Zu viel Motröl

Mercedes GLK X204

Hallo zusammen,
ich hab jetzt nach dem Winter zweimal in kurzen Abständen den Ölstand gemessen, das erste Mal war etwas zu viel drin. Beim zweiten Mal reichte der Stand schon über den roten Pröpel. Die Werkstatt hat nun Öl abgesaugt und den Ölstand damit berichtigt. Der Grund soll sein, dass im Winter bei Kurzstreckenbetrieb dem Motoröl automatisch Diesel beigemengt wird, der jedoch bei zügiger Fahrt wieder verdunsten soll.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit der windersamen Ölvermehrung gemacht?

Grüße
JFL

GLK 220CDI 4matik
09/2011

Übrigens habt Ihr schon den Neuen gesehen?
Ich finde den "Alten" schicker.

Beste Antwort im Thema

Fachliche korrekte Bergründung/Erklärung für den Anstieg des Motorölstandes im Kurzstreckeneinsatz bei Dieselmotoren mit DPF-System:

Vorwiegend deutsche Dieselhersteller bevorzugen die wartungsfreie Variante ohne Additiv.
Dabei wird die Abbrandtemperatur durch innermotorische Maßnahmen wie Nacheinspritzung, Spätverschiebung der Haupteinspritzung oder Drosselung der Ansaugluft erzielt.
Die Nacheinspritzung bringt den Oxidationskatalysator auf die nötige Betriebstemperatur.
Sobald der Abgastemperatur-Sensor hinter dem Katalysator meldet, dass der Katalysator seine Betriebstemperatur erreicht hat, erfolgt die Nacheinspritzung so spät (oder es erfolgt eine zweite Nacheinspritzung), wodurch der Kraftstoff nicht im Zylinder sondern im Katalysator verbrennt und somit den Partikelfilter auf Zündtemperatur bringt.
Die Rußpartikel verbrennen zu Kohlendioxid, dabei kann es zu einer verstärkten Rauchentwicklung kommen.
Hierbei handelt es sich aber hauptsächlich um Wasserdampf.
Nach etwa zehn Minuten ist der Regenerierungsprozess beendet.
Da die späte Nacheinspritzung den Schmierfilm an der Zylinderwand abwaschen kann (= sog. Ölverdünnung,
er-/überhöhter Motorölstand) gehen einige Hersteller (u. a. Toyota) dazu über einen zusätzlichen Injektor (bzw. ein Kraftstoffverdampfer) vor dem Oxidationskatalysator anzuordnen, der über eine Vorförderpumpe mit Kraftstoff versorgt wird und mit Beginn des Regenerationsprozesses vom Motorsteuergerät angesteuert wird.

Quelle: http://www.zawm.be/.../Verstopfung-von-Dieselpartikelfilter.pdf

Moin, moin

13 weitere Antworten
13 Antworten

Hast Du bei warmem Motor gemessen?
Fahrzeug stand wirklich gerade?

Sehr ungewöhnlich, müßte ja dann fast ein Lieter
Diesel im Öl gewesen sein?

Warst Du in einer MB-Niederlassung.
Die saugen dann wohl beim normalen
Oelwechsel auch ab?

MfG
Andreas

Ölverdünnung im Winter durch Kurzstrecke ist technisch durchaus möglich . Durch die niedrigen Temperaturen und die daraus resultierende Kondensation im Motor .Da ich in den letzten Monaten verstärkt extreme Kurzstrecke gefahren bin habe ich auch festgestellt das ich seit Monaten kein Motoröl verbrauche. Dies wird dann wohl zwar verbraucht , aber durch den Dieselanteil im Motoröl ausgeglichen.
Aber wenn der Ölstand dann über max. steigt ist das schon beachtlich.......im Auge behalten.Bis jetzt sehe ich da keinen Grund zur Sorge....wenn es aber im Sommer so weitergeht das genauer hinsehen.

Hallo again,
ja das Auto stand grade und über Nacht in der Garage,
danke erstmal für die Antworten, ich werde die Sache im Auge behalten und vcielleicht mal einen Zwischensprint einlegen.

Habe auch den 220CDI 4matic aber dieses Problem hatte ich nicht.

