Nochmal: Schweißen für Dummys

Hi,

ich nochmal. Ich hatte mal nach Löchern für Punktschweißen gefragt und im Werkzeugforum nach einer Absetzzange. Zur Zange, es ist eine kompinierte von KS-Tool geworden, weil da was von „bis 1,25mm“ stand.
Bringt halt nix, wenn das Loch trotzdem nur 5mm wird und die Absetzbacken nur ne 0,5er Kante machen.
Aber gut, es ist „nur“ die Ladefläche und hauptsächlich die Täler des Wellblechs, also brate ich um die Bleche rum.

Nun meine Frage: Ich weiß nicht, wieviele Einstellungen ich schon probiert habe, ich bekomme immer wieder so dicke aufgepilzte Schweißpunkte.
Blech: 1mm (ca. ist so ein US-Blech)
Schweißgerät: das 175er von Stahlwerk
Draht: 0,8er Fülldraht. Die Polung ist umgedreht.

Derzeit (letzte Einstellung) brutzel ich mit 67A und 15,5V gezogen
Manchmal wird die Naht schön flach, dann wieder verbindet sich der Punkt auf einmal mit dem Untergrund ODER dem Blech, dann schmilzt mir die Blechkante plötzlich weg oder ich hab auf einmal so‘n riesen Bubbel da drauf… zum Teil ist das ne richtige Blase, also innen hohl.

Ist die Spannung zu niedrig, oderder Strom, oder beides?
Das mit den Blasen, ist das typisch für Fülldraht?

Was ist ne „gute“ Einstellung für 1mm?
Die Nahtbereiche schleife ich immer blank und gehe kurz vor Beginn nochmal mit der Drahtbürste rüber.

Ich hatte irgendwie gehofft, dass ich im Verlauf besser werde, aber bislang ist das alles eher frustrierend.

Vielleicht hat ja einer von euch nen guten Tip, wie ich das mit dem Fülldraht besser hin bekomme.

Danke und Grüße

Chris

25 Antworten

Hi,
ich hatte nur vor mittlerweile 3 Jahren mal einen Schnupperkurs, da haben wir hauptsächlich dickere Bleche (3-4mm) geschweißt und erst zum Ende hin mal 1mm. Aber das war in einer Werkstatt mit Absaugung, Ruhe und einem Drehstromschweissgerät, was wohl auch noch einen Unterschied macht. Ich habe auch keine Ahnung mehr, wie das mit der Spannung war, die 1mm habe ich mit 25A geschweißt, aber so weit kommt meins nicht runter.
Bei meinem ist der Drahtvorschub auch an die Stromstärke gekoppelt. Wenn ich zu weit runter gehe, kommt der mit dem Draht nicht nach. (Kann aber auch sein, dass ich da eine höhere Spannung hatte)

Ich werde heute nur mal Übungsnähte auf ein Blech brennen, ich habe extra ein neues ohne eventuelle Rostreste oder so im Baumarkt geholt. Dann probiere ich mal durch, ob ich irgendwann doch noch eine Einstellung finde die passt.

Danke und Grüße
Chris

Ist es das Ding hier?
https://...tahlwerk-schweissgeraete.de/...5-st-mig-mag-schutz-inverter

Ja, das Teil habe ich.

Da kannst du doch den Vorschub einstellen.

Ähnliche Themen

Nein, das ist die Induktivität.

Ich zitiere mal:
Automatischer Drahtvorschub – die Geschwindigkeit des Drahtvorschubs regelt sich automatisch über den eingestellten Schweißstrom.

Grüße
Chris

Man sollte beachtet das es zwei Arten von Fülldraht gibt, der eine wird mit Gas benutzt der andere kannst du ohne Gas verwenden. Ich würde Mal den Drahtvorschub reduzieren/Leistung erhöhen damit es besser aufschmilzt und weniger aufliegt. Wenn du mit der Leistung hoch gehst wirst du Punkt an Punkt setzen müssen weil du Blech sonst durchfällst

Fülldraht plus Gas? Noch nie gehört. Die Füllung soll doch der Gasersatz sein.

