Parkrempler und Polizei gerufen - Und jetzt werde ich noch dafür bestraft - HELP!
Hallo zusammen,
ich heiße Dorothea und bin neu hier. Ich benötige eure Hilfe, da ich gerade total aus meiner Haut fahren könnte. Ehrliche Leute werden im Leben halt immer bestraft.
Und zwar fahre ich einen VW Tiguan habe letzte Woche Mist gebaut. Ich habe versucht, mich in eine Parklücke reinzuzwängen (einspurig, entgegenkommend hat ein Fahrzeug gewartet, weil ich am Einparken war). Dabei habe ich jedoch offensichtlich das Gaspedal zu stark getreten und bin doch sehr stark an das vordere linke Heck des dahinter stehenden Audi A8 geditscht. Da ein entgegenkommendes Fahrzeug gewartet hat, während ich am Einparken war, hat dieses leider auch alles gesehen (vermute ich jedenfalls).
Ich bin also ausgestiegen und hab mir das angesehen (das entgegenkommende Fahrzeug ist weitergefahren, also hat es das vermutlich auch nicht gesehen, ich weiß es nicht) und habe dann überlegt, ob ich die Polizei rufe, weil man ja immer hört, dass immer alle abhauen. ABER ich war so ehrlich, habe die Polizei gerufen. Die kamen, haben alles aufgenommen und eine Unfallmitteillung erstellt, dem sie den Unfallgegner in den Briefkasten geschmissen haben (der da direkt auch wohnt). Die Polizei meinte, ich soll den Schaden direkt meiner Versicherung melden, was ich dann auch gemacht habe.
Jetzt bekam ich heute Post von meiner Versicherung, dass der Gegner einen Kostenvoranschlag in seiner Werkstatt gemacht hat. Es sind wohl insgesamt 4 Anbauteile betroffen, wovon 2 komplett ausgetauscht werden müssen und 2 neulackiert werden müssen. Die neuen beiden Anbauteile müssen auch mitlackiert werden, soweit ich das verstehe. Die Kosten belaufen sich auf fast 8.000 EUR. Meine Versicherung will nun den Schaden übernehmen und möchte wissen, ob ich das selber wieder ausgleichen oder mich hochstufen lassen möchte.
ICH DACHTE ICH FALL VOM GLAUBEN AB! Das ist mehr als mein Fahrzeug gebraucht kostet. Dabei habe ich auf der Unfallmitteillung explizit meine Handynummer vermerken lassen, in der Hoffnung, dass sich der Unfallgegner mit mir in Verbindung setzt und wir das so regeln können. Aber es kam gar nichts von ihm. Überhaupt nichts. Immerhin war ich so ehrlich, habe das gemeldet und werde jetzt dafür quasi bestraft. Das finde ich total sch... . Für 8.000€ kriegt man heutzutage fast einen Neuwagen.
Meine Frage ist, ob ich ihr mir ratet, dass ich mir einen Anwalt nehme und dagegen vorgehe? Immerhin war ich ehrlich und habe die Polizei gerufen und die Höhe ist ja wohl ein Witz. Warum die Werkstatt direkt Teile tauschen will, wenn man diese auch sicherlich irgendwie ziehen und richten kann, erschließt sich mir nicht. Mir nur Lackierarbeiten wären wir nicht einmal bei der Hälfte der Reparatursumme. Oh man bitte helft mir 🙁.
97 Antworten
Zitat:
@gast356 schrieb am 26. März 2021 um 21:11:30 Uhr:
...naja, 8.000,-€ an einem A8... da kannste noch froh sein, dass da kein Porsche, Ferrari, Lamborghini,... oder Bugatti mit irgendeinem Frontspoiler im Gegenwert von nem neuen Mittel- oder kleinen Oberklassewagen stand. 😁😁😁Aber die Schadenshöhe is doch egal... bei 8.000,- ists wenigstens eindeutig und du brauchst dir nicht den Kopf zu zerbrechen, ob du den Schaden von deiner Haftpflicht zurückkaufst oder nicht - ein paar Kopfschmerzen weniger.
