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PV auf Mehrfamilienhaus

Themenstarteram 29. Juni 2021 um 16:01

In unserer WEG steht die schrittweise Elektrifizierung der Tiefgarage an. Es sollen je nach Bedarf openWB-Boxen installiert und via Lastmanagement vernetzt werden (Stromanschluss direkt an eigenem Zähler). Im Zuge dessen haben wir uns überlegt, wie wir zum einen aus ökologischen Gründen, aber auch zur besseren Abfederung der Lasterhöhung eine PV-Anlage auf dem Dach installieren können. In meinen Recherchen habe ich folgende Möglichkeiten gefunden. Ich würde mich über Erfahrungen in diesem Bereich oder auch über weitere Ideen sehr freuen:

Mieterstrommodell:

Verpachten des Dachs an Betreiber oder Eigenbetrieb. Pächter oder WEG wird zum Energieversorger, Eigentümer oder Mieter können beim Energieversorger Kunde werden. WEG versorgt Kunden mit PV-Strom und kauft zusätzlichen Strom am Markt ein.

Was ist zu tun / erforderlich für Betreiber / WEG:

- Anmeldung bei Bundesnetzagentur als Energieversorger

- Klärung der Finanzierung -> WEG als Kreditnehmer

- Finanzierung aus Eigenmitteln -> Großteil der Rücklagen müsste aufgewendet werden oder Sonderumlage erforderlich

- Jährlich ordnungsgemäße Abrechnungen erstellen und Zahlungsmanagement dauerhaft betreiben

-> Fazit: Extrem hoher Verwaltungsaufwand, WEG müsste Energieversorger werden mit allen Rechten und Pflichten (Anmeldung Bundes-Netzagentur, Erstellung korrekter Abrechnung usw.). Sämtliche Zähler müssten durch Smart-Meter ausgetauscht werden. Bei unter 10 Einheiten defizitär, niemand kann dazu verpflichtet werden, Kunde der WEG als Stromanbieter zu werden. Jährliches Risiko, dass jemand kündigt.

WEG kauft PV-Anlage

Was ist zu tun für WEG:

- Klärung der Finanzierung -> WEG als Kreditnehmer

- Finanzierung aus Eigenmitteln (Rücklagen oder Sonderumlage)

- Kein Eigenverbrauch der Eigentümer möglich, lediglich Versorgung Allgemeinstrom, Rest Volleinspeisung

- Evtl. werden Eigentümer, die Vermieter sind, gewerblich infiziert?

Dach an einen oder mehrere Eigentümer verpachten

Was ist zu tun für WEG:

- Vereinbarung langfristiger Pachtvertrag

Vorteile:

- Eigennutzung analog Betrieb auf Einfamilienhaus möglich

Nachteile:

- nur einmal möglich, danach kann kein Eigentümer mehr in PV einsteigen, weil Dach belegt. Prozedere für Pachtpreisfindung?

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11 Antworten

Zitat:

@masi79 schrieb am 29. Juni 2021 um 16:01:24 Uhr:

Es sollen je nach Bedarf openWB-Boxen installiert und via Lastmanagement vernetzt werden (Stromanschluss direkt an eigenem Zähler).

Da muss man sicher auch mit der IT-Sicherheit aufpassen.

Zitat:

Im Zuge dessen haben wir uns überlegt, wie wir zum einen aus ökologischen Gründen, aber auch zur besseren Abfederung der Lasterhöhung eine PV-Anlage auf dem Dach installieren können.

Hab mich auch mal selbst nur grob im Internet informiert. Die allererste Frage ist, ob euer Dach PV-geeignet ist.

- Ausrichtung möglichst nach Süden?

- Verschattung durch umliegende Gebäude und Bäume auf gut PV-geeigneten Seiten? Gibt z. T. Webseiten der Bundesländer, die auf Karten eine grobe Einschätzung geben, aber evtl. insb. Bäume nicht berücksichtigen.

- Dachgebälk stabil genug? Evtl. sollte vorher nochmal das Dach neu gemacht werden, wenn es bereits älter ist?

