Wie schafft der Yaris Hybrid die vorgeschriebenen Schadstoffwerte...

Toyota

... wenn er direkt nach dem Kaltstart fast nur elektrisch fährt.
Wird der Kat elektrisch auf Temperatur gebracht?
Eine ähnliche Frage stellt sich mir, wenn ich mir die kurzen Betriebszeiten des Verbrenners anschaue, die ja alle Kaltlaufphasen mit Gemischanreicherung sind, wie wird das Motoröl das an den Kolbenringen vorbei eingebrachte Benzin wieder los, wenn das Öl nie auf über 60°C kommt?

16 Antworten

Also dass der Yaris Hybrid direkt nach dem Kaltstart fast nur elektrisch fährt, kann ich nicht bestätigen. Im Sommer ja, aber gestern und heute war es Morgens früh relativ kühl , 10° C... da läuft (zumindest bei meinem) erstmal sofort der Verbrenner und im Winter sowieso. Mit einem normalen Verbrenner hatte ich früher auch noch nie eine so deutliche Verbrauchsdifferenz zwischen Sommer- und Winterbetrieb wie jetzt mit dem Hybrid. Wobei der Hybrid im Winter natürlich auch sparsam läuft, aber doch deutlich mehr verbraucht als jetzt im Sommer. So deutlich war mir das früher mit reinen Verbrennern nie aufgefallen.

Das ständige An- und Abschalten des Motors ist ganz sicher auch der Grund für die vergleichsweise kurzen Ölwechselintervalle (alle 15k Kilometer). Die etablierte Konkurrenz mit konventionellen Verbrennern kommt ja locker auf Ölwechselintervalle von 30k Kilometer. Ob das gut für den Motor ist, muss hier nicht kommentiert werden. Der vorgegebene Zeitpunkt zum Wechseln ist vom Hersteller ja so angegeben.

Also ich denke mal, dass Bedenken hinsichtlich der Schadstoffwerte und die Frage, ob das Motoröl das aushält, unbegründet sind. So neu ist das Hybridkonzept ja nun nicht... die verantwortlichen Ingenieure wissen nach deutlich über 20 Jahren Hybriderfahrung schon, was sie tun bzw. dem Motor zumuten können (denke ich mal 😉)...

Zitat:

@DPLounge schrieb am 11. September 2024 um 13:46:35 Uhr:



die verantwortlichen Ingenieure wissen nach deutlich über 20 Jahren Hybriderfahrung schon, was sie tun bzw. dem Motor zumuten können (denke ich mal 😉)...

Und exakt da hat sich extrem viel verändert.
Vom parallel zum leistungsverschränkten Hybrid war es ein langer Weg.
Mich interessiert weniger die Motorhaltbarkeit, da nur Leasingfahrzeug, sondern die völlig andere Vorgehensweise von Toyota (der erwähnte E-Betrieb ab Kaltstart).
Die Risikobereitschaft gegenüber dem Kunden(Mangelnde Haltbarkeit) kann sich mittlerweile (jeder) Hersteller leisten, das wird ausgesessen. Die meisten Kunden sind Leasingnehmer.

Mich interessiert wie Toyota den Gesetzgeber zufriedenstellt.
Ich fahre den Yaris nun seit Februar (fast ausschließlich Kurzstrecke extrem, 6-7km) und beobachte dieses Regelverhalten mit Erstaunen.
Da kann kein Kat auf Temperatur kommen, ebenso müsste der Ölstand permanent steigen (war beim CX-5 Diesel meines Kollegen so, Dauerkurzstrecke, dann die bei diesem Modell extrem kurzen Regenerationsintervalle).

P.S. die Extremkurzstrecke schlägt aktuell mit einem ØVerbrauch von 4l zu Buche. Das ist in Anbetracht des niedrigen Gewichts nicht sensationell, aber ordentlich.

Ich vermute (Spekulation) tatsächlich eine technische Lösung für das Thermoproblem des Kat.

Um einen Katalysator wirkungsvoll zu beheizen müssten schon ziemlich dicke Kabel am Kat zu sehen sein.

Bei uns waren es heute Morgen 8° C. Sofort nach dem Start sprang der Verbrenner an. Im Gegensatz zu einem Start an einem milden Sommermorgen bei 15° C oder mehr. Da rollt man tatsächlich elektrisch vom Grundstück und durch die Wohnstraße. Was ich sagen will ist, dass der Hybrid keineswegs nach dem Kaltstart "fast nur elektrisch fährt" wie du sagst @Chironer..., meiner macht das jedenfalls nicht. Entscheidend ist die Außentemperatur. Mein Anfahrtsweg zum Arbeitsplatz sind aber sowieso fast 30 Kilometer, da wird der Verbrenner samt Kat schon warm genug denke ich mal... für Kurzstrecken wie du sie offenbar überwiegend fährst, wäre wahrscheinlich ein BEV die optimale Wahl gewesen. Ob konventioneller Verbrenner oder Vollhybrid: Kurzstrecken sind (außer für ein BEV) wohl nie von Vorteil, ob es um Schadstoffwerte, Verbrauch oder Verschleiß geht... 6 oder 7 Kilometer fährt man doch auch mit einem E-Bike locker in 20 Minuten runter. Hier in der Fahrradhauptstadt Münster ist man auf diesen Distanzen regelmäßig schneller als mit einem Pkw. Und du wirst doch nicht jeden Tag mit vollem Kofferraum fahren müssen, was mit einem Fahrrad zugegeben etwas schwierig wird, oder?! Ultrakurzstrecken würde ich wann immer möglich vermeiden. Ich würde nie für einen Einkauf oder zum Tanken extra nochmal losfahren. Erledige ich schon seit Jahren direkt auf dem Heimweg vom Arbeitsplatz und gut ist... 😉.