Auslegen tuts erstmal die Versicherung und in den nächsten Jahren zahlst du das mit der anstehenden Rückstufung und alle die ein baugleiches Auto wie du fahren über eine höhere Typklasse... und damit höhere Prämien zurück.
Ich hab schon öfter mal laut über eine (gesetzliche) Obergrenze / Deckelung des Haftungsrisikos nachgedacht... so dass z.B. Schäden / Totalschäden bis beispielsweise 50.000,-€ von der Haftpflicht übernommen werden und alles darüber hinausgehende, der Fahrzeugbesitzer, der das Risiko eingeht im öffentlichen Straßenverkehr ein Fahrzeug mit einem höheren Wert zu bewegen oder dort abzustellen... mit dem Risiko, dass es dort beschädigt wird selbst zu tragen hat bzw. über eine entsprechende Vollkasko absichern muß.
Dafür bin ich immer fast gesteinigt worden... die Deutschen und ihr heiligs Blechle eben.
Lege oder stelle ich einen Wertgegenstand mit einem vergleichsweise übermäßigen Wert in den öffentlichen Raum, dann muß ich eben damit rechnen, dass dieser geklaut oder beschädigt wird... wieso soll die Gemeinschaft der Versicherten über steigende Prämien für einen solchen Leichtsinn aufkommen.
...so und jetzt kanns los gehen, alle ihre Steine in der Hand und die Messer gezückt? Die Hinrichtung für diesen Denkanstoß kann losgehen 😁
Mit „gesteinigt“ bist du noch gut weggekommen.
Im Mittelalter hätte man dich für diesen Müll verbrannt!
@gast356 mutig zu sagen, dass eine Haftungsbeschränkung bei 50.000€ sein soll... man stelle sich Personenschäden (monatliche Rente oder Öltransporte) vor...
Und nein: man muss nicht damit rechnen, dass Wertgegenstände sofort geklaut werden, denn dies wäre - wie Sachbeschädigung - eine Straftat
Ich bin aufgrund eurer Antworten gerade tatsächlich etwas ratlos. Vorab: Nein ich bin kein Fake, sondern einfach nur extrem sauer und stehe einfach für Gerechtigkeit ein und war mein ganzes Leben lang ein ehrlicher Mensch (das gilt an dich keksemann).
Wenn die Summe berechtigt ist, dann bin ich auch die Letzte, die sich dagegenstellt. Aber: Ich finde nach wie vor, man muss es mir anerkennen, dass ich keine Fahrerflucht begangen habe. Natürlich soll das nicht heißen, dass dadurch die Schadenshöhe gemindert wird, quasi also Abzug vom Schadenswert oder so. Aber in dem Sinne, dass der Unfallgegner so fair sein sollte, den Schaden möglichst "wirtschaftlich" zu reparieren. Also die möglichst kostengünstigste Variante zu wählen. Immerhin war ich auch so ehrlich und hab mich nicht "verpisst" (um das mal zu zitieren, wie es hier erwähnt wurde in Vorbeiträgen). Und ich sehe das nicht als wirtschaftlich an, wenn er direkt zu Audi rennt und gefühlt die Hälfte tauschen und alles neu lackieren lässt. Ja ich gebe zu, hier und da haben nach dem Aufprall ein paar Anbauteile aus dem A8 herausgeragt (es waren aber nur ca. 3 cm oder so), aber mit Ziehen und Kleben ist heutzutage alles möglich.
Ich verstehe ja irgendwo eure Einwände aus der Sicht des Unfallgegners, aber ich finde, man sollte respektvoll miteinander umgehen und das Maß am Notwendigen nicht überschreiten.
Der TEin wurde ja nun die Rechtslage erklärt und der moralische Hintergrund beleuchtet. Jetzt geht´s nach der Ansage vom Gast sicherlich gleich richtig rund.