Sind die E-Autos tagsüber überhaupt da oder wird da noch ein fetter Akkuspeicher fällig (wenn es wirklich um die höhere Last geht), der sich aktuell eher nicht amortisiert? (oder wird trotzdem ein höherer BKZ fällig?)

Zitat:

Dach an einen oder mehrere Eigentümer verpachten

[...]

Nachteile:

- nur einmal möglich, danach kann kein Eigentümer mehr in PV einsteigen, weil Dach belegt. Prozedere für Pachtpreisfindung?

Hast du schon mal mit Hilfe entspr. Internetseiten bzw. auf Basis des Stromverbrauchs der interessierten(!) Nutzer eine Abschätzung gemacht, wieviel Fläche die Solarzellen brauchen? Wird dann wirklich das ganze Dach belegt?

Würde eine Solaranlage die das ganze Dach einnimmt gewisse kWp-Grenzen übersteigen, wodurch ggf. mehr Aufwand/Steuern/Abgaben dazukommen, sodass es etwas uninteressanter wird?

Natürlich werden die Solaranlagen pro kWp tendenziell billiger, je größer sie sind. Aber wie du indirekt schon angedeutet hast, steigt mit der Größe auch das finanzielle Risiko. Deswegen kann ich mir vorstellen, dass eine oder eben ggf. mehr kleinere Anlagen knapp unter einer der Grenzen wg. des sonst größeren Aufwands wenn sie "zu groß sind" mehr Sinn machen.

Wobei ich gerade nicht weiß, ob Balkon-Solaranlagen mit 600/800W finanziell soviel Sinn machen.

Wenn du hier in den nächsten Tagen keine ausr. Antworten bekommst, solltest du nach PV-Foren außerhalb von MT Ausschau halten.

notting

Themenstarteram 30. Juni 2021 um 13:20

Zitat:

@notting schrieb am 29. Juni 2021 um 17:57:43 Uhr:

Hab mich auch mal selbst nur grob im Internet informiert. Die allererste Frage ist, ob euer Dach PV-geeignet ist.

- Ausrichtung möglichst nach Süden?

- Verschattung durch umliegende Gebäude und Bäume auf gut PV-geeigneten Seiten? Gibt z. T. Webseiten der Bundesländer, die auf Karten eine grobe Einschätzung geben, aber evtl. insb. Bäume nicht berücksichtigen.

- Dachgebälk stabil genug? Evtl. sollte vorher nochmal das Dach neu gemacht werden, wenn es bereits älter ist?

Sind die E-Autos tagsüber überhaupt da oder wird da noch ein fetter Akkuspeicher fällig (wenn es wirklich um die höhere Last geht), der sich aktuell eher nicht amortisiert? (oder wird trotzdem ein höherer BKZ fällig?)

Ausrichtung ist Ost/West, also durchaus brauchbar. Verschattung ist kein grundsätzliches Problem, aber es gibt bessere und schlechtere "Ecken" auf dem Dach. Will heißen: leichte Verschattung am Rand gibt es und müsste sich dann in der Pacht niederschlagen. Inwieweit tagsüber geladen werden kann, ist natürlich schwer einzuschätzen. Ich würde erwarten, dass sich das dann über den Preis regeln könnte, wenn man das ganzheitlich denkt bzw. jeder dann halt individuell steuern müsste, wenn man kleinere Anlagen installiert. Ob das Dach stabil genug ist, wurde noch nicht geprüft, ich würde aber davon ausgehen - das Gebäude ist erst knapp 20 Jahre alt.

Zitat:

@notting schrieb am 29. Juni 2021 um 17:57:43 Uhr:

Hast du schon mal mit Hilfe entspr. Internetseiten bzw. auf Basis des Stromverbrauchs der interessierten(!) Nutzer eine Abschätzung gemacht, wieviel Fläche die Solarzellen brauchen? Wird dann wirklich das ganze Dach belegt?

