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Was genau ist Drehmoment?

Themenstarteram 6. April 2004 um 20:21

Hallo zusammen,

ich da eine möglicherweise dumme Frage. Wie verhält es sich eigentlich mit dem Drehmoment? Es heißt immer, das max. Drehmoment liegt bei so und so viele Umdrehungen an. Diese sind meist viel geringer als die Höchstdrehzahl. Aber wenn ich bei niedriger Drehzahl fahre und dann einfach Gas gebe, dann beschleunigt doch der Motor und bringt somit auch mehr Leistung un damit auch mehr Drehmoment. Irgendwie ist mir dieser Zusammenhang nicht ganz geläufig. Wäre nett, wenn ihr mich hier mal ein wenig aufklären könntet, danke schon mal.

Jackom

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73 Antworten

Hallo Jackom

Leistung = Drehmoment * Winkelgeschwindigkeit

Winkelgeschwindigkeit = (Drehzahl * PI) / 30

Aus diesen Formeln ist zu erkennen, dass Leistung und Drehmoment über die Drehzahl in direktem Zusammenhang stehen.

WICHTIG: Wenn man von max. Drehmoment oder max. Leistung spricht, geht man immer von Vollgas aus.

Das höchste Drehmoment hat ein Motor meist schon bei kleineren Drehzahlen, wie du schon gesagt hast. Ab einer gewissen Drehzahl (je nach Motor unterschiedlich) nimmt das Drehmoment dann wieder ab. Die Leistung wird aber trotzdem noch größer, weil ja die Drehzahl und somit die Winkelgeschwindigkeit größer wird (siehe Formel). Die größte Leistung bringt der Motor dann knapp unter Höchstdrehzahl, also bevor er in den Begrenzer geht. Bei dieser Drehzahl beschleunigt der Wagen auch am besten. Das Moment ist dann bei weitem nicht mehr so groß wie das max. Moment und der Motor schöpft seine Kraft aus der Drehzahl.

Gar nicht so einfach zu beschreiben! Ich hoffe, es war halbwegs verständlich!?!

Übrigens: Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten! Hoffentlich nicht meine :D

Gruß Mani

Themenstarteram 6. April 2004 um 22:35

Hallo Mani,

na das ist wenigstens schon etwas. Danke schon mal.

Muß mir das ganz nochmal durch den Kopf gehen lassen, vor allem die "Winkelgeschwindigkeit" und deren Berechnung. So ganz kann ich zwar dem ganzen noch nicht folgen, aber ein Anfang ist gemacht.

Gruß

Jackom

am 6. April 2004 um 23:49

@ manig 84: gut beschrieben.

und den bereich zwischen höchstem drehmoment und höchster leistung nennt man elastischer bereich. je grösser der ist desto elastischer ist der motor. kann z.b. schaltfauler gefahren werden. und benz legt nun mal mehr wert auf eine gute drehmomentkurve. und das ist auch gut so.

manig84 hat´s ja eigentlich schon perfekt erklärt ;)

Daher nur noch eine zusätzliche Erklärung:

Das Drehmoment ist der Spassfaktor eines Motors ;) :D

am 7. April 2004 um 11:01

Zitat:

Original geschrieben von Detlev

Das Drehmoment ist der Spassfaktor eines Motors ;) :D

Drehzahl macht viel mehr Spass...

*lach*

DAS kommt in JEDEM Fall doch auf das Auto an.

Beispiel ...

Motor des Hondas S2000 im S2000 ... datt macht massig Spaß :D

Gleicher Motor in eine S-Klasse ... Datt iss Horror pur.

Also ... leichtes Auto ... Drehmoment relativ unwichtig ...

Schweres Auto ... Ohne ausreichendes Drehmoment sehr sehr Träge.

Also ... alles ist relativ, oder wie sagte Einstein das ?

MFG Kester

Sehe ich nicht so, Drehmoment ist immer wichtig, Drehzahl eben nicht.

Wer mal eine Cobra oder einen Morgan +8 gefahren hat, wird wissen was ich meine.

Obwohl beide Autos sehr leicht sind, macht´s eben auch bei denen das Drehmoment aus, was den Spaß beschert.

Drehmoment fühlt man beim beschleunigen, Leistung aus Drehzahl eben nicht. :D ;)

Vielen Dank für das viele Lob;)

Hubraum ist durch nichts zu ersetzen!!

Mit viel Hubraum und Drehmoment fährt es sich einfach am entspanntesten. Aber in einem kleinen Roadster kann hohe Drehzahl und viel Dampf bei selbiger auch mächtig Laune machen. Es ist also eine Frage des Autos und natürlich des persönlichen Geschmacks.

@jackom:

Nur zum Verständnis: Zwischen Winkelgeschwindigkeit und Drehzahl besteht ein linearer Zusammenhang. Doppelte Drehzahl bedeutet auch doppelte Winkelgeschwindigkeit. Mach dir also nicht zu viele Gedanken um diese Größe, stell es dir einfach mit der Drehzahl vor!

