei war ich eigentlich vorher schon zufrieden.... ;)

@Thomas: Wenn ich mir das recht überlege, mag das mit dem Betatester wohl stimmen. Denn wenn ich mir das zeitlich überlege, wird Anfang dieses Jahres zum Zeitpunkt meiner V8-Umrüstung wohl noch keiner der Umrüster (auch nicht Frank) die Benzindruckregelung eingebaut haben - anders kann ich mir nicht erklären, dass ich sie nicht längst drin hatte. :)

Um den Verbrauch zu beurteilen muss ich nun erst mal eine Tankfüllung leer fahren...

Schönen Gruß

Jürgen

Hallo,

habe jetzt 4500 KM Gaserfahrung mit dem S80 V8 und bin bislang restlos zufrieden.

Der Verbrauch liegt ca. 20% über dem Verbrauch mit Benzin, was aber völlig normal ist.

Die Umschaltung von Benzin auf Gas (nach jedem Start fährt das Auto ca 1 KM mit Benzin) ist so gut wie überhaupt nicht zu spüren.

Meine Anlage wurde bei UFrank in Neitersen WW eingebaut. An den V8 wollte er zunächst nicht unbedingt heran (ließ mich ca 2 Monate warten). Die Arbeiten im Motorraum wurden höchst professionell ausgeführt. Was mir nicht so ganz gefällt ist der Tank (Reserverad Muldentank). Meiner hat 79 ltr und ist für die Mulde etwas zu groß, was doch zu einer deutlichen Reduktion des Kofferraumvolumens führt.

Auf diesem Weg vielen Dank an GSEUM für seine Unterstützung.

Übrigens: Elektronikprobleme hatte ich bislang keine.

Lediglich beim Start sagt mir der Bordcomputer, "eine Wartung überfällig".

Weiß vielleicht jemand, wie man diese Anzeige löschen kann?

Bei meinem vorherigen VOLVO S80 war das ganz einfach über die Tageskilometerrückstellung möglich.

Gruß

Jürgen

So jetzt muss ich mich auch mal zur Sache äussern, da die Diskussion dadurch sicher mehr technisches Fundament bekommt. (Vorsicht lang ;-) )

Zuerst einmal folgendes: Alle bei uns im WW umgebauten Fahrzeuge haben einen Benzindrucksimulator, der speziell für diese Fahrzeuge konstruiert wurde und auch tadellos funktioniert. Nötig wurde dies, da die Fa. VOLVO ab 2002 in die Fahrzeuge, die in die USA geliefert wurden die Benzinrücklaufleitung einspart und eine "Leistungsgesteuerte Kraftstoffdruckregelung" eingeführt hat, wir haben also seit 2002 das nötige Know-How und kennen die Problematik.

Diese Problematik wurde von uns an Prins Holland herangetragen, diese sahen das Problem jedoch nicht als Priorität. Da nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der Umrüstfahrzeuge betroffen waren (VOLVO/FORD und JAGUAR). Bei Volvo die 2,5T, R und V8.

Die bei diesen Fahrzeugen elektronisch gesteuerte Kraftstoffdruckregelung ist nicht nur zum sparen der Rücklaufleitung, sie dient auch dazu die Schadstoffe durch höheren Benzindruck in der Kaltstart-/Warmlaufphase zu reduzieren (bessere Zerstäubung) und eine schnellere "Befüllung" bei hohen Drehzahlen zu ermöglichen. Das heißt der Benzindruck ist nach Kaltstart hoch (Werte für V8: 4,8 bar) und bei voller Beschleunigung auch hoch (ca. 5,6bar), ansonsten jedoch niedrig (4,0 bar). Das Benzinkennfeld richtet sich somit auch nach dem jeweiligen Benzindruck.

Damit sind alle Gasanlagen im Moment noch nicht vertraut, denn sie rechnen anhand der Benzineinspritzzeit (und Korrekturfaktoren wie Gasdruck,-temperatur usw.) die entsprechende Gaseinspritzzeit aus. Nun ist jedoch die Benzineinspritzmenge natürlich nicht nur von der Einspritzzeit abhängig, sondern auch vom Druckgefälle Saugrohr/Benzinrail.

Somit ergibt sich, dass die eingespritzte Benzinmenge bei zum Beispiel 3ms Einspritzzeit und 4 bar eine andere ist als bei 5,6 bar (+40%).

Generell gilt jedoch, wenn der Druck im Rail nicht dem Sollwert entspricht, rechnet das Benzinsteuergerät mit dem tatsächlichem Druck, also die Einspritzmenge ist richtig und die Lambda-Sonde muss nicht nachkorrigieren, was einen erhöhten/erniedrigten Verbrauch zur Folge haben kann.

Hierbei ist zu beachten, daß der Verbrauch auf diese Art nicht zu reduzieren ist, da der Motor bei zu magerem Gemisch, ehemalige Vergaserfahrer oder Motorradfahrer kennen das, zu warm wird und sogar Motorschäden auftreten können!

