Persönlicher Vergleich 5er (F10) - 212er
Hallo ins Forum,
vor kurzem habe ich einen aktuellen 5er (F10) gemietet und konnte die Technik des Fahrzeugs mit dem 212er vergleichen. Es ergaben sich dabei doch interessante Erkenntnisse. Der Mietwagen war ein fast bandfrischer 530d mit noch nicht einmal 5.000 km auf der Uhr, der mit einen BLP von etwas über 88.000 EUR auch noch nahezu vollständig ausgestattet war (siehe Anhang).
Der Motor geht mit ordentlich voran, bleibt aber hörbar. Die ZF 8HP schaltet zwar minimal schneller als die 7G+, springt aber gern mal zwischen den Gängen hin und her. Einen großen Vorsprung des Getriebes gegenüber der 7G+ konnte ich jedenfalls im Vergleich zu meinem 212er nicht erkennen, zumal ich im Versuch die 8HP in denselben Fahrsituationen zum Ruckeln gebracht habe, in denen auch die 7G+ ruckt. Der Verbrauch hat mich aber überhaupt nicht überzeugt. Auf der knapp 400 km-Tour hat sich das Fahrzeug knapp 10 Liter (Diesel) gezogen. Zwar hatte er 19“-RFT drauf, aber der Verbrauch hat mich dennoch überrascht. Mein 212er (mit einem 306-PS-Benziner) hätte auf der Tour vermutlich um die 9 Liter gelegen. Dies zeugt nicht gerade von einer guten Abstimmung.
Was gar nicht ging, war die S/S beim BMW. Diese ruckelte ziemlich, der Motor brauchte im Vergleich ewig, bis er lief (wurde nur vom Anlasser gestartet; also kein Motor-Direktstart). Dann auch noch die extra per Knopf zu aktivierende Holdfunktion löste dazu auch noch spät.
Schön gelöst war der Federungskomfort, so dass auf Comfort+ trotz 19“-RFT noch ein wenig Komfort übrig blieb. Hier hatte ich ein härteres Verhalten erwartet. Bei schlechter Wegstrecke oder kurzen Kanten kamen aber Stöße durch. Merkwürdig blieb das Verhalten aber auf der Hinterachse, die irgendwie nicht so spurstabil war. Ob dies an der Integralaktivlenkung (die das Fahrzeug aber nicht wirklich beim Rangieren wendiger machte) lag, ober eine Basisabstimmung ist, kann ich aus der einen Tour nicht beurteilen. Der Geradeauslauf war aber im Vergleich zum 212er, der stur geradeaus fährt, nur Murks. Ich musste ständig regelnd eingreifen, um das Fahrzeug in der Spur zu halten.
Der Sitzkomfort (es waren die hochgelobten Komfortsitze drin) war auch eher zwiespältig. Die Kopfstütze konnte man nicht weit genug nach hinten bekommen, so dass man die Lehne flacher stellen musste, damit man den Kopf nicht ständig leicht nach vorne gesenkt haben musste. Da gefallen mir die Multikontursitze doch schon besser. Die verbaute Sitzlüftung war auf höchster Stufe spürbarer als im 212er, regelte sich zum Schutz aber schnell nach unten.
Das Innenraumdesign ist vom Grundstil her anders, aber durchaus erträglich. Der komische Wählhebel der Automatik hat mir aber gar nicht gefallen und er nimmt auch dem I-Drive-Controller den Platz weg (der war mir ein wenig weit weg). Die Softcloseautomatik ist eine nette Spielerei, aber m.E. auch nicht zwingend erforderlich. Gleiches gilt auch für den schlüssellosen Zugang. Die Klimaanlage regelt sich vergleichbar gut ein, mir fehlte aber der nahezu zugfreie Diffusemodus der 212er-Anlage.
