Spur verstellt sich immer wieder -- Was kann die Ursache sein?

Mercedes E-Klasse W210

Hallo zusammen 🙂

Mein zweites Thema in zwei Tagen. Mit diesem hier habe ich allerdings schon eine Weile zu tun .. und es nervt mich.

Ich habe mein Fahrzeug im Dezember 2011 übernommen. Im Frühjahr ist mir aufgefallen, dass der Wagen etwas nach rechts zieht. Bin also auf geraden Strecken immer mit etwas nach links eingeschlagenem Lenkrad gefahren. Also habe ich die Spur im Juli 2012 nachstellen lassen. Hatte auch das Gefühl, dass das Nach-rechts-ziehen mit der Zeit stärker wurde.

Nachdem die Spur eingestellt wurde, war ich total überrascht, wie schön es ist, geradeaus zu fahren 😁. War ein großer Unterschied! Allerdings... nach einigen hundert Kilometern hatte ich schon wieder das Gefühl, dass das Auto etwas nach rechts zieht. Und es wurde stärker mit der Zeit, sodass ich dieses Jahr, April 2013, die Spur nochmals vermessen und einstellen lassen habe. Laut Messung war die Spur nur minimal verstellt und wurde entsprechend korrigiert. Weil der Meister meinte, dass er sich nicht vorstellen kann, dass es allein die Spur ist, habe ich gleich noch einen Stoßdämpfertest gemacht, wobei den Stoßdämpfern "Ausgenudeltheit" attestiert wurde. Dennoch fuhr der Wagen erstmal wieder super geradeaus, nachdem die Spur korrigiert wurde. An den Reifen war übrigens keinerlei einseitige Abnutzung zu sehen.

Also eine Woche später Stoßdämpfer getauscht, dabei gleich auch Federn vorne (eine war gebrochen) und Bremsen vorne komplett auch. Fahrzeug fuhr immernoch geradeaus. Allerdings nicht lange. Auf der Autobahn merkte ich, dass das Fahrzeug immernoch -- oder schon wieder, weiß ich nicht! -- minimal nach rechts zieht. Tendenziell wird dieses Verhalten auch wieder stärker, meine ich.

Was kann das sein?? Der Wagen ist unfallfrei und war mehrfach auf der Bühne. Ich habe explizit gefragt, ob irgendwas zu sehen ist, was für dieses Verhalten sorgen könnte, und es war wohl nichts zu sehen.

Was mir aufgefallen ist: Wenn ich auf Straßenabschnitten fahre, die ganz gerade sind -- meist sind Straßen ja etwas geneigt, damit das Wasser abläuft -- scheint er mir nicht nach rechts zu laufen. Wenn ich mal auf einer Spur fahre, die nach links runter geht, muss ich auch ein bisschen nach rechts gegenlenken. Aber normal kann das ja nicht sein, dass die Lenkung so extrem den Fahrbahnneigungen nachläuft..! Zumal es ja besser war nach dem Spureinstellen!

Hat jemand eine Idee, was da los ist? Ist die Fahrwerksgeometrie an anderer Stelle schräg? Sind es die beknackten Millionen von Kreisverkehren in Norwegen, die mir die Lenkung vermurksen? Eher nicht, oder?

Würde mich sehr über Einschätzungen freuen!

Vielen Dank und viele Grüße
ES

Beste Antwort im Thema

Guten Morgen zusammen,

ich möchte mal den Stand der Dinge berichten 🙂.

Das Ergebnis vorweg: Zur Zeit fährt das Auto so gut geradeaus wie noch nie seit ich es besitze. Fühlt sich völlig anders an als bisher und es ist eine echte Wohltat!

Ich hatte das Auto nochmal ein paar Tage in einer freien Werkstatt. Die "Leidensgeschichte", die ich auch hier erzählt habe, habe ich aufgeschrieben und dem Meister in die Hand gedrückt. Was er mir dann zunächst sagte, deckt sich mit dem, was Marko weiter oben schrieb: Er sagte, es gebe in ganz Hannover (dort ist die Werkstatt angesiedelt) genau eine einzige Person, die ein Mercedes-Fahrwerk richtig einstellen könne (er meinte nicht sich selbst, kennt aber die Person gut und holt sie sich ab und an zur Hilfe). Und dass die anderen es bisher nicht hinbekommen haben, wundere ihn gar nicht. Und Fahrwerke seien so ein bisschen sein Hobby 😉. Naja.. wie auch immer..

