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Prinzipielle Frage zu laufrichtungsgebundenen Reifen

Themenstarteram 10. Juni 2020 um 22:39

Guten Tag im Forum!

Ich sehe an vielen Fahrzeugen laufrichtungsgebundene Reifen und speziell an Motorrädern und Mopeds, natürlich auch an Autos und oft sind sie so montiert, dass zwar der Laufrichtungspfeil am Reifen in die Drehrichtung des Rades bei Vorwärtsfahrt stimmt aber das Profil von der mechanischen Logik her verkehrt montiert wäre (speziell bei Motorrad-Vorderrädern).

Nimmt man das Beispielbild unten, so stünde ich vor dem Fahrzeug und das Fahrzeug rollt auf mich zu, die Laufrichtung stimmt auch vom Pfeil auf dem Reifen her. Das Profil arbeitet so optimal für den Vortrieb - beim Bremsvorgang ist es genau umgekehrt, da sollte das Profil eigentlich andersrum stehen um z.B. bei nasser Fahrbahn das Wasser abzuleiten.

Aber mit korrekt montiertem Rad zieht mir das Profil bei einem extremen Bremsvorgang das Wasser in die Reifenmitte und fördert die Aquaplaninggefahr. Noch schlimmer ist es z.B.an einer nicht angetriebenen Hinterachse, die rollt ja nur bei normalem Fahrbetrieb und beim Bremsen zieht es das Wasser in das Profil, statt dass es das Wasser abweist - also von der Mechanik her müssten solche Reifen an den "nicht angetriebenen Rädern" verkehrt montiert sein??

Ich hoffe dass die Bilder hochgeladen werden.

Laufrichtungsgebundener Vorderreifen
Laufrichtungsgebundener Winterreifen
Beste Antwort im Thema

ABS wurde ja nicht entwickelt um Bremswege zu verkürzen, sondern um das Fahrzeug bei Panik-/Notbremsungen weiter beherrschbar zu halten.

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Ich schiebe das Fahrzeug nach vorne, und dann muss sich der Pfeil von der Drehrichtung des Reifens nach vorne drehen. Mehr kann ich doch nicht tun. Alles andere ist doch Sache des Reifenherstellers. Mit den Motorradreifen kenne ich mich nicht sehr aus, und ich frage mich oft, was soll das Profil überhaupt nützen. Auf der Geraden fährt man in der Mitte vom Reifen, da ist fast kein Profil vorhanden und in der Kurve bringt dach das Profil mit zu wenig negativanteilen auch nichts.

 

Gruß Alois

am 10. Juni 2020 um 23:12

Richtig ist, wenn der Laufrichtungs - Pfeil in die Y - Richtung zeigt.

Zitat:

@Heinmal schrieb am 10. Juni 2020 um 22:39:26 Uhr:

Nimmt man das Beispielbild unten, so stünde ich vor dem Fahrzeug und das Fahrzeug rollt auf mich zu, die Laufrichtung stimmt auch vom Pfeil auf dem Reifen her.

Ohne die Laufrichtungspfeile gesehen zu haben würde ich sagen:

Der Vorderreifen im linken Bild ist richtig rum montiert, und der Reifen im rechten Bild muss auf den Betrachter zu rollen.

Zitat:

Das Profil arbeitet so optimal für den Vortrieb - beim Bremsvorgang ist es genau umgekehrt, da sollte das Profil eigentlich andersrum stehen um z.B. bei nasser Fahrbahn das Wasser abzuleiten.

Dass ein Ummontieren der Reifen beim Wechsel von "Gasgeben" auf "Bremsen" unpraktisch ist dürfte unstrittig sein ;)

Grundsätzlich werden die Reifen im PKW-Bereich deswegen meistens so konstruiert, dass sie Wasser nach außen ableiten. Das bedeutet, die Spitze der "Pfeile" berührt zuerst die Fahrbahn, die Pfeilung des Profils entspricht also der Laufrichtung.