Grundsätzlich passen auf das Dach etwa 40 kWp. Das entspräche etwa 10 durchschnittlichen Haushalten. Im Haus gibt es 20 Wohnungen, von daher wäre theoretisch Platz für 10 sehr kleine Anlagen. Ich gehe aber davon aus, dass so kleine Anlagen ein Wirtschaftlichkeitsproblem haben. Vielleicht hat ja jemand Erfahrung hiermit?

Zitat:

@notting schrieb am 29. Juni 2021 um 17:57:43 Uhr:

Würde eine Solaranlage die das ganze Dach einnimmt gewisse kWp-Grenzen übersteigen, wodurch ggf. mehr Aufwand/Steuern/Abgaben dazukommen, sodass es etwas uninteressanter wird?

Ansich gibt es hier nur die 10 kWp-Grenze, unterhalb derer keine Steuerpflicht mehr gilt (außer natürlich ggf. Ust.-pflicht), sprich: eine Anlage über 40 kWp aus meiner Sicht unkritisch.

Zitat:

@notting schrieb am 29. Juni 2021 um 17:57:43 Uhr:

Natürlich werden die Solaranlagen pro kWp tendenziell billiger, je größer sie sind. Aber wie du indirekt schon angedeutet hast, steigt mit der Größe auch das finanzielle Risiko. Deswegen kann ich mir vorstellen, dass eine oder eben ggf. mehr kleinere Anlagen knapp unter einer der Grenzen wg. des sonst größeren Aufwands wenn sie "zu groß sind" mehr Sinn machen.

Wobei ich gerade nicht weiß, ob Balkon-Solaranlagen mit 600/800W finanziell soviel Sinn machen.

Ich glaube, kleine Balkon-Solaranlagen machen schon Sinn, da hier keine neuen Zähler fällig sind, hier reicht ggf. eine Rücklaufsperre. Allerdings sieht sowas natürlich schnell unschön aus, wenn jeder wild hier Module montiert. Bei PV Anlagen von mehreren kWp müssen aber entweder neue Zähler oder Zweirichtungszähler her. Ich könnte mir vorstellen, dass die ganze Verkabelung, viele kleine Wechselrichter usw. irgendwann ins Geld gehen. Ich habe aber noch keine Angebote eingeholt und im Internet kein Projekt gefunden, wo das jemand gemacht hat.

Zitat:

@masi79 schrieb am 30. Juni 2021 um 13:20:07 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 29. Juni 2021 um 17:57:43 Uhr:

Hab mich auch mal selbst nur grob im Internet informiert. Die allererste Frage ist, ob euer Dach PV-geeignet ist.

- Ausrichtung möglichst nach Süden?

- Verschattung durch umliegende Gebäude und Bäume auf gut PV-geeigneten Seiten? Gibt z. T. Webseiten der Bundesländer, die auf Karten eine grobe Einschätzung geben, aber evtl. insb. Bäume nicht berücksichtigen.

- Dachgebälk stabil genug? Evtl. sollte vorher nochmal das Dach neu gemacht werden, wenn es bereits älter ist?

Sind die E-Autos tagsüber überhaupt da oder wird da noch ein fetter Akkuspeicher fällig (wenn es wirklich um die höhere Last geht), der sich aktuell eher nicht amortisiert? (oder wird trotzdem ein höherer BKZ fällig?)

Ausrichtung ist Ost/West, also durchaus brauchbar. Verschattung ist kein grundsätzliches Problem, aber es gibt bessere und schlechtere "Ecken" auf dem Dach. Will heißen: leichte Verschattung am Rand gibt es und müsste sich dann in der Pacht niederschlagen. Inwieweit tagsüber geladen werden kann, ist natürlich schwer einzuschätzen. Ich würde erwarten, dass sich das dann über den Preis regeln könnte, wenn man das ganzheitlich denkt bzw. jeder dann halt individuell steuern müsste, wenn man kleinere Anlagen installiert. Ob das Dach stabil genug ist, wurde noch nicht geprüft, ich würde aber davon ausgehen - das Gebäude ist erst knapp 20 Jahre alt.