Jedenfalls konnte er das Problem lösen. Allerdings nicht über die üblichen Einstellungen am Fahrwerk, sondern direkt am Befestigungspunkt der Karosserie. Aber bitte fragt mich nicht, was genau er da gemacht hat. Jedenfalls läuft das Auto wie am Band gezogen geradeaus.

Er meinte übrigens auch, das Fahrwerk sei nicht mehr anständig einstellbar. Wenn da nochmal was gemacht werden muss, dann müssen ein paar Fahrwerksteile vorher wohl neu.

Was mich noch nachdenklich stimmt: Um herauszufinden, woher das Problem mit dem Geradeauslauf eigentlich kommt, ließ er u.a. auch die Radlast messen. Das Ergebnis sei "kurios" und ähnele "eher einem Ufo als einem Auto". Mit Messungenauigkeiten sei das auch nicht zu erklären, die Abweichungen von der Norm seien viel zu groß. Also irgendwie passt da die Geometrie nicht. Sowas könne grundsätzlich bei Unfallwagen auftreten, ob meiner einer ist, kann er aber nicht sagen, weitere Anhaltspunkte dafür habe er nicht. (Ich habe den Wagen natürlich als unfallfrei gekauft!). Aber irgendwas ist jedenfalls im Argen.

Zum Thema Radlast muss ich mich erstmal schlaumachen. Hier auf MT steht dazu erstaunlich wenig.

Jedenfalls fährt das Auto geradeaus. Das wollte ich Euch erstmal mitteilen 😉.

Viele Grüße
ES

PS: Die Werkstatt möchte ich übrigens ausdrücklich weiterempfehlen! Wer im Großraum Hannover was sucht... kann sich ruhig einmal melden.

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Ich hatte es bei meinem letzten Auto, dass der Reifen vorne links etwas schneller Luft verlor als die anderen drei Reifen. Dadurch zog das Auto wöchentlich immer mehr nach links.

Jedes Mal nach dem Aufpumpen der Reifen war wieder alles ok. Irgendwann ging es dann wieder los (bis zum nächsten Aufpumpen). 😉

Guten Abend zusammen,

vielen Dank für die weiteren Beiträge - und besonders auch an Jürgen für das Anhängen des Protokolls!

Also der Reihe nach 🙂

@mixedfeelings: Lenkrad wurde nicht ausgebaut seit ich den Wagen besitze (12/2011)

@Medlock & drago: Bordsteinkontakt habe ich schon regelmäßig -- allerdings keinen "schlimmen". Ich fahre hier (Norwegen) rückwärts auf meinen Parkplatz über einen abgesenkten Bordstein. Allerdings fiel mir die Spurveränderung noch in Deutschland auf. Da fahre ich zwar auch über einen abgesenkten Bordstein, allerdings stets sehr bedacht. Andere Autos hatten in den letzten 20 Jahren jedenfalls kein Problem, dass auf unsere (deutsche) Grundstückseinfahrt zurückzuführen wäre 😉.

@Guenni: Deine Hinweise werde ich bei MB vorbringen. Selbst beurteilen kann ich sie leider nicht. Aber zumindest, dass die gebrochene Feder Einfluss auf die Einstellung gehabt haben könnte, erscheint mir plausibel. Wie lang die gebrochen war ... kein Ahnung! Gesehen habe ich die kaputte Feder nicht, sondern wurde nur beim Stoßdämperwechsel bei MB darauf hingewiesen. Ich hab's nicht einmal gemerkt. Länger als ein halbes Jahr zumindest dürfte es nicht gewesen sein. Und selbst beim Wechsel auf die Sommerreifen (Ende März) habe ich bewusst nachgeschaut und nichts gesehen -- das jedoch muss nichts heißen. Auf die Kosten einer Spureinstellung werde ich MB ansprechen. Vielleicht bekommt man dort Mitleid.

@Jürgen: Ich habe mal zwei Bilder der Reifen hochgeladen (das eine leider etwas verschwommen). Es sind Bridgestone Ecopia EP 150, neugekauft im März 2012. Grundsätzlich fahren sich diese Reifen super, auch bei hohen Geschwindigkeiten. Bin bisher sehr angetan!
Vielen Dank für das Einscannen des Protokolls! Das nehm ich mal als Vergleich mit, zusätzlich zu den Anmerkungen von Guenni.

@krusta: Klingt ein wenig nach Felgenhorn... dazu hatte GoozeMan neulich einen Beitrag eröffnet.