Bei Motorrad- und AS-Reifen werden bisweilen andere Prioritäten gesetzt. Dementsprechend gibt es Motorradreifen, die zwei Laufrichtungspfeile haben (einen für die Montage vorne und einen für die Montage hinten), und dementsprechend werden AS-Reifen teilweise auf Vorder- und Hinterachse entgegengesetzt montiert.

Das Wasser will nur weg, ihm ist die Richtung egal. Schließlich ist nicht das Wasser in Bewegung, sondern der Reifen rollt nur darüber und verdrängt es. Fließen tut da nichts.

Deutlich wird das am Uniroyal Rainsport3 und da erklärt der Hersteller das auch ganz nett mit Bildchen.

https://www.uniroyal.de/.../rainsport3-richtig-montieren

V-Profile haben ganz andere Gründe und nicht primär die Wasserableitung.

Laufrichtungsbindung siehst du fast ausschließlich bei GJR und Winterreifen.

Hallo

Ich bin kein Reifeningenieur doch aus langjähriger Erfahrung im Kfz Bereich bin ich der Meinung das deine Theorie stimmen könnte wenn wir kein ABS im Fahrzeug hätten. Die Räder würden beim starken abbremsen blockieren und das Wasser zur Mitte der Reifenaufstandfläche befördern/komprimieren und aufschwimmen.

Aus der Praxis ist bekannt das ein blockierter Reifen auf nasser Fahrbahn ganz gleich welche Profielform er besitzt ein deutlich längeren Bremsweg hat als ein Reifen der an der Blockiergrenze gebremst wird.

Möchte noch betonen das ich hier nasse Fahrbahn meine. Auf trockener oder verschneiter Fahrbahn siht das alles ganz anders aus.

Wer andere Erfahrungen gemacht hat, bin für alles offen.

Zitat:

@gromi schrieb am 10. Juni 2020 um 23:31:45 Uhr:

Das Wasser will nur weg, ihm ist die Richtung egal. Schließlich ist nicht das Wasser in Bewegung, sondern der Reifen rollt nur darüber und verdrängt es. Fließen tut da nichts.

Deutlich wird das am Uniroyal Rainsport3 und da erklärt der Hersteller das auch ganz nett mit Bildchen.

https://www.uniroyal.de/.../rainsport3-richtig-montieren

V-Profile haben ganz andere Gründe und nicht primär die Wasserableitung.

Laufrichtungsbindung siehst du fast ausschließlich bei GJR und Winterreifen.

Und im Rennsport bei Intermedium / Intermediate (s) und Regenreifen!

https://de.wikipedia.org/wiki/Intermediate_(Bereifung)

Warum dann irgendwann diese bescheuerten asymmetrischen Reifen

auf den Markt gekommen sind entzieht sich meiner Kenntnis.

Auf eine Nachfrage bei Goodyear vor Jahren wurde mir geantwortet,

hauptsaechlich aus markttechnischen Gruenden, die Kunden wuerden

oft etwas Neues fordern und man muesste sich da anpassen.

Der Hintergrund war, weil ich jahrelang den

Goodyear Eagle F1 GS-D3

gefahren bin und der ploetzlich durch den asymetrischen F1

abgeloest wurde. Etwas besseres als den F1 GS-D3 habe ich bisher nicht

gefahren.

Wurde bzw wird zwar irgendwo weiterproduziert, leider damals nicht

mehr in meiner Groesse. Eine zeitlang konnte ich nur noch Restbestaende

und gebrauchte aufkaufen. Dieses Profil ist eigentlich kaum zu verbessern

und Goodyear haette diesen Reifen nur weiterentwickeln muessen.

(Verbrauch, Rollwiderstend usw.)

https://www.tirendo.de/.../R-133446?...

 

Der Eagle F1 GS-D3 vereint überragende Haftungseigenschaften und maximale Fahrstabilität im Hochleistungsbereich.

Das markante, aus dem Rennsport abgeleitete Profil, sowie die Silica- Laufflächenmischung sorgen für Nasshandling und Aquaplaningsicherheit auf höchstem Leistungsniveau.

Das richtungsweisende Profil wurde von Goodyear entwickelt und ist heute der Maßstab im Breitreifenbereich. Das neue einzigartige OneTRED – Design des neuen Eagle F1GS-D3 ist die Weiterentwicklung der Eagle Renntechnologie.

