Öldruck vor Kaltstart aufbauen
Hi.
Würde gerne mal eure Meinung hören.
Bei diversen Honda-Modellen besteht die Möglichkeit, den Motor -ohne dass er anspringt- durchdrehen zu lassen. Ich habe das immer gerne praktiziert, wenn das Moped mal ein paar Tage stand, weil ich denke, dass ein Kaltstart ohne Öldruck nicht das Gesündeste für den Motor ist. Ich weiß, das wird wohl vermutlich keiner so machen, aber schaden kann es ja auch nicht. Was sagt ihr?
17 Antworten
Vor allem nützt es nichts: sobald der Motor nicht mehr dreht, ist der Öldruck wieder weg. Und ob Du die Maschine nun ohne Zündung trocken orgelst, oder gleich anspringen lässt, macht m.E. keinen schmiertechnischen Unterschied.
Doch ist er. Man startet ja sofort danach den Motor und der Öldruck liegt an.
Ich weiß, es ist übervorsichtig, vor allem bei einer Honda, aber fürs Gewissen und so kann es nicht schaden 🙂
Den Gedanken hatte ich auch immer, deshalb hab ich bei Kaltstarts immer erst einige Umdrehung mit geschlossenen Coke gemacht und dann geöffnet,.. ohne den Strartvorgang zu unterbrechen. Geht natürlich nur bei Vergaser Moppeds. Mein Gedanke dabei war immer dass ja erst der Zünddruck die Lager belastet und es deshalb vom Vorteil ist wenn die schon mit ÖL gefüllt sind.
Der Motor meiner Einspritzer Moppeds machten aber auch keinen Ärger bis zum Verkauf 😁
Beim Vergasermotor wird beim Starten ohne Zündung sofort Benzin angesaugt. Dieses spült dann den Schmierfilm von den Zylinderwänden. Ich sehe da irgendwie keinen Vorteil.....
So lange der Einspritzer nicht gleich mit sehr hoher Drehzahl losläuft, dürfte das kein Problem sein.
Die Gleitlager der Kurbelwelle/Pleuel laufen ganz sicher nicht leer wenn das Motorrad mal ein paar Tage rumsteht. Bei etlichen Marken ist es gar nicht möglich zu starten, wenn der Killschalter aus ist, der Anlasser rührt sich dann nicht.
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Zitat:
@Baddek schrieb am 8. April 2025 um 11:09:36 Uhr:
Doch ist er. Man startet ja sofort danach den Motor und der Öldruck liegt an.
...
Ich wage Widerspruch:
Druck kann nur in geschlossenen Systemen "stehenbleiben", das haben wir hier aber nicht. Ob die Prozedur für die Lager einen ernsten Unterschied macht, wage ich auch zu bezweifeln: bei den paar Umdrehungen mit sehr geringer Drehzahl fördert die Ölpumpe wohl eher nichts bis sehr wenig.
Die von Dir genutzte Funktion ist eigentlich auch nur zum trocknen der Kerzen gedacht, falls die z.B. wegen Startproblemen abgesoffen sind. Aber Deine Maschine hat überlebt, also ist es wohl zumindest nicht superschädlich, so zu verfahren.
Zitat:
Beim Vergasermotor wird beim Starten ohne Zündung sofort Benzin angesaugt. Dieses spült dann den Schmierfilm von den Zylinderwänden. Ich sehe da irgendwie keinen Vorteil.....
Es geht da auch mehr drum die Lager mit Öl zu füllen, Kurbelwellen-Pleul-Kolbenbolzenlager.
Der Gedanke dahinter is halt dass diese bereits einen stabilen Schmierfilm aufbauen BEVOR der erst Zündungsdruck die Lager belasten. Das Benzin-Luftgemisch "verbrennt" ja auch schon, nur ist es durch den geschlossenen Coke noch zu mager zum Zünden. Wie gesagt,... halt Theorie. Nötig wirds nicht sein, aber das Gewissen is beruhigt
Ich glaub bei Porsche wird sogar erst mal nur die ÖLpumpe seperat aktiviert bis überall Öl verteilt is bevor man überhaupt starten kann.
Ich hatte ja schon eine Hornet 900 und eine CBF 1000 und habe bei beiden die Methode praktiziert.
Die Funktion ist eigentlich dafür da, einen abgesoffenen Motor "durchzupusten", wie oberhalb erwähnt.
Aber es ist halt schon beruhigend, den Motor mit halbwegs anliegendem Öldruck zu starten.
Man kann ja so lange starten, bis der Anlasser glüht. Meist reichen aber 3-4 Sekunden, bis die Kontrolllampe erwischt.
Bei der Hornet bin ich übrigens einmal leicht vom Gasgrfif gerutscht, da hat sie dann gezündet, aber wie... 😁
Damit waren wohl alle vorherigen Prozeduren in diesem Moment obsolet 😁
Na gut, ich denke das kann man sich in Zukunft dann wirklich sparen. Ich bin halt gelernter Mechatroniker und sehr penibel, was den Umgang mit so einem Motor angeht. Habt alle einen schönen Feierabend und danke für die Feedbacks 🙂
Bringt gar nichts, schadet aber auch nicht! Im Stand verflüchtigt sich das Öl in den Lagern ja nicht. Eine Restmenge bleibt immer vorhanden. Die Menge reicht als Schmierung für den Kaltstart. Außer man "jubelt" den Motor sofort auf 10.000 U/min hoch ..... aber das wäre auch für alle anderen Motorbauteile schädlich. Was auch schädlich ist: Den Motor im Stand warm laufen zu lassen! In der Warmlaufphase ist der Verschleiß am höchsten. Nach Start sofort mit geringen Drehzahlen losfahren. Das verkürzt die Warmlaufphase und wärmt das Öl schneller auf. Und erst wenn das Öl seine Betriebstemperatur von ca. 80° C hat: "Feuer frei!"