Und nochmal zu den Schadstoffwerten: Wer weiß schon wie die ermittelt werden. Im Labor natürlich und eher nicht auf ausschließlich Kurzstrecken bei denen der Kat nicht richtig warm wird... und wenn dort wie vorgeschrieben amtlich gemessen wird, scheint es ja zu passen...

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Ich schrieb:

Zitat:

@Chironer schrieb am 11. September 2024 um 12:37:43 Uhr:


... wenn er direkt nach dem Kaltstart fast nur elektrisch fährt.

Nicht er springt nicht an. Er springt an um Öldruck sicherzustellen.

Das hat mich 2017 bei einem meiner Dienstwagen, einem damaligen E300 hybrid auch gewundert. Der Motor ging einmal für 10s an um dann wieder auszugehen. Aber der Fuhrparkverwalter kannte das daraus resultuierende Problem, es lag ein Zettel mit entsprechendem Hinweis im Auto. Nur hatte der vorangegangene Nutzer den Zettel im Handschuhfach deponiert.

Nun zur Ermittlung der Schadstoffwerte: im Labor..
Also jetzt kein VW-Skandal mehr sondern ein Toyota-Skandal?

Ist deine Spekulation nicht etwas zu einfach?

Heutiger Start bei 8°C.

Zitat:

@slv rider schrieb am 12. September 2024 um 07:04:16 Uhr:


Um einen Katalysator wirkungsvoll zu beheizen müssten schon ziemlich dicke Kabel am Kat zu sehen sein.

Hmm, stimmt.

Andere Möglichkeiten?

Was ich sagen will ist @Chironer , dass ich eher nicht glaube, dass Kurzstrecken Bestandteil des amtlichen Prüfprogramms bzgl. der Schadstoffwerte sind. Ich gehe einfach mal davon aus, dass die Fahrzeuge bei den Messungen schon auf Betriebstemperatur kommen und somit auch der Katalysator. Und das ist auch kein Skandal, weder seitens VW noch von Toyota. Dass der Schadstoffausstoß direkt nach dem Start höher ist als bei einem betriebswarmen Motor ist doch keine neue Erkenntnis.

Zitat:

@DPLounge schrieb am 12. September 2024 um 09:34:27 Uhr:


Was ich sagen will ist @Chironer , dass ich eher nicht glaube, dass Kurzstrecken Bestandteil des amtlichen Prüfprogramms bzgl. der Schadstoffwerte sind.

Das glaube ich sehr wohl.

Kann mir nicht vorstellen, dass nach dem "Dieselskandal" mit "Abschalteinrichtungen" und "Thermofenstern zum Motorschutz" noch irgendetwas in dieser Kategorie nur "im Labor" betrachtet wird.

Interessant sind doch auch die Angaben von Toyota selbst zu den Verbrauchswerten.

Dabei gehts mir nicht um die absoluten Zahlen, sondern um die Relation.

Der Yaris wird bei den drei Betriebszuständen Stadt/Überland/Autobahn in der Stadt mit dem niedrigsten Verbrauch angegeben.

Das habe ich bisher bei noch keinem Modell gesehen.

Das ist doch einfach zu erklären: Gerade in der Stadt bei Zuckeltempo spielt der Hybrid seinen Vorteil doch aus und läuft überwiegend elektrisch. Das übliche Gezuckel von Ampel zu Ampel in stauverseuchten Großstädten ist doch der optimale Betriebszustand für einen Hybrid, mit entsprechend niedrigem Benzinverbrauch... klar, dass der Verbrauch da niedriger ist als bei 120 mit Tempomat auf der BAB. Da läuft ja (fast) nur der Verbrenner...

Zitat:

@Chironer schrieb am 12. September 2024 um 09:24:48 Uhr:



Zitat:

@slv rider schrieb am 12. September 2024 um 07:04:16 Uhr:


Um einen Katalysator wirkungsvoll zu beheizen müssten schon ziemlich dicke Kabel am Kat zu sehen sein.

Hmm, stimmt.
Andere Möglichkeiten?

Motornahe Anordnung des Katalysators, im Zylinderkopf integrierte Auspuffkrümmer, elektronisch geregelte Steuerzeiten und andere innermotorische Maßnahmen um nur einiges zu nennen.

Zitat:

@slv rider schrieb am 12. September 2024 um 12:45:02 Uhr:



Zitat:

@Chironer schrieb am 12. September 2024 um 09:24:48 Uhr:



Hmm, stimmt.
Andere Möglichkeiten?

Motornahe Anordnung des Katalysators, im Zylinderkopf integrierte Auspuffkrümmer, elektronisch geregelte Steuerzeiten und andere innermotorische Maßnahmen um nur einiges zu nennen.

Alles Möglichkeiten, aber nochmal: gestern morgen bei 11°C, vier Kilometer Fahrstrecke ab Kaltstart mit 44% E-Betrieb?

Zitat:

@DPLounge schrieb am 12. September 2024 um 10:12:21 Uhr:


Das ist doch einfach zu erklären: Gerade in der Stadt bei Zuckeltempo spielt der Hybrid seinen Vorteil doch aus und läuft überwiegend elektrisch.

Perpetuum Mobile?
Woher soll denn der Strom kommen?
Von den 20% Rekuperationsleistung?
Also 20% von vorher erbrachter kinetischer Energie (erzeugt aus was?), freier Fall?

Freu dich doch @Chironer, dass dein Vollhybrid direkt nach dem Start von vier Kilometern bei 11° C Außentemperatur zu 44 % elektrisch läuft. Ich weiß immer nicht, ob deine Posts als Kritik oder als Frage zu verstehen sind 😕. Du siehst ja: Irgendwie (wie auch immer) funktioniert es...

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