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@Doro-Die-Thea
Aus Deiner Sicht betrachtet: die zukünftige erhöhte Prämie ist identisch, ob Du nun 8000,- EUR Schaden verursacht hast oder 2000,- EUR. Fair wäre es jetzt, die kommenden Jahre bei Deinem regulierenden Versicherer zu bleiben.
Zitat:
@keksemann schrieb am 26. März 2021 um 21:19:58 Uhr:
Der TEin wurde ja nun die Rechtslage erklärt und der moralische Hintergrund beleuchtet. Jetzt geht´s nach der Ansage vom Gast sicherlich gleich richtig rund.
Was soll das denn bitte bedeuten? Für andere Beiträge kann ich nichts, wenn es da richtig rund geht!
Ich kann schon verstehen, was du sagen willst... das Problem bzw das Schlimme an der ganzen Geschichte ist - zumindest behaupte ich das mal - dass der Automechaniker lieber austauscht als repariert, denn es bringt für die Werkstatt mehr Geld...
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass vor 4 Jahren jemand hinten in meinem Polo von vor 16 Jahren gefahren ist, der Gutachter (von der gegnerischen Versicherung) hat eine Schadenssumme (wirtschaftlicher Totalschaden) von ca. 3000€ Geschätzt und ein Bekannter Autoschrauber das Auto für 1000€ „komplett neu“ gemacht hat... naja
Zitat:
@jansieb schrieb am 26. März 2021 um 21:18:57 Uhr:
@gast356 mutig zu sagen, dass eine Haftungsbeschränkung bei 50.000€ sein soll... man stelle sich Personenschäden (monatliche Rente oder Öltransporte) vor...Und nein: man muss nicht damit rechnen, dass Wertgegenstände sofort geklaut werden, denn dies wäre - wie Sachbeschädigung - eine Straftat
...ich hätte vielleicht dazu schreiben sollen, dass sich die als Beispiel genannten 50.000,-€ lediglich auf Sachschäden -also den ungefähren Gegenwert, für den man ein vernünftiges Auto bekommt um damit von A nach B zu fahren- und nicht Persönenschäden bezieht.
Auch würde ich Ausnahmen für Fahrzeuge mit einbauen, die keine sog. Luxusgüter sind... z.B. wird so mancher LKW, Bus... also eine Maschine / ein Nutzfahrzeug mit dem gearbeitet wird die 500.000,-€ oder so manches Spezialfahrzeug, wie z.B. ein mobiles Fernsehstudio die mehrere Millionengrenze reißen.
Zu den Wertgegenständen... leg doch einfach mal deine Brieftasche mit -sagen wir- 5.000,-€ raus auf den Gehweg... und starte ne Stoppuhr bis se weg ist 😁
...das sage ich ja auch nicht. Ich finde nur, der Gast schiesst etwas über´s Ziel hinaus mit seiner These.
@gast356 das sollte dann für alles was einen bestimmen Wert hat gelten, Häuser,Autos,Fahrräder,Schuhe,Firmen, usw.
@Doro-Die-Thea
Er hätte sich auch anrufen können und dir sagen können, kostet ca. 8000€ willst du das selbst zahlen? Da wusste er aber das du ihn wohl mit einem Bösen Ton antworten wirst
Zitat:
@gast356 schrieb am 26. März 2021 um 21:24:28 Uhr:
Zitat:
@jansieb schrieb am 26. März 2021 um 21:18:57 Uhr:
@gast356 mutig zu sagen, dass eine Haftungsbeschränkung bei 50.000€ sein soll... man stelle sich Personenschäden (monatliche Rente oder Öltransporte) vor...Und nein: man muss nicht damit rechnen, dass Wertgegenstände sofort geklaut werden, denn dies wäre - wie Sachbeschädigung - eine Straftat
...ich hätte vielleicht dazu schreiben sollen, dass sich die als Beispiel genannten 50.000,-€ lediglich auf Sachschäden -also den ungefähren Gegenwert, für den man ein vernünftiges Auto bekommt um damit von A nach B zu fahren- bezieht.
