DeutzDavid

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17.08.2014 01:30    |    DeutzDavid    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: , ,

Hallo,

32 Jahre ist es nun her - an einem Dienstag, den 17.08.1982 wurde mein Deutz zugelassen. Er kam fabrikneu aus Köln und wurde von meinem Opa beim Händler abgeholt. Der Händler, bei dem er 1982 gekauft wurde, ist heute leider geschlossen. Die Händleraufkleber sind noch gut an der Motorhaube zu erkennen. Der Vorgänger, ein 5206 wurde in Zahlung gegeben. Der neue 5207 besaß einige Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger. Modernere Kabine, 9 statt 8 Vorwärtsgänge und eine veränderte Farbgebung. Zusätzlich lässt sich der Kühlergrill herausnehmen.

 

Er wurde sofort zu einem der wichtigsten Neuerungen in unserem Betrieb, vorallem im Wald ist er auch heute nicht mehr wegzudenken. Gelegentlich wäre ein Allradantrieb von Vorteil (ca. 5000DM Aufpreis), aber es geht auch ohne. Im Laufe der Jahre haben mein Bruder und ich viel nachgerüstet und investiert, jedoch alles im Rahmen des Originalen. Mein Bruder hat in den dafür vorgesehen Platz ein Radio sowie einen 12V Anschluss im Kabinenhimmel installiert, hier zu sehen. Vor 2 Jahren habe ich den Fahrersitz erneuert, da seine Technik und der Bezug nach 30 Jahren hinüber waren. Den Sitz habe ich mit Orginalteilen restauriert (Bild) Gasdruckdämpferwechsel sowie Ölwechsel und Wartung gehören zum normalen Verschleiß, den man an einem Fahrzeug hat. Vor kurzem wurde noch der Hydraulikanschluss getauscht (ca. 95€), das kann man selber machen. Bedauerlicherweise ist im linken Vorderreifen letzte Woche die Karkasse gerissen, sodass 2 neue Reifen fällig worden. Diese kamen die Woche drauf, Marke Continental. Die alten Fulda waren seit 1990 montiert.

 

Vor 3 Jahren wurden die kleinen Hinterreifen (auf Bild 1 zu sehen) mit Spurverstellmöglichkeit gegen größere samt neuer Felge getauscht. Diese Investition hat sich auch gelohnt, da man so im Gelände oder am Acker viel besser unterwegs ist. :)

 

 

 

 

Bild 1 zeigt den Deutz beim Pflügen um 1990, 8 Jahre nach der Auslieferung. Wenn Interesse besteht, kann ich die Szene mal in der heutigen Zeit nachstellen. Die Gegend hat sich leider sehr verändert. :(

 

 

 

 

Bild 2 stammt von einer Kontrollfahrt 2014, dort sind die größeren Felgen schön zu sehen.

 

 

 

 

Bild 3, 4, und 5 sind alle in verschiedenen Jahren bei der Waldarbeit entstanden. Der Kipper leistet uns auch schon jahrelang gute Dienste.

 

Der Motor ( 2,8l Hubraum, 3 Zylinder und 51 PS) ist sparsam und hat genug Kraft, und man muss im Sommer und im Winter nicht nach dem Wasser schauen. Er kann also weder überkochen noch auffrieren. Man muss allerdings immer die Kühlrippen sowie die Keilriemenspannung im Blick haben, damit die ordnungsgemäße Kühlung gewährleistet ist. Wenn er richtig warmgefahren ist, läuft er ca. 32km/h-33km/h. Eine Lenkunterstützung gibt es auch. In Motor, Getriebe und Hydraulik kommt 15W-40, also ist nur eine Ölsorte vorrätig zu haben. In den Tank gehen 70l.

 

Im Sommer kann die Frontscheibe geöffnet werden, da braucht man keine Klimaanlage. Eine Heizung ist nicht verbaut, es gibt aber eine. Diese wird an der Abluftseite des Motor angebracht und mittels feuerfesten Schläuchen und eines Blechkastens kommt etwas warme Luft in die Kabine. Hier zu sehen.

 

Blick auf die Amaturen

 

Einige wurden nachgerüstet, jedoch alles original VDO :)

So hat man alles Wichtige im Griff: Zylinderkopftemperatur, Uhrzeit, Drehzahl und Geschwindigkeit, Tank und Ladespannung.

 

Im Zapfwellenbetrieb

 

Auch die Zapfwelle blieb nie ungenutzt, der Holzspalter erleichtert die Arbeit im Wald merklich.

 

 

Es ist nur das dran was man zum Fahren und zum Arbeiten wirklich braucht, und das ist auch ausreichend. Ich brauche kein stufenloses Getriebe oder elektronische Hydraulik, es geht auch sehr gut ohne. Gegen einen neuen Traktor würde ich nicht tauschen.

 

In meiner Kindheit habe ich viele Stunden auf dem Beifahrersitz verbracht und habe zugeschaut, war eine schöne Zeit. :) Das Fahren habe ich auf dem Deutz gelernt, sowie einparken, Rückwärtsfahren mit Anhängern, Holz rücken usw....