Gestern bin ich endlich dazu gekommen, den Luftdruck nochmals zu checken. Der war in der Tat leicht unterschiedlich, allerdings nicht gravieren. Habe nachjustiert..: Vorne sind es jetzt 2,5 und hinten 2,9. Knapp über dem empfohlenen Wert für hohe Zuladung. Ggf. ergibt sich ja dieses Wochenende eine Tour, da werde ich das Verhalten nochmal überprüfen.

Viele Grüße und vielen Dank Euch allen
ES

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Hy ES

Die Reifen schauen in Punkto Längssteg doch garnicht schlecht aus, hat sogar zwei davon.
Aber was mir sofort aufgefallen ist, dass die Spitzen der Profilböcke auf dem Bild links, hervorstehen. Habs mal markiert was ich meine, oder täuscht das auf dem Bild?
Hast du schon mal versucht von vorne nach hinten zu tauschen.

Cimg6807a

Hallo zusammen,

ich wollte mal eine Meldung zum Stand der Dinge geben:

Freitag war ich nochmals in der Werkstatt, die mir das Fahrwerk vermessen und eingestellt hatte. Dort wurde ohne Murren oder Diskussion sofort das Fahrzeug wieder angenommen und nochmals vermessen und eingestellt, nachdem ich darauf hinwies, dass beim ersten Durchgang eine gebrochene Feder übersehen worden war. Verlangt wurde nix, 5€ für die Kaffekasse, soweit alles schön.

Bei der Probefahrt war ich dann hin- und hergerissen. Mal zog das Fahrzeug nach rechts, mal war nichts zu merken. Aber tendenziell zog er immernoch nach rechts. Dummerweise war keine Autobahn direkt anfahrbar, auf der ich höhere Geschwindigkeiten als 70 testen konnte, da dort derzeit alles aufgerissen und gesperrt ist. Weil die Kiste aber auch so immernoch nicht ausreichend geradeaus lief, bin ich wieder hin zur Werkstatt und hab berichtet. Man war dort nicht überrascht..

Man vermute ein Problem an der Hinterachse. Diese aber ließe sich nicht mehr einstellen, weil die Gummi-Metall-Lager zum Teil "fest" waren; die Kunststoffe sind wg. Konservierungsfetts aufgequollen und die Metallteile nach 16 Jahren zu vergammelt. Außerdem sagte man mir, dass die hinteren Gelenke generell mal erneuert gehörten, was man merken würde, wenn man scharf die Spur wechselt und der Po des Fahrzeugs etwas nachwackelt. Man habe das Mögliche getan und könne vorne nichts weiter einstellen, um den Geradeauslauf zu verbessern, vorher müsse die Hinterachse erneuert werden. Außerdem sei der Linkseinschlag im Lenkrad um geradeauszufahren nicht immer notwendig, auf manchen Straßen sei sogar ein Rechtseinschlag notwendig und manchmal sei es gerade. (Einen Rechtseinschlag konnte ich auf 800 km Autobahn gestern nie beobachten; Geradestellung in weniger als 1% der Fahrzeit).

Als ich dann gestern Nacht auf der Autobahn gefahren bin, ist mir aufgefallen, dass der Geradeauslauf nach der erneuten Einstellung nun tatsächlich noch viel schlechter ist als vorher. Auf der Autobahn nach rechts lenken muss ich fast nur noch in Kurven, in denen schon die roten Warnpfeile stehen; ich kann sogar leichte Rechtskurven mit Linkseinschlag im Lenkrad fahren. Kurz: Das geht gar nicht!

Abgesehen von der Verschlimmbesserung hab ich mal versucht, beim Fahren auf die Hinterachse zu achten -- jedenfalls so, wie ich mir vorstelle, dass man die Hinterachse wahrnehmen könnte. Tatsächlich ist das Fahrzeug recht (ziemlich!) seitenwindempfindlich und wabert dann gerne etwas rum. Ich kann mir vorstellen, dass das von der Hinterachse kommt. Andererseits kenne ich jemanden, der vor 10 Jahren nen (neugekauften) S210 wieder verkauft hat, weil ihm diese Seitenwindempfindlichkeit so auf den Wecker fiel.

@Juergen: Habe mir die Reifen nach Deinem Hinweis mit dem Foto mal genauer angeschaut. Diese Spitzen stehen zumindest nach längeren Fahrten nie merklich ab; ich glaube nicht, dass das ein Thema ist. Bewusst durchgetauscht habe ich die Räder zwar nicht, aber ich hatte vorher andere Sommerreifen und im Winter ja Winterreifen und das Problem bestand bei allen.