Zu den Wertgegenständen... leg doch einfach mal deine Brieftasche mit -sagen wir- 5.000,-€ raus auf den Gehweg... und starte ne Stoppuhr bis se weg ist 😁
Mit dem Letzten hast du recht, macht es trotzdem nicht legaler... 🙂
Zitat:
@jansieb schrieb am 26. März 2021 um 21:24:13 Uhr:
Ich kann schon verstehen, was du sagen willst... das Problem bzw das Schlimme an der ganzen Geschichte ist - zumindest behaupte ich das mal - dass der Automechaniker lieber austauscht als repariert, denn es bringt für die Werkstatt mehr Geld...
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass vor 4 Jahren jemand hinten in meinem Polo von vor 16 Jahren gefahren ist, der Gutachter (von der gegnerischen Versicherung) hat eine Schadenssumme (wirtschaftlicher Totalschaden) von ca. 3000€ Geschätzt und ein Bekannter Autoschrauber das Auto für 1000€ „komplett neu“ gemacht hat... naja
Genau das meine ich. Man soll im vernünftigen Rahmen bleiben. Ja wie gesagt durch meinen Aufprall war/ist alles völlig bis auf den Lack runtergeschrammt und verzogen, aber die Technik ist heutzutage so fortgeschritten, dass man alles lösen und beheben kann. Ich renne ja auch nicht sofort ins Krankenhaus, wenn ich mich am Messer schneide, sondern mache mir ein Pflaster um. So kommt mir das im aktuellen Fall vor.
Aber um nochmal aus Dorothes Frage zurückzukommen: für dich ändert sich nix, da die Stufung unabhängig von der Schadenshöhe ist... lerne einfach draus, und parke nicht so eng ein... aus dieses Grund nehme ich immer beim Supermarkt 2 Parkplätze ein... 🙂 wenn der Supermarkt Betreiber es nicht schafft, ordentlich große Parkplätze, muss ich selbst das Zepter in die Hand nehmen... 🙂
@Doro-Die-Thea : Es wird dir doch anerkannt, dass du keine Fahrerflucht begangen hast. So hast du nicht nur kein kleines Verwarnungsgeld zu zahlen, sondern auch kein großes Strafverfahren am Hals. Bei der Schadenshöhe könntest du nicht mehr mit einer Einstellung rechnen und dürftest vermutlich auch einige Zeit Fußgängerin sein.
Warum sollte sich der Geschädigte bei dir melden? Sich bedanken, dass du keine Straftat (Unfallflucht) begangen hast? Wäre es nicht eher an dir, sich bei ihm zu melden und ein kurzes "tut mir leid, hab nicht aufgepasst" durch den Hörer zu säuseln? Hier hat mal ein Spezi meinen Touran gerammt und der erste Satz war, ich soll ihn jetzt aber nicht über den Tisch ziehen. Kam echt gut an.
Klar, für 8.000,- € kriegst du schon ein nagelneues Auto, Dacia oder Mitsubishi. Aber selbst mein 13 Jahre alter A8 hatte 2015 noch diesen Wiederbeschaffungswert; neu kosten diese Dinger heute locker über 100.000,- €. Und da der A8 schon immer überwiegend aus Alu gefertigt ist, gibt es nicht viele freie Werkstätten, die sowas reparieren können.
Also nicht traurig oder sauer sein, bis auf den Unfall an sich hast du alles richtig gemacht.
Wahrscheinlich würde ein ausbessern der Teile mehr kosten als der Tausch. In Deutschland sind meist die Arbeitsstunden die den Preis nach oben treiben.
Stoßstange ist in 2 Stunden gewechselt und das Teil kostet 1000€
Macht 1300€
Wenn ein Mechaniker jetzt 10 Std die Stoßstange richtet macht es die Sache nicht günstiger.
Zahlen sind nur beispielhaft.