Gruß Mani

Hi Mani,

also nach dem, was ich gelernt habe, ist die beste Beschleunigung eines Motors nur dort, wo er sein höchstes Drehmoment zur Verfügung hat. Sonst würden TurboDieselmotoren der neueren Generation nicht so gut im unteren Drehzahlbereich ziehen und oben rum kaum.

Dass ein Fahrzeug im unteren Gang bei hohen Drehzahlen besser beschleunigt, als im nächsthöheren Gang, liegt daran, dass die Getriebeabstufungen so gewählt wurden, dass ein Ausfahren der Gänge für maximales Beschleunigen Sinn macht.

MfG,

Schmiddi

Hallo Schmiddi

Was auch immer du da gelernt hast, für die Beschleunigung ist immer noch die Maximalleistung eines Motors maßgeblich. Es ist ja völlig egal, in welchem Gang du bist, also welches Übersetzungsverhältnis du gerade hast, am besten beschleunigen wird dein Fahrzeug bei der Nenndrehzahl, also bei der Maximalleistung. Die Getriebeabstufungen werden möglichst gleichmäßig gewählt, damit die Drehzahl im nächsthöheren Gang nicht zu weit absinkt.

Nehmen wir folgendes an: Wir fahren immer im gleichen Gang, also immer das gleiche Übersetzungsverhältnis. Der Motor hat sein max. Moment bei 2200 U/min und seine max. Leistung bei 5000 U/min. Wo wird der Motor besser beschleunigen? Natürlich bei 5000, da wirst du mir ja wohl Recht geben oder?

Zitat:

Original geschrieben von e30Schmitti

Sonst würden TurboDieselmotoren der neueren Generation nicht so gut im unteren Drehzahlbereich ziehen und oben rum kaum.

Moderne Diesel ziehen obenrum nicht mehr so gut, das ist klar. Aber trotzdem haben sie dort, wo die größte Leistung anliegt auch die größte Beschleunigung. Wenn du mit einem Diesel die maximale Beschleunigung erreichen willst, musst du ihn trotzdem ausdrehen.

Du hast gesagt, die Getriebeabstufung wird so gewählt, dass ein Ausfahren der Gänge für maximales Beschleunigen Sinn macht. Wie müsste man deiner Meinung nach ein Getriebe abstufen, um beim nicht ausdrehen der Gänge eine bessere Beschleunigung zu erreichen als wenn man sie ausdreht???

Nach dem was du geschrieben hast, wäre es besser beim Überholen einen Gang hoch zu schalten anstatt runter. Das kann irgendwie nicht sein oder?

Gruß Mani

Hi Mani,

also Beschleunigung dachte ich, kommt von der Kraft, die ich aufwende. Denn wenn ich beim Fahrrad im selben Gang mehr Kraft (oder auch Gewicht) auf die Pedale gebe, desto besser sollte das Bike doch beschleunigen, oder?

E-Motoren, die immer das selbe Drehmoment zur Verfügung haben beschleunigen schließlich auch konstant. Dass die Leistung da ansteigt, ist ja logisch. Aber ob man jetzt bei 2000 touren oder bei 4000 Touren die gleiche Kraft aufwendet, wo soll da ein Unterschied sein? (Widerstandskräfte jetzt mal außen vor gelassen).

Das mit dem Getriebe funktioniert doch eigentlich folgendermaßen:

E-Motor mit 300NM (konstant über das gesamte Drehzahlband). Widerstände durch Getriebe oder Reibung mal außen vor gelassen.

1. Gang 4:1

2. Gang 3:1

3. Gang 2:1

Im den Gängen wirkt das Getriebe wie ein Hebel, der das x-fache der Motorkraft auf den Kardan bringt und gleichzeitig die Drehzahl des Kardans um den selben Faktor (sorry für die wohl falsche Fachterminologie. Mathe und Physik ist etwas her) verringert:

1. Gang

300NM x 4 = 1200NM an der Kardanwelle

2. Gang dementsprechend

300NM x 3 = 900NM

3. Gang...

usw.

Die Leistung übrigens bleibt am Motor und am Kardan gleich. Guckstu hier:

Motor dreht 2000 Upm

Leistung Motor (in PS): 300NM x 2000Upm / 7023,5 = ca. 85,43 PS

Leistung am Kardan:

1. Gang: 1200NM (ergibt sich aus s.o.) x [2000Upm / 4 (wegen des Getriebes)] / 7023,5 = ca. 85,43 PS

2. Gang:

usw.

Da Benzinmotoren jetzt über kein konstantes Drehmoment verfügen, sondern über eine Drehmomentkurve, die irgendwann so dermaßen abfällt, dass eine Beschleunigung nicht mehr gewährleistet ist, muss ein Getriebe her, dass das Fahrzeug weiter beschleunigen lässt (wenn auch insg. langsamer).