Zitat:

Original geschrieben von JFL


Hallo again,
ja das Auto stand grade und über Nacht in der Garage,

Das geht gar nicht.

MB sagt immer bei betriebswarmem Motor messen.

Motor abstellen, 5 min warten und dann messen.

Andreas

Zitat:

Original geschrieben von CAC Maastricht


Ölverdünnung im Winter durch Kurzstrecke ist technisch durchaus möglich . Durch die niedrigen Temperaturen und die daraus resultierende Kondensation im Motor .Da ich in den letzten Monaten verstärkt extreme Kurzstrecke gefahren bin habe ich auch festgestellt das ich seit Monaten kein Motoröl verbrauche. Dies wird dann wohl zwar verbraucht , aber durch den Dieselanteil im Motoröl ausgeglichen.
Aber wenn der Ölstand dann über max. steigt ist das schon beachtlich.......im Auge behalten.Bis jetzt sehe ich da keinen Grund zur Sorge....wenn es aber im Sommer so weitergeht das genauer hinsehen.

Im C-Klasse Forum gibt es glaube einen Beitrag, wo es mal jemandem den Diesel-Motor

zerrissen hat weil der Oelstand extremst über max war.

Servus ! Ich hatte mit meinem glk 220cdi 4 matic die gleichen Sorgen . Das Motoröl wurde 2mal abgesaugt, da es jedes mal über die max. Markierung gestiegen war. Daraufhin wurde der Differenzdrucksensor getauscht, der den Freibrennvorgang am Kat aktiviert , und siehe da, der Ölstand sinkt . Seitdem alles top .

Gruss Reimer

Hallo JFL,

habe das Problem auch machmal, allerdings bei einem 320 CDI. Mir wurde auch schon einmal "vorsichtshalber" Öl abgesaugt, da deutlich zu viel drin war, obwohl bei frühren Kontrollen ein korrekter Ölstand angezeigt worden war.
Mir wurde hierzu erklärt, daß für den Freibrennprozeß des DPF, sofern dieser im Stadtverkehr stattfindet und die notwendige Motordrehzahlt nicht erreicht wird, das Steuergerät diese auf ca. 800 Umdrehungen erhöht. Um dieses zu erreichen, wird mehr Dieselkraftstoff eingespritzt, welcher nicht vollständig vebraucht wird, aber auf wundersame Weise in das Motoröl gelangt und dieses verdünnt.
Bei häufigen Kurzstrecken mehr, bei Langstrecken so gut wie nie.
Um allen Mißverständnissen vorzubeugen, sei hiermit gesagt, daß ich die Erklärung von MB so verstanden habe. Ob ich das aber richtig oder falsch verstanden habe, kann ich nicht sagen.
Vielleicht kannst Du ja trotzdem etwas damit anfangen.

Gruß wowadi

Das wird die Ursache sein.

Eine Motorölverdünnung (und Vermehrung durch Kraftstoff) findet normalerweise nur bei Benzinmotoren statt.

Bei Dieselmotoren kennt man von der Verbrennung her dieses Phänomen nicht.

Das sollten die Herren von MB aber auch wissen.

Viele Grüsse

Thomas

Zitat:

Das sollten die Herren von MB aber auch wissen.

Letztendlich kommt es drauf an wen man gerät . Sicherlich gibt es sehr kompetente Herren und leider auch einige Herren die sich Ihren Tagesablauf mit anderen Dingen vertreiben als technische Dokumente zu lesen . Entweder man ist voll drin in seinem beruf oder aber man läst es schleifen.Ist aber kein MB-Phänomen .Gib es in allen Unternehmen und Handwerksbetrieben . Vielmehr ist es die Kunst sich durch mehrere Informationsquellen ein Bild zu machen und zu selektieren was man nachvollziehen kann oder nicht .

