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Nasshaftung A statt B

Themenstarteram 1. Febuar 2019 um 23:09

Hallo,

wer weiss ob es Sinn macht 2 Reifen neu zu kaufen.

Ich fahre im Moment "Goodyear Vector 4Seasons Gen-2 195/50 R15 82H M+S Allwetterreifen, E/B/67", sie sind ca. 10 Monate alt und ca. 5000 km hinter sich und sehen eigentlich noch fast wie neu aus.

Vor kurzem hatte ich vorne links einen Platten wegen einer Schraube mittig in der Lauffläche, es wurde kurzerhand eine Reifenreparatur durchgeführt (20 EUR, Gummi-Stopfen rein). Der Reifen ist dicht.

Jetzt habe ich mal die Nasshaftungsklassen verglichen und bessere Allwetterreifen gefunden, die die Klasse A statt B haben und frage mich ob es Sinn machen würde (von der Verkehrssicherheit her), vorne 2 neue Reifen zu kaufen. Ich fahre einen Kleinwagen mit Vorderantrieb. Immerhin sind es 3m mehr Bremsweg zw. Klasse B und A.

Es geht um diese:

Bridgestone 195/50 R15 82V A005 Weather Control M+S, C/A/71

Auf der einen Seite hätte ich bessere Reifen vorne, und auf der anderen 2 unterschiedliche Typen vorne und hinten und dazu noch die Reparatur??

Grüße

Peter

24 Antworten

Bitte verbrenne Dein Geld nicht mit einer derart sinnlosen Aktion, von der Du keinerlei Nutzen hast.

Zitat:

@PeterPanXXX schrieb am 1. Februar 2019 um 23:09:50 Uhr:

... fahre im Moment "Goodyear Vector 4Seasons Gen-2 195/50 R15 82H M+S Allwetterreifen, E/B/67", sie sind ca. 10 Monate alt und ca. 5000 km hinter sich und sehen eigentlich noch fast wie neu aus.

...

Jetzt habe ich mal die Nasshaftungsklassen verglichen und bessere Allwetterreifen gefunden, die die Klasse A statt B haben und frage mich ob es Sinn machen würde (von der Verkehrssicherheit her), vorne 2 neue Reifen zu kaufen.

Ja, es macht Sinn sich das beste + sicherste Fahrzeug auf dem Markt anzuschaffen.

Aber die meisten haben kein Geld dafür.

Verkehrssicherheit ist m.M. das Ergebnis von 42 Faktoren. Weil 42 die Antwort auf alle Fragen ist.

Wir haben als Autofahrer viele Faktoren unter Kontrolle.

Darunter Material der Ersatzteile, ordentliche Reparatur, aufmerksame, defensive Fahrweise bis zum schnöden richtigen Luftdruck.

Technik wie moderne Materialien unterstützen unser Bemühen, z.B. - am enger beim Thema zu bleiben - Reifendruck-Mess-Sensoren oder neueste Reifenmischungen.

Nasshaftungswerte sind theoretische Werte = grobe Werbeaussagen. Wichtig ist m.E. der passende Reifen zum Fahrzeug wie zur Antriebsachse, natürlich zum Gewicht des Fahrzeuges, Achslast usw. Das sind die praktischen Werte, die gewinnt man als alltäglicher Fahrer im konkreten Fahrzeug.

Fühlst du dich unwohl mit den fast neuen Reifen weil konkret subjektiv schlecht Abroll- und Bremsverhalten, dann wechsle.

Bist du nur ängstlich, weil unsicher, weil unerfahren, weil auf Preis/Herstellerangaben/Vergleichsmodelle schielend, dann besuche einen Fahrsicherheitstraining. Das bringt m.E. deutlich mehr Sicherheit beim vorhandenen Fahrzeug mit den alten Reifen. Als ein Wechsel auf formal tolle, neue Reifen.

Nochmal, Sicherheit als objektives wie subjektives Ergebnis von Maßnahmen, die wir in der Hand haben.

Macht vor dir fahrend ein Verkehrsteilnehmer auf freier Strecke eine Vollbremsung ... da nützt kein minimal besserer Reifen. Da hätte u.U. ein größerer (Sicherheits-)Abstand gereicht. Wäre die Fahrbahn trocken gewesen > der Vorausfahrer wäre noch schneller zum Stehen gekommen, Null Vorteil für dich. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Ergo, brauchst du das Gefühl, das angeblich sicherere Material zu besitzen, dann mach das. Objektiv sind die Gefahrenquellen zumeist andere.