Die verbauten Fahrassistenzsysteme sind auf einem ähnlichen Stand wie beim 212er. Der Abstandsregeltempomat greift aber später als die Distronic ein und bremst härter. Der Spurwechselwarner arbeitet diskreter, hat aber ein passenderen Takt (Nageltakt). Was auffallend war, ist, dass er in Baustellen sich nicht immer abgeschaltet hat, so dass es zu Fehlmeldungen kam. Das HUD ist eine wirklich schöne Sache, aber ob man dies auf Dauer braucht, muss ich mir überlegen. Die 360°-Kamera ist genial gelöst, aber warum man die Einparkhilfe vorne immer extra aktivieren muss, erschließt sich mir nicht. Die LED-Scheinwerfer konnte ich – außer im Parkhaus – nicht nutzen, so dass ich leider keinen Vergleich zur 212er-Technik ziehen konnte.
Einen durchaus unterschiedlichen Eindruck machte das Navisystem. Der größere im Breitformat gehaltene Bildschirm ist natürlich schön. Auch die Kartenzeichnung ist mit Satbildern schöner, aber auch leicht unübersichtlich. Gut gelöst sind die eingespielten Informationen zum Verkehr und z.B. zum Wetter. Dies ist aber jeden Fall besser als beim NTG 4.5. Die Sprachsteuerung ist m.E. auf gleichem Niveau unterwegs, was auch für die Routenführung gilt. Die Zieleingabe ist aber deutlich komplexer, wenn man Zwischenziele oder Wegpunkte eingeben will. Allerdings kann man – im Gegensatz zum 212er – auch längere Ausflugtouren mit vielen Zwischenzielen programmieren.
Insgesamt hat der 5er einen guten Eindruck gemacht und zeigt, dass er – mit einem anderen Schwerpunkt – in einer vergleichbaren Liga wie der 212er unterwegs ist. Das manchmal erfolgende massive Hochloben des Fahrzeugs oder einzelner Ausstattungen kann ich so aber nicht nachvollziehen.
Viele Grüße
Peter
Beste Antwort im Thema
Hallo ins Forum,
vor kurzem habe ich einen aktuellen 5er (F10) gemietet und konnte die Technik des Fahrzeugs mit dem 212er vergleichen. Es ergaben sich dabei doch interessante Erkenntnisse. Der Mietwagen war ein fast bandfrischer 530d mit noch nicht einmal 5.000 km auf der Uhr, der mit einen BLP von etwas über 88.000 EUR auch noch nahezu vollständig ausgestattet war (siehe Anhang).
Der Motor geht mit ordentlich voran, bleibt aber hörbar. Die ZF 8HP schaltet zwar minimal schneller als die 7G+, springt aber gern mal zwischen den Gängen hin und her. Einen großen Vorsprung des Getriebes gegenüber der 7G+ konnte ich jedenfalls im Vergleich zu meinem 212er nicht erkennen, zumal ich im Versuch die 8HP in denselben Fahrsituationen zum Ruckeln gebracht habe, in denen auch die 7G+ ruckt. Der Verbrauch hat mich aber überhaupt nicht überzeugt. Auf der knapp 400 km-Tour hat sich das Fahrzeug knapp 10 Liter (Diesel) gezogen. Zwar hatte er 19“-RFT drauf, aber der Verbrauch hat mich dennoch überrascht. Mein 212er (mit einem 306-PS-Benziner) hätte auf der Tour vermutlich um die 9 Liter gelegen. Dies zeugt nicht gerade von einer guten Abstimmung.
Was gar nicht ging, war die S/S beim BMW. Diese ruckelte ziemlich, der Motor brauchte im Vergleich ewig, bis er lief (wurde nur vom Anlasser gestartet; also kein Motor-Direktstart). Dann auch noch die extra per Knopf zu aktivierende Holdfunktion löste dazu auch noch spät.
Schön gelöst war der Federungskomfort, so dass auf Comfort+ trotz 19“-RFT noch ein wenig Komfort übrig blieb. Hier hatte ich ein härteres Verhalten erwartet. Bei schlechter Wegstrecke oder kurzen Kanten kamen aber Stöße durch. Merkwürdig blieb das Verhalten aber auf der Hinterachse, die irgendwie nicht so spurstabil war. Ob dies an der Integralaktivlenkung (die das Fahrzeug aber nicht wirklich beim Rangieren wendiger machte) lag, ober eine Basisabstimmung ist, kann ich aus der einen Tour nicht beurteilen. Der Geradeauslauf war aber im Vergleich zum 212er, der stur geradeaus fährt, nur Murks. Ich musste ständig regelnd eingreifen, um das Fahrzeug in der Spur zu halten.