Im Moment ist er Mein Hauptfahrzeug, da ich den BF17 gemacht habe und erst im Oktober 18 werde.

 

Doch mein Deutz ist nicht der einzige, es laufen noch so viele in ganz Deutschland und auf der Welt. Oft als 2. oder 3. Traktor, in kleineren Betrieben auch noch als Hauptschlepper.

 

Es war Technik mit System.:cool:

 

Jedoch muss man immer bereit sein Geld zu investieren und Defekte gleich zu beseitigen, das gehört natürlich dazu ;)

 

Er ist immer noch im Einsatz, gerade die älteren Menschen freuen sich darüber wenn sie alte Maschinen sehen.

 

Viel Lob meinerseits ist auch an die freundlichen Leute aus dem Deutzforum gewendet, denn ohne sie hätten wir so manche Situation nicht lösen können. :) Von dort habe ich auch viel Wissen mit hier her genommen und die Grundzüge der Technik gelernt. Auch ich konnte dort schon vielen Leuten bei der Fehlersuche helfen.

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09.07.2013 00:38    |    DeutzDavid    |    Kommentare (34)

Hallo,

heute schreibe ich mal etwas über einen der vielen Protoypen von Deutz.

 

Deutz brachte 1972 einen Protoypen auf den Markt, und zwar den Intrac 2005. Dieser verfügte damals bereits über ein Automatikgetriebe von Linde mit automatischer Leistungsregelung und einem luftgekühlten 5 Zylinder mit 80 PS. Dadurch wurde der Motor auch unter wechselnden Arbeitsbedingungen immer automatisch im Nennleistungsbereich gehalten. So konnte immer das bestmögliche Drehmoment und die größte Zugkraft erreicht werden. Dieses Getriebe ermöglichte 40km/h Endgeschwindigkeit und hatte 2 Fahrstufen von 18km/h bis 40km/h. Nach Feldversuchen wurde die zu geringe Motorleistung des 5 Zylinders bekannt, und man entschied sich einen 6 Zylinder mit 116 PS einzubauen. Der Intrac 2005 wurde eingestellt, ingesamt wurden 5 Exemplare gebaut.

Er besaß außerdem eine gefederte Vorderachse, welche die Unebenheiten optimal abfederte.

 

Die Versuche gingen mit dem stärkeren Intrac 2006 weiter. Nun konnte man die Vorteile dieser Getriebeart immer mehr erkennen. In einer Nullserie wurden 20 Intrac 2006 gebaut, danach stellte man aufgrund mangelnder Nachfrage die Produktion bei Deutz ein. Heute sind die Typen 2005/2006 kaum noch auffindbar, mir sind allerdings 2 Standorte von 2006ern bekannt.

 

Die anderen Intrac-Typen (2002, 2003, 2004, 6.05, 6.30. 6.60) von Deutz besaßen Handschaltung.

 

Von den Intracs konnten sich nur die Modelle 2002, 2003 und 2004 richtig gut behaupten. Die großen Intracs der 6er Reihe sind heute sehr selten, vom 6.05 exstiert nur ein mir bekanntes Exemplar, welches aber nicht mehr Fahrtüchtig ist. Bereits kurz nach Produktionsstart wurde der Intrac 6.05 wieder eingestellt, da der 6 Zylinder mit 98 PS zu schwach war. Der Intrac 6.30 (Bild 8) fand wie die anderen Modelle einige Abnehmer. Es gab ihn mit und ohne Turboaufladung, ohne leistete er 115 PS, mit 126 PS. Der Intrac 6.60 war der stärkste Intrac im damaligen Programm, er leistete 150 PS.

Die Getriebe verfügten über eine Deutz-Lastschaltung, die "Deutz Powermatic".

Die großen Intracs besaßen alle Motoren aus der 913er Reihe von Deutz, außer der 6.05, dieser besaß einen Motor aus der 912er Reihe.

 

Es gab zwei Gründe warum sich die großen Intracs nicht wirklich durchsetzen konnten:

 

Die Intracs waren relativ teuer.

Deutz baute die großen Modelle von 1988-1990, also nur 2 Jahre lang.

 

Heute erreichen die großen Intracs in gutem Zustand Preise von bis zu 50.000€.

 

Hier stand ein großer Intrac zum Verkauf, ist mittlerwiele verkauft:

 

http://www.technikboerse.com/.../deutz-fahr-intrac-6-60.html

 

Ein weiteres Bild eines gepflegten Intrac 6.60:

 

www.nedtrac.com/images/deutz%20intrac%206.60%20%208.jpg

 

 

Leistungsdaten:

 

Intrac 6.05 - 98 PS, 6 Zylinder mit 5,7l Hubraum

Intrac 6.30 - 115 PS, 6 Zylinder mit 6,1l Hubraum

Intrac 6.30 Turbo - 126 PS, 6 Zylinder mit 6,1l Hubraum

Intrac 6.60 Turbo - 150 PS, 6 Zylinder mit 6,1l Hubraum

 

Die kleineren Intracs (2002, 2003, 2004) fanden viele Abnehmer und sind heute auch noch in relativ guter Zahl vorhanden.