Fahre ich jeden Tag auf Schnee, sieht das anders aus. Fahre ich jeden Tag auf Aquaplaning Strecken und hatte bereits gefährliche Situation, logisch, dann rüste ich nach. (Eher in neue Reifen mit max. Profil.)

Aber nur wg. einem Buchstaben auf dem Papier, ist das m.E. fadenscheinig. Weil die anderen Faktoren ausgeblendet sind.

Gute Reifen + richtiger Reifendruck zu Ladung/Gewicht + Aufmerksamkeit + Sicherheitsabstand > schlägt m.M. den tollsten Reifen.

Bei GJR macht es Sinn, von Anfang an ;) nach seinen persönlichen Kriterien, Sparwut bei Reifen ist fehl am Platz, ebenso wie überzogene Preisaufschläge für xy Eigenschaften.

Hätte statt dem Textwust einfach sagen können: bei 3 Meter längerem Bremsweg > halte +3 Meter mehr Sicherheitsabstand, dann passt es doch. :D

Schließe mich den Vorrednern an.

Investiere das Geld der Reifen mal in ein ADAC Sicherheitsfahrtraining. Da lernst Du Dein Auto erstmal kennen, wie es in Extremsituationen reagiert und lernst von Instruktoren wie Du entsprechend reagieren kannst und das Auto wieder einzufangen, bevor man abfliegt. Denn man hat Millisekunden Zeit richtig zu reagieren. Erst langsam, dann schnell und immer schneller. Macht übelst Spaß (mit alten harten Reifen noch mehr Spaß). Dem Auto passiert dabei nichts. Die physikalischen Kräfte sind auf der Straße genau so. Und Reifenabrieb gibts auch keinen, weil die Stellen, wo das Auto ausbrechen soll extra spiegelglatt gebonert sind mit einem Spezialwerkstoff, wo Gummi wenig haftet. Also wie auf Eis.

Wegen der Reparaturstelle ist der Reifen weder besser noch schlechter als vorher, nur eben repariert.

Und ob das Fahrzeug mit unterschiedlichen Reifen v+h anschließend besser oder schlechter ist . . . schwer zu sagen, die eine Achse ist gelenkt und mit Antrieb, die andere ungelenkt und ohne Antrieb . . . kann mit gleichen Reifen nicht optimal sein und mit ungleichen besser . . . oder eben genau umgekehrt . . . aber find das mal raus . . . aufwendig. Und wieviel Unterschied macht das dann überhaupt aus ?

Da tendiere ich dann doch auch zu den "42 Faktoren" (bzw. 41 verbleibenden) die da mit reinspielen.

Mir will man ja auch immer meine "unverantwortlichen ü20 Jahre alten Reifen" ausreden . . . aber die sind eben auch nur einer von sooo vielen Faktoren . . . also mach ich mich da auch nicht verrückt. Soo'n Sicherheits-Maximierer bin ich mit meinem 29 Jahre alten Auto ja eh nicht . . . aber da ich ja weiß mit was ich da so alles unterwegs bin, stell ich mich eben drauf ein und übertreib's nicht.

Und das berühmte "Kind, das auf nasser Straße hinter'm Auto vorspringt" und auch gern + oft angeführt wird . . . naja, dann dürft man ja eh nur noch mit Tempo 20 überall rumschleichen . . . oder keiner mehr ein älteres (weil meist nicht optimales) Auto fahren ;-)

Wenn du natürlich ein Rennfahrer bist, der immer und überall die letzte 1/10 sek. rausholen muß und dem Vorausfahrenden ständig überholbereit auf der Pelle hockt . . . dann solltest dir eh eine echte Fahr- und Bremsmaschine zulegen (so'n Heckmotor-Porsche wär da wahrscheinlich deutlich besser geeignet als ein Frontantriebler, schon allein wegen der prinzipiellen Gewichtsverteilung beim Bremsen) ;-)

Ein Ganzjahresreifen bietet nie Optimale Haftwerte !