Merkmal

Laufrichtungsgebundenes V-TRED-Profil

OneTRED: Stabiles Profildesign

Umlaufende Profilrippe im Mittenbereich

Ausgeprägte Profilrillen im Mittenbereich

Variabler Pitch: Unterschiedliche Länge der Schulterblöcke in Umfangsrichtung

Spiral overlay: Endlos gewickelte Abdecklage über dem Gürtel

Silica-Laufflächenmischung

Flange Protector: Felgenschutzleiste

Wirkung

Effektive Wasserableitung, speziell bei höheren Geschwindigkeiten.

Durchgehende Verbindung aller Profilelemente auch in seitlicher Richtung.

Bei Geradeausfahrt liegt die Hauptbelastung im Mittenbereich. Bei kleinen Lenkwinkeln wird dieser deshalb stark beansprucht.

Rillen bleiben auch in der Kontaktfläche zur Straße vorne und hinten geöffnet und ermöglichen deshalb gute Wasserableitung auch bei geschlossenen Außenschultern..

Gleichmäßige Verteilung des Blockauf- schlaggeräusches über ein breiteres.

Frequenzspektrum mit geringeren Frequenzspitzen.

Minimiert das Wachstum der Laufflächenmitte, das bei hohen Geschwindigkeiten durch die Fliehkräfte hervorgerufen wird.

Verbessert die Anbindung des Füllstoffes an das Gummipolymer.

Gummileiste, die das Felgenhorn abdeckt.

Nutzen

Optimale Sicherheit bei Aquaplaning-Gefahr

Sportliches Fahrverhalten, speziell in schnellen Kurven

Sportlich direktes Lenkansprechverhalten

Gute Sicherheit bei Aquaplaning-Gefahr

Geringes Reifengeräusch

Stabiles Fahrverhalten und geringer Mittenverschleiß im Einsatz bei hohen Geschwindigkeiten

Sehr gute Haftung bei Nässe bei gleichzeitig hoher Laufleistung und geringem Roll-widerstand

Reduziert Felgenhornbeschädigung durch Bordsteinkontakt

Laufrichtungsgebundenes V-TRED-Profil für optimale Sicherheit bei Aquaplaning-Gefahr. Das OneTRED-Profildesign verbindet die Schulterpartie mit dem Mittenbereich und sorgt damit für maximale Stabilität in seitlicher Richtung für ein sportliches Fahrverhalten speziell in schnellen Kurven.

Goodyear Eagle F1 GS-D3_#01
Goodyear Eagle F1 GS-D3_#02

Zitat:

@Katala81 schrieb am 10. Juni 2020 um 23:52:27 Uhr:

Hallo

Ich bin kein Reifeningenieur doch aus langjähriger Erfahrung im Kfz Bereich bin ich der Meinung das deine Theorie stimmen könnte wenn wir kein ABS im Fahrzeug hätten. Die Räder würden beim starken abbremsen blockieren und das Wasser zur Mitte der Reifenaufstandfläche befördern/komprimieren und aufschwimmen.

Aus der Praxis ist bekannt das ein blockierter Reifen auf nasser Fahrbahn ganz gleich welche Profielform er besitzt ein deutlich längeren Bremsweg hat als ein Reifen der an der Blockiergrenze gebremst wird.

Möchte noch betonen das ich hier nasse Fahrbahn meine. Auf trockener oder verschneiter Fahrbahn siht das alles ganz anders aus.

Wer andere Erfahrungen gemacht hat, bin für alles offen.

Genau so ist das. Und Motorraeder sollen ja auch schon ABS haben.

Wasserski ist kontrolliertes AcquaPlaning und mit Spaßfaktor. Planning meint aufschwimmen, rutschen oder gleiten auf einer Wasseroberfläche. Dazu braucht es Geschwindigkeit und ein geeignete Fläche.