Das ist eine gängige und empfohlene Praxis der US Goldwinger [check goldwingdocs im Netz]. Die empfehlen die Vorgehensweise nach langangen Standzeiten. Ich bin Winterfahrer und Immerfahrer, bei Minusgraden wärme ich den Motor vor. Bei kaltem Öl schlägt nämlich das Überströmventil im Ölfilter durch. Meine GL ist das einzige Moped mit längeren Standzeiten, dort lasse ich bei der Wiederinbetriebnahme den Starter erst einmal eine Minute orgeln.
Zitat:
@Instructor schrieb am 8. April 2025 um 17:02:15 Uhr:
Bei kaltem Öl schlägt nämlich das Überströmventil im Ölfilter durch.
Dann fährst du im Winter das falsche Öl! Schlägt das Überstöm- bzw. Überdruckventil im Ölfilter durch, ist der Öldruck zu hoch! Das kann an einem verstopften oder falschen Ölfilter oder zu dickflüssigem Öl liegen.
Btw... wie hast du festgestellt, dass das Überdruckventil öffnet?
Das ist m.M.n. eine Nebensächlichkeit ob man ohne Zündung vororgelt oder den Choke draußen läßt, im bezug auf die Langlebigkeit des Motors. Klar wäre ein anliegenden Öldruck bei Start von Vorteil, aber es gibt genug Motoren (Auto und Motorrad) die sehr viele Kilometer wegstecken, wenn sie gut behandelt werden. Ein Restschmierfilm ist an den Lagerstellen immernoch da. Und im Falle des Chokes ist (wie schon angemerkt wurde) der angesaugte Sprit für den Ölfilm im Zylinder auch nicht von Vorteil.
Anders mal das zB beim Auto sein, wenn zB ein Rückschlagventil defekt ist und der komplette Ölfilter über die Zeit leer läuft plus die Strecke zu den Hauptlager und Schmierstellen. Dann führt das mit viel Kurzstrecke gepaart über die Zeit zu hohem Verschleiß.
Andres Beispiel Turbolader (gut nicht im Mopped) aber da steckt doch das gleiche Thema dahinter. Ein "trocken" eingebauter Turbolader ist sofort wieder fritte. Deshalb muss der vorgeschmiert eingebaut werden. Aber wenn man das Auto schön warm und kalt fährt, macht es der Turbo schon eine lange Zeit mit.
Deshalb mein Fazit zu dem Thema: nicht übertreiben, Motoren schön warm und kalt fahren und gut is.
.....und wir haben das füher immer bei unseren Traktoren so gemacht wenn sie länger gestanden hatten.
Zum abstellen des Motors musste man einen Knopf mit Bowdenzug zur Einspritzanlage am Cokpit heraus ziehen. Also den Knopf ziehen , Starter betätigen, ..und er Motor drehte solange leer durch bis man den Knopf wieder eindrückte , so zwei drei Sek. nachdem die Öldrucklampe erloschen ist.
Zitat:
Deshalb mein Fazit zu dem Thema: nicht übertreiben, Motoren schön warm und kalt fahren und gut is.
Natürlich beeinfiussen andere Faktoren ein Motorenleben mehr als diese Praxis, aber wems beruhigt, warum nicht, kostet nix und schadet auch nicht.
Meine CBF macht das mittlerweile knapp 135000km ohne sowas und läuft immer noch tadellos.
Ich gebe aber auch im kalten kein Dampf drauf und lass nicht warm laufen im Stand.
Viele machen sich zuviele Gedanken, als das Fahrzeug einfach zu bewegen. Die können das alle schon ohne Probleme ab.
Zitat:
@nebukatonosor schrieb am 8. April 2025 um 16:20:40 Uhr:
Zitat:
Beim Vergasermotor wird beim Starten ohne Zündung sofort Benzin angesaugt. Dieses spült dann den Schmierfilm von den Zylinderwänden. Ich sehe da irgendwie keinen Vorteil.....
Es geht da auch mehr drum die Lager mit Öl zu füllen, Kurbelwellen-Pleul-Kolbenbolzenlager.
Der Gedanke dahinter is halt dass diese bereits einen stabilen Schmierfilm aufbauen BEVOR der erst Zündungsdruck die Lager belasten. Das Benzin-Luftgemisch "verbrennt" ja auch schon, nur ist es durch den geschlossenen Coke noch zu mager zum Zünden. Wie gesagt,... halt Theorie. Nötig wirds nicht sein, aber das Gewissen is beruhigt
Mir ist schon klar um was es geht. Das mit dem Benzin gilt ja auch nur für Vergasermotoren. Hier, also bei MT, wird sonst nach den besten Motorölen gefragt und dann wird so ein Unsinn praktiziert.......
Ölverdünnung ist durchaus ein Thema, ich denke da an die selige Suzuki TL 1000S, da sind frühe Motoren reihenweise dahingegangen.
Übrigens sind Lagerschalen leichter zu tauschen als ausgewaschene Zylinder und Kolben🙂
Wenn das mit Porsche stimmt, lieber eine mechanische Ölpumpe als eine elektrische. Oder ist die zusätzlich?