LG

Zitat:

... schon allein wegen der prinzipiellen Gewichtsverteilung beim Bremsen

Wo er Recht hat, hat er recht... :D

So ein Fahrer den Du ansprichst sucht aber Reifen mit Wirtschaftlichkeit-Kraftstoffverbrauch-Angabe E und F. Allein wegen dem Grip beim Beschleunigen und Bremsweg. Ich meine 30 Meter aus 100 km/h müssen ja irgendwoher kommen. Mit Blue Earth Reifen und den Schnulli schafft man das nicht. Da braucht man Reibwiderstand! Der Porschejäger knallt dann mit noch 60 km/h dem vollständig zum Stillstand gekommenen Porsche hinten rein. Weil er Kraftstoffsparreifen drauf hat. Nun erzähle das aber mal einen Kunden, der von Lampen und Waschmaschinen weiß, A+++ ist immer gut.

Das Reifenlabel ist unfug, aber eben EU konform.

Zitat:

@2648Trucker schrieb am 2. Februar 2019 um 11:21:03 Uhr:

Ein Ganzjahresreifen bietet nie Optimale Haftwerte !

Bin sehr zufrieden mit meinen GJR, hatte davor nur SR/WR Wechsel, bei Nässe und Schnee ohne Manko, sommerliche Temperaturen o.k., jedenfalls die Neuen GJR haften besser als jeweils SR oder WR, Profil! :D

Meine Reifen sollen nicht haften, sondern rollen

Diese Labels sagen eigentlich nicht viel aus. Und als Vergleich zwischen unterschiedlichen Marken schon gar nicht. Innerhalb einer Marke kann man Tendenzen ersehen.

Zitat:

@lore8 schrieb am 2. Februar 2019 um 23:01:38 Uhr:

Meine Reifen sollen nicht haften, sondern rollen

Ohne Haftung gibt´s kein Rollen, sondern unkontrollierbares Rutschen., Scherzbold. :D

Themenstarteram 17. Febuar 2019 um 7:58

Danke für die ganzen Tipps. Wie es aussieht macht es keinen Sinn die Reifen zu wechseln, ich habe gehofft, dass der Bremsweg direkt von der Reifen-Klasse abhängt, ich hatte in der Vergangenheit schon mal Situationen, bei denen mich bei einer fast Voll-Bremsung 2-3 Meter vom Vordermann getrennt haben. Wenn die Dinge aber so stehen, dann wechsle ich die GJR etwas früher und investiere beim nächsten Mal in eine bessere Marke (wie Michelin o.Ä.).

Zitat:

@PeterPanXXX schrieb am 17. Februar 2019 um 07:58:29 Uhr:

Danke für die ganzen Tipps. Wie es aussieht macht es keinen Sinn die Reifen zu wechseln, ich habe gehofft, dass der Bremsweg direkt von der Reifen-Klasse abhängt, ich hatte in der Vergangenheit schon mal Situationen, bei denen mich bei einer fast Voll-Bremsung 2-3 Meter vom Vordermann getrennt haben. Wenn die Dinge aber so stehen, dann wechsle ich die GJR etwas früher und investiere beim nächsten Mal in eine bessere Marke (wie Michelin o.Ä.).

Weiser Entschluss.

Zitat:

@lore8 schrieb am 2. Februar 2019 um 23:01:38 Uhr:

Meine Reifen sollen nicht haften, sondern rollen

Wenn die Reifen nicht haften > haftet der Fahrer :p

Hallo Peter,

irgendwie kann ich dein Problem nicht richtig nachvollziehen. Einerseits ist dir die optimale Reifenperformance sehr wichtig, so dass du eventuell sogar bereit bist, fast neue Reifen zu tauschen und dafür Geld auszugeben, aber andererseits gehst du den Kompromiss Ganzjahresreifen ein, anstelle Sommer und Winterreifen zu fahren.

Jedenfalls würde ich nie unterschiedliche Reifentypen auf der Vorder- und Hinterachse montieren, weil sich bei etwas Pech das Fahrverhalten des Fahrzeugs ändern kann von untersteuern in übersteuern ändern kann. Wenn man kritischen Situationen gewohnt ist, dass bei zu schnell gefahrenen Kurven, das Fahrzeug über die Vorderräder wegrutscht, ist es dann nicht so prickelnd, wenn dann aufgrund der unterschiedlichen Reifentypen vorne und hinten, plötzlich das Heck ausbricht. Das ist zwar dank ESP nicht mehr ganz so kritische, dennoch, muss ja nicht sein.

Was ich dir aber empfehle, die Reifen in regelmäßigen Abständen hinten und vorne zu tauschen. Somit fährt sich das Profil auf allen Reifen gleichmäßig ab.

 

Gruß

Uwe

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