Den Intrac 2002/2003 baute Deutz mit und ohne Allrad, den 2004er gab es nur mit. Kommunen konnten damals einen Intrac in Kommunalausrüstung bestellen, die Variante hieß GI (Bild 7).

Auf Wunsch konte ein Schnellgang (40km/h) verbaut werden, dann nannte sich die Bezeichnung TGI.

Der Intrac 2002 wurde von 1972-1974 gebaut, dann löste ihn der Intrac 2003 (1974-1978/79) ab. Der Intrac 2004 (1978 bis 1989) hielt sich am längsten am Markt.

Es wurden nur luftgekühlte Motoren der 912er Reihe verbaut.

Der Kraftstoffverbrauch war sehr gering.

 

Leistungsdaten:

 

Intrac 2002 - 51 PS, 3 Zylinder mit 2,8l Hubraum

Intrac 2003 - 60 PS, 4 Zylinder mit 3,7l Hubraum

Intrac 2004 - 70 PS, 4 Zylinder mit 3,7l Hubraum

 

 

Der Intrac ermöglichte durch die großen Glasflächen eine sehr gute Sicht und durch die 3 Anbauräume (hinten, mitte, vorne) und durch seine beiden Zapfwellen (vorne und hinten) wirtschaftliche Kombinationen.

 

Die Intracs waren damals eine Sensation, genau wie die MB-Tracs.

 

Um das Konzept zu erhalten, gründete Deutz 1987 mit Mercedes Benz die "Trac-Technik-Entwicklungsgesellschaft". Trotzdem wurde die Entwicklungsgesellschaft 1990 aufgelöst und die Produktion des Intracs eingestellt.

 

Auch heute noch, viele Jahre nach Produktionsende und Jahrzehnte nach Produktionsstart sind noch viele dieser zuverlässigen Traktoren im Einsatz.

 

 

Das Copyright und die Rechte an den Bildern liegen bei der Same Deutz-Fahr Gruppe.


20.01.2013 16:42    |    DeutzDavid    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: ,

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Hallo Forum,

hier stelle ich euch meinen Oldtimer vor. Der Deutz wurde 1982 werksneu gekauft und löste so seinen Vorgänger 5206 ab. Seitdem ist er in unserer Familie, und es war unser 4. Deutz (Vorgänger 4506, 5006, 5206) und der erste der neuen 07er Baureihe.

Er besitzt einen luftgekühlten 3 Zylindermotor mit 2,8l Hubraum und 51PS. Das Getriebe hat 3 Gruppen (langsame-, schnelle- und Rückwärtsgruppe) und 4/5 Gangabstufungen, der Gang T (5 Gang, der Schnellgang, ermöglich ca. 30km/h bei 2300 U/min) lässt sich jedoch nur in der schnellen Gruppe einlegen. So besitzt das Getriebe insgesamt 4 Rückwärts und 9 Vorwärtsgänge, je nach Einsatz wird die Geschwindigkeit mithilfe der Gänge und Gruppen angepasst.

Er besitzt eine Fritzmeier Halbkabine und einen Rammschutz für Frontladerarbeiten.

 

2012 wurde der Anlasser nach ca. 3200h generalüberholt (entspricht ca. bei 80.000km), den Sitz habe ich 2012 auch restauriert und neu beziehen lassen. Ein Radio und einige orginale Zusatzinstrumente (Uhr, Temperaturanzeige) und ein Voltmeter wurden ebensfalls nachgerüstet. Die Betriebstoffe und Filter müssen alle nach 500h (10.000km-15.000km) gewechselt werden, die Ventile werden dabei auch nachgestellt.  2011 bekam er neue Felgen und Hinterreifen in der Größe 14.9-30, die alten 12.4-32 Reifen samt Felge habe ich verkauft. Durch die neuen Reifen bekommt man deutlich mehr Kraft auf den Boden, die Endgeschwindigkeit wurde damit auch erhöht.

 

Er ist bei uns noch regelmäßig im Einsatz, dank des geringen Dieselverbrauchs 5l/h ist sehr gut  mit ihm zu arbeiten. In den Tank passen 70l. Er besitzt ein Sperrdiffernzial, und er hat eine 2 teilige Bremse, d.h. man kann das Bremspedal durch einen Hebel splitten, sodass man nur den rechten bzw. den linken Reifen bremsen kann. Dadurch kann man enge Kurven beim Rangieren ohne Probleme meistern. Bei Straßenfahrt muss das Bremspedal aber so eingestellt sein, das beide Reifen bremsen.

 

Den Deutz werde ich nie verkaufen, das habe ich auch meinem Opa versprochen. Ich bin auch der Meinung, man sollte alte Fahrzeuge lieber restaurieren als aufzugeben.

 

Gruß David


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Luftgekühlt


„Erfolgreiche fahren Deutz“

TDI - Ein Motor für alle Fälle

„Er hat geschweißt, man sieht es kaum, komm lasst uns noch nen Niet reinhaun.“ 

Nur das Orginal ist optimal.

"Vorsprung durch Technik"

Landwirtschaft dient allen.;)

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