Der Sitzkomfort (es waren die hochgelobten Komfortsitze drin) war auch eher zwiespältig. Die Kopfstütze konnte man nicht weit genug nach hinten bekommen, so dass man die Lehne flacher stellen musste, damit man den Kopf nicht ständig leicht nach vorne gesenkt haben musste. Da gefallen mir die Multikontursitze doch schon besser. Die verbaute Sitzlüftung war auf höchster Stufe spürbarer als im 212er, regelte sich zum Schutz aber schnell nach unten.
Das Innenraumdesign ist vom Grundstil her anders, aber durchaus erträglich. Der komische Wählhebel der Automatik hat mir aber gar nicht gefallen und er nimmt auch dem I-Drive-Controller den Platz weg (der war mir ein wenig weit weg). Die Softcloseautomatik ist eine nette Spielerei, aber m.E. auch nicht zwingend erforderlich. Gleiches gilt auch für den schlüssellosen Zugang. Die Klimaanlage regelt sich vergleichbar gut ein, mir fehlte aber der nahezu zugfreie Diffusemodus der 212er-Anlage.
Die verbauten Fahrassistenzsysteme sind auf einem ähnlichen Stand wie beim 212er. Der Abstandsregeltempomat greift aber später als die Distronic ein und bremst härter. Der Spurwechselwarner arbeitet diskreter, hat aber ein passenderen Takt (Nageltakt). Was auffallend war, ist, dass er in Baustellen sich nicht immer abgeschaltet hat, so dass es zu Fehlmeldungen kam. Das HUD ist eine wirklich schöne Sache, aber ob man dies auf Dauer braucht, muss ich mir überlegen. Die 360°-Kamera ist genial gelöst, aber warum man die Einparkhilfe vorne immer extra aktivieren muss, erschließt sich mir nicht. Die LED-Scheinwerfer konnte ich – außer im Parkhaus – nicht nutzen, so dass ich leider keinen Vergleich zur 212er-Technik ziehen konnte.
Einen durchaus unterschiedlichen Eindruck machte das Navisystem. Der größere im Breitformat gehaltene Bildschirm ist natürlich schön. Auch die Kartenzeichnung ist mit Satbildern schöner, aber auch leicht unübersichtlich. Gut gelöst sind die eingespielten Informationen zum Verkehr und z.B. zum Wetter. Dies ist aber jeden Fall besser als beim NTG 4.5. Die Sprachsteuerung ist m.E. auf gleichem Niveau unterwegs, was auch für die Routenführung gilt. Die Zieleingabe ist aber deutlich komplexer, wenn man Zwischenziele oder Wegpunkte eingeben will. Allerdings kann man – im Gegensatz zum 212er – auch längere Ausflugtouren mit vielen Zwischenzielen programmieren.
Insgesamt hat der 5er einen guten Eindruck gemacht und zeigt, dass er – mit einem anderen Schwerpunkt – in einer vergleichbaren Liga wie der 212er unterwegs ist. Das manchmal erfolgende massive Hochloben des Fahrzeugs oder einzelner Ausstattungen kann ich so aber nicht nachvollziehen.
Viele Grüße
Peter
79 Antworten
Hallo ins Forum,
Zitat:
@michaelp. schrieb am 19. Juni 2015 um 08:07:29 Uhr:
Pirelli P7 245/40 17
meiner Meinung nach passen Pirelli-Reifen nicht zu Daimler-Fahrwerken. Diese hatte ich leider häufiger bei Werksausrüstung drauf. Damit war das Fahrzeug nicht wirklich gut unterwegs (es hoppelte (auch bei geringerem Druck), lärmte und zickte in der Spurhaltung). Von Vorteil war nur, dass die Pirellis sich schnell runter gefahren haben, so dass dan andere Reifen drunter kamen. Mit denen war das Fahrgefühl ganz anders.