Aus diesem Grund haben wir einen Benzindrucksimulator konstruiert, der dem Benzinsteuergerät einen konstanten Druck im Rail vortäuscht, um eben die Einspritzmenge auf Gas richtig hinzubekommen. Ferner wird die Taktleitung zur Benzinpumpe unterbrochen, damit sich kein hoher Druck im Benzinrail bilden kann (Temperaturerhöhung, Dampfblasenbildung, ab 8bar werden die Benzindüsen undicht -> Benzin tropft in Ansaugtrakt, o.ä.).

Eine andere Lösung ist der Benzinpumpe ein Loch zu verpassen (2mm) damit immer ein Leck in der Druckleitung ist und sich der Druck nicht übermässig aufbauen kann. Das Loch ist noch im Tank, somit keine Sorge, Benzin fließt nicht aus. Das wird laut höhren/sagen bei der Fa. AISB in Baarlo mit den Vialle Anlagen gemacht.

Alternativ zu der o.g. Lösung: Es wird ein zusätzlicher Benzindruckregler eingebaut mit neuen Benzinleitungen, der den Druck in der Benzindruckleitung begrenzt (Prins in Wesel). Damit wird jedoch der Druck in der Anlage permanent reduziert, Im Benzinbetrieb wird dies logischerweise zu Fehlern führen da eine Anpassung nicht mehr erfolgen kann, außerdem entspricht das Fahrzeug im Benzinbetrieb u.U. nicht mehr den vorgegebenen Abgasnormen, wie zuvor erwähnt. Es darf erwähnt werden dass das Fahrzeug auch nach dem Umbau auf Autogas keineswegs in seinen mit EG-Betriebserlaubnis genehmigten Komponenten verändert werden darf, ein Loch in der Benzinpumpe gehört aber sicherlich dazu.

Beiden o.g. Lösungen gemein ist, daß die Gasanlage nichts von der Druckänderung im Rail mitbekommt und somit die Einspritzmenge nicht 100% richtig sein kann. Falsche Einspritzmengen werden über die Lambda-Korrektur korrigiert. Für den R funktioniert dies garnicht (zu Mager bei Volllast) beim V8 mit Verzögerung bis an die Korrektur-Grenze (evlt. zu mager mit der Folge von Motorschäden)

Aus diesem Grund wird bei uns, bis es von Prins, Holland eine vollständige Lösung gibt ein Kraftstoffdrucksimulator eingesetzt, wie es ihn nun seit 26.01.2006 zwar auch von Prins,Holland auch zu kaufen gibt (Art#091/0252), im Test bei uns aber versagt hat.

Zu einer Vollständigen Lösung müsste die Gasanlage den Benzindruck auslesen können und entsprechend die Gaseinspritzzeit anpassen können. Diese Entwicklung wird auch für den Umbau von FSI/Benzindirekteinspritzern nötig sein, somit mittlerweile an Priorität gewonnen haben. Bisher ist jedoch noch nichts verfügbar.

Die Zusammenarbeit mit dem Volvo-Partner in Soest ist keine Kooperation gewesen. Der Monteur ist nicht auf einer Schulung bei uns im Hause gewesen, das Fahrzeug war der erste Umbau, es gab viele Probleme, ein Angebot das Fahrzeug zu uns zu verbringen zum justieren/einstellen war wohl Aufgrund der Weigerung des Kunden nicht möglich. Dies war die einzige Anlage die dort von uns bezogen wurde und es wurden keine Probleme nach der Fertigstellung an uns gemeldet. Wir haben mittlerweile viele V8 umgebaut, der nächste steht gerade in der Werkstatt. Wenn es Probleme mit unserem Kraftstoffdrucksimulator gibt, stehen wir natürlich zur Verfügung, falls die Anlage von uns geliefert wurde ist immer ein Simulator verbaut worden.

Der Importeur ist sicher eine wichtige Adresse um Probleme zu lösen, da dort viele Fäden zusammenlaufen, Universalgenies gibt es aber sicher auch dort nicht. Nicht zuletzt haben wir uns auf VOLVO und SAAB spezialisiert. Dies bestätigen unsere vielen erfolgreichen Umrüstungen von problematischen Fahrzeugen, ob es 1,8l V50, XC90 V8, S80 V8, V70R oder chipgetunte Fahrzeuge sind.

Ich hoffe etwas zu einer fundierten Diskussion beigetragen zu haben...

--

Stefan Frank

-Technik-

FRAGATEC

Rheinstraße 25

57638 Neitersen

Tel:02681/6664

@Stefan Frank

 

Danke für die Erläuterungen! Sehr interessant!

 

Und auch an dieser Stelle nochmals meinen Dank für die absolut perfekte Umrüstung meines XC90 3,2!!!!!! :)

Nach nun über 8000km habe ich nicht das geringste zu bemängeln. Er läuft einfach perfekt!

 

Eine Frage noch zu den neuen V70III/ XC70II und S80II:

Hier ist die Radmulde nicht gerade förderlich für einen Radmuldentank. Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht, die Radmulde zu entfernen und dann einen echten Unterflurtank dort anzubringen??? Sicher aufwändig, aber nicht unmöglich!

 

Gruß aus Montabaur, Andi

 

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