Der Reifen mit seinem Profil treibt das Wasser weg, bemüht sich also das Aufschwimmen des Rades zu reduzieren. Spätestens wenn bei einem 5mm Profil, 5mm Wasserstand auf der Straße herrschen, kannste nahezu alles vergessen, und nur langsamer fahren. Da hilft nur mehr Gewicht gegen das Aufschwimmen oder ein schmalerer Reifen, aber kein Profil.

Wie sinnvoll Laufrichtung wegen Wasser ist, keine Ahnung (behaupte nicht arg viel) aber gegen Geräuschbildung, Spurtreue, Rollverhalten und Design definitiv. Würde ich Reifen konstruieren, drucke ich auch eine Laufrichtung drauf, das wird erwartet vom Kunden 2020. :D

Schnee ist anders, der pappt wie Teig oder auch Erde (Lehm). Der muss also rausgedrückt werden können und soll nicht wie in einer Teigform kleben bleiben. Das kann nur ein Winterreifen.

ABS wird unterscheiden Rad dreht, Rad dreht nicht und wird es am drehen halten. Nur dann kann es Kraft übertragen.

ESP kümmert sich dann darum dass das Fz. dorthin fährt wohin es sollte. Es kann zusätzlich die Räder weiter anbremsen oder im Falle einer Bremsung auch wieder reduzieren, damit es auf der Straße bleibt.

Als ABS in den 80er Jahren aufkam, gab es immer wieder Berichte, dass man ohne ABS einen kürzeren Bremsweg erzielt. Wie üblich ist auch Wahrheit dahinter, aber ein Otto-Normalverbraucher kann das nicht.

Ein Reifenhersteller entwickelt ein Profil zuerst am PC und dann in der Wirklichkeit und geht dann nach einer langen Testreihe in Serie. Da wird auch dann die Drehrichtung festgelegt. Ich würde da gar nicht lange herumdiskutieren denn es gibt nur einen, den Reifenhersteller, der weiß wie der Reifen funktioniert und das müssen wir akzeptieren.

Zweirad vorne: Nur bremsen und Spur vorgeben.

Alle anderen müssen verzögern und beschleunigen.

Evtl wäre es sinnvoll, für nichtangetriebene PKW-Reifen ein separates Profil .... ??????

Lieber nicht weitersagen!

Zitat:

@1.4571 schrieb am 11. Juni 2020 um 10:54:08 Uhr:

Zweirad vorne: Nur bremsen und Spur vorgeben.

Alle anderen müssen verzögern und beschleunigen.

Evtl wäre es sinnvoll, für nichtangetriebene PKW-Reifen ein separates Profil .... ??????

Lieber nicht weitersagen!

Das wäre warscheinlich sinnvoll wen wir das Optimum für einen bestimmte Rundstrecke erreichen wollen.

Für wechselhafte Bedingungen wie wir sie im Straßenverkehr haben und die unterschiedlichen Fahrstile der Autofahrer ist das leider kein Lösung.

Rundkurs ist wieder ein anderer Gedanke,

Aber grundsätzlich hat ein nicht angetriebener Reifen neben Spur zu halten nur die Aufgabe des Bremsen (vom Federn abgesehen). ich wiederhole mich da.

Und dann wäre das Durchwechseln zwischen vorne und hinten ebenso nicht mehr möglich wie bei Mischbereifung (unterschiedliche Reifenbreiten). Und dieses Durchtauschen bringt doch erhebliche Vorteile...

Zitat:

@Genie21 schrieb am 11. Juni 2020 um 07:26:21 Uhr:

 

Als ABS in den 80er Jahren aufkam, gab es immer wieder Berichte, dass man ohne ABS einen kürzeren Bremsweg erzielt. Wie üblich ist auch Wahrheit dahinter, aber ein Otto-Normalverbraucher kann das nicht.

Wen ich mich richtig erinnere war das auf ein verschneiten Fahrban bezogen und und der Bremsweg muss gerade verlaufen den um zu korrigieren oder ausweichen muss die Bremse wider gelöst werden und erneut betätigt werden. Das kostet wider wertvolle Meter.

ABS wurde ja nicht entwickelt um Bremswege zu verkürzen, sondern um das Fahrzeug bei Panik-/Notbremsungen weiter beherrschbar zu halten.

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