Und wie ist eben zu Sonnenschein-Zeiten bzw. allg. die Stromnachfrage? Wenn die Stromzähler alle ungefähr gleich alt sind, kann man da zumindest grob was abschätzen? Bzw. weiß man wieviele kaum verreisende Rentner es gibt, wo man eine Klimaanlage sieht, etc.?

Zitat:

@masi79 schrieb am 30. Juni 2021 um 13:20:07 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 29. Juni 2021 um 17:57:43 Uhr:

Hast du schon mal mit Hilfe entspr. Internetseiten bzw. auf Basis des Stromverbrauchs der interessierten(!) Nutzer eine Abschätzung gemacht, wieviel Fläche die Solarzellen brauchen? Wird dann wirklich das ganze Dach belegt?

Grundsätzlich passen auf das Dach etwa 40 kWp. Das entspräche etwa 10 durchschnittlichen Haushalten. Im Haus gibt es 20 Wohnungen, von daher wäre theoretisch Platz für 10 sehr kleine Anlagen. Ich gehe aber davon aus, dass so kleine Anlagen ein Wirtschaftlichkeitsproblem haben. Vielleicht hat ja jemand Erfahrung hiermit?

Leider nein. Aber ich denke, man sollte sich eben an den Grenzen orientieren, die im nächsten Absatz erwähnt werden.

40kWp / 20 WE = 2kWp/WE. Ist so wie ich das verstanden habe vor allem bei Mehrpersonen-Haushalten oder wenn noch ein E-Auto dabei ist eher wenig. Von dem her vermutl. nicht schlimm, wenn nicht alle mitmachen wollen. Der elektr. Umbau wg. den Zählern kostet schließl. auch Geld. Wenn man dann aufgrund von zu wenig Solarstrom zu wenig sparen kann, macht das auch keinen Sinn.

Zitat:

@masi79 schrieb am 30. Juni 2021 um 13:20:07 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 29. Juni 2021 um 17:57:43 Uhr:

Würde eine Solaranlage die das ganze Dach einnimmt gewisse kWp-Grenzen übersteigen, wodurch ggf. mehr Aufwand/Steuern/Abgaben dazukommen, sodass es etwas uninteressanter wird?

Ansich gibt es hier nur die 10 kWp-Grenze, unterhalb derer keine Steuerpflicht mehr gilt (außer natürlich ggf. Ust.-pflicht), sprich: eine Anlage über 40 kWp aus meiner Sicht unkritisch.

https://www.finanztip.de/photovoltaik/

Zitat:

Auf Deinen Eigenverbrauch fallen dagegen weder Abgaben noch Stromsteuer noch Netzentgelte noch vier von fünf Umlagen an; bei Anlagen bis maximal 30 Kilowatt Leistung auch keine EEG-Umlage, solange Du höchstens 30.000 Kilowattstunden selbst verbrauchst.

https://www.finanztip.de/photovoltaik/pv-steuer/

Zitat:

Hat Deine PV-Anlage nur maximal 10 Kilowatt Leistung, kannst Du Dir seit Juni 2021 aussuchen, ob Du Einkommensteuer auf Deinen Gewinn zahlst.

Bei der Gewerbesteuer gibt's auch einen größeren Freibetrag, sodass du wahrscheinlich in der Praxis nicht sofort Gewerbesteuer zahlen musst, wenn du über 10kWp kommst. Aber bei >10kWp hast du damit auf jeden Fall Arbeit.

notting

Ich denke, der Ansatz ist nicht ganz günstig:

1. Die Autoladung und die PV laufen extrem selten gleich, also wird es größtenteils Netzbezug geben (teuer) und Netzeinspeisung (geringste Vergütung) Das versaut die Bilanz extrem.

2. Die Gewerbeanmeldung aller ist ein übles Ärgernis einer weltfremden Regierung mit unfähigen Bürokratie-Bütteln. Niemand sperrt die Oma ein, weil sie im Garten Kräuter, Erdbeeren hat und die Frecheit besitzt, die auch noch zu essen. Bei Strom ist das aber so.

Auch Mieterstrommodell etc. machens nicht wirklich besser.