Um aber auf das Thema zurückzukommen : Soviel ich als LKW - Spezialist vom Freibrennvorgang kenne wird durch den eingespritzten Diesel im Auspuff die Partikel zum Glühen und dann zum Abbrennen gebracht weil der Diesel ja eine geringe Selbstentzündungstemperatur hat . Der Diesel ist somit der Energieträger. Das der Diesel ins Motoröl gelangen soll erschliesst sich mir hier nicht . Immerhin wird im Zylinder des Motores ja die normale Verbrennung bei Betriebswarmen Motor durchgeführt. Eine Ölverdünnung findet beim Ottomotor auch ausschliesslich durch die Kondensation des Kraftstoffes an den kalten Zylinderwänden des Motors statt . Bei betriebswarmen Motor kann folglich keine Kondensation entstehen.

Deshalb würde mich die Ölerhöhung / Ölverdünnung auch interesieren. Immerhin ist es ja ein Part meines Spezialgebietes

Tribologie : Lehre von Verschleiss , Reibung , Schmierung

Wie Du schon sagtest, Ölverdünnung beim Diesel nur durch Kurzstrecke über die
kalten Zylinderwände.
Bei der Regeneration des DPF wird in den Auspufftakt eingespritzt und der Diesel
erhöht dann die Temperatur des DPF.
Wenn der Gegendrucksensor defekt ist kommt normalerweise die gelbe Leuchte
und die Regeneration wird ständig neu gestartet.

Zitat:

Original geschrieben von AndreasA6


Wie Du schon sagtest, Ölverdünnung beim Diesel nur durch Kurzstrecke über die
kalten Zylinderwände.
Bei der Regeneration des DPF wird in den Auspufftakt eingespritzt und der Diesel
erhöht dann die Temperatur des DPF.
Wenn der Gegendrucksensor defekt ist kommt normalerweise die gelbe Leuchte
und die Regeneration wird ständig neu gestartet.

Genauso ist es. Deshalb kann ich die Ölverdünnung / Ölstandserhöhung auch momentan nicht technisch erklären. Mir ist es aber bei meinem GLK 350 CDI auch aufgefallen das ich im Gegensatz zu meinen bisherigen Fahrzeugen ( ML 280 CDI / B-Klasse 180 / 200 ) im gesamten letzten Jahr über eine Laufleistung von über 30.000 kein Motoröl nachgefüllt habe . Wenn man von einem Verbrauch ausgeht dann müsste das Motoröl ja verdünnt worden sein, was wiederum auf die Schmiereigenschaften nicht vorteilhaft wäre.

Fachliche korrekte Bergründung/Erklärung für den Anstieg des Motorölstandes im Kurzstreckeneinsatz bei Dieselmotoren mit DPF-System:

Vorwiegend deutsche Dieselhersteller bevorzugen die wartungsfreie Variante ohne Additiv.
Dabei wird die Abbrandtemperatur durch innermotorische Maßnahmen wie Nacheinspritzung, Spätverschiebung der Haupteinspritzung oder Drosselung der Ansaugluft erzielt.
Die Nacheinspritzung bringt den Oxidationskatalysator auf die nötige Betriebstemperatur.
Sobald der Abgastemperatur-Sensor hinter dem Katalysator meldet, dass der Katalysator seine Betriebstemperatur erreicht hat, erfolgt die Nacheinspritzung so spät (oder es erfolgt eine zweite Nacheinspritzung), wodurch der Kraftstoff nicht im Zylinder sondern im Katalysator verbrennt und somit den Partikelfilter auf Zündtemperatur bringt.
Die Rußpartikel verbrennen zu Kohlendioxid, dabei kann es zu einer verstärkten Rauchentwicklung kommen.
Hierbei handelt es sich aber hauptsächlich um Wasserdampf.
Nach etwa zehn Minuten ist der Regenerierungsprozess beendet.
Da die späte Nacheinspritzung den Schmierfilm an der Zylinderwand abwaschen kann (= sog. Ölverdünnung,
er-/überhöhter Motorölstand) gehen einige Hersteller (u. a. Toyota) dazu über einen zusätzlichen Injektor (bzw. ein Kraftstoffverdampfer) vor dem Oxidationskatalysator anzuordnen, der über eine Vorförderpumpe mit Kraftstoff versorgt wird und mit Beginn des Regenerationsprozesses vom Motorsteuergerät angesteuert wird.

Quelle: http://www.zawm.be/.../Verstopfung-von-Dieselpartikelfilter.pdf

Moin, moin

Deine Antwort