Seat ist der einzige Automobilhersteller Spaniens und gleichzeitig eine der jüngsten europäischen Automobilmarken überhaupt. Seat wurde 1950 als spanisches Staatsunternehmen im Industriepark Barcelona gegründet. SEAT steht für „Sociedad Española de Automóviles de Turismo, S.A.“ (zu Deutsch: „Spanische Gesellschaft für PKW“). Kapitalgeber waren das staatliche Industrieinstitut (51 %), spanische Banken (42 %) und der italienische Automobilhersteller Fiat (7 %).
Seat produzierte bis zur Trennung vom Fiat-Konzern Anfang der 1980er Jahre nur lizenzierte Fiat-Modelle. Der erste Seat war die 4-türige Mittelklasse-Limousine Seat 1400, die im November 1953 herauskam und baugleich mit dem Fiat 1400 war. Die Bauteile wurden in Italien gefertigt und dann in Spanien zusammengebaut. Der Nachfolger Seat 1400 A wurde komplett in Spanien gebaut. Der 1957 auf den Markt gebrachte Seat 600, der auf Basis des populären Fiat 600 gebaut wurde, entwickelte sich zum beliebtesten Modell seiner Zeit. Von 1950 bis in die 70er Jahre konzentrierte sich Seat auf den spanischen Markt und entwickelte sich – u.a. aufgrund hoher Importzölle und begrenzter Importkontingente für ausländische Auto-Marken - nicht nur zum Marktführer und größten spanischen Industrieunternehmen sondern auch zu einem der bedeutendsten europäischen Automobilbauer. Der ab 1963 gefertigte Seat 1500, Zwillingsmodell des Fiat 1500, war als Taxi sehr beliebt: fast alle spanischen Taxis jener Zeit waren Seat 1500 Modelle.
In den 80er Jahren kam es zum Zerwürfnis mit Fiat aufgrund der Anpreisung des Seat Ronda - das spanische Pendant zum Fiat Ritmo - als spanische Eigenentwicklung. Seat und Fiat trennten sich und Seat fertigte fortan Eigenentwicklungen. Der Kleinwagen Seat Ibiza, der 1984 auf den Markt kam, war die erste Eigenkreation von Seat. Der Seat Ibiza ist das bis dato meistgebaute Auto der Marke Seat. Weitere Eigenentwicklungen Seats waren u.a. der Seat Málaga und der Seat Marbella, die bis Mitte der 80er Jahre auf den Markt kamen.
1982 unterzeichneten Seat und Volkswagen ein Produktions- und Wirtschaftsabkommen. Aus dem Abkommen wurde 1986 eine Mehrheitsbeteiligung Volkswagens von 75 %. 1990 übernahm VW Seat zu 99,99 %. Es folgte eine Namensänderung zu Seat S.A. Die danach produzierten Seat-Modelle wurden auf VW Basis entwickelt, z.B. der Seat Alhambra oder der Seat Cordoba. Seit 2000 bildet Seat zusammen mit Audi und Lamborghini als Audi-Gruppe die sportlich orientierte Markengruppe im Volkswagen-Konzern. Das erste Seat Modell auf Audi-Basis war der 2009 auf den Markt gebrachte Seat Exeo.
Seat ist eine Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Martorell nahe Barcelona. Vorstandsvorsitzender ist seit September 2009 der Brite und ehemalige Mazda Europe CEO James Muir.
Die Verkäufe von Seat Automobilen in Deutschland begannen 1983 über eine Importgesellschaft. 3 Jahre später wurde die Seat Deutschland GmbH mit Sitz in Mörfelden-Walldorf / Hessen gegründet.
Das Logo der Marke Seat veränderte sich seit Entstehung der Marke einige Male. Zu Beginn ähnelte es bis auf die Hintergrundfarbe sehr dem Fiat Logo. 1982 führte Seat im Zuge der Trennung von Fiat eine neue Corporate Identity und mit ihr ein neues, blaues Logo ein. 1999 kehrte Seat zu Rot zurück und präsentierte eine moderne, dreidimensional anmutende Variante des Seat-Logos.
In den 80er Jahren trat Seat Sport zum ersten Mal im Motorsport auf. In den 90er Jahren wurde Seat Sport zu einem eigenen Motorsport-Werk ausgebaut. Im gleichen Jahrzehnt engagierte sich Seat erfolgreich im Rallye-Motorsport mit dem Seat Córdoba und im neuen Jahrtausend u.a. mit Seat Leon Modellen. Der Markenpokal „Seat Leon Supercopa“ wird seit 2004 im Rahmenprogramm des DTM ausgetragen.
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