Lösungsvorschlag: Energiegenossenschaft oder Energie-BGR. Dann hat den Trödel nur eine (jur.) Person.

Diese kann aber ordentlich bilanzieren und Zähler beschaffen (nicht jeder Zähler muß ein teurer Netzbetreiber-Zähler-sein (lfd. Kosten )

3. Erweiterung mit BHKW: Läßt Strom +Wärme im Winter selber erzeugen und auch einfacher abrechnen.

4. Lastgang wird vereinheitlicht (Summenmessung und -Bilanzierung) ggüber Netzbetreiber.

5. Verhandlungsmasse wird vergrößert (Biogas-und Strom Einkauf, Spitzelastregeliung)

6. Abrechnungs-Mafia- (Gas, Wärme, Wasser, Strom) bleibt außen vor.

7. Zählerwechsel (Eichturnus) kann selbst gemacht werden (Bruchteil der Kosten).

nur als Anregung, da eine WEG ohnehin die ganzen Nebenkostengedönse selber machen muss

Aus technischer Sicht möchte ich ergänzen:

Die Installation einer großen Anlage auf einem Dach ist einfacher und damit wesentlich günstiger als 10 oder gar 20 kleine Anlagen auf demselben Dach.

Angenommen, die Wechselrichter werden im Keller (Nähe Hausanschluss / Stromzähler) installiert muss man für jeden Wechselrichter mindestens 2 Leitungen bis zum Dach legen. Plus evtl weiteres für Blitzschutz und co.

Eine große Anlage mit einem sehr großen Wechselrichter (oder mehreren großen) wird da wesentlich einfacher.

Zitat:

@Thinky123 schrieb am 1. Juli 2021 um 15:07:52 Uhr:

Aus technischer Sicht möchte ich ergänzen:

Die Installation einer großen Anlage auf einem Dach ist einfacher und damit wesentlich günstiger als 10 oder gar 20 kleine Anlagen auf demselben Dach.

Angenommen, die Wechselrichter werden im Keller (Nähe Hausanschluss / Stromzähler) installiert muss man für jeden Wechselrichter mindestens 2 Leitungen bis zum Dach legen. Plus evtl weiteres für Blitzschutz und co.

Eine große Anlage mit einem sehr großen Wechselrichter (oder mehreren großen) wird da wesentlich einfacher.

Das, also mehrere Kleinanlagen z.B. geht eigentlich bei zumindest einer Handvoll Netzbetreibern gar nicht. Pro Hausanschlußpunkt darf nur eine Solaranlage installiert werden. (die kann zwar erweitert werden etc., bla..) Aber es ist aufwändig und teuer und verhagelt dir jeden (Öko-)Spaß. Das ist der simple Praxistest unserer Ministerialbürokratie. Wer soll dem dritten Öko-Mieter sagen: Du bist du spät, hast unsere Energiewende verpasst.

MFH= Gemeinschaftseigentum eines großen Teils des Bauwerkes, dazu gehören Fassade und Dach, also die Genetik der PV. Denken, fragen, rechnen, machen

Nochmal zur Ladetechnik: Im MFH eine Anlage zur Laststeuerung für 20-x 11kW-Ladepunkte zu installieren kommt dem Überfall auf die Sowjetunion gleich (geht nach hinten los!!!)

a) technischer Schwachsinn, weil es niemand braucht, der nicht zum Mars fliegen muss

b) teuer (besonders das Lademanagement mit der Schaltalgebra)

c) in 99,8% der Fälle nicht genehmigungsfähig (Summe der zusätzlichen Anschlußleistung zu hoch)

Lösung: mitdenken, anpassen, rechnen

Bsp: angenommen 20x VW ID3, brauchen für je 100km zusammen 320kWh, geteilt durch 10 Ladestunden = 32kW Anschlusswert - passt in jedes MFH, folglich 20 x 1,6kW (6A Ladestrom)

Bei einer 25-40kW Dach-PV passt das wieder ganz gut zusammen.