Optimale Schaltzeitpunkte erreicht man dann, wenn man im nächsten Gang wieder mehr Drehmoment auf die Antriebsräder bringt, als im aktuellen (denn, die Leistung bleibt ja gleich).

Das Beispiel, an dem ich "gelernt" habe, findest Du auf dieser Site.

Warum der 8er da gerade in den ersten Gängen so eine "merkwürdige" Übersetzung hat, ist mir da übrigens ein Rätsel. Jedenfalls finde ich die Erklärung (die übrigens mit vielen anderen Sites grundlegend übereinstimmt) gut und schlüssig.

Noch ein Beispiel: Wir nehmen ein Auto, das mit einem Diff (1:1) nicht gut beschleunigt. Bauen wir nun ein 2:1er Diff ein, würde der Wagen besser beschleunigen (bei weniger Vmax). Die Leistung, die an den Antriebsrädern aber erbracht würde, bleibt gleich. Aber die NM hätten sich (rein theoretisch) verdoppelt. Die Gänge im Getriebe lassen wir bei diesem eher unpraktischen Beispiel außen vor ;)

Vielleicht verstehst Du meinen Konflikt. Habe in einem anderen Thread mit meinem "Wissen" schon einen Vectra-Fahrer zur Verzweiflung gebracht (zu seiner Entlastung: Ich bin hartnäckig ;-) ) Leider waren seine Argumente nicht besonders allgemein bezogen, sonder nur auf einige Opel-Modelle. Zitat:

"Vegleiche:

Zafira 2.2DTi 125PS 280NM vs. Zafira 1.8i 125PS 170NM:

0-100km/h in 11,5s

Meriva 1.7CDTi 100PS 240NM vs. Meriva 1.6i 100PS 150NM: 0-100km/h 13,4 bzw. 13,3s

Vectra: 3.0CDTi 177PS 370NM vs. Vectra 2.0T 175PS 265NM: 0-100km/h 9,3s bzw. 9,1s

Differenzen zu ungunsten der Diesel ergeben sich durch das geringfügig höhere Gewicht."

Meines Wissens ist ein Vergleich TurboDiesel und SaugBenziner nicht gerade aussagekräftig.

Aber jetzt will ich auch andere Meinungen einholen.

Gruß,

Schmitti

Hi Mani,

E30Schmitti hat schon Recht, hatte Dich nur zuerst falsch verstanden.

Das Drehmoment ist für die Beschleunigungsfähigkeit des Fahrzeugs maßgeblich (zusammen mit der Gesamtübersetzung und dem Fahrzeuggewicht).

Die Leistung ist zuständig für die erzielbare Höchstgeschwindigkeit.

Das ist im Prinzip Physik 8. Klasse

Grundformel: Kraft = Masse x Beschleunigung

bzw. umgewandelt: Beschleunigung = Kraft / Masse

Die Leistung suchst du in dieser Formel vergeblich.

Drehmoment = Kraft

Leistung = Drehmoment x Drehzahl....

Gruss Detlev

am 8. April 2004 um 11:06

Es ist die Leistung, die für das Beschleunigen maßgeblich ist. Wenn eine Masse beschleunigt werden soll, muss Arbeit an ihr verrichtet werden. Diese Arbeit wird in einer bestimmten Zeit verrichtet und ergibt daher die nötige Leistung.

Das Drehmoment gibt aber trotzdem Auskunft über die Beschleunigungsfähigkeit eines Autos. Liegt eine hohes Drehmoment schon bei (gleicher) niedriger Drehzahl vor, ist die Leistung entsprechend höher, als bei niedrigem Drehmoment. Daher kann die Arbeit in einer kürzeren Zeit verrichtet werden. Bei Dieseln und Benzinern liegen die Leistungskurven anders, entsprechend der Drehmomentkurven. Über das gesamte Drehzahlband gesehen ergibt sich aber wieder gleichstand, da die Leistungskurve bei Dieseln im oberen Bereich deutlich flacher verläuft. Die Flächen unter den Leistungskurven, über die Zeit aufgetragen, nämlich die geleistete Arbeit, ist also annähernd gleich. Daraus resultieren dann auch die fast identischen Beschleunigungswerte von Benzinern und Dieseln. Maßgeblich ist also immernoch die Leistung.

Niedriges Drehmoment bei hoher Leistung, kann man durch ein Getriebe in höheres Drehmoment bei geringerer Drehzahl (und gleicher Leistung) wandeln. Mangelnde Leistung des Motors ist jedoch nicht zu umgehen.

Trotzdem kann man an der Drehmomentkurve schon vieles ablesen, denn die Drehzahlen von PKW-Motoren sind ja in etwa gleich. Daher produziert also der drehmomentstarke Motor schon früher eine höhere Leistung und ist besser Fahrbar, denn hohe Leistung liegt bei ihm auf einem breiteren Drehzahlband vor.

Es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Leute die einfachsten physikalischen Tatsachen zugunsten eines gesunden Halbwissen leugnen......

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