So weit erstmal. Ich bin etwas gefrustet...

Viele Grüße
ES

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Ich denke auch, dass dein Fahrwerk ein Fall für eine Generalüberholung ist. Hinterachsträger raus, Gelenke auspressen, wenn noch möglich und Träger sanieren, oder eben einen Austasuschträger organisieren. Alle Gelenke und die die 4 Lager des Hinterachsschemels erneuern.

Ein idealer Zeitpunkt um auch die Befestigungspunkte an der Karosserie zu sanieren.

Vorderachse auch gleich komplett machen, Lenkgetriebe überprüfen.

Hallo ES , sehe das wie A-D ! Rein altersbedingt kommst du jetzt in einen Bereich , in dem Langzeit - Erneuerungen fällig werden . Wenn die Hinterachse raus ist , ist das die beste Gelegenheit , auch die Brems - und vor allem Hydraulik Leitungen zu erneuern , das ist dann ein Aufwand und kostet vergleichsweise nur einen Klacks .Irgendwann ist sowas halt bei jedem fällig , der sich entschlossen hat , sein Auto> 10 Jahre zu nutzen - dafür hast du hinterher auch wieder lange
Ruhe !🙂 Fühle mit dir !😠🙁

Hallo Ihr Zwei,

ich muss zugeben, dass ich ne komplette Fahrwerksrevision jetzt irgendwie gar nicht auf der Rechnung hatte... Das nervt mich ja jetzt.

Vorderachse zumindest sollte aber eh passen. Hinterachse... nun ja, die könnte fällig sein. Ich glaube, dass die Belastungen fürs Fahrwerk in der skandinavischen Anti-Auto-Diktatur mit Huckeln und Löchern und Kreisverkehren erheblich höher ist als anderswo. Wenn man täglich über 20 dicke Huckel drüber muss, dürfte die reale Belastung fürs Fahrwerk um ein Vielfaches höher sein als unter normalen Umständen. Gelaufen ist der Wagen jetzt knapp 182.000, davon in Norwegen ca. 150.000.

Ganz schlüssig ist die Geschichte für mich dennoch nicht, denn es gab ja zeitweise deutliche Verbesserungen, nachdem nachgestellt wurde, wenn auch nur kurz.

@DSD: Du hattest Deine Hinterachse letztes Jahr revidieren lassen, oder? Oder hattest Du sie nur "runter" und die Bremsleitungen erneuern lassen und die Hinterachse ist bei Dir noch original? Bremsleitungen hinten sind bei meinem 2006 ausgetauscht worden, könnten also noch gut sein.

Hat jemand ne Idee, mit welchen Kosten zu rechnen wären bei einer "großen" Revision, wie von A-D vorgeschlagen, und einer Revision mit optimistischer Annahme über den Zustand umliegender Komponenten (Karosseriebefestigungspunkte...). Die Werkstatt sagte, für die Hinterachse gäbe es Zugstreben, Druckstreben etc. alles zusammen im Set. Hat wohl in manch ähnlichen Fällen geholfen (siehe auch http://www.motor-talk.de/forum/spur-halten-t2965858.html).

Viele Grüße
ES

Hallo ES , nein , meine Hinterachse ist nicht wirklich "revidiert" worden , ausgetauscht worden ist gar nichts , es wurde ein wenig entrostet und konserviert - sonst war alles in Ordnung ! Die Hinterachse war nur ausgebaut worden , damit die Erneuerung der Hydraulik - und Bremsleitungen einfacher war , speziell über der Hinterachse sahen die schon sehr unschön aus . Gleichzeitig konnte man dann den Bereich des Unterbodens , der von der Hinterachse verdeckt wird , gut konservieren .
Ich habe jetzt aktuell 353 000 km gefahren und die von dir geschilderten Probleme sind mir völlig unbekannt . Da dein Auto nur eine halb so große Laufleistung hat , wirst du mit deiner Vermutung schon recht haben , daß es an den dortigen Straßen liegt . Aber , man weiß ja auch nicht , ob Glubschi's Vorbesitzer nicht einfach über die Huckel gerast ist , ohne Rücksicht auf Verluste - das ist halt immer so , wenn man einen Gebrauchtwagen kauft : Kennt man den Besitzer nicht , bleibt's eine Wundertüte !

Ruf doch mal in der dir bekannten Werkstatt an und besprich das konkret mit Heinrich ! Bei MB würde ich das nicht machen lassen , da zahlst du dich an Arbeitszeit dumm und dämlich ! Bei mir ist das damals sehr ordentlich und supergünstig gemacht worden .