Wer am nächsten Tag weit muss, lädt mit 2,3kW (max 3,8kW - einphasig) die Hütte voller oder ein EINEM gemeinsamen "Sonderladepunkt" mit 11kW, aber damit bekomme ich zwei TESLA´s voll - so what.

Warum unser Wirtschaftfurz und der Verkehrtminister so ein absurdes Milliardenheimladeprogramm aufrufen - mir ein absolutes Rätsel.

Zitat:

Warum unser Wirtschaftsminister und der Verkehrsminister so ein absurdes Milliardenheimladeprogramm aufrufen - mir ein absolutes Rätsel.

Die Minister haben es verdient, dass ihre Bezeichnungen nicht verballhornt werden.

Aktueller Stand: 600.000 Ladepunkte sind in der KfW 440 genehmigt. Mal 900 EUR = 540 Mio EUR.

Da ist die Milliarde noch lange nicht voll, wenn man nur diese Maßnahme betrachtet.

Das KfW-Programm hat das Ziel, das da etwas entstehen soll, was auch irgendwie gesellschaftsdienlich ist:

* man hat (bis zu) 11 kW pro Ladepunkt, anstatt eines bunten Mixes aus Schukos 10A, Schuko 16A, CEE 16A, CEE rot 16A, Wallboxen aller Leistungsstufen

* man hat verbindlich 3-Phasen-Anschluss der Wallboxen

* man hat Wallboxen mit Software, die updatebar ist

* man hat eine Fernsteuerbarkeit durch den Netzbetreiber

So kann man schneller ausbauen, kann bisschen optimistischer sein in den Gleichzeitigkeitsfaktoren, und wenn es eng wird, muss halt der Netzbetreiber seine Rute schwingen und einige Ladepunkte fernbegrenzen oder vorübergehend fernausschalten. Es ist klar: mit lokalen Blackouts oder ausgelösten Sicherungen wird keiner wirklich glücklich. Sondern dann hätte man große Akzeptanzprobleme.

* Man hat die Nachfrage nach Ökostrom, weil das für die Förderung eine Pflichtvoraussetzung ist. Das hilft denen, die Ökostrom in Deutschland ausbauen, weil die direkt eine Nachfrage danach haben.

Deine Rechnung finde ich im übrigen unseriös. 1 Phase, 6A ist das unterste Limit, wo BEVs überhaupt laden. Und dann eeeewig und sehr ineffizient, weil das so lange geht. Das kann nicht erstrebenswert sein. Und wer den Ladepunkten maximal 3,7 kW gönnt, bekommt auch keine Leute wirklich begeistert. Der gemeinsame Sonderladepunkt ist noch die beste Idee in deinem Posting, aus meiner Sicht. Und dann kann man auch gleich 3-4 Ladepunkte machen und ein Lastmanagement drauf legen. Siehe Tesla Homecharger, gleich der erste Schwung noch mit dem proprietären Ansatz.

@Grasoman

 

Die Fernsteuerbarkeit muss aber nicht umgesetzt sein, sondern die geförderten Wallboxen müssen die Fernsteuerbarkeit nur in der Theorie irgendwie ermöglichen können.

 

Somit ist das noch kein wirklicher Pluspunkt, denn die wenigsten Nutzer werden ihre Wallbox bereits einer Fernsteuerung unterworfen haben.

 

Die geförderten Wallboxen sind aktuell genausowenig fernsteuerbar wie die bereits vorhandenen.

 

Im übrigen kann jede Wallbox ferngesteuert werden, es reicht ein fernsteuerbares Relais in der Zuleitung.

Zitat:

@Grasoman schrieb am 4. Juli 2021 um 20:21:56 Uhr:

Zitat:

Warum unser Wirtschaftsminister und der Verkehrsminister so ein absurdes Milliardenheimladeprogramm aufrufen - mir ein absolutes Rätsel.

Die Minister haben es verdient, dass ihre Bezeichnungen nicht verballhornt werden.