Hi Provaider, ja hatte ich von gelesen, dass es auch so einen gibt. Ich habe den hier: https://...tahlwerk-schweissgeraete.de/...O-08-mm-S100-D100-Rolle-1-kg
Ja, dann kann ich nur die Spannung erhöhen und Strom reduzieren. Aber ich probiere es aus. Gestern und heute hatte ich keine Lust, vormittags musste ich anderes erledigen und nachmittags brennt auf drm Hof dermaßen die Sonne, das halte ich nicht aus, noch langärmelig und mit Habdschuhen…
Morgen früh ist es wieder angenehmer, das Probierblech habe ich mir schon zugeschnitten, ist leider ein 0,75er, was anderes habe ich im Baumarkt nicht bekommen.

Grüße
Chris

Die Englisch Sprache Welt spricht von dual shield flux core wire, finden wir im Schiffbau, Brückenbau oder alles was dicke Bleche verbindet. Also eher Maschinenbau als Karosseriebau.
Durch die Füllung verhindert man Porosität in der Schweißnaht, der Prozess ist viel stabiler besonders im Freien wo man Brücken oder Schiffe baut. Dazu hat man einen tieferen Einbrannt und mehr Materialübertrag. Man verbindet hier die Vorteile vom E-Hand mit Schutzgas mit Drahtelektrode.

self shield flux core wire ist der Fülldraht für den Heimanwender. Das ist eine umgedrehte E-Hand Elektrode und er schützt sich nur über die Schlacke.

Das Problem ist der gute Fülldraht von z.B. Hyundai gibt es nur auf den großen Rollen, die Hobbyhandwerker haben ja die kleinen Rollen. Du kannst dir mal den inetub ba71tgs aus Italien ansehen. Das ist immerhin ne Marke und nicht nur Chinazeug wie von Stahlwerk
https://www.ine.it/.../INE1af5d57f6f9effa9df3e0bcb7839faf1c2fa167d.pdf
Wird aber DC ENP empfohlen, nicht AC wie die meisten günstigen Fülldraht Geräte.

Dünne Bleche ist mit Fülldraht schwerer als mit Schutzgas aber nicht unmöglich. Über Optik, Dreck und Arbeit wollen wir nicht reden. Viel Leistung in kurzer Zeit und dann halt Punkt für Punkt und immer mal wo anders schweißen. Wenn du Kupfer unterlegst wird es leichter werden.

Die Normen geben dir immer Auskunft für was deine Elektrode geeignet ist
https://www.lincolnelectric.com/.../fcaw-usability-designators.aspx
Und die Europäer nutzen EN 17632

@ chrisd75,

Wie sieht denn die Rückseite der verschweißten Bleche aus?
Wenn sich auf der Rückseite Lack, UBS oder Dreck befindet, blüht die Schweißnaht auch so auf weil verdampfende Inhaltsstoffe das Bad verunreinigen.
Die Bleche sollten beiderseitig metallisch blank sein...zumindest 1cm um die Schweißstelle herum.

Hi Provaider und Frankyboy379,

danke euch für die Erklärung und den Link zu dem Fülldraht!
Der Hinweis mit dem Lack/Dreck auf der Rückseite erklärt Einiges.
Ich habe ein Reparaturblech zugeschnitten, das natürlich beidseitig lackiert ist, ich habe zwar die Kanten blank geschliffen, aber auf der Unterseite nur minimal um den Grad vom schneiden zu entfernen.
Da dürfte noch schön Lack mit verbrannt sein 🙄
Ich nehme jetzt nur noch das Rohblech, sieht auch schon etwas besser aus. Die Ladefläche von unten blank schleifen ist eher schwierig, wg. der Träger.

Dann habe ich noch gelesen, dass ich bei Fülldraht mehr Abstand zwischen Düse und Blech halten muss und dass ich einen steileren Winkel nehmen muss. Da ich ja schleppend (ich glaub das hieß so) schweiße, habe ich mir mit dem 45Grad Winkel wahrscheinlich auch immer noch das Schmelzbad ineinander geblasen.
Ich schweiße aktuell mit minimaleinstellung, also 41A 15,6V , drunter geht nicht. Dann leicht pendelnd, mal sehen…..

Danke euch allen, die mir hier Tips gegeben haben!

PS: Das Übungsblech ist für eine Naht auf jeden Fall zu dünn, da habe ich verlässlich nach 2cm ein Loch produziert, wahrscheinlich weil die Hitze dann immer zu groß wurde.

Grüße
Chris

Deine Antwort
Ähnliche Themen