An der HA gibt es jede Menge von Gummilagern.
Je Seite 4 Streben: Zug-, Spur-, Surz-, und Schubstrebe, jeweils 2 Gummilager
der HA Träger hat 4 gummigelagerte Befestigungspunkte.
Die Streben gibt es als Komplettsatz, die Preise sind m.E. moderat. Die vo. und hi. Tonnenlager des HA-Trägers sollten auf jeden Fall auch erneuert werden.
http://www.motor-talk.de/.../...raeusch-beim-gangwechsel-t4563612.html

Danach sollte das Fahrwerk als Ganzes vermessen werden und nicht nur die HA. Die Werte zw. VA und HA in Zusammenhang mit der Fahrzeugmittellinie muss stimmen, - außer du möchtest 4spurig durch die Lande slippen 😉

Hallo zusammen,

vielen Dank für die Informationen!

@austriabenz: Hast Du da eine Größenordnung, was der Komplettsatz Streben ca. kostet? Du schreibst ja "moderat" -- darunter kann ich mir allerdings alles mögliche vorstellen 😉. Meinst Du originale MB-Teile oder welche aus dem Zubehör, wie z.B. Lemförder?

@DSD: War ja klar, dass die Teile bei Dir alle noch original sind 😉. Statt bei der Werkstatt nur anzurufen, würde ich glatt hinfahren und das direkt besprechen und dabei das Fzg. auf die Bühne nehmen. Eine ausführliche Telefonbesprechung mit Onkel H. kann ich mir nicht so recht vorstellen. 😁

Wenn an der Vorderachse bereits Stoßdämpfer, Federn und Stabistangen getauscht wurden, was könnte denn da möglicherweise noch anstehen? (MB sagte, die Vorderachse sehe sehr gut aus).

Mir ist beim Betrachten des alten und neuen Vermessungsprotokolls noch etwas aufgefallen: Die zugrundeliegenden Fahrzeugdaten sind verschieden. D.h. Werte für die hintere Spur, die letztes Mal innerhalb der Toleranz waren, sind dieses Mal außerhalb, weil sich die Toleranz verändert hat. Ich werde das Protokoll morgen mal scannen..

Viele Grüße und vielen Dank
ES

Wenn ich mich recht erinnere kosteten im guten Ersatzteilhandel beide Strebensätze zusammen ca. €160,-, die 4 Topflager liegen ähnlich.(die brauchte ich nicht, waren beim fast neuen Tausch-HA-Träger dabei)

Hallo ES,

ich kann es nachvollziehen, was Du da mitmachst und mein Beitrag wird Dir wahrscheinlich auch nicht weiterhelfen, aber...

Ich muß bei diesem Thema immer an die Worte meines MB-Schraubers (ehemaliger, langjähriger Meister bei Österreichs größtem 🙂) denken:

Zitat:
Die Spurvermessung/Einstellung bei den Benzen ist eine heikle Angelegenheit und die modernsten Hilfmittel alleine nützen nichts, wenn man kein geschicktes Händchen hat. Wir vermessen selber gar nicht, sondern schicken all unsere Kundenfahrzeuge lieber zu einem Vertrauensmann, von dem wir wissen, dass es hinterher auch klappt.

Dies sagt also jemand, der sich als Kfz-Meister selbstständig gemacht hat und erfolgreich und gut MB-Fahrzeuge repariert, sowie einen MB-Gebrauchtteilehandel betreibt.

Ich will Deiner Werke nichts unterstellen, aber vielleicht sind sie doch nicht ganz so firm bei diesen Dingen?

Gruß Marko

Guten Abend zusammen!

@austriabenz: Danke für die Preisinfo. Das ist jetzt mal viel günstiger, als ich mir vorgestellt habe... 🙂. Vielleicht kann man das dann einfach mal machen lassen... Vielleicht lässt sich noch ein günstiger Hinterachsträger finden. Die Arbeitszeit -- denn das kann ich alles nicht selbst -- ist vermutlich der größere Rechnungsposten.

@Marko: Interessantes Statement, das Du da zitierst. Die Forensuche offenbart ja ein paar "hoffnungslose Fälle", bei denen das Fahrwerk nicht so richtig wollte. Ich hoffe, ich muss mich da nicht einreihen (bin also noch hoffnungsvoll).