Aktuell habe ich Michelin-SR und Conti-WR drauf. Diese laufen richtig gut.
Viele Grüße
Peter
Ich hatte vorher Bridgestone und auf dem Neuen Pirelli P Zero. Die Pirellis sind um Welten besser als die Brüllsteine.
Den P7 hatte ich bei dem vorletzten Wagen und die habe ich nach zwei Saisons entnervt wegen der von Peter beschriebenen Probleme runtergenommen und gegen Michelin ausgetauscht, obwohl die P7 noch nicht abgenutzt waren.
Leider schaffe ich nicht ausreichend km um einen neuen Satz-Sommerreifen zu bestellen (Firmenwagen, wird alle 4 Jahre ersetzt), ich werde mal sehen, wie sich der Komforteindruck mit Winterreifen ändert.
Gruß,
Michael
Peter, ein schöner Vergleich (bezogen auf den Ursprungsbeitrag, auf den ich nochmal zurück kommen möchte):
Zitat:
Die Kopfstütze konnte man nicht weit genug nach hinten bekommen, so dass man die Lehne flacher stellen musste, damit man den Kopf nicht ständig leicht nach vorne gesenkt haben musste.
Dieses Problem mit der nicht verstellbaren Kopfstützenneigung habe ich beim Probesitzen auch in der neuen C-Klasse festgestellt (und übrigens auch im Volvo V60). Das scheint also um sich zu greifen, nicht nur im 5er BMW.
Ich selbst hatte dabei nicht so das Problem, aber meine Frau. Sie hat in der C-Klasse aufgrund der Kopfstützenneigung, die bei relativ steil gestellter Lehne den Kopf nach vorne drückt, keine Sitzposition gefunden, die für sie erträglich gewesen wäre. Die Lehne flacher zu stellen, ist ja keine wirkliche Lösung, wenn man dann nicht gut sitzt. Insofern scheidet das Auto völlig aus.
Es gibt K.O.-Kriterien für Autos, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte!
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Auch wenn es zu "Ausschweifungen" kam, ich lese solche, wenn auch subjektiven oder teilweise subjektiven Erfahrungsberichte gerne, also weiter so. Danke Peter.
Vor Bestellung meines s212 E250CDI Avantgarde bin ich auch den f11 als 520d gefahren und ich will es nicht sind ie Länge ziehen, aber auf der Autobahn fand ich den Daimler dann doch deutlich ruhiger, gelassener, entspannter, nach der knappen Stunde f11 war klar, der kommt mal so nicht ins Haus. Obwohl ich die Form das Autos klasse finde und er mir optisch besser gefällt. Aber die Probefahrt im s212 Avantgarde (nur deswegen weil ich naturbraunes Leder wollte und nicht beiges Leder -das ginge ja noch-welches nur mit beigen Teppichen kommt) war keinesfalls besser, sehr hoppelndes Auto für mein empfinden. Der Kompromiss war dann ein Avantagrde mit Airmatic, das passt mir jetzt gut. Herrlich unaufgeregtes Fahren auf der Langstrecke, die Sporttaste benötige ich nie (na ja, vielleicht mal bei einer Passfahrt). Aber ein kurzen Wort zu den Reifen: Ich hatte als SR und er Dimension 245/17 die Conti Sport Contact 5 drauf, diese auch einmal gewechselt und jetzt beim dritten Satz mich für die Michelin Komfortvariante (mir fällt der Name nicht genau ein) 3 entscheiden und ich muss sagen, nach meinem Dafürhalten liegen da Welten zum Conti, der Reifen ist deutlich leiser und federt nochmals besser mit der Airmatic, SCHADE, dass ich das erst gegen Ende herausgefunden habe, sonst wäre mein zweiter Satz Reifen schon er Michelin gewesen. Ich wollte das dem Reifenhändler gar nicht glauben (gut, Euromaster will ja immer mIchelin verkaufen), habe mich aber überreden lassen und muss sagen, er hatte nicht gelogen.
Beste Grüße, Dieter