Verballhornen wäre zu "nett"

Wirtschaftsminister: 1. schafft es immerhin, eine ganze Branche in Existenznot zu bringen (Windkraftindustrie)

2. hat es geschafft, erfolgreich den CO2 Preis so weit zu drücken, dass die wirtschaftliche Lenkungswirkung in den letzten 10 Jahren komplett nutzlos war (Schweiz zeigt: es geht auch besser)

3. Sabotierte über 10 Jahre erfolgreich ein überfälliges Batteriegesetz, wo wenigstens Li-Ionen-Akkus vorkommen, heute werden >50% hochgiftiger Altbatterien nicht mal gesammelt, geschweige recycelt.

Verkehrsminister: 1. hat es fertiggebracht, seit 2008 (Dobrindt) statt dem vereinbarten Bahnausbau einen Rückbau hinzubekommen und somit die Autobahnen mit LKW´s "zuzustellen"

2. Verursachte mit der "Ausländermaut" ein Milliardendesaster zu Lasten der Steuerzahler und wurde erst durch EU-Gerichtsbarkeit gestoppt. Der Mann ist schlicht ein EU-Verfassungsfeind.

3. schaffte es als einziger, die Emissionen sogar noch ansteigen zu lassen,

4. sabotierte durch Inaktivität die "Entgiftung" der Städte (NOx, HCN) und beförderte den Dieselskandal maßgeblich

4. Verhinderte erfolgreich eine Dateninfrastruktur die wenigstens den Stand von Portugal halten könnte (Pt=80% LWL-Anschlüsse, in DE bei 8%), in Berlin hab ich keine stabile Videokonferenz hinbekommen 6MBit/s download max, Schulen mit dünnem DSL-Anschluß(wenn überhaupt), Bürgerämter, Verwaltungen tlw. ohne Internet

@ Grasomann Du hast recht, verballhornen sollte man die beiden nicht, das würde denen noch Strafminderung einbringen!!!

Aber man sieht deutlich, wie weit deren Fehlbesetzung in das Thema PV auf Mehrfamilienhaus hineinregiert und bürokratische Hürden aufgebaut werden

Man kann heute einzig "rechtlich sicher" sein Eigentum (hier: Dachfläche) verpachten und das Geschäft jemand anders machen lassen. Sorry, ich halte das für eine schleichende Enteignung.

Deswegen bekräftige ich noch mal den Lösungsweg einer Energiegenossenschaft innerhalb der WEG.

Man kann so aus einer Hand alles planen, umsetzen, flexibel halten UND sinnvoll Kosten reduzieren.

 

Themenstarteram 5. Juli 2021 um 11:51

Zitat:

@Audi-gibt-Omega schrieb am 5. Juli 2021 um 11:37:02 Uhr:

Deswegen bekräftige ich noch mal den Lösungsweg einer Energiegenossenschaft innerhalb der WEG.

Man kann so aus einer Hand alles planen, umsetzen, flexibel halten UND sinnvoll Kosten reduzieren.

Zunächst klingt das mal interessant, mir ist jedoch noch nicht so recht klar, wie hier die Umsetzung aussieht. WEG kauft PV-Anlage, soweit klar. Eigenverbrauch ist nun aber nicht möglich nach meinem Verständnis, also Volleinspeisung. Oder würdest du den ganzen Hausverbrauch zusammenfassen, zusätzlichen Strom einkaufen und dann intern abrechen? Oder wie genau würde das strukturiert?

genau so! Die Energiegenossenschaft vertritt die energetischen Interessen aller Mitglieder, vom Haushaltsstrom bis zur Heizung und E-Auto, Ende ! Also HAT sie Eigenverbrauch (der Mitglieder) und zwar eben in Summe, was die Last glättet. Das es einen rechtliches Zähneknirschen gibt, ist doch klar. Aber aus demselben Grund gibt es auch keine separaten Verträge für Mutter, Vater und erwachsenen Kinder in einem Haushalt - es ist eine Vertreterregelung. Somit ist die Genossenschaft der Familie im Energieverbrauch verfassungsrechtlich gleichgestellt. ES DARF keine Diskriminierung geben. Wer hat den Mut, den ersten (Verfassungs-)Stein zu werfen?

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