Übrigens wurde das Fahrwerk nicht von MB selbst vermessen und eingestellt, sondern von Euromaster. Aber die übernehmen das z.B. für MB in Goslar/DE, weil die das Gerät dafür nicht haben. Folglich haben die viele Mercedes-Fahrzeuge als Kunden. Nicht auszuschließen, dass sie es trotzdem nicht können, unterstellen möchte ich ihnen aber nichts.

Heute habe ich mit der Werkstatt nochmal telefoniert und habe Rückmeldung dazu gegeben, dass das Fahrverhalten nun viel schlechter ist als vorher. Und dazu, dass die SOLL-Werte auf dem Protokoll abweichen. Ich habe nochmal beide Protokolle angehängt. Die Unterschiede in den Soll-Werten habe ich markiert. Hat jemand eine Ahnung, wie es richtig ist? Die Werte aus Jürgens Protokoll sind fast identisch zu denen aus meinem neuen Protokoll; das alte ist da weit weg.

Diesmal wurde mir der Sturz des Fahrzeugs vorne eingestellt. Ich war bisher der Meinung, dass "man das nicht macht", außer bei Unfallfahrzeugen. Jedenfalls ist seit dem das Fahrverhalten vermurkst. Ich werde bei nächster Gelegenheit (in einigen Wochen; wenigen Monaten) bei der Werkstatt wieder vorstellig werden, damit das korrigiert wird -- diesmal mit ordentlicher Probefahrt. Möglicherweise erübrigt sich das auch, wenn ich die Hinterachse machen lasse und dann das ganze Fahrwerk eh neu vermessen lassen.

Viele Grüße und vielen Dank Euch allen
ES

Fahrwerkseinstellung alt
Fahrwerkseinstellung neu

Guten Morgen zusammen,

ich möchte mal den Stand der Dinge berichten 🙂.

Das Ergebnis vorweg: Zur Zeit fährt das Auto so gut geradeaus wie noch nie seit ich es besitze. Fühlt sich völlig anders an als bisher und es ist eine echte Wohltat!

Ich hatte das Auto nochmal ein paar Tage in einer freien Werkstatt. Die "Leidensgeschichte", die ich auch hier erzählt habe, habe ich aufgeschrieben und dem Meister in die Hand gedrückt. Was er mir dann zunächst sagte, deckt sich mit dem, was Marko weiter oben schrieb: Er sagte, es gebe in ganz Hannover (dort ist die Werkstatt angesiedelt) genau eine einzige Person, die ein Mercedes-Fahrwerk richtig einstellen könne (er meinte nicht sich selbst, kennt aber die Person gut und holt sie sich ab und an zur Hilfe). Und dass die anderen es bisher nicht hinbekommen haben, wundere ihn gar nicht. Und Fahrwerke seien so ein bisschen sein Hobby 😉. Naja.. wie auch immer..

Jedenfalls konnte er das Problem lösen. Allerdings nicht über die üblichen Einstellungen am Fahrwerk, sondern direkt am Befestigungspunkt der Karosserie. Aber bitte fragt mich nicht, was genau er da gemacht hat. Jedenfalls läuft das Auto wie am Band gezogen geradeaus.

Er meinte übrigens auch, das Fahrwerk sei nicht mehr anständig einstellbar. Wenn da nochmal was gemacht werden muss, dann müssen ein paar Fahrwerksteile vorher wohl neu.

Was mich noch nachdenklich stimmt: Um herauszufinden, woher das Problem mit dem Geradeauslauf eigentlich kommt, ließ er u.a. auch die Radlast messen. Das Ergebnis sei "kurios" und ähnele "eher einem Ufo als einem Auto". Mit Messungenauigkeiten sei das auch nicht zu erklären, die Abweichungen von der Norm seien viel zu groß. Also irgendwie passt da die Geometrie nicht. Sowas könne grundsätzlich bei Unfallwagen auftreten, ob meiner einer ist, kann er aber nicht sagen, weitere Anhaltspunkte dafür habe er nicht. (Ich habe den Wagen natürlich als unfallfrei gekauft!). Aber irgendwas ist jedenfalls im Argen.

Zum Thema Radlast muss ich mich erstmal schlaumachen. Hier auf MT steht dazu erstaunlich wenig.

Jedenfalls fährt das Auto geradeaus. Das wollte ich Euch erstmal mitteilen 😉.

Viele Grüße
ES

PS: Die Werkstatt möchte ich übrigens ausdrücklich weiterempfehlen! Wer im Großraum Hannover was sucht... kann sich